Einführung ins Johannesevangelium (Predigt-Nachlese)

Predigttext: Johannes 1, 1-3

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Der Apostel Johannes gehörte zum engsten Kreis um Jesus. Möglicherweise war er auch mit ihm verwandt. Als Jesus am Kreuz hängt, betraut er ihn mit der Fürsorge für seine Mutter Maria, was die besondere Nähe zeigt, die er zu Jesus hatte. Er selbst nennt seinen Namen im ganzen Johannesevangelium nie, sondern bezeichnet sich immer als den Jünger, den Jesus liebte.

Etwa 90% des Inhaltes des Johannesevangeliums fehlt in den drei anderen sog. synoptischen Evangelien. Johannes schrieb als Letzter und ergänzte, was am Gesamtbild noch fehlte. Dabei lässt er uns teilhaben an seinen tiefen Einsichten in die göttliche Natur Jesu und fokussiert sich in seinen Berichten auf die letzten beiden Wochen vor der Kreuzigung. Seine Zielsetzung beschreibt er in Johannes 20,31 so:

… damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Er will uns Christus vorstellen, wie er wirklich ist: Gott im menschlichen Leib, Erretter, Erlöser, Messias. An ihn müssen wir glauben, so wie er offenbart ist, und uns keine eigene Version von ihm zusammenbasteln.

Die Worte “Im Anfang” lösten bei den Lesern des Johannes sofort eine Assoziation zu den wohlvertrauten Worten aus 1. Mose 1 aus: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Das ist genau das, was Johannes beabsichtigt. Er führt Jesus als das Wort Gottes ein, beteiligt an der Schöpfung. Und wenn er sagt:

Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist,

so sagt er, dass Jesus alles schuf und selbst unerschaffen ist. Ehe er Fleisch und Blut annahm und in die Welt kam, war er von Ewigkeit her bei Gott.

Was will Johannes nun damit sagen, dass Jesus das Wort ist? Er knüpft an an die Lehre der Rabbiner bezüglich des memra  = Wort ( in den seit der Zeit Esras gebräuchlichen aramäischen Bibelübersetzungen). Laut dieser Lehre war memra

Ohne das Wort, ohne sein Reden, würden wir nichts von Gott wissen, aber nun hat Gott zu uns geredet im Sohn (Hebräer 1,1). Dieser Sohn nahm nicht nur die äußere Erscheinung oder Illusion eines Menschen an, sondern wurde Mensch ganz und gar (Hebräer 2,14), während gleichzeitig die ganze Fülle der Gottheit in ihm wohnte (Kolosser 2,9). Jeder Angriff sowohl auf seine Göttlichkeit als auch auf seine Menschlichkeit ist Irrlehre. Es ist für unsere Errettung essentiell, dass wir das Selbstzeugnis Jesu glauben. Er warnt uns:

Glaubt an mich als den, der ich bin; wenn nicht, werdet ihr in euren Sünden sterben. (NGÜ)

Das Johannesevangelium will uns helfen, ihn zu erkennen und ihm zu vertrauen, damit wir nicht in unseren Sünden sterben, sondern in Jesus das Leben finden.

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