Predigt-Nachlese: Aufschieben ist gefährlich

Predigttext: Apostelgeschichte 24 512px-Pompeii_Garden_of_the_Fugitives_02Paulus ist, um ihn vor der jüdischen Verschwörung zu retten, bei Nacht und Nebel nach Cäsarea überstellt worden. Jetzt ist er in den Händen des Statthalters Felix. Felix ist ein ehemaliger Sklave und ein Günstling des Claudius Cäsar, ein machtberauschter Mensch, der kriegt, was er will. Seine sehr schöne junge Frau, Drusilla, ist eine Jüdin aus königlicher Familie, die Tochter Agrippas. Felix hat sie dem König von Emessa ausgespannt – für beide ist es die 3. Ehe. Die Juden hassen Felix aus tiefstem Herzen. Doch als nun die Delegation aus Jerusalem kommt, um ihn mit Hilfe des Anwalts Tertullus anzuklagen, finden sie viele schmeichelhafte Worte. Sie wollen vor allem ihr Ziel erreichen, Paulus den Garaus zu machen, und da wollen sie Felix hineinmanipulieren. Sie beschreiben den Apostel als Aufrührer und Kopf der Nazarener-Sekte und beschuldigen ihn erneut, den Tempel entweiht zu haben, ohne dafür Zeugen auffahren zu können. Paulus bestreitet wahrheitsgemäß, was ihm bezüglich der Schändung des Tempels vorgeworfen wird, auch hat er keinen Aufruhr angezettelt. Aber zu dem Nazarener bekennt er sich, ebenso wie zur Autorität des Wortes Gottes im Alten Testament. Er greift nicht, wie seine Gegner, in die diplomatische Trickkiste – er sagt einfach nur die Wahrheit. Felix kommt nicht zum ersten mal mit dem Evangelium in Berührung. Er hat schon von dem “Weg” gehört. Er findet die Sache auch recht interessant, aber er will sich bei den Juden nicht in die Nesseln setzen. Man kann die Angelegenheit ja aufschieben, erst mal auf “wenn Lysias kommt”. Paulus bleibt gefangen, aber es geht ihm nicht schlecht. Er darf Besuch empfangen, seine Freunde dürfen ihn versorgen, und er kann Briefe schreiben, wovon er auch fleißig Gebrauch macht. Und Felix und Drusilla lassen ihn kommen, um sich mit ihm über Religion zu unterhalten. Sie hätten es gerne unverbindlich, aber da kennen sie Paulus schlecht. Paulus spricht unerschrocken über Jesus, aber auch über das kommende Gericht, ihr lustgebundenes Leben und die Notwendigkeit der Umkehr. Den beiden wird es ganz anders! Das hat wirklich zu ihnen gesprochen …. doch dann nimmt Felix wieder seine Zuflucht zu seiner üblichen Taktik: Aufschieben. Für heute ist es genug, sagt er. Vielleicht reden wir bei Gelegenheit noch mal. Gott hat ihm Gnade angeboten – auch für Sünder wie Felix ist Jesus gestorben – aber Felix will nicht. Heute nicht, vielleicht irgendwann einmal! In den kommenden zwei Jahren lässt er Paulus öfters mal zum Gespräch kommen, auch weil er die Hoffnung auf Bestechungsgelder nicht ganz aufgeben kann. Am Ende seiner Amtszeit hinterlässt er ihn seinem Nachfolger (obwohl ein Römer eigentlich nicht länger als zwei Jahre in Untersuchungshaft gehalten werden darf). Er hat genügend Zeit gehabt, Paulus zu beobachten, wie er voller Freude seinem Herrn auch als Gefangener dient, sein ganzes Dasein ein Zeugnis der lebendigen Hoffnung durch Christus. Aber er ist über das Vertagen nicht hinaus gekommen. Wenn Gott uns zur Buße ruft, dann sagt er “Heute!”  Drusillas Leben fand ein vorzeitiges Ende, als sie mit ihrem Sohn bei den Reichen und Schönen in der Partystadt Pompej dem Ausbruch des Vesuvs zum Opfer fiel. So weiß auch keiner von uns, ob er morgen noch lebt. Aufschieben ist keine Option, wenn es um ewiges Leben oder ewige Verdammnis geht. Nimm Gottes Versöhnungsangebot heute an! Morgen kann es zu spät sein.

Bildquelle: By Lancevortex (Photo taken by Lancevortex) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

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