Wenn Gott jubelt und im Himmel eine Party steigt (Predigt-Nachlese)

Bibeltexte: Epheser 2,8-10 und zur Illustration Lukas 15,11-32

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Als Paulus sein Abschiedsgespräch mit den Leitern der Gemeinde von Ephesus führte, sagte er ihnen:

“Und nun vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an … “ (Apg 20, 32)

Hier im Brief an die Epheser erklärt er noch einmal, was Gnade ist: Gott hat uns gerettet auf Grund seiner Liebe. Wir waren verloren und tot in unseren Sünden. Was kann ein Toter tun, um sich wieder zum Leben zu erwecken? Gar nichts. Gott hatte den Plan und die Initiative für unsere Erlösung, und Gott hat ihn durchgeführt. Ohne dass wir etwas beitragen können, gibt er uns das Leben durch Christus umsonst.

Damit wir uns das in etwa vorstellen können, hat Jesus die Geschichte von einem Vater und seinen zwei Söhnen erzählt. Seine Zuhörerschaft setzte sich zusammen aus zwei Sorten Menschen: Aus denen, deren sündiges Leben offensichtlich war, und den Pharisäern, die ein Leben nach höchsten moralischen und religiösen Standards führten.

Und nun erzählt Jesus von dem jüngeren Sohn. Er wollte sich vom Vater lösen und verlangte die vorzeitige Auszahlung des Erbes, damit er damit ein Leben nach seinem Geschmack führen konnte. Der Vater teilte den Söhnen das Erbe, und der Sohn machte sich auf in die Welt. Die Sache ging schief. Er landete bankrott und kaputt bei den Schweinen, deren Futter er noch nicht mal essen durfte – sie waren wertvoller als er. In diesem Sohn erkannten die Sünder sich und ihr Leben wieder. Ja, so fühlt sich das an, wenn man alles in den Sand gesetzt hat und im Loch hängt und nichts und niemand mehr hat! Und die Pharisäer dachten: Recht geschieht ihm! Wäre er mal anständig und zuhause geblieben! Hätte er mal Gottes Gebote gehalten und seinen Vater geehrt!

in der Hungersnot und mitten im Dreck kommt er zur Besinnung. Er hat´s vergeigt, und er ist am Ende. Warum nur ist er von zu Hause weg? Da ging es selbst den Aushilfskräften besser! Und der Entschluss reift: ich geh nach Hause! ich bin nicht mehr wert, sein Sohn zu sein, aber vielleicht erbarmt er sich meiner und lässt mich für sich arbeiten?

Was er nicht weiß: Der Vater hat die ganze Zeit gelitten. Er hat auf ihn gewartet und Ausschau gehalten, und als er ihn am Horizont auftauchen sieht, rennt er ihm entgegen, was die Füße tragen. Der Sohn kann sein Sündenbekenntnis gar nicht vollenden, da werden ihm schon die Lumpen ausgezogen. Ein neues Gewand muss her und ein Ring und Schuhe, und schon sitzt er frisch gewaschen und wie neu an der Festtafel, und die “Du bist wieder zu Hause” -Party steigt mit Kalbsbraten, Musik und Tanz!

Ja, was für eine Musik in den Ohren verlorener Sünder: Der Vater vergibt uns alles, was wir getan haben! Er nimmt uns an! Aber dem älteren Bruder, der immer brav daheim geblieben ist, geschuftet hat wie ein Pferd und – wenn auch manchmal zähneknirschend – alles immer richtig gemacht hat, dem gefällt diese Musik gar nicht. ist dieser Schuft von einem Bruder etwa mehr wert als er? Der hätte seinetwegen da verrecken können, wo der Pfeffer wächst!

Das ist der Skandal der Gnade, der auch den Pharisäern wie Sand zwischen den Zähnen knirscht. Wie – es geht nicht nach Verdienst? Meine ganze Mühe gilt nichts? Das ist eine Unverschämtheit! Ihre Selbstgerechtigkeit lässt sie nicht erkennen, dass sie in Gottes Augen gerade so verdorben sind wie die, die sie als Sünder bezeichnen, denn Gott schaut tiefer und durchleuchtet die Motive unseres Herzens. Jeder Mensch, egal wie moralisch er zu leben versucht, hat nur eine Chance: Sich die Gnade Gottes gefallen zu lassen! Wer dazu zu gut ist, der bleibt verloren.

Deswegen hat Jesus die Geschichte erzählt. Wie gerne wollte er den Pharisäern die Augen öffnen, dass sie sich als die sähen, die sie wirklich waren! Wie gerne will er uns die Augen öffnen! Gnade zu erweisen, zu vergeben, seine Arme für uns auszubreiten, ist Gottes größte Freude. Er muss dazu nicht überredet werden, und wir müssen uns und ihn nicht mit Selbstverbesserungsversuchen aufhalten. Er jubelt, wenn wir umkehren, und der Himmel feiert ein Fest!

Und dann ändert sich unser Leben. Gnade macht gnädig gegen unsere Mitmenschen. Wir werden fähig zu vergeben und zu lieben. Wir fangen an, den Vater zu imitieren. Wir wollen ihm gefallen, weil wir ihn lieben, und wir wollen ihm dienen, weil wir so dankbar sind für die Gnade  – und weil es überhaupt nichts Besseres gibt, als bei ihm zu Hause zu sein.

Deshalb: Komm heim! Der Vater wartet auf dich!

 

Übrigens, wer die Predigt im Original anhören möchte, kann das hier tun.

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