Archiv der Kategorie: Bibel

Notizen zu 1.Timotheus 6: Reichtum und Zufriedenheit

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Qintessenz: Ein von Gott erfülltes Leben, verbunden mit  Zufriedenheit, ist der wahre Reichtum! (Vers 6)

Wenn du das Lebensnotwendige hast

  • strebe nicht danach, mehr zu haben! (8)
  • Geldliebe setzt eine Abwärtsspirale des Bösen in Gang! (9-10)
  • liebäugele nicht damit, fliehe davor! (11)
  • dass der Dienst für Gott ein Weg zu irdischem Wohlstand ist, ist eine Irrlehre, die bekämpft werden muss (3/5)

Wenn du reich bist

  • Reiche müssen besonders auf ihr Herz aufpassen, dass sie sich nichts auf ihren Reichtum einbilden (17)
  • dass sie sich nicht auf etwas so Flüchtiges wie dieses irdische Vermögen verlassen (17)
  • dass sie ihren Reichtum zum Wohl anderer einsetzen (2/18)
  • dass sie dabei die Ewigkeit im Blick haben (19)

Die Bibel kennt keinen Sozialneid und keine automatische Nivellierung sozialer Unterschiede (1/2)!  Sie ist an unserem Herzen und an unserer Ewigkeitsperspektive interessiert, nicht an unserem Kontostand.

Das liebe ich an Gottes Wort

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Das liebe ich an Gottes Wort, dass es mit Geschichten kommt von Menschen, die vor Tausenden von Jahren in einer völlig anderen Umwelt lebten und doch wie wir mit Sünde und Unglauben kämpften, mit widrigen Umständen, mit zwischenmenschlichen Konflikten, mit Schwäche und Zwiegespaltenheit, und in all ihrer Not durch Glauben den lebendigen Gott und seine Gnade erfuhren.
Das liebe ich an Gottes Wort, dass es mir die Schlüssel gibt zu den Fragen, die sonst ungeklärt blieben: Was ist es mit dem Zustand dieser Welt, dem Zustand meines eigenen Herzens, unserer Erlösungsbedürftigkeit, und wer macht uns frei?
Das liebe ich an Gottes Wort, dass es so realistisch ist, dass es die Wahrheit spricht ohne Schönfärberei, ohne auszuweichen, dass es die alten Wunden aufreißt und darin, wo nötig, herumstochert, dass es aber auch die Realität einer Wunden heilenden, bis zum Äußersten gehenden, blutigen, dornengekrönten Liebe zeigt.
Das liebe ich an Gottes Wort, dass darin Raum ist für Poesie und Kreativität, für Wortbilder und Sprachspiele, für Gefühle wie Trauer und Angst, Depression und inneren Aufruhr und für Liebe und Entzücken und Jubel und Lobgesang.
Das liebe ich an Gottes Wort, dass es in Briefen spricht, die tiefschürfende theologische Abhandlungen und unsere alltägliche Lebenspraxis verbinden und uns zeigen, dass bei Gott alles aus einem Guss ist.
Das liebe ich an Gottes Wort, dass Gott zuerst durch die Propheten und zuletzt durch seinen Sohn von sich selber spricht, sein Herz offenbart, was er liebt, was er hasst, was er für uns empfindet. Dass er seine Pläne und Absichten vor uns offenlegt, dass er eine Beziehung zu uns haben und uns zu seinen Freunden machen will.
Das liebe ich an Gottes Wort, dass es uns einen Ausblick gibt auf die Zukunft, auf ein Reich von Frieden und Gerechtigkeit, wo die Tränen abgewischt werden und alles Freude und Anbetung ist.

Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist mein Nachdenken den ganzen Tag! Psalm 119, 97

Notizen zu 1.Timotheus 5

Bild von AgnieszkaMonk auf Pixabay

Motto: Keinen Anlass geben zu berechtigtem üblen Gerede über die Gemeinde!

  • Respekt, wem er gebührt! (Verse 1/3/17)
  • Leistung und Versorgung sind verknüpft wie Saat und Ernte. Faulheit wird nicht unterstützt. (9-11/18)
  • Es gibt – ganz gegen die Botschaft unserer Kultur – “Frauen-Aufgaben”: Haushalt, Kinder, Gastfreundschaft, Versorgung von Eltern und Bedürftigen (10/14/16).
  • Manchmal haben die Ungläubigen mehr Anstand als die Gläubigen (8). Das sollte nicht sein!
  • Position ist nie wichtiger als Gottes Ehre – kein Vertuschen von nachgewiesener Sünde bei Leitern! (20/21)
  • Prüfe, womit du dich identifizierst! Sei nicht naiv und blauäugig, sonst wirst du in anderer Leute Fehlverhalten mit hineingezogen! (22)
  • Pass auf deine eigene Seele auf, aber auch auf deinen Körper, damit du brauchbar zum Dienst bleibst! (22/23)

Beten lernen (2): Zu wem?

prayer-1269776_1920 (2)Eine der wichtigsten Fragen beim Gebet ist, wer mein Gegenüber, wer dieser Gott ist. Ist er eine nebulöse Macht? Wenn er ein Gott ist, der hören und antworten kann, dann muss er eine Person sein, nicht ein Etwas, sondern ein Jemand, zu dem ich in Beziehung treten kann.

Nun macht es für mein Gebet einen sehr großen Unterschied aus, wie dieser Gott ist, dem ich mich da nähere. Möchte er das überhaupt? Interessiert er sich für mich? Macht er Aussagen, auf die ich mich verlassen kann, oder ist er launisch und trifft willkürliche Entscheidungen je nach Tagesform? Muss ich ihn besänftigen, oder ist er mir von vornherein gut?

Gott hat sich uns geoffenbart. Er zