Archiv der Kategorie: Beten

Was mach ich mit Zweifeln, Unbegreiflichkeiten und Versagen?

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“Hiob” Von Artwork: Otto Rahm, copyright holder: Thomas Zlodi – Own Photo of original artwork, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30748435

Der Prophet Jeremia hatte es nicht leicht mit Gott. Gott hat ihm einen Job gegeben, um den er sich nicht beworben hatte. Er sollte denen Gericht verkündigen, die nicht die geringste Absicht hatten, auf ihn zu hören. Gott sagte ihm gleich zu Beginn, dass alle ihn als Feind betrachten würden. Was für ein Leben! Er war ein gequälter Mann. Er liebte sein Volk, und er sah es stur ins Verderben rennen! Manchmal hatte er keine Lust mehr und fühlte sich von Gott missbraucht. Was tat er dann? Er schüttete sein Herz vor Gott aus. Er jammerte ihm die Ohren voll, dass er am liebsten nie geboren wäre. Gott hörte zu und verstand, und gab ihm neue Kraft zum Weitermachen.

Johannes, dem Täufer, wurde geoffenbart, dass dieser Jesus von Nazareth das Lamm Gottes ist. Viele Menschen hat er zur Buße und zu Jesus hingeführt. Dann nahm sein Leben eine unbegreifliche Wendung. Sein aufrichtiges Verkündigen der Wahrheit brachte ihn ins Gefängnis, aus dem er lebendig nicht mehr herauskommen sollte. Und plötzlich war er verwirrt. Wer könnte das nicht verstehen? Hatte er sich vielleicht getäuscht?  War Jesus wirklich der Messias, oder hatte er was missverstanden? Was tat er? Er schickte seine Fragen zu Jesus. Er erhält keine Befreiung, aber eine Antwort, die ihn weit über sein eigenes Schicksal hinaushebt und ihm wieder Frieden  und Gewissheit bringt.

Petrus hat seinen Herrn verleugnet in einer Situation, wo er die Welt nicht mehr verstand. All seine Glaubensgewissheit, all seine Sicherheit zerbröselte unter dem Druck der gefühlten Sinnlosigkeit und der blanken Angst, und er tat das, was er nie von sich gedacht hatte. Was für ein Jünger, was für ein Freund, war er! Was für ein Feigling! Wie hatte er Jesus verletzt! Und was tat er? Bei der erstbesten Gelegenheit wirft er sich in den See, um zu Jesus zu kommen . Er weiß: Gerade jetzt braucht er diese Begegnung. Niemand als er kann ihn wieder herstellen und zurechtbringen.

Was tun wir, wenn wir vor unlösbaren Rätseln stehen, wenn wir Gott nicht mehr verstehen, wenn wir es gründlich verbacken haben, wenn wir das Leben, das Gott uns auferlegt hat, als Qual empfinden? Hiobs Frau hatte einen Vorschlag, mit dem der Feind unserer Seele auch uns in solchen Situationen immer versucht: “Sage Gott ab!” Das muss noch nicht mal bedeuten, dass wir uns bewusst von Gott abwenden – manchmal geben wir nur das Gespräch mit ihm auf und lassen die Beziehung einen langsamen Tod sterben. Genau das Gegenteil sollten wir tun: Uns auch da, wo wir an ihm und uns verzweifeln, an ihn wenden, ihm das Herz ausschütten und im Dunkeln seine Hand suchen. Er hat nicht versprochen, dass er uns alles erklärt oder unser Leben leichter wird, aber dass er sich finden lässt. Er selbst ist der Preis für die, die ihn mitten unter Jammern und Klagen nicht loslassen. Hiob drückt es so aus:

Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Hiob 42,5

Und was kann es Besseres geben?

Neue Kraft

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Die auf den HERRN harren, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler; sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.         Jesaja 40,31

Ist das nicht ein passender Vers zum Beginn des neuen Jahres? Es ist so wichtig, geistlich nicht müde zu werden! Wenn man nicht gegenhält, passiert es im Nullkommanichts, ehe man es richtig gemerkt hat.

