Stark bleiben, wenn andere uns blockieren

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Wenn einer sagt, dass die anderen schuld sind, ziehen wir ja schon innerlich eine Augenbraue hoch. Aber in Kalebs Fall stimmte das hundertprozentig! Es war eindeutig die Dummheit und der Unglaube der anderen, die ihm 40 Jahre zusätzliche Wüstenwanderung einbrachten. Wären die anderen nicht gewesen, säße er längst im Gelobten Land im Schatten seines eigenen Feigenbaums, schlürfte den Most seines eigenen Weinstocks, hätte sein Haus, seinen Acker, seine Weiden … statt dessen war er ständig am Auf- und Abbauen, Wege, Wasser und ein bisschen Gras suchen – und musste sich auch noch das Gemecker und Gejammer derer mit anhören, die diese Situation verursacht hatten!

Er war einer der wenigen, die das Land je gesehen hatten. Zu Zwölft hatten sie es 40 Tage erkundet. Es gab dort all das, was ihnen in der Wüste fehlte: saftige Früchte, fette Wiesen für das Vieh und Blumen in Fülle, um Bienen zu halten und Honig zu ernten. Zwar würden die derzeitigen Bewohner ihnen das Land nicht freiwillig überlassen, aber Gott hatte ja versprochen, sie vor ihnen auszutreiben – also dürfte das kein Problem sein! Doch so dachten leider nur er und Josua – alle anderen waren durch die Bank der Meinung, dass das zwar ein tolles Land war, aber leider nicht für sie. Unbesiegbar, diese Kanaaniter! Gott, so schlossen sie, hatte sie ins offene Messer laufen lassen! Er hatte sie aus Ägypten gerettet, um sie jetzt hier an der Grenze hilflos stehen zu lassen! Am besten gingen sie zurück dahin, wo sie hergekommen waren!

Kaleb war fassungslos. Konnte hier keiner mehr logisch denken? Warum sollte Gott so etwas tun? Welche Beleidigung für ihren Erretter und sein großzügiges Geschenk einer perfekten Heimat! Aber als er das sagte, stand er einer geschlossenen Front gegenüber. Sie hätten ihn und Josua fast gesteinigt.

Und natürlich zog Israel  damit Gottes Zorn auf sich. Er verurteilte das Volk dazu, noch 40 Jahre durch diese elende Wüste zu wandern. Diese ganze Generation sollte, mit Ausnahme von Kaleb und Josua, dort sterben und das verheißene Land niemals sehen. Erst ihre Kinder würden es kennen lernen. Kaleb aber wurde versprochen, dass ihm und seinen Nachkommen der Teil des Landes einmal gehören würde, den er erkundet hatte.

40 Jahre noch! Bis dahin würde er ein alter Mann sein … 40 Jahre, die er hätte genießen können! Aber wir hören nicht, dass Kaleb murrt über sein Schicksal. Er hält die Verheißung einfach fest: Es wird länger dauern als geplant, aber er wird das Land sehen, das seinen Kindern die Heimat sein wird.

In 40 Jahren wird aus dem begeisterten Adrenalin-Glauben seiner Jugend ein wüstenerprobter Ausdauer-Glaube, einen, den seine Tochter Achsa und sein jüngerer Bruder Otniel beobachten und von dem sie lernen, um ihn später in ihrem eigenen Leben nachzuahmen. Als wir wieder von Kaleb hören, sagt er:

Das ist jetzt 45 Jahre her, und Jahwe hat mich tatsächlich am Leben erhalten, wie er es mir damals in der Wüste durch Mose versprochen hatte. Heute bin ich 85 Jahre alt und noch genauso stark wie damals als Kundschafter. Ich kann immer noch kämpfen und in den Krieg ziehen. Gib mir nun dieses Gebirge, von dem Jahwe geredet hat. Du hast damals selbst gehört, dass die Anakiter dort in großen stark befestigten Städten wohnten. Vielleicht steht Jahwe mir bei, dass ich sie vertreiben kann. Er hat es mir ja zugesagt.

Die Wüste und die Länge der Zeit haben seinen Glauben nicht kleingekriegt! Er bekommt, was ihm versprochen wurde. Gott ist immer noch seine Kraft und der, auf dessen Hilfe er vertraut. Statt in Frust und Bitterkeit über seine Brüder zu schmoren, hat er sich geduldig unter Gottes Führung gebeugt, und sein Glaube ist wie Gold aus dem Feuer aller Prüfungen herausgeflossen.

Ich finde Kaleb sehr beeindruckend. Ich wünsche mir seine Unbeirrbarkeit, sein Festhalten an Gott, sein Rechnen mit der Erfüllung aller Verheißungen, egal, wer wo querschießt, blockiert und schuld ist. Denn Gott kommt immer ans Ziel.

Hier steht die Geschichte in der Bibel: 4.Mose 13 und 14, Josua 14 und 15

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