Jona – drei Tage im Bauch eines Fisches? (Predigt-Nachlese)

Predigttext: Jona 2

File:Dore jonah whale.jpg

„Jonah Cast Forth By the Whale“ by Gustave Dore (d. 1883)

Jona war der erfolgreichste Erweckungsprediger aller Zeiten – und der widerwilligste! Soweit wir wissen, ist er der einzige Prophet, der zu Gottes Auftrag ein klares Nein gesagt hat, indem er davonlief, genau in die Gegenrichtung. Er beabsichtigte, viele tausend Kilometer zwischen sich und Gottes Auftrag zu bringen, aber es gelang ihm nicht. Gottes Pläne kann man nicht vereiteln.

Das Schiff, das er nahm, wurde von einem Sturm dermaßen gebeutelt, dass man Jona schließlich ins Meer warf, weil man erkannte, dass Gott den Sturm um seinetwillen geschickt hatte. Und dann bestellte Gott einen großen Fisch um Jona zu verschlingen. Drei Tage und drei Nächte verbringt er im Bauch des Fisches, und das 2. Kapitel des Buches Jona berichtet uns von seinem Gebet, dass er dort betete.

Nun erhebt sich die Frage: ist das Wahrheit oder Legende? Wie soll das funktionieren, dass ein Mensch drei Tage in einem Fischmagen überlebt? Müssen wir das nicht entmythologisieren?

Jesus zumindest hielt diese Geschichte für Realität, wie Matthäus 12,38–40 zeigt. Und wir können natürlich versuchen, wissenschaftliche Erklärungen oder ähnliche Erfahrungen zu finden, um zu rechtfertigen, dass auch wir daran glauben. Eigentlich aber liegt es an dem Bild, dass wir von Gott haben, ob wir ihn für fähig halten, so etwas zu tun.

Denn Gott ist

  • unbegreiflich – unser Wissen und Forschen kann ihn nicht erfassen. Wir sind auf seine Selbstoffenbarung angewiesen, um überhaupt etwas über ihn zu wissen
  • unerschaffen – ohne Herkunft, ohne eine Zeitlinie, der er unterworfen wäre
  • selbstgenügsam – Gott braucht nichts
  • ewig  und unendlich– unser Verstand dagegen kann nur innerhalb des Konzepts von Zeit und Begrenztheit operieren
  • allwissend
  • allmächtig
  • allgegenwärtig.

Dieser Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, hatte offensichtlich kein Problem damit, einen Fisch zu “bestellen”, der Jona zwar schluckte, aber nicht verdaute. Das Problem haben nur wir mit unserem begrenzten Bild von Gottes Macht. Aber es war nicht gerade gemütlich in diesem Fisch. Jonas Situation ist hoffnungslos; er fühlt sich verstoßen und am Ende. Gott hat ihm gezeigt: Ich bring dich dahin, wo du nicht hinwillst. Ich bin souverän und setze meinen Willen durch. Man kann Gott nicht davonkommen.

In dieser Situation geht Jonas Sehnsucht nach dem Tempel. Wie der verlorene Sohn erinnert er sich daran, wie gut es bei Gott war. Und Gott versperrt ihm den Zugang zu sich nicht. Im  Fischbauch in der Tiefe des Meeres hört er ihn. Und schließlich hört Jona auf zu kämpfen:

Was ich gelobt habe, das will ich bezahlen. Die Rettung kommt von dem Herrn!

Er bekennt seine Schuld: Ich war untreu, aber ich werde nun gehorchen und meine Gelübde einlösen. Und Gott gibt Jona nicht auf. Er erneuert den Ruf. Der Fisch spukt Jona an Land. Wie Petrus wird er nach dem Versagen wieder in den Dienst eingesetzt.

Die Rettung kommt von dem Herrn , betet Jona im Bauch des Fisches. Genau das ist die Bedeutung des Namens Jesus! Jesus wird später vom Zeichen Jonas sprechen. Wie Jona drei Tage und Nächte im Bauch des Fisches war, so war er drei Tage und Nächte im Grab, um dann wieder aufzuerstehen und für uns die Rettung zu sein.

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