Geistliche Müdigkeit ist gefährlich. Man ist versucht, die wichtigsten Dinge über Bord zu werfen, so wie Esau, der sein Erstgeburtsrecht leichtfertig aufgab für einen Teller Linsen. Die Zukunft fällt dem gegenwärtigen Bedürfnis zum Opfer. Man ist versucht aufzuhören, das Gute zu tun, und wenn dann die Ernte eingefahren wird, hat man keinen Ertrag vorzuweisen:

Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. (Galater 6,9)

Was macht uns denn müde?

  • Warten macht müde. Wenn wir z.B. den Eindruck haben, Gott erhört unsere Gebete nicht, kann sich Frustration breitmachen (Lukas 18,1)
  • Quälende Fragen, auf die man keine Antwort findet (Psalm 77)
  • Sorgen (Matthäus 6,34)
  • Ständige Bedrängnis und Traurigkeit  (Psalm 6,7)
  • Schlechtes Kräftemanagement  und mangelndes Auftanken  (s. hier)
  • Angriffe und Verfolgung  (Psalm 143)
  • Hilfe an der falschen Stelle suchen und endloses Gelaber ohne echte Lösungen (Jesaja 47,13)
  • Widerspruch  von außen und Kampf gegen die Sünde (Hebräer 12,3-4)
  • Gottes Züchtigung, vor allem, wenn man sie falsch einordnet als Ablehnung statt als Zeichen der Zuneigung (Hebräer 12,5-11)
  • Geistliche Arbeit – Paulus schreibt davon, wie ihn die Sorge um alle Gemeinden belastet (2.Korinther 11,28)

Viele dieser Dinge gehören zum Leben, und man kann ihnen nicht ausweichen. Paulus schreibt aber auch darüber, was ihn aufrecht und am Laufen hält. Er kannte das “Geheimnis der Adlerflügel”. Er wusste: Die Kraft kann nicht aus uns kommen. Wir brauchen Gottes Kraft. Und Gott wird nicht müde!

Hast du es nicht erkannt, oder hast du es nicht gehört? Ein ewiger Gott ist der HERR, der Schöpfer der Enden der Erde. Er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist seine Einsicht. Er gibt dem Müden Kraft und dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke. (Jesaja 40, 28,29)

Wir dürfen sozusagen die Reserven Gottes anzapfen.

Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. (2.Korinther 4,16)

Und wie funktioniert das praktisch?

In diesem Sinne:

Ein gesegnetes, kraftvolles Neues Jahr!

Das Gebet macht die geistliche Waffenrüstung komplett (Predigt-Nachlese)

Predigttext: Epheser 6,18 ff

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Wenn Gott uns durch den Glauben das neue Leben geschenkt hat, sind wir “in Christus”. Wir sind mit allen geistlichen Segnungen gesegnet. Und trotzdem stehen wir ununterbrochen im Kampf, denn dem Widersacher Gottes passt das nicht. Wir müssen uns aber nicht fürchten, denn Gott hat uns seine Waffenrüstung zur Verfügung gestellt, und wenn wir sie anlegen, ist der Sieg uns sicher.

Das Wort Gottes ist unser Schwert, wirksam für Angriff und Defensive. Um es effektiv zu führen, brauchen wir das Gebet. Das Wort der heiligen Schrift und das Gebet gehören unauflöslich zusammen. Betend wenden wir das Wort auf unsere Herzen an, betend stützen wir uns darauf, wenn wir von Entmutigung attackiert werden, betend greifen wir mit allen Verheißungen den Feind an im Kampf um unsere Familien, unsere Gemeinden und die Menschen dieser Welt. Betend wehren wir uns mit dem Wort, wenn der Feind uns zum Ungehorsam verleiten, unsere Nützlichkeit zerstören und unsere Freude rauben will.

Und wie machen wir das? “Mit allem Gebet und Flehen im Geist”, d.h. unser Leben muss durchsättigt sein von der Kommunikation mit dem Herrn in allen Variationen und Facetten. Wir empfangen seine Güte und danken, wir erleben unsere Hilflosigkeit und flehen, wir sehen unsere Brüder leiden und stehen in der Fürbitte für sie ein, wir sehen die Gefährdung unseres Glaubens und wachen, wir haben gesündigt und tun Buße vor ihm, wir lieben die Gläubigen und ringen im Gebet, dass sie im Willen Gottes stehen. Alles machen wir immer mit dem Herrn, weil wir uns unserer Abhängigkeit bewusst sind. Mit ihm reden wir über unser Leben, vor ihn tragen wir unsere Fragen, von ihm erwarten wir alle Hilfe. Und das tun wir privat und öffentlich, spontan und geplant, jubelnd und weinend, stehend, sitzend und kniend, die Hände erhebend oder auf unserem Gesicht liegend.

