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AHA-Momente: Durch den Heiligen Geist geleitet

 

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Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Römer 8,14

Vielleicht ist mein AHA-Moment, den ich hier beschreibe, dir schon immer klar gewesen. Vielleicht geht es dir aber auch so wie mir …

Die Leitung durch den Geist Gottes war für mich, vor allem in meinen ersten Glaubensjahren, ein heißes Thema. Es gab immer diese Geschichten, dass Christen erzählten, dass sie plötzlich “gedrängt” wurden, dies oder jenes zu tun (z.B. jemand zu besuchen oder Geld zu schicken), und dann erwies es sich, dass sie der Heilige Geist dazu geleitet hatte, weil jemand wirklich in großer Not war. Andere hörten gar die Stimme Gottes, oder ein Bibelvers, den sie zufällig aufschlugen, gab ihnen die Antwort, ob sie nun in die Mission gehen sollten oder umziehen oder heiraten. Bei mir klappte das nie. Ich versuchte die Stimme Gottes zu hören, aber ich hörte nur den Widerhall meiner eigenen Ideen, was ich an den Ergebnissen meiner Versuche deutlich merken konnte. Fehlte mir was?

Wenn Gott “mit mir sprach”, dann war das nie eine konkrete Anweisung, eher ein Kommentar aus seinem Wort (oder in den Linien seines Wortes), meistens eine Korrektur meines eigenen Denkens. Und ich fragte mich oft: Was ist diese Leitung durch den Geist, an der man ein Kind Gottes erkennt?

Nun hat unser Pastor uns angeregt, Römer 8 auswendig zu lernen – was ich auch getan habe. Und auf einmal wurde mir der Kontext und Gedankenfluss deutlich, in dem dieser Vers steht! Wie einige andere Verse in diesem Kapitel wird er gerne aus dem Zusammenhang gerissen. Es geht nämlich darum, dass wir nicht mehr “nach dem Fleisch” leben müssen, wenn wir Kinder Gottes geworden sind. Der Heilige Geist leitet uns, nicht nach unserem alten Wesen zu leben, das mit Jesus am Kreuz verurteilt wurde, sondern gemäß dem neuen Leben, das er uns geschenkt hat. Und tatsächlich hat er das vom ersten Moment meines Glaubenslebens getan! Er hat mein Leben “durchgeputzt”, mir meine dunklen Ecken gezeigt,  Hunger nach seinem Wort gegeben, meine Denkweise verändert – und das tut er noch in einem fortlaufenden Prozess mit unendlicher Geduld. Er leitet mich, denn er weiß, wo er hinwill mit mir. Er hat ein Ziel, zu dem er mich hinführt:

Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht. 2.Korinther 3,18

Das also ist die mysteriöse Geistesleitung! Ich will nun nicht behaupten, dass sie nicht mysteriös ist, denn wie Gott diese Erneuerung in uns wirkt, ist tatsächlich etwas Übernatürliches und Wunderbares! Wenn wir Kinder Gottes sind, ist sie uns sozusagen “angeboren” – wir müssen keine Hörübungen dafür machen oder irgendwelche geistlichen Kunststückchen erlernen – wir haben sie schon.

Sich selbst predigen

Zwei Dinge muss man tun, wenn das Herz ein einziger Tumult ist: Mit Gott reden und sich selbst predigen.

“ Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen, das Heils meines Angesichts und meinen Gott,” heißt es in Psalm 42.

Aber woher soll ich wissen, was ich mir sagen soll? Was passt auf meine Situation? Was reißt mich raus?

Wir sind da nicht alleingelassen; Jesus hat uns einen Beistand gesandt. Er hat uns versprochen, dass uns der Heilige Geist an alles erinnern wird, was er gesagt hat. Erinnern kann man jemand freilich nur an etwas, was er schon mal gehört hat; das fliegt nicht einfach so durch die Luft. Deswegen ist es so extrem wichtig, das Wort Gottes zu kennen. Wir müssen es uns so in Kopf und Herz einverleiben, dass es uns zur Verfügung steht, wenn die Bedrängnis groß ist.

In stressigen Zeiten können wir uns manchmal gar nicht konzentrieren. Wir starren auf die Buchstaben, aber im Hirn kommt nichts an (bei mir ist das jedenfalls manchmal so). Wie gut, wenn wir dann etwas in unserer Vorratskammer haben, woran der Geist uns erinnern kann und mit dem wir uns selbst ermutigen können, das uns wieder in Gottes Wahrheit erdet!

Querbeet am 25.5.2013

Zungenreden – immer wieder ein heißes Thema: Gibt es das noch oder hat es aufgehört? Und was ist es überhaupt? Biblische Kriterien geben den Ausschlag, wenn Tim Conway diese Frage beantwortet, leider in Englisch.

Das hat mich fasziniert! Ich kann jetzt die ersten 3 Kapitel des Hebräerbriefs auswendig (so gut wie), und bei diesem lebendigen Vortrag sieht man, dass sich die Mühe hundertprozentig  lohnt! Welch einen Schatz hat man dann immer parat!

Hebrews Recited from Covenant Fellowship Church on Vimeo.

Einen sehr ehrlichen Artikel über die Sucht nach Beifall, die in uns allen steckt, hat Michael Nickel auf der Pilgerreise geschrieben.

Wer englische Ebooks liest, kann sich die ganze „Crucial Questions“ Serie von R.C. Sproul kostenlos herunterladen (für Kindle auch auf Amazon.de).

Ein paar Hilfen zum Auswendiglernen von längeren Bibelabschnitten

Ich habe jetzt Kapitel 1-3 des Hebräerbriefs auswendiggelernt und mit Kapitel 4 angefangen. Im Moment hänge ich gerade ein bisschen fest, weil sich einige Ausdrücke so oft in verschiedenen Zusammenhängen wiederholen, und ich schnell durcheinanderkomme. Vielleicht kann ich mich selbst wieder ein bisschen motivieren, indem ich ein paar Tipps weitergebe für die, die es auch versuchen wollen.

Das Wichtigste ist natürlich zu verstehen, was man lernt. Der Text muss Sinn für mich machen, sonst werde ich ihn kaum reproduzieren können. Notfalls lese ich ihn in einer anderen Übersetzung und ziehe einen Kommentar zu Rate.

Und dann starte ich einfach, indem ich mir selbst den jeweiligen Vers 10 mal laut aufsage- dasselbe dann noch mal mit dem Vorgängervers zusammen, um den Zusammenhang herzustellen.

Was mir außerdem hilft (aber bitte nur, wenn keiner zuschaut Zwinkerndes Smiley) ist das Verbinden von Worten mit Gesten. Man kann sich da irgendwas ausdenken, was auch nur einen entfernten Zusammenhang hat mit dem Inhalt – es geht einfach darum, eine zusätzliche Assoziation zu schaffen.

Assoziationen kann man auch herstellen zu Bildern, vor allem, wenn man ein mehr visueller Gedächtnistyp ist.

Weil ich Schwierigkeiten hatte mit der gedanklichen Abfolge der Kapitel, habe ich mir Bilder-Spickzettel gemacht. Zusätzlicher Nutzen: Um sich für ein Symbol zu entscheiden, muss man intensiv über den Text nachdenken. Was steht da? Welches Bild könnte mich daran erinnern?

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Das sieht dann etwa so aus. Und mit dieser Scheibe sage ich dann das Kapitel immer wieder auf. Wenn man niemand zum Abhören hat, kann man sich zur Selbstkontrolle aufnehmen.

Die Symbole habe ich übrigens mit dem Pictoselector gefunden, den ich auch für die unterstützte Kommunikation bei meiner Arbeit mit geistig behinderten Menschen verwende. Ich liebe dieses Programm! Wer natürlich selbst zeichnen kann, ist noch besser dran.

Wer mehr durch Schreiben lernt, dem hilft es wahrscheinlich, Verse immer wieder aufzuschreiben.  Es empfiehlt sich auch, besondere “Stolpersteine” auszudrucken und irgendwo hinzuhängen, wo man sie ständig vor der Nase hat.

Das Wiederholen wird natürlich irgendwann ziemlich zeitaufwändig. Wie ich das dann mache, weiß ich noch nicht.

Und wer sich noch fragt, warum und wozu, findet jede Menge Gründe bei Viktor Janke.