Archiv der Kategorie: Alltagstheologie

Liebe bis zum Ende

“Es ist doch schön, mal wieder Schmetterlinge im Bauch zu haben,” sagte meine Kollegin, die gerade zum zweiten Mal geheiratet hatte. “Und wenn es sich irgendwann nicht mehr so gut und rund anfühlt, dann weiß ich, dass es vorbei ist.” Wie man sich fast denken kann, hat das nicht lange gedauert …

Wie ganz anders ist die Liebe Jesu! Im Johannesevangelium heißt es (13,1):

Vor dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.

Es lässt sich auch so übersetzen: Er liebte sie bis zum Äußersten. Seine Liebe bestand den endgültigen Härtetest: den freiwilligen Tod am Kreuz für ihre Erlösung. Sie wackelte und wankte nicht – auch wenn Jesus als Mensch tief erschüttert war. Einer aus dem engsten Kreis war schon auf dem Sprung, ihn zu verraten. Zudem wusste er, dass Petrus trotz seiner großen Klappe und seinem eigentlich loyalen Herzen  in Kürze aus Angst und Verwirrung behaupten würde, ihn nie gekannt zu haben. Seine Jünger verstanden seinen Weg noch immer nicht, obwohl er es ihnen wieder und wieder erklärt hatte, dass er erst mal durch  Leiden und Hinrichtung gehen würde. Es ging einfach nicht in ihren Kopf, hatten ihm die Massen doch gerade erst zugejubelt. Und genauso wenig verstanden sie, was er versucht hatte ihnen einzuhämmern: dass im Reich Gottes Erniedrigung groß ist und Verlust Gewinn und das Glück im Lieben und Geben besteht und nicht in Ehre und Karriere.

wash-bowl-1253905_1920Und so demonstriert er es ihnen noch einmal. Sie wollen bald zusammen essen, aber hier ist kein Sklave, der ihnen vorher den Straßenstaub von den Füßen waschen könnte. Da bindet sich Jesus die Schürze um, schnappt sich ein Handtuch und füllt Wasser in die Waschschüssel. Er weiß, wer er ist: Er ist der Herr. Gott hat alles in seine Hände gegeben. Er ist auch der Meister seiner Jünger. Aber er besteht nicht auf seiner Position, sondern verhält sich wie ein Diener. Den Jüngern hat es die Sprache verschlagen; allen außer Petrus – der findet noch Kraft zum Protest: “Auf keinen Fall sollst du mir die Füße waschen!” Jesus erklärt ihm ruhig, dass das unumgänglich ist, weil er sonst keine Gemeinschaft mit ihm haben kann. Daraufhin möchte Petrus am liebsten gleich ganz gebadet werden, denn Gemeinschaft mit Jesus ist alles, was er will! Worauf Jesus ihm antwortet: “Wer gebadet ist, hat es nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füße, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.” (Das bezog sich auf Judas.)

Diese Fußwaschung ist dreierlei: Zum ersten ein ganz realer Dienst, den Jesus an den Jüngern übt – die Arbeit eines Niedrigen, damit die Höhergestellten sich wohlfühlen.. Zum zweiten ein Symbol für die Reinigung, die wir alle immer wieder von Jesus brauchen, wenn wir uns durch Sünde beschmutzt haben. (Diese Reinigung hat ihn noch in ganz anderem Ausmaß Erniedrigung und Selbstentäußerung bis zum Tod gekostet.) Und drittens ein Lehr- und Anschauungsstück für uns, wie wir uns gegenseitig dienen und nicht beherrschen sollen, und zwar im natürlichen wie im geistlichen Bereich.

Jesu Liebe ist Dienst und Opfer, aber auch Seelsorge. Er ist ständig bemüht, seine Jünger vorzubereiten auf die schwierige Zeit, die vor ihnen liegt. Sie werden mit vielem fertig werden müssen: Dass einer von ihnen sich als Verräter entpuppen wird. Dass er selbst, auf den sie sich abgestützt haben, auf den sie all ihre Hoffnung gesetzt haben, der sie versorgt hat, ihnen entzogen sein wird. Sie werden sich so orientierungslos fühlen wie Schafe, deren Hirte erschlagen wurde. Sie werden konfrontiert sein mit ihrer eigenen Schwäche, ihrer Angst, ihrem Versagen (ganz besonders Petrus). Schon wenn er ihnen diese Dinge jetzt vorhersagt, sind sie völlig überwältigt. Sie kriegen das alles in ihren Kopf nicht rein. Und so tröstet Jesus sie, indem er ihnen sagt, dass Gott keinesfalls die Kontrolle verloren hat, und dass sie nicht untergehen werden, wenn es sich vielleicht auch vorrübergehend so anfühlt. Sie sollen und müssen ihren Glauben nicht wegwerfen! Sie werden von Gottes Liebe nie mehr getrennt werden können. Deswegen kann Jesus ihnen sagen:

Euer Herz werde nicht bestürzt. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!

Es ist keinesfalls alles zu Ende, sondern er bahnt ihnen einen Weg nach Hause, und dann wird er wiederkommen und sie zu sich nehmen. Sie werden für ewig da sein, wo er ist. Ein Platz im Vaterhaus ist ihnen sicher. Seine Liebe endet nicht an ihrem Unverständnis, nicht an ihrer Angst, nicht an ihrem Versagen. Geduldig beantwortet er ihre Fragen. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er wird nicht im Tod bleiben. In ihm sehen sie das Wesen des Vaters und durch ihn hören sie seine Worte: selbstlose Worte der Ermutigung, die Aufforderung, einander zu lieben und zu dienen, das Versprechen eines ewigen Zuhauses auf seine Kosten – und das alles, während das Kreuz vor ihm steht.

Dies ist eine Zusammenfassung von Predigten der letzten Wochen über Johannes 1314,11.

So viele Zeugen! (Predigt-Nachlese)

crowd-2045289__340

Wir hörten heute im Gottesdienst die Geschichte über die sogenannten Emmaus-Jünger. Das waren zwei weiter nicht benannte Männer, die am Sonntag nach der Kreuzigung Jesu auf dem Weg nach dem Dörfchen Emmaus miteinander unterwegs waren. In tiefer Niedergeschlagenheit rekapitulierten sie die Ereignisse  und versuchten, den Sinn dahinter zu finden. Da schließt sich ihnen ein Fremder an und fragt sie, über was sie sich so intensiv unterhalten, und sie schütten ihm ihr Herz aus und erzählen ihm die ganze Geschichte: Wer Jesus war, wie er gekreuzigt wurde und ihre ganze Hoffnung, dass er der Messias sei, dadurch zerstört wurde. Was uns aber völlig aus der Fassung gebracht hat, sagten sie, ist dass einige Frauen aus unserem Kreis heute morgen an seinem Grab waren und angeblich Engel gesehen haben, die sagen, dass er lebt, und dann gingen einige von den Männern hin, und das Grab war tatsächlich leer! – Manchmal sind die guten Botschaften verwirrender als die schlechten!

Und dann erklärt ihnen dieser Fremde das Alte Testament. Er zeigt ihnen, dass das, was ihnen so sinnlos schien, genau Gottes Plan entsprach und schon immer in der Schrift stand: “Musste der Messias nicht das alles erleiden, bevor er verherrlicht wird?“ Sie hatten es tausendmal gelesen und nie erfasst. Aber jetzt setzte sich vor ihren Augen das Puzzle zusammen. (Einige Kostproben von der Darstellung Jesu im Alten Testament findest du hier.)

Es ist alles so spannend, dass sie ihn, am Ziel angekommen, bitten, doch über Nacht zu bleiben. Und als sie mit ihm am Tisch sitzen, und er das Brot segnet und ihnen reicht, erkennen sie ihn: Es ist Jesus. Und direkt danach sehen sie ihn nicht mehr. Aber sie sind völlig überzeugt, dass er es war, so sehr, dass sie sich trotz später Stunde sofort nach Jerusalem aufmachen zu ihren Freunden. Aber ehe sie dazu kommen, ihre Geschichte zu erzählen, platzen die anderen schon los: “Der Herr ist wirklich auferweckt worden und Simon erschienen!”

Als ich so über diesen Bericht nachsann, dachte ich: Was wäre wohl passiert, wenn es nur das Erlebnis der Emmaus-Jünger gegeben hätte als einziges Zeugnis der Auferstehung Jesu? Wahrscheinlich wären sie selbst nach einiger Zeit ins Schleudern gekommen: Haben wir uns das nicht nur eingebildet? Aber sie kommen zu ihren Freunden, und die haben ihn auch gesehen und erzählen es, ehe sie ihre Story überhaupt anbringen können – zwei völlig unabhängige Zeugnisse. Viel später schreibt Paulus den Korinthern:

Ich habe euch in erster Linie das weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es die Schriften gesagt haben. Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es die Schriften gesagt haben. Er ist dem Kephas erschienen, dann dem Kreis der Zwölf. Danach erschien er mehr als 500 Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch am Leben sind; nur einige sind schon gestorben. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Zuallerletzt erschien er auch mir, dieser „Fehlgeburt“.

Gott erwartet nicht, dass wir von der Sorte “leichtgläubig und naiv” sind oder uns auf mystische Erfahrungen verlassen. Er hat Sorge getragen, dass die Auferstehung eine gut bezeugte Tatsache ist. Er hat Menschen zu Augenzeugen gemacht, er hat uns das fortlaufende Zeugnis der Heiligen Schrift gegeben, und er gibt uns das innere Zeugnis durch den heiligen Geist, der uns sagt: Das ist die Wahrheit!

Was mach ich mit Zweifeln, Unbegreiflichkeiten und Versagen?

760px-Otto_Rahm_-Hiob-,_1951

“Hiob” Von Artwork: Otto Rahm, copyright holder: Thomas Zlodi – Own Photo of original artwork, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30748435

Der Prophet Jeremia hatte es nicht leicht mit Gott. Gott hat ihm einen Job gegeben, um den er sich nicht beworben hatte. Er sollte denen Gericht verkündigen, die nicht die geringste Absicht hatten, auf ihn zu hören. Gott sagte ihm gleich zu Beginn, dass alle ihn als Feind betrachten würden. Was für ein Leben! Er war ein gequälter Mann. Er liebte sein Volk, und er sah es stur ins Verderben rennen! Manchmal hatte er keine Lust mehr und fühlte sich von Gott missbraucht. Was tat er dann? Er schüttete sein Herz vor Gott aus. Er jammerte ihm die Ohren voll, dass er am liebsten nie geboren wäre. Gott hörte zu und verstand, und gab ihm neue Kraft zum Weitermachen.

Johannes, dem Täufer, wurde geoffenbart, dass dieser Jesus von Nazareth das Lamm Gottes ist. Viele Menschen hat er zur Buße und zu Jesus hingeführt. Dann nahm sein Leben eine unbegreifliche Wendung. Sein aufrichtiges Verkündigen der Wahrheit brachte ihn ins Gefängnis, aus dem er lebendig nicht mehr herauskommen sollte. Und plötzlich war er verwirrt. Wer könnte das nicht verstehen? Hatte er sich vielleicht getäuscht?  War Jesus wirklich der Messias, oder hatte er was missverstanden? Was tat er? Er schickte seine Fragen zu Jesus. Er erhält keine Befreiung, aber eine Antwort, die ihn weit über sein eigenes Schicksal hinaushebt und ihm wieder Frieden  und Gewissheit bringt.

Petrus hat seinen Herrn verleugnet in einer Situation, wo er die Welt nicht mehr verstand. All seine Glaubensgewissheit, all seine Sicherheit zerbröselte unter dem Druck der gefühlten Sinnlosigkeit und der blanken Angst, und er tat das, was er nie von sich gedacht hatte. Was für ein Jünger, was für ein Freund, war er! Was für ein Feigling! Wie hatte er Jesus verletzt! Und was tat er? Bei der erstbesten Gelegenheit wirft er sich in den See, um zu Jesus zu kommen . Er weiß: Gerade jetzt braucht er diese Begegnung. Niemand als er kann ihn wieder herstellen und zurechtbringen.

Was tun wir, wenn wir vor unlösbaren Rätseln stehen, wenn wir Gott nicht mehr verstehen, wenn wir es gründlich verbacken haben, wenn wir das Leben, das Gott uns auferlegt hat, als Qual empfinden? Hiobs Frau hatte einen Vorschlag, mit dem der Feind unserer Seele auch uns in solchen Situationen immer versucht: “Sage Gott ab!” Das muss noch nicht mal bedeuten, dass wir uns bewusst von Gott abwenden – manchmal geben wir nur das Gespräch mit ihm auf und lassen die Beziehung einen langsamen Tod sterben. Genau das Gegenteil sollten wir tun: Uns auch da, wo wir an ihm und uns verzweifeln, an ihn wenden, ihm das Herz ausschütten und im Dunkeln seine Hand suchen. Er hat nicht versprochen, dass er uns alles erklärt oder unser Leben leichter wird, aber dass er sich finden lässt. Er selbst ist der Preis für die, die ihn mitten unter Jammern und Klagen nicht loslassen. Hiob drückt es so aus:

Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Hiob 42,5

Und was kann es Besseres geben?

Unvergänglicher Schmuck für Frauen nach Gottes Herzen

beads-1518783_1920

Schönheit ist etwas, was direkt aus Gottes Herzen kommt. Gott selber ist der Inbegriff aller Schönheit. Er hat diese Welt schön gemacht, die Natur und die Menschen. Ich wundere mich oft, wie die kleinsten Blumen so voller liebevoller Details sind, wie viel Mühe und Phantasie Gott daran gewendet hat, sie zu schmücken. Und manchmal, wenn ich z.B. so einen schönen Sonnenuntergang betrachte, der wie an den Himmel gemalt ist, dann danke ich Gott, dass er uns mit einem „Schönheitssensor“ ausgestattet hat, damit wir das alles auch genießen können. Auch befähigt er uns, schöne Sachen zu machen. Es erstaunt mich immer wieder, wie in den primitivsten Kulturen Menschen bemüht sind, schöne Dinge zu machen, Decken, Krüge, Kleider verzieren usw. Schönheit tut uns gut. Allerdings ist sie in dieser Welt, in der wir leben, durch den Sündenfall beschädigt und der Vergänglichkeit unterworfen, und manchmal wird sie für böse Zwecke benutzt oder zum Götzen gemacht, um den sich alles dreht. Von einer ganz besonderen und unvergänglichen Schönheit und Attraktivität ist im 1. Petrusbrief im 3. Kapitel die Rede:

Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Wort durch den Wandel der Frauen gewonnen werden, indem sie euren in Furcht reinen Wandel angeschaut haben! Euer Schmuck sei nicht der äußerliche durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr köstlich ist. Denn so schmückten sich auch einst die heiligen Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten; wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, indem ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.

Dieser Brief ist an Leute geschrieben, die als Christen in ihren verschiedenen Lebenssituationen merkten, dass sie Fremdkörper waren in ihrer Umwelt. Sie wurden verleumdet und missverstanden, bestraft, obwohl sie Gutes taten usw. Petrus versucht ihnen Mut zu machen, dass sie sich an der Zukunft orientieren, die Gott ihnen versprochen hat und  am Unsichtbaren und nicht am Sichtbaren. Dabei gibt er ihnen viele praktische Tipps, wie sie in der Zwischenzeit ihren Alltag leben sollen, um die Herzen derer zu gewinnen, die etwas gegen sie haben, weil sie Christen sind.

Z.B sagt er ihnen in Kapitel 2,12:

Führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tag der Heimsuchung.

D.h. handelt so, dass sie zugeben müssen, dass das, was sie euch nachsagen, nicht stimmt.

Sie sollten die Obrigkeit achten, allen Menschen mit Respekt begegnen, falls sie Sklaven waren, gut für ihre Herren arbeiten, selbst wenn die ihnen das nicht dankten usw. Wenn ihr für euer Gutestun dann leidet, sagt Petrus, dann seht das als Gelegenheit, Jesus darin nachzufolgen, der auch beleidigt und verurteilt wurde, obwohl er nur Gutes getan hat. Das ist unser Normalzustand in dieser Welt und sollte uns nicht weiter wundern.

Es gab damals auch Frauen, die zum Glauben gekommen sind, aber deren Männer keine Christen geworden waren. Für ihre besondere Situation hat Petrus auch Ratschläge. Er rät ihnen, einen ganz besonderen Schmuck anzulegen, um ihre Männer zu gewinnen. Dieser Schmuck steht uns aber allen gut – auch den Singles.

Wir Frauen sind im Allgemeinen gut mit Worten. Aber hier sagt Petrus: Labere nicht so viel – lass es sehen! Das ist viel wirkungsvoller, nicht nur gegenüber Ehemännern.

Das heißt nicht, dass wir nicht über das Evangelium sprechen  oder uns nicht zu Jesus bekennen sollen. Aber irgendwann ist es dann auch genug. Mehr Worte machen nicht mehr Wirkung, sondern manchmal weniger, vor allem, wenn das Leben nicht dazu passt. Letzten Endes geht es um die Frage: Wie kann ich Herzen gewinnen, nicht für mich, sondern für Jesus?

Petrus sagt hier: Indem du deinen Schmuck anlegst. Aber nicht den, mit dem du alle Blicke auf dich ziehen willst. Damit wir hier nichts falsch verstehen: Petrus meint nicht, ich soll so hässlich oder komisch wie möglich rumlaufen und die Leute durch mein Äußeres abschrecken. Aber passt mein Äußeres zu Jesus? Nicht, wenn es Männer zu ehebrecherischen Gedanken verführt und auch nicht, wenn anderen Frauen die Schau gestohlen werden soll. Das liegt uns leider nicht so ferne, wie wir es gerne hätten, und es gut, wenn wir da immer wieder unsere Herzen prüfen, was so unsere tiefsten Motive sind bei dem, was wir tun. Und: Das Äußere wird überbewertet. Das, was wirklich schön macht, liegt innen, im Verborgenen. Gott findet es anziehend, und es wirkt auf Menschen anziehend.

Nun ist es ja eigentlich verwunderlich, dass Gott und Menschen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen, mal den gleichen Geschmack haben! Aber auch von dem heranwachsenden Jesus heißt es: Er nahm zu an Gunst bei Gott und Menschen. Und auch von der jungen Gemeinde wird in der Apostelgeschichte gesagt: Sie hatten Gunst bei dem ganzen Volk.

Tatsächlich mögen die meisten Menschen lieber fröhliche als mürrische Menschen um sich herum und lieber ruhige als nervöse, die herumhasten wie kopflose Hühner, und lieber zuverlässige und beständige als solche, die viel versprechen und nichts halten. Lieber freundliche als aggressive, lieber ehrliche als Betrüger, lieber kooperative als solche, die sich immer querstellen, lieber ermutigende als chronisch kritische usw. … In der Gegenwart von jemand, der dir die Butter auf dem Brot von Herzen gönnt, und der nicht versucht, dich für seine Zwecke zu manipulieren, bist du wesentlich entspannter.

Es ist also was dran, dass ein guter Charakter generell einen Menschen schmückt, und dass man innerlich sehr hässlich sein kann, auch wenn man schön ist und die tollsten Kleider hat. Aber hier geht es nicht nur um Nettigkeit, um Nettigkeit zurückzubekommen und um Menschen zu gefallen. Der eigentliche Wunsch soll sein, Gott zu gefallen. Dass das dann auch Menschen gefällt, ist ein Nebeneffekt.

Nun könnte man das ja fast so verstehen, als könnte ich mir bei Gott irgendwie Pluspunkte verdienen durch entsprechendes Verhalten. Wir wissen, dass das nicht geht. Aber was ist das denn hier, was Gott so gefällt, ja was für ihn kostbar ist? Es ist die Haltung eines Herzens, das ihm vertraut. Und daraus wächst all das andere.

Gott genießt es sozusagen, wenn wir ihm vertrauen, wenn wir seine Liebe wirklich annehmen.

Wenn ich weiß, dass ich geliebt werde – dann muss ich nicht mehr um Liebe kämpfen. Was machen Frauen alles, weil sie Liebe wollen! Viel Sünde kommt genau daher, dass wir Liebe erkaufen wollen, mit gutem Aussehen, mit Sex, mit Leistung. Wir vergleichen uns mit anderen und fühlen uns nie genug und sicher. Und dann sieht Gott Frauen, die glauben, dass er sie liebt, und die das deswegen alles nicht mehr nötig haben – und es freut ihn. So hat er sich das gedacht. Das ist in seinen Augen schön.

Er sieht Frauen, die wissen, dass Gott für sie sorgt. Deswegen können sie sich unterordnen. Sie flippen nicht jedes Mal aus, wenn sie denken, ihr Mann trifft eine falsche Entscheidung. Sie sind keine Kontrollfreaks. Ich will damit jetzt nicht sagen, dass eine Frau sich um jeden Preis unter offensichtliche Verantwortungslosigkeit oder sündiges Verhalten unterordnen soll. Es gibt Sondersituationen; ich denke z.B. an die Geschichte von Abigail und Nabal im Alten Testament. Aber bin ich erst mal gelassen, weil ich Dinge Gott überlassen kann? Weil ich ihm vertraue?

Sara wird uns hier als Vorbild genannt. Versetzt euch mal in ihre Lage. Eines Tages kommt dein Mann heim und sagt: Sara, wir packen! Gott hat mir gesagt, wir sollen alles hinter uns lassen und in ein Land gehen, das er mir geben wird. Wie, sagt Sara, was für ein Land? Ja, das weiß ich noch nicht. Das zeigt er uns dann.

Mit Sara hatte Gott nicht gesprochen, zumindest ist uns das nicht erzählt. Aber sie packte, ließ Vater, Mutter, Onkel, Tante, Freundinnen und ihr schönes Haus und alles, was sie kannte und liebte, hinter sich, und wusste, sie kommt nie mehr zurück und weiß nicht, wohin sie geht – weil sie Abrahams Frau war. Und weil sie ihre Hoffnung auf Gott setzte! Nicht auf Abraham, da wäre sie auch bitter enttäuscht worden, obwohl Abraham ein guter Mann war.

Es gibt bei gottesfürchtigen Frauen was zum Anschauen. Hier steht: Wenn sie euren in Furcht reinen Wandel, eure reine Lebensführung, angeschaut haben, werden sie vielleicht gewonnen. Es ändert sich was, wenn wir uns zu Jesus bekehren. Unser Leben war bis dahin Ich-orientiert und Menschen-orientiert. Jetzt wird es Gott-orientiert. Wir können und wollen nicht weitermachen in der Sünde, die uns nur Elend gebracht hat. Wir haben erkannt, dass Gott es besser weiß, und deshalb suchen wir seinen Willen und lassen sein Wort durch unser Leben putzen in einem fortlaufenden Prozess, und das führt zu einem „reinen Wandel“. Die Sturheit wird rausgekehrt und das respektlose Reden und der Egoismus und die Faulheit und das Grollen und das Konkurrenzdenken und die sexuelle Unreinheit usw. Und das kann man anschauen. Wir werden nicht perfekt, Fehler passieren immer wieder, die sind auch bei Sara passiert. Es gab Zeiten, da hatte ihr Gottvertrauen einen Knacks. Das überzeugendste Zeichen eines erneuerten Herzens ist, dass man sie zugeben und um Verzeihung bitten kann. Und wenn wir unsere Sünden bekennen, dann wird auch alles wieder rein, weil Jesu Blut uns reinmacht.

Der verborgene Mensch des Herzens – das ist das, was nur Gott sieht, aber was nach außen strahlt. Dieser Mensch soll geschmückt sein mit einem sanften Geist. Das Wort Sanftmut bezeichnet die Freundlichkeit der Stärke, nicht Schwäche, wie es oft missverstanden wird. Es bedeutet nicht, dass man der Fußabtreter ist oder keine eigene Meinung hat, sondern dass man sich nicht durchsetzen muss, weil man weiß, dass Gott für einen kämpft, dass man freundlich sein kann sogar zu seinen Feinden, weil man aus dem Liebesüberschuss Gottes lebt.

Von Moses heißt es, dass er der sanftmütigste Mensch auf der Erde war. Es gibt eine interessante Geschichte in 4.Mose 12. Da greifen seine eigenen Geschwister, Miriam und Aaron ihn an. Und Moses sagt gar nichts dazu. Er hat sich nie nach dem Posten gedrängt, der Führer zu sein. Und dann zitiert Gott selbst die Drei zum Heiligtum und bläst Aaron und Miriam den Marsch. Miriam straft er mit Aussatz. Und was macht Mose? Er schreit zu Gott um Heilung für seine Schwester. Das ist Sanftmut.

Der stille Geist ist ein Charakteristikum der Gemeinschaft mit Gott. Das Wort das hier steht, bedeutet  ungestört, nicht beunruhigt. Es erinnert mich an die Geschichte von Maria und Martha. Jesus sagte zu Martha: Du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge. Aber eins ist nötig, das was Maria hier macht. Maria hat zugehört. Sie hat ihre Fragen und Sorgen und alles zu Jesus getragen und sich zu seinen Füßen gesetzt und erwartet, dass Er die Probleme löst und die Antworten hat. Wenn wir diese verborgene Gemeinschaft mit dem Herrn pflegen, dann können wir ruhig sein und immer wieder bei ihm ruhig werden.

Und das macht uns wirklich stark. Denn jetzt kommt die letzte Perle in dieser Kette, und das ist jetzt keine Eigenschaft, die man Frauen normalerweise zurechnet, aber eine, die heilige Frauen, wie sie hier genannt werden, immer auch schmückt, und das ist das furchtlose Tun des Guten. Denn es ist nicht gesagt, dass diese innere Schönheit dir nun einen gemütlichen Weg durchs Leben ebnet. Das eine ist, dass auch Christen schlimme Dinge passieren, Krieg, Tod, Krankheit, Gewalt, Scheidung und vieles andere. Und das andere, dass das Wesen Jesu in dieser Welt immer zweierlei Reaktionen hervorruft: Gunst und Hass. Und wir müssen mit Hass und Ablehnung rechnen und mit „Schrecken“, wie es hier heißt, manchmal auch in der eigenen Familie.

Ich lese in meiner persönlichen Stillen Zeit gerade Jeremia, und da habe ich etwas Interessantes gefunden. Jeremia bekam von Gott einen schweren Auftrag und ein „Erschreck-Verbot“. Ich fand das fast ein bisschen brutal. Gott bettet uns nicht auf Rosen, er gibt uns manchmal schier unmögliche, unangenehme Aufgaben. Wir müssen gerecht leben, und auch wenn das unserer Umwelt nicht gefällt, manchmal unbeliebte Standpunkte beziehen. Selbst wenn das unseren Männern nicht gefällt! Das kann vorkommen. Ich kannte eine Frau, die vor ein paar Jahren gestorben ist mit über 90. Sie war mit einem ungläubigen Mann verheiratet. Er war eigentlich ein guter Mann, und sie kamen gut miteinander aus. Er hat sie auch in die Gemeinde gehen lassen. Aber immer, wenn Fastnacht war, wollte er, dass sie mitkommt, wenn er mit den Kollegen feiern ging, und sie konnte das nicht, weil sie wusste, wie es da abging. Dann hat sie sich geweigert, und zu ihm gesagt: Du bist mir das Liebste auf der Welt, aber der Herr Jesus ist mir mehr wert als alles, und das würde ihm nicht gefallen. Und das hat ihn total wütend gemacht, und dann hat er sie verprügelt und ist allein gegangen. Und nach vielen, vielen Jahren, wo er ihren in Furcht reinen Wandel angeschaut hat, hat er sich bekehrt, und dann ist er mit ihr dem Herrn nachgefolgt. An sie muss ich immer denken, wenn ich das hier lese.

Schrecken ist Schrecken! Den Schrecken nicht fürchten, heißt, nicht nach meiner Furcht handeln, sondern nach dem, was Gott will. Dazu brauch ich Leidensbereitschaft, und der Herr muss mir mehr wert sein als alles. Es macht Gott groß, wenn wir den Menschen zeigen: ihm gehöre ich, ihm vertraue ich, seine Liebe ist das Größte für mich, und er ist es wert, für ihn zu leiden. Lasst uns für unseren Gott diese Perlen anlegen: Sanftmut, weil er mich mit seiner Liebe übergossen hat und mein Schutz und meine Verteidigung ist, Ruhe, weil ich Gemeinschaft mit ihm haben und alle Sorgen und Kümmernisse und Fragen bei ihm ablegen kann, und furchtloses Gutestun, weil er mit mir ist, und weil er es wert ist! Dann haben wir eine übernatürliche und unvergängliche Schönheit, die von innen nach außen strahlt.

Neue Kraft

eagles-68259_1920

Die auf den HERRN harren, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler; sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.         Jesaja 40,31

Ist das nicht ein passender Vers zum Beginn des neuen Jahres? Es ist so wichtig, geistlich nicht müde zu werden! Wenn man nicht gegenhält, passiert es im Nullkommanichts, ehe man es richtig gemerkt hat.

Geistliche Müdigkeit ist gefährlich. Man ist versucht, die wichtigsten Dinge über Bord zu werfen, so wie Esau, der sein Erstgeburtsrecht leichtfertig aufgab für einen Teller Linsen. Die Zukunft fällt dem gegenwärtigen Bedürfnis zum Opfer. Man ist versucht aufzuhören, das Gute zu tun, und wenn dann die Ernte eingefahren wird, hat man keinen Ertrag vorzuweisen:

Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. (Galater 6,9)

Was macht uns denn müde?

  • Warten macht müde. Wenn wir z.B. den Eindruck haben, Gott erhört unsere Gebete nicht, kann sich Frustration breitmachen (Lukas 18,1)
  • Quälende Fragen, auf die man keine Antwort findet (Psalm 77)
  • Sorgen (Matthäus 6,34)
  • Ständige Bedrängnis und Traurigkeit  (Psalm 6,7)
  • Schlechtes Kräftemanagement  und mangelndes Auftanken  (s. hier)
  • Angriffe und Verfolgung  (Psalm 143)
  • Hilfe an der falschen Stelle suchen und endloses Gelaber ohne echte Lösungen (Jesaja 47,13)
  • Widerspruch  von außen und Kampf gegen die Sünde (Hebräer 12,3-4)
  • Gottes Züchtigung, vor allem, wenn man sie falsch einordnet als Ablehnung statt als Zeichen der Zuneigung (Hebräer 12,5-11)
  • Geistliche Arbeit – Paulus schreibt davon, wie ihn die Sorge um alle Gemeinden belastet (2.Korinther 11,28)

Viele dieser Dinge gehören zum Leben, und man kann ihnen nicht ausweichen. Paulus schreibt aber auch darüber, was ihn aufrecht und am Laufen hält. Er kannte das “Geheimnis der Adlerflügel”. Er wusste: Die Kraft kann nicht aus uns kommen. Wir brauchen Gottes Kraft. Und Gott wird nicht müde!

Hast du es nicht erkannt, oder hast du es nicht gehört? Ein ewiger Gott ist der HERR, der Schöpfer der Enden der Erde. Er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist seine Einsicht. Er gibt dem Müden Kraft und dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke. (Jesaja 40, 28,29)

Wir dürfen sozusagen die Reserven Gottes anzapfen.

Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. (2.Korinther 4,16)

Und wie funktioniert das praktisch?

In diesem Sinne:

Ein gesegnetes, kraftvolles Neues Jahr!

Von Wundern und Glauben

Ein ganzes Dorf im von den Juden verpönten Samaria hatte sich überzeugen lassen: “Dieser Jesus ist  wahrhaftig der Retter der Welt.” Und dabei hatte Jesus dort kein einziges Wunder getan, außer einer Frau ihr verpfuschtes Leben auf den Kopf zuzusagen und ihr das Wasser des Lebens zu geben. Ihre Erfahrung mit dem Messias war wie ein Stein gewesen, der ins Wasser fällt und Kreise zieht.

Dann reiste Jesus weiter nach Galiläa. Dort hatte er schon mal eine negative Erfahrung gemacht. In Nazareth, seiner eigenen Heimatstadt, hatten sie ihn steinigen wollen, weil ihnen nicht gepasst hatte, was er gesagt hatte. Jetzt aber schienen sie begeistert, dass er kam, denn viele hatten ihn am Passafest in Jerusalem erlebt und zeigten sich doch ziemlich beeindruckt von seinen Wundern und Fähigkeiten. Vielleicht konnten sie auch Nutznießer davon werden? Vielleicht konnten sie hier bei sich zuhause auch so etwas erleben? Das Übernatürliche hat immer eine gewaltige Faszination, aber Jesus will uns nicht faszinieren, sondern er will unser völliges Vertrauen in sein Wort, das zu Gehorsam und Lebensveränderung führt.  Religiöse Erlebnisse, ja, aber Buße und Umkehr und ein Bekenntnis zum Sohn Gottes? So weit wollten die Galiläer nicht gehen.

life-saving-swimming-tube-737370_1280In Kana gab es einen Mann mit einem großen, herzzerreißenden Problem. Er war ein “Königlicher”, ein Regierungsbeamter, und vermutlich auch irgendwie mit dem königlichen Haus blutsverwandt. Aber für seine gegenwärtige Not nützte ihm das alles nichts. Sein Sohn war todkrank, und niemand konnte ihm helfen. Da hörte er, dass Jesus gekommen sei – und wusste: Das ist die Rettung! Und so suchte er ihn auf und bat ihn zu kommen.

Die Antwort Jesu durchsuchte die Motive seines Herzens:

Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehr, so werdet ihr nicht glauben.

War das so bei ihm? Brauchte er ein Zeichen, um Jesus zu glauben, oder kam er, weil er wusste, dass durch Jesus die Barmherzigkeit und Hilfe Gottes vom Himmel gekommen war? Nein, ihn trieb nicht Sensationslust! Er wusste, dass Jesus helfen konnte, und dass er seine einzige Hoffnung war. Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!  Wie konnte er beweisen, dass er ohne zu sehen und zu fühlen an ihn glaubte?

Da gab Jesus selbst ihm eine Möglichkeit dazu: Geh heim, sagte er. Dein Sohn lebt!

Er wusste: Wenn Jesus das sagte, dann war sein Sohn gerettet. Er musste ihn nicht am Arm zu sich nach Hause schleppen. Er hatte die Vollmacht, auch unspektakulär und von ferne zu heilen. Mit dieser Gewissheit machte er sich auf den Heimweg.

Unterwegs kamen ihm seine Knechte entgegen mit der guten Nachricht: Dein Sohn lebt! Es geht ihm wieder gut.  – Wann ist das passiert? fragte er. Gestern Mittag  um eins sank das Fieber, erzählten sie. Da erfüllte ihn eine große Freude. Sein Vertrauen war nicht enttäuscht worden! Das war genau die Zeit, als Jesus ihm sein Versprechen gegeben, und er sich darauf verlassen hatte!

Aus seinem Glauben wurde ein festerer, tieferer, bestätigter Glaube. Sein ganzer Haushalt wurde davon angesteckt. Er hatte bei Jesus Rettung gesucht, er hatte ein Wort der Zusage bekommen, und nun hatten er und viele andere erlebt, dass sein Wort zuverlässig ist. Jesus war der Messias!

Die Geschichte steht in Johannes 4.

Berufung

Berufung

Vor allem junge Menschen wollen ihre Berufung finden, etwas, das ihren Lebenssinn erfüllt. Für uns als Christen ist es dabei ohne Frage, wer uns beruft. Es kann nur Gott sein. Wir wünschen uns, dass er uns in eine Aufgabe stellt, bei der wir Erfüllung finden. Aber wenn wir zu verstehen suchen, welche das ist, sind wir oft ratlos. Wie erkennen wir sie? In der Bibel steht schließlich für alle das Gleiche. Gefühle? Eindrücke? Die Meinung anderer Leute? Sollen wir uns einfach nach unseren Begabungen richten?

Die Bibel spricht relativ selten von einer persönlichen, speziellen Berufung. Wenn Gott jemand da was sagen wollte, konnte er sich der Person zweifelsohne deutlich machen, selbst ohne dass derjenige drum gebeten hatte (und manchmal sogar gegen ihren Willen, s. Jona). Im Allgemeinen genügt völlig, was die heilige Schrift generell über unsere Berufung als Christen sagt. Das enthält jede Menge Gnade und so viel an Herausforderung, dass wir damit vorläufig beschäftigt sind. Und ich bin überzeugt: Wenn wir darin leben, ergibt sich alles andere von selbst.

  • Wir sind zur Freiheit berufen. “Ihr seid ja zur Freiheit berufen, liebe Geschwister! Nur benutzt die Freiheit nicht als Freibrief für eure eigenwillige Natur, sondern dient einander in Liebe.” (Galater 5,13) Gott hat es uns geschenkt, dass wir ihm ohne Gesetzesvorschriften aus Liebe gehorchen und dienen können. Weder Teufel noch Menschen noch Umstände können uns letztlich versklaven – in allem, was wir tun, sind wir von Gott abhängig und Gott direkt verantwortlich. “Denn wer als Sklave in die Gemeinschaft des Herrn gerufen wurde, ist vor dem Herrn ein freier Mensch. Und wer frei war, als Gott ihn rief, ist jetzt ein Sklave von Christus. Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt. Macht euch also nicht zu Sklaven von Menschen!” (1.Korinther 7,22ff)
  • Wir sind zum Frieden berufen. “Wir wünschen euch, dass der Frieden, der von Christus kommt, eure Herzen regiert, denn als Glieder des einen Leibes seid ihr zum Frieden berufen.” (Kolosser 3,15) Das ist eine gemeinschaftliche Berufung für die Gemeinde Gottes. Sie soll die Herrschaft des Friedefürsten unter sich ausleben. Es ist aber auch eine Berufung, in allen Lebensumständen den Frieden zu suchen, und z.B. wo nötig, einen ungläubigen Ehepartner ziehen zu lassen: “Der Bruder oder die Schwester ist in diesem Fall nicht wie ein Sklave an die Ehe gebunden. Gott hat uns doch zu einem Leben in Frieden berufen!”(1.Korinther 7,15)
  • Wir sind berufen zum ewigen Leben. “Kämpfe den guten Kampf, der zu einem Leben im Glauben gehört, und ergreife das ewige Leben, zu dem Gott dich berufen hat.” (1.Timotheus 6,12) Damit ist nicht nur der Himmel gemeint, sondern unser Leben jetzt und hier in “Ewigkeitsqualität”.
  • Wir sind berufen zum Licht. “Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.” (1.Petrus 2,9) Wer diese Berufung ins Licht hat, kann nicht mehr in der Finsternis leben. “… ihr seid Menschen des Lichts und Kinder des kommenden Tages. Nein, wir gehören nicht zu Finsternis und Nacht!Deshalb wollen wir auch nicht schlafen, wie die anderen, sondern wachen und nüchtern sein. Denn wer schläft, schläft in der Nacht, und wer sich betrinkt, tut es in der Nacht.Wir aber gehören zum Tag und wollen darum nüchtern sein, gerüstet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung. Denn Gott hat uns nicht dazu bestimmt, dass wir seinem Zorngericht verfallen, sondern dass wir durch unseren Herrn Jesus Christus das Heil in Besitz nehmen.” (1. Thessalonicher 5,4-9)
  • Wir sind zum Leiden und Gutes tun berufen. Das ist eigentlich das Kernthema des 1. Petrusbriefes. “Wenn ihr aber Gutes tut und dafür leiden müsst, dann ist das eine Gnade von Gott, denn genau dazu seid ihr berufen worden. Auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt.” (1.Petrus 2,21) Nehmen wir diese Berufung an?
  • Wir sind berufen, Segen zu erben, und zwar Segen für uns selbst und zum großzügigen Weitergeben. ”Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.” (1.Petrus 3,9) Wir werden gewarnt, nicht knauserig damit zu sein, weil wir uns sonst ins eigene Fleisch schneiden.
  • Wir sind zur Gemeinschaft mit Christus berufen. “Gott ist treu. Er hat euch berufen zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.” (1.Korinther 1,9) Das Wort, das hier für Gemeinschaft steht, bedeutet mehr als nur Zusammensein, Es geht um Partizipation und Partnerschaft. Was ihm gehört, gehört uns, er macht uns an allem, was er hat, zu Teilhabern!
  • Wir sind zur Heiligkeit berufen. “Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Lebenswandel.” 1.Petrus 1,15)
  • Wir sind zu ewiger Herrlichkeit berufen. Das ist das Endziel! “Der Gott, von dem alle Gnade kommt, hat euch berufen, mit Christus zusammen für immer in seiner Herrlichkeit zu leben.” (1.Petrus 5,10)  Paulus sagt: “Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.” (Philipper 3,10-11)

ist uns das genug Berufung? Ganz sicher, wenn wir sie ernst nehmen und im Alltag umsetzen wollen!