Zwei Typen von Christen

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Kennst du auch diese Leute, denen noch nicht mal Gott helfen zu können scheint? ich weiß jetzt auch warum, und was die einzige Kur ist!  Ich lese gerade den Jakobusbrief, und Jakobus, muss man sagen, ist nicht gerade zimperlich in Diagnose und Therapie! Aber gerade das weist ihn als guten Seelsorger aus. Er beschreibt eigentlich zwei Typen:

Da ist einmal der Weise. Das ist nicht ein Mensch, der alles schon hat und weiß, sondern er hat seine Füße auf den richtigen Weg gesetzt. Er braucht Ermunterung und Ermahnung in schweren Zeiten, aber weil er ein grundsätzliches Vertrauen zu Gott hat, schlägt diese Ermunterung auch an. Er ist immer offen für mehr Weisheit, so wie es in Sprüche 9,8.9 heißt:

Weise den Weisen zurecht, und er wird dich lieben! Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; belehre den Gerechten, so wird er noch mehr lernen!

So bittet er Gott um Weisheit, nimmt Gottes Wort ohne Widerstand auf, lässt den Spiegel der Wahrheit sein Werk tun und greift im praktischen Alltag auf, was ihm gesagt wird. Die Weisen sind barmherzig oder wollen es zumindest lernen, weil sie wissen, wie sehr sie selbst auf Barmherzigkeit angewiesen sind. Sie verstehen, dass sie kein Recht haben zu richten. Sie wollen die Heuchelei ablegen und ehrlich miteinander werden, sie suchen Frieden und verzichten auf ihren Eigennutz. Sie wollen über ihr Leben nicht mehr selbst verfügen, sondern Gott Gott sein lassen.

Dann ist da der Wankelmütige. Das Wort im Urtext bedeutet: doppelherzig, mit zwei Seelen. Er  kann sich nicht entscheiden. Er will ein Christ sein, aber er will nicht die Kontrolle an Gott abgeben. Warum? Er ist ein Zweifler. Er traut Gott nicht so ganz. Gott könnte ihm ja am Ende was wegnehmen. Er kann nicht glauben, dass Gott gut ist, deswegen kann er auch harte Wegstrecken nicht von Gott annehmen. Wenn Gott ihm seine Wünsche nicht erfüllt, dann ist irgendetwas ungerecht.

Jakobus ist ziemlich unverblümt:

Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde, ist er doch ein wankelmütiger Mann, unbeständig in allen seinen Wegen. (1,7)

Später sagt er es noch mal:

Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden. (4,2.3)

Auf gut Deutsch: Freund, du kannst es auch bleiben lassen! Gott lässt sich nicht vor deinen Karren spannen!

Der Wankelmütige ist unglücklich, eifersüchtig, ohne Erfolg. Seine Gesinnung trägt die ichsüchtige Prägung der Hölle, obwohl er von Gott auch nicht ganz lassen will. Er identifiziert sich selbst als Christ, aber er will auch ein Freund der Welt sein. Seine innere Gespaltenheit führt zu Krieg in ihm und um ihn. Er will und will und bekommt nicht, macht Pläne um Pläne und rennt mit dem Kopf ständig gegen die Wand.

Jakobus kennt kein falsches Mitleid, obwohl das schon ein Zustand zum Erbarmen ist. Sondern er stellt eine knallharte Diagnose: geistlicher Ehebrecher, Feind Gottes. Hör auf, dir was vorzumachen!

Aber er sagt auch: So muss das nicht bleiben! Gib dem Selbstbetrug den Abschied! Gott hat Gnade für die, die sich demütigen. Wankelmütige können weise werden, wenn sie erkennen, was sie getan haben und es bereuen und Gott die Herrschaft geben:

Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen. Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! Fühlt euer Elend und trauert und weint; euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit! Demütigt euch vor dem Herrn! Und er wird euch erhöhen.

Ehe das Elend ein Ende haben kann, muss man es zugeben. Die Diagnose muss stimmen. Nicht Gott ist das Problem, nicht die Umwelt, die mir nie gibt, was mir zusteht, sondern das zwiespältige Herz ist die Ursache des Unglücks.  Es muss von diesem Zwiespalt gereinigt werden, Es muss aufhören, mit dem Teufel zu kooperieren! In meiner Jugendzeit gab es so einen Spruch: Sei ganz Sein, oder lass es ganz sein! Ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn. Wie Jakobus sollten wir aufhören, Zwischenlösungen zu suchen und diese verzweifelten und unruhigen Seelen falsch zu trösten, sondern die Wahrheit in Liebe sagen – und dabei selbst ständig darauf bedacht sein, unser Herz zu reinigen von aller Heuchelei und Halbheit.

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