Sei ein Gelenk-Mensch!

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An vielen Stellen im Neuen Testament wird die Gemeinde Gottes als ein Körper dargestellt. Christus ist das Haupt und wir, die Gläubigen, sind seine Glieder. Wir sind mit unterschiedlichen Gaben ausgerüstet und haben unterschiedliche Aufträge, aber immer zum Wohl des Ganzen.

In meiner Bibellese heute morgen fiel mir auf, dass da nicht nur von Gliedern die Rede ist, sondern auch von Gelenken. Auch in Kolosser 2,19 ist davon die Rede, dass dieser Leib zusammengehalten und gestützt wird durch Bänder und Gelenke.

Man stelle sich Glieder ohne Gelenke vor! Weder Bewegung noch Stabilität wäre möglich. Gelenke sind nötig, damit der Körper als Ganzes funktionieren kann. Die Gelenke verhindern sozusagen, dass die Glieder ein sinnfreies Einzelgänger-Leben führen.

Nun war meine Neugier geweckt! Wer oder was sind die Gelenke in der Gemeinde?

Als ich die Stelle im Kolosserbrief im Zusammenhang studierte, stellte ich fest, dass da Leute beschrieben werden, die so eine Art “Anti-Gelenk” waren. Als aufgeblasene Supergeistliche werden sie beschrieben, die vor allem an ihrem eigenen geistlichen Image basteln. Paulus warnt vor dem Durcheinander, das sie anrichten:

Lasst euch durch niemand davon abbringen, durch keinen, der sich in Demutsübungen gefällt und Engel verehrt und das mit Visionen begründet, die er gesehen haben will. Solche Menschen haben eine ungeistliche Gesinnung und sind ganz ohne Grund stolz und aufgeblasen. Sie halten sich nicht an das Haupt, von dem doch der ganze Leib zusammengehalten und durch Gelenke und Bänder gestützt wird und nach Gottes Willen wächst. Kolosser 2,18.19

Wer sich nicht an das Haupt hält, integriert sich auch nicht in den Leib.

Aber gibt es auch Gelenk-Menschen, und wodurch zeichnen sie sich aus? Solche, die andere darin unterstützen, zusammen zu funktionieren nach den Vorgaben des Hauptes (= Christus)?

Einige kamen mir in den Sinn. Oft sind es solche, die Paulus am Ende seiner Briefe besonders grüßen lässt oder die selbst Grüße ausrichten lassen. Da ist Phöbe aus Kenchräa, die vielen – auch Paulus selbst – eine Stütze gewesen ist. Priska und Aquila haben ihren Kopf für Paulus hingehalten und der Gemeinde ihr Haus geöffnet. Viele andere werden erwähnt, darunter eine Menge Frauen. Sie sind einfach Mitarbeiter, keine Apostel und Propheten, aber Leute, die den Dienst eines Apostels durch ihren helfenden Einsatz erst ermöglichen. Ich denke an Epaphras, der vor allem im Gebet ganz besonders für drei Gemeinden  einsteht, für die Gott ihm eine Last aufs Herz gelegt hat, oder Lukas, der Arzt, der den Apostel begleitet und Aufzeichnungen macht. Und viele nicht namentlich Genannte, die Geld geben, als Schreiber dienen, ihr Haus öffnen, treu beten, Nachrichten überbringen, Gefangene besuchen und ermuntern usw.

Diese Gelenk-Menschen brauchen keinen Gabentest und jahrelangen Aufwand, um ihre Berufung zu finden. Sie tun einfach das Nächstliegende und das, was die Liebe zu den Brüdern gebietet, und sind treu darin. Sie sind froh und zufrieden, wenn sie andere in ihrem Dienst unterstützen können. Weil sie nicht auf Menschen orientiert sind, sondern sich ans Haupt halten, brauchen sie keine große Bühne, machen aber auch nicht einfach alles, was ihnen irgendjemand aufträgt, sondern kennen das Ziel.

Die Gemeinde braucht Gelenk-Menschen. Willst du einer sein?

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