Was haben Weihnachten und dreckige Wäsche miteinander zu tun?

washing-machine-943363_1920 Ich erinnere mich an einen Heiligabend vor etwa 20 Jahren, in einer sehr schweren Zeit meines Lebens. Mein Sohn hatte nachts mal wieder ins Bett gemacht, und ich hatte die Bettwäsche morgens abgezogen und im Keller vor die Maschine auf den Boden geworfen. Dann rollte der Tag, und ich vergaß die schmutzige Wäsche.

Spät abends, als die Kinder im Bett waren, hatte ich dann das dringende Bedürfnis, noch mal mit dem Herrn allein zu sein und mich auf das Wesentliche zu besinnen. Der Keller war damals ein Rückzugsort für mich, ich konnte die Tür abschließen und dort meine Bibel lesen und mit dem Herrn sprechen. Auch viele Gedichte habe ich, auf dem Boden sitzend, in diesem Keller geschrieben. “Herr”, sagte ich, “lass mich mit dir noch ein bisschen Weihnachten feiern!”  Dann fiel mein Blick auf die vergessene Wäsche, die vor der Maschine vor sich hin müffelte, und schweifte weiter über die Wände, von denen der Putz bröckelte bis in die Ecken, wo die Spinnen ihre Netze webten … “Sehr feierlich ist es hier nicht”, seufzte ich. Da sprach der Herr zu meinem Herzen: “ Ich kenne das. Was denkst du, wie es im Stall von Bethlehem roch? Ich bin das gewöhnt, Dein ganzer Schmutz, das Chaos deines Lebens, sind mir nicht fremd.”

Wie tröstlich war das für mich! Er ist Immanuel geworden: Gott mit uns. Unsere Lebensbedingungen sind ihm vertraut. Obwohl er selbst nie gesündigt hat, lebte er unter sündigen Menschen in einer sündigen Familie, kennt Konflikte, Versuchungen, Traurigkeiten und Armut aus eigener Erfahrung. All das schreckt ihn nicht ab, wir dürfen ihn in all unsere Not mit hineinnehmen. Wir müssen nicht befürchten, dass er irgendwann sagt: “Das ist jetzt doch zu profan, zu schlimm, zu gewöhnlich, zu irdisch. Damit kann sich ein heiliger Gott nicht abgeben.”  Er ist Mensch geworden, um zu werden wir wir und uns zu erlösen. Immanuel ist ein Gott, dem wir unsere schmutzige Wäsche zeigen können.

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