Beten ist nichts, was der Mensch von Natur kann, deshalb muss es im Geist sein. Der Geist und das Wort wirken zusammen und verändern unsere Denkweise und bringen sie in Einklang mit der Denkweise Gottes. Aber mehr noch: Da, wo es gar keine adäquaten Worte gibt und wo uns die Kraft und der Horizont fehlt, hilft der Geist unserer Schwachheit auf und tritt mit unaussprechlichen Seufzern vor Gott für uns ein. Wir sind in unserem Beten nicht auf uns angewiesen, sondern auf ihn. Er tut für uns, was unsere Kapazität übersteigt.

Wir tun es in aller Ausdauer, ohne Unterlass, ohne aufzugeben, weil er uns versprochen hat, dass er uns erhört.  Wir tun es für uns und alle Heiligen und ganz besonders für die, die ihm an vorderster Front dienen, und für die, die um seinetwillen leiden. Paulus selbst bittet um Gebet. Er hat so viel für den Herrn durchlitten, er hat das Evangelium unter bitterster Verfolgung unentwegt von Stadt zu Stadt und Land zu Land gebracht, und jetzt sagt er: Geschwister, bittet für mich! Ich brauche Mut! Keiner kann es je aus sich selber, keiner wächst je über die Abhängigkeit von der Gnade Gottes hinaus. Um unseren Lauf zu vollenden und unseren Dienst zu verrichten, brauchen wir unser eigenes und das Gebet unserer Glaubensgeschwister – bis zum Schluss.

Beten lernen: Nehemia als Vorbild

Manchmal hat Gott so bestimmte Themen, mit denen er uns ständig konfrontiert. Mir springt zur Zeit das Thema Gebet entgegen, wo immer ich lese. In meiner Stillen Zeit bin ich jetzt in Nehemia, und in den ersten beiden Kapiteln kann man unwahrscheinlich viel von Nehemia lernen, was Gebet anbetrifft.

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1. Die Grundbedingung ist das Interesse an den Dingen des Reiches Gottes. In Nehemia 1,2 bekommt Nehemia Besuch, und er fragt sie nach Jerusalem und den Entkommenen, die da noch leben. Er will Information: Wie geht es der Stadt Gottes? Wie geht es dem Volk Gottes? Er will die Wahrheit hören, selbst wenn sie ihm das Herz schwer macht. Sind das die Fragen, die uns umtreiben? Sind wir bereit, uns mit den harten Realitäten zu befassen, oder wollen wir lieber nichts davon hören? Ist die Gemeinde des Herrn/ das Reich Gottes  das, was unser Herz und unsere Gedanken beschäftigt?

2. Nehemia ist ein Vorbild in seiner Reaktion gottgemäßer Traurigkeit. Er weint, und er lässt sich nicht ablenken. Er guckt keinen Film oder geht shoppen, damit er schnell wieder gut drauf ist und vergisst, was er gehört hat, sondern er bringt es mit Beten und Fasten vor Gott. Er identifiziert sich mit seinem Volk und tut Buße für ihre kollektive Sünde. Aber er bleibt nicht bei dem Elend stehen, sondern gestützt auf Gottes Charakter und Gottes Verheißungen entwickelt er im Gebet eine neue Perspektive.

3. Er ist ein Vorbild in betender Abhängigkeit. Er möchte aktiv werden, aber er kann trotzdem nicht einfach lospreschen – Gott muss die Wege ebnen. Obwohl er sich fürchtet, wirft er sich ganz auf Gott, steht während seines Gesprächs mit dem König mit Gott in Verbindung und gewinnt daraus den Mut, dem König seine Anliegen vorzutragen.

4. Er ist ein Vorbild in Besonnenheit. Weil er so von Gott abhängig und in konstanter Verbindung nach oben ist, muss er seine Gedanken und Pläne nicht gleich herausposaunen. Er kann in Ruhe die Lage prüfen, ohne mit Menschen darüber zu reden. Das ist ein Fehler, den ich so oft mache, dass ich zu schnell rede und handle, ehe die Dinge völlig klar sind. Schon ist man dann trotz vorausgegangenem Gebet aus der Abhängigkeit  von Gott herausgefallen.

Wie Paulus Jünger pflegt und erzieht: Mütterlich-väterlich

Ich lese zur Zeit durch den 1. Thessalonicherbrief und bin fasziniert von den Einblicken, die Paulus uns in die Art gibt, wie er dient. Jeder, der anderen Menschen helfen will, in Christus zu wachsen, kann so viel von ihm lernen.

newborn-457233_1920Er beschreibt es in Bildern: Er war unter ihnen (der jungen Gemeinde in Thessalonich)  wie eine stillende Mutter gewesen. Was erwartet man schon von einem Baby, außer, dass es schreit, wenn es Hunger hat, und dass es trinkt. Es macht Arbeit – und das ist gut so! Das Kind kann der Mutter nichts geben; sie gibt ihm alles – aber sie wüsste nicht, was sie lieber täte. Paulus ging es mit diesen geistlichen Babys genauso:

So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein am Evangelium Gottes, sondern auch an unserem eigenen Leben Anteil zu geben, weil ihr uns lieb geworden wart. 1.Thessalonicher 2,9

Nicht, dass es nicht anstrengend und echte Mühe gewesen wäre, aber es war gleichzeitig eine ganz große Freude, ihnen das Evangelium Gottes zu predigen und  die unverfälschte Milch des Wortes zu füttern, damit sie wachsen konnten! Wie hat ihr Hunger ihn begeistert! Dabei ist er vorsichtig gewesen mit diesen geistlichen Neugeborenen; er hat keinen Druck ausgeübt, nichts gefordert und sie auch finanziell nicht belastet. Es bestand kein Zweifel, wer hier der Gebende und Opfernde war.

Aber er gebraucht auch noch ein anderes Bild.foot-race-776446_1920

Ihr seid Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und untadelig wir gegen euch, die Glaubenden, waren; wie ihr ja wisst, dass wir euch, und zwar jeden Einzelnen von euch, wie ein Vater seine Kinder ermahnt und getröstet und beschworen haben, des Gottes würdig zu wandeln, der euch zu seinem Reich und seiner Herrlichkeit beruft. (2,10-12)

Er sieht sich hier als Vorbild und Trainer. Er hat ein Ziel, zu dem er sie hinbringen will, und dafür will er sie ausrüsten. “Kommt, orientiert euch an mir!”, und dann kriegen sie Korrektur und Ermutigung und Ansporn, damit was aus ihnen wird.

Beides gehört zusammen. Paulus hat sich das bei Jesus abgesehen. Er hat auch den Jüngern die Füße gewaschen, sie ermahnt und zurechtgewiesen ohne falsche Sentimentalität, sie zu seinen Diensten mitgenommen, sie beten gelehrt, sie an die Arbeit gestellt – und sich für sie geopfert bis zum Tod.

Beten lernen: Gottes Charakter kennen

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In meiner täglichen Bibellese (2. Chronik 20) bin ich auf ein interessantes Gebet gestoßen. Gegen das Reich Juda ist eine übermächtige Allianz zum Kampf angetreten. Der gottesfürchtige König Joschafat geht den richtigen Weg und sucht ohne weitere Umwege die Hilfe Gottes. Er ruft sein Volk zu Gebet und Fasten auf.

In seinem Gebet stellt er Gott drei interessante (rhetorische) Fragen:

  • Bist du nicht … ? O Herr, du Gott unserer Väter, bist du nicht Gott im Himmel und Herrscher über alle Königreiche der Heiden? In deiner Hand ist Kraft und Macht, und niemand kann vor dir bestehen!
  • Hast du nicht…? Hast du nicht, unser Gott, die Einwohner dieses Landes vor deinem Volk Israel vertrieben und hast es dem Samen Abrahams, deines Freundes, gegeben auf ewige Zeiten?
  • Willst du nicht … ? Unser Gott, willst du sie nicht richten?

Er erinnert Gott sozusagen an sich selbst, an seinen Charakter, seine Größe und Überlegenheit, an seine Verheißungen und alles, was er schon getan hat. Die letzte Frage ist die logische Schlussfolgerung aus allem, was er über Gott weiß: Willst du sie nicht richten?  Er bekennt, dass er selbst völlig hilflos ist und keine Ahnung hat, was er tun soll. Er erwartet aber alles von diesem Gott, denn so wie er ist und sich in der Vergangenheit gezeigt hat, kann er mit seinem Eingreifen rechnen.

Sein Gebet scheint Gott zu gefallen, denn es wird sofort mit einer Zusage beantwortet. Daraufhin fängt Joschafat im Glauben an zu loben und anzubeten, schon ehe er die konkrete Hilfe erfahren hat!

Joschafats Gebet gründet sich auf eine solide Kenntnis des Wesens und der Handlungsweise Gottes – deshalb ist es so “erfolgreich”. Er kann mit einer großen Zuversicht beten, weil er weiß, wie Gott ist.

Ehe wir beten, sollten wir in Gottes Wort nachforschen: Wie ist er? Wie hat er in der Vergangenheit gehandelt? Sieht das, um das ich ihn bitten will, “ihm ähnlich”? Dann können wir uns zuversichtlich darauf berufen.

Beten lernen: Wofür man nicht beten soll

money-1013992_1920Es ist wichtig zu wissen, für was man beten sollte, aber es ist auch wichtig zu wissen, für was man nicht beten sollte. Als Salomo Gott um Weisheit und Verstand bittet, um dem Volk Gottes gut zu dienen und die Aufgaben zu bewältigen, die Gott ihm gestellt hat, wird er ausdrücklich gelobt dafür, dass er für bestimmte Dinge nicht gebeten hat:

Weil dir das am Herzen lag und du nicht um Reichtum, Besitz und Ehre, um den Tod deiner Feinde oder langes Leben für dich gebeten hast, sondern um Weisheit und Wissen, damit du mein Volk regieren kannst, über das ich dich zum König eingesetzt habe, so gebe ich dir Weisheit und Wissen. Und dazu gebe ich dir Reichtum, Besitz und Ehre, wie sie noch kein König vor dir besessen hat und auch keiner nach dir haben wird. (1.Chronik 1,11.12)

Unsere Gebete sollen sich nicht um unseren Vorteil drehen, sondern um die Dinge, die zur Verherrlichung Gottes nötig sind. In diesen Bereich fällt auch die Bitte um das tägliche Brot, um alles, was wir brauchen, um zum Dienst Gottes  fit und fähig zu sein, Der weise Agur sagt:

Armut und Reichtum gib mir nicht, lass mich das Brot, das ich brauche, genießen, damit ich nicht, satt geworden, leugne und sage: Wer ist denn der HERR? – und damit ich nicht, arm geworden, stehle und mich vergreife an dem Namen meines Gottes! (Sprüche 10,8)

Reich werden zu wollen, ist eine Sache, die Gott sehr negativ sieht – was nicht heißt, dass er nicht nach seiner Weisheit und aus freien Stücken manchen Menschen Reichtum gibt, um auch materielle Güter für ihn zu verwalten. Wir  aber werden ermahnt, die Liebe zum Geld zu fliehen wie die Pest, und unsere Wünsche auf das auszurichten, was Gott bei uns sehen will:

Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge (= das Streben nach Reichtum); strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut! (1.Timotheus 6,11)

Deshalb sollten wir uns immer fragen: Warum bitte ich um dies oder das? Ist mein Ziel die Verherrlichung Gottes, oder geht es um die Befriedigung meiner Begierden, um mein  Ansehen, mein Wohlleben? Dann kann ich es nämlich gleich streichen, denn Gottes Wort hat dafür eine Negativ-Verheißung:

Und selbst wenn ihr betet, bekommt ihr nichts, weil ihr in böser Absicht bittet und nur eure Gier befriedigen wollt. (Jakobus 4,3)