Gnade und Wahrheit (Predigt-Nachlese)

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Predigttext: Johannes 1,14-18

Johannes möchte mit seinem Evangelium erreichen, dass wir Jesus kennenlernen, damit wir durch ihn das wahre Leben haben. Er führt ihn ein als das göttliche Wort, und jeder seiner Zeitgenossen, Jude wie Grieche, verstand, was er damit sagen wollte: Dieser Mensch Jesus ist Gott. Er war von Ewigkeit her bei Gott und ist der Urheber von allem, was je erschaffen wurde.

Und weil er Gott ist, kann er uns helfen und erlösen. Dazu kam er und wohnte (wörtlich: zeltete) unter uns. Der Ausdruck Zelt wird auch an anderer Stelle in der Bibel für den menschlichen Körper benutzt. Gott war unter uns im Körper eines Menschen und lebte unser Leben mit uns. Gott ist normalerweise für Fleisch und Blut nicht sichtbar. Die Gotteserscheinungen im Alten Testament gaben immer nur einen begrenzten Einblick, aber in Jesus war die Herrlichkeit Gottes da zum Anschauen. Er war die vollkommene Widerspiegelung des Wesens Gottes.

Herrlichkeit – was ist das eigentlich? Sie ist die Summe der Eigenschaften Gottes. Sie umfasst seine Majestät, seine Großartigkeit, seine vollkommene Gerechtigkeit und Güte, sein unzugängliches Licht. Wo er gegenwärtig ist, ist alles von dieser Herrlichkeit erfüllt. Bei Jesus zeigte sie sich in seinen Wundern, in seinen Worten, in seiner Verklärung. Sie zeigt sich aber vor allem in seiner Gnade. Aus dem englischen Wort  grace  (Gnade) lässt sich ein Akrostichon bilden, das gut erklärt, was Gnade ist:

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Gnade ist Barmherzigkeit, Freundlichkeit, unverdiente Zuwendung, Vergebung, unerschütterliche Liebe. Sie wird jedem gegeben, der Buße tut (d.h. sein sündiges Leben bereut und verwirft und zu Gott umkehrt) und an Jesus glaubt. Jesus erzeigt sie dem Nikodemus, der Samariterin, der Frau, die im Ehebruch ergriffen wurde, um nur einige zu nennen. Er hat Gnade für jeden von uns, und zwar Gnade um Gnade, einen ganzen unerschöpflichen Stapel, eine unendliche Versorgung mit immer neuer Gnade für die, die sie nicht verdienen. Mose gab das Gesetz, und das Gesetz Gottes ist heilig, gerecht und gut. Es ist nichts falsch mit dem Gesetz – wir können es bloß nicht halten! Gnade ist unsere einzige Chance, und das Gesetz zeigt uns, dass wir einen Retter brauchen. Und unser Gott ist ein Retter – das hat er uns in Jesus gezeigt. Wir waren hilflos, geistlich tot in unseren Sünden, und Gott hat uns Jesus geschickt und uns durch seinen Tod und seine Auferstehung neues Leben gegeben. Paulus sagt es im Brief an Titus (2,11+12) so:

Denn die Gnade Gottes ist jetzt sichtbar geworden, um allen Menschen die Rettung zu bringen.Sie erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden zu verleugnen und besonnen, gerecht und mit Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben.

Diese Gnade soll durch uns hindurch auch zu den Menschen in unserer Umgebung fließen – ganz besonders in der Gemeinde. Wer selbst unverdient begnadigt ist, der soll Gnade weitergeben. Sie zeigt sich in anhaltender Liebe, im Gebet füreinander, indem wir einander vergeben und dienen und uns an- und aufnehmen, ohne uns zu beklagen und schlecht übereinander zu reden (2.Petrus 4,7-9).

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