Predigt-Nachlese: Wenn Gott bestätigt – oder auch nicht …

Apostelgeschichte 19, 11-41

Gott bestätigt sein Wort und seinen Apostel

Als Paulus in Ephesus das Wort verkündigte, geschahen “ungewöhnliche” Wunder (wörtlich: Machttaten). Kranke wurden geheilt und böse Geister wurden ausgetrieben. Da Paulus nicht überall sein konnte, nahmen die Menschen Teile seiner Kleidung und legten sie auf die Kranken, und die wurden gesund. Ähnliche Berichte finden wir bei Jesus: Hilfesuchende rührten den Saum seiner Kleidung an. Bei Petrus genügte sein Schatten, um mit der Kraft Gottes in Berührung zu kommen. Was sind das nun für merkwürdige Geschichten? Was war ihr Sinn? Und vor allem: Sind sie wiederholbar?

Nun denke ich, wir müssen nicht alles verstehen, aber es ist klar, dass solche Wunder die Personen göttlich autorisieren sollten, von denen sie ausgingen: Jesus als den Messias und die Apostel als die Boten des Evangeliums. (Ich finde es interessant, dass ganz offensichtlich nur Paulus solche Wunder tat, obwohl er ja mit einem ganzen Verkündigerteam unterwegs war!)

Gibt es das auch heute noch? Nein, denn die Autorität, die bei den Aposteln lag, liegt heute auf dem schriftlich und vollständig festgehaltenen Wort des Neuen Testamentes, das uns durch eben jene Apostel überliefert wurde. Es gibt keinerlei Anlass mehr für diese Art Wunder – was nicht heißt, dass Gott etwa nicht mehr heilt und befreit. In seiner Freundlichkeit und nach seiner Weisheit tut er das immer noch, aber nicht in so einer generellen Weise, dass jeder, der kommt, sofort und vollständig geheilt wird. Und wer heute “heilige Taschentücher” oder ähnliche Reliquien mit Heilungsversprechen verkauft, maßt sich etwas an, was ihm nicht zusteht.

Wer sich apostolische Autorität anmaßt, muss die Folgen tragen

Es gibt allerdings nichts Neues unter der Sonne. Die Versuchung, geistliche Autorität nachzuahmen, den Namen Jesu für die eigene Profilierung oder gar für Geschäftsinteressen zu benutzen oder auch einfach damit zu “experimentieren” ist offensichtlich kein neuzeitliches Phänomen. Die sieben Söhne des Hohepriesters Skevas dachten, sie könnten das auch. Die Kraft Gottes steht aber niemals zur menschlichen Verfügung, schon gar nicht für Menschen, die ihr Leben niemals Jesus unterstellt haben. Sie geben sich selbst der Lächerlichkeit preis, und der böse Geist selbst zeigt ihnen, dass sie zu seinem Machtbereich gehören. Sie enden nackt, verletzt und blamiert bis auf die Knochen.

Eine gesunde Furcht ist heilsam!

Auf alle, die das mitkriegen, fällt eine gesunde Furcht. Die Macht der Finsternis ist real und nicht zu unterschätzen. Wie wichtig ist es, ganz zu Jesus zu gehören und alle Verbindungen zu kappen, die uns mit dem Teufel verbinden! So kamen auch hier in Ephesus alle, die in esoterische Praktiken verwickelt gewesen waren und bekannten das als Sünde. Die ganze Literatur warfen sie auf einen Haufen und verbrannten sie. Der finanzielle Gegenwert war beachtlich, aber das war egal. Sie wollten damit nichts mehr zu tun haben.

Das Evangelium gewinnt!

Am Ende heißt es: Das Wort des Herrn wuchs und erwies sich kräftig. Vor dem Evangelium muss die Finsternis weichen. Neugewordenene Menschen kehren sich ab vom Vertrauen auf magische Praktiken. Eine Nebenwirkung ist, dass sie ihre materiellen Güter anders einsetzen. Deswegen kann Paulus sich jetzt auf den Weg machen, um Geld zu sammeln für die bedrängte Jerusalemer Gemeinde. So breitet sich das Evangelium aus mit der ihm innewohnenden Kraft zur Expansion und Multiplikation, unter ständigen Widerständen, aber unbesiegbar!

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