Kämpfen für den überlieferten Glauben

book-1209805_1280Am Sonntag hatten wir eine Predigt über den Dienst, Auftrag und Charakter der Ältesten. In dem Zusammenhang kam die Abschiedsrede von Paulus an die Ältesten von Ephesus zur Sprache. Es trifft mich jedes Mal als extrem krass, wenn Paulus sagt: Ich weiß, dass nach meinem Abschied Wölfe von außen hier reinkommen werden, und auch aus eurer eigenen Mitte Männer werden aufstehen, die böse Lehre bringen werden, die zu Grüppchenbildung und Spaltung führt. Wie unheimlich realistisch war Paulus! Und auch wir dürfen nicht naiv sein! Der Teufel schläft nicht!

Nun habe ich heute den Judasbrief gelesen, und er ist wie eine Illustration dieses Themas. Hier ist es schon passiert! Gewisse Menschen, schreibt Judas, haben sich heimlich eingeschlichen. Judas wollte ihnen eigentlich etwas Schönes schreiben über ihr gemeinsames Heil, aber jetzt muss er sie auffordern zu kämpfen.

Viele Christen wollen nicht kämpfen. Sie wollen Liebe und Frieden und kuschelige Einheit um jeden Preis in der Gemeinde, und die, die immer auf Fehlentwicklungen hinweisen, gehen ihnen auf die Nerven. Aber Irrlehre und Sünde ist wie Sauerteig – er breitet sich aus, bis alles zu Sauerteig geworden ist. Ihr müsst kämpfen! sagt Judas. Und für was? Für den einmal überlieferten Glauben, d.h. das, was uns in der Heiligen Schrift gegeben ist. Niemand behauptet, dass das Spaß macht. Es ist anstrengend! Das hat Kampf so an sich.

Ich finde es interessant, wie diese “Wölfe” beschrieben werden. Wir müssen sie ja identifizieren können. Folgende Sachen sind mir ins Auge gefallen:

  • Sie verleugnen Christus. Ich nehme nicht an, dass sie sie sagen, es gäbe ihn nicht. Da hätten sie wahrscheinlich schlechte Chancen in der Gemeinde. Aber sie verleugnen seine Stellung als Gebieter. Sie verdrehen sein Wort von der Gnade so, dass es uns erlaubt, weiter in unsrer Sünde zu leben.
  • Sie nehmen das Maul voll. Sie fürchten weder Gott noch Teufel. Sie zittern nicht vor Gottes Wort, und gegenüber dem Teufel fühlen sie eine falsche Sicherheit und denken, er kann ihnen nichts anhaben.
  • Sie hassen die echten Christen, so wie Kain Abel hasste. Sie können sie kaum ertragen. Sie hetzen gegen sie subtil oder offen. Die Rede von Rettung durch das Blut Jesu und die Lehre von der völligen Verderbtheit des Menschen mögen sie nicht. Sie wollen sich ihren Weg zu Gott anders schaffen.
  • Sie suchen ihren eigenen Vorteil, so wie Bileam. Irgendwas muss aus der Religion für sie herausspringen, Ehre oder Geld oder Macht.
  • Sie sind rebellisch. Sie wollen nicht “konservativ” sein und denken, sie müssen jetzt mal ran mit neuen Methoden und Autoritätsstrukturen und aus dem Wort Gottes raussortieren, was heute noch relevant ist.
  • Im Grunde ihres Herzens sind sie Opportunisten. Da es ihnen nicht um Gott geht, geht es ihnen um ihren Vorteil. Sie rennen jedem gesellschaftlichen und religiösen Trend hinterher, weil es ihnen  Anerkennung bringt. Sie sind genau das Gegenteil von Paulus, der sagt: Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. (Galater 6,14)

Diese Leute sind nie aus dem Geist Gottes wiedergeboren worden, deswegen sind sie immer noch fleischlich. Aber sie haben das Potential, Gemeinden zu spalten und zu verwirren, bis die Botschaft völlig entstellt und das Zeugnis kraftlos geworden ist.

Was sollen wir nun tun? Judas empfiehlt:

  • Erbaut euch selbst auf dem überlieferten Glauben. Für uns heute heißt das: Studiert die Bibel! Wisst, was drinsteht und was nicht! Werdet geistlich wehrhaft und verführungsfest! Ernährt euch nicht von Losungen und Andachtsbüchern!
  • Betet im heiligen Geist! Der Kampf um den Glauben vollzieht sich nicht nur auf einer Intellektuellen Ebene, sondern muss im Gebet in der Kraft des Heiligen Geistes gekämpft werden. Der Teufel ist real! Die Pfeile des Bösen müssen durch die ganze Waffenrüstung Gottes abgewehrt werden.
  • Bleibt in der Liebe Gottes! D.h. auch, wie es in den letzten Versen zum Ausdruck kommt: Kümmert euch umeinander! Es geht nicht nur darum, uns selbst zu bewahren, sondern die, die gefährdet sind. Ein “Job”, für den man sowohl Liebe für die Brüder als auch Hass gegen die Sünde braucht!
  • Wartet auf Jesus! Denkt an seine Wiederkunft! Das ist eine ganz starke Motivation, so zu leben, wie es ihm gefällt, aber es bewahrt uns auch vor der Verzagtheit, die uns beschleichen kann, wenn wir in der Gemeinde nur Schwierigkeiten sehen. Es gibt uns einen Blick dafür, dass Jesus am Ende eine Braut vom Vater zugeführt werden wird, die er erwählt und bewahrt hat. Am Ende ist Jubel! Die “Pforten der Hölle” kämpfen gegen die Gemeinde, aber sie werden sie nicht überwältigen!

Ein Gedanke zu „Kämpfen für den überlieferten Glauben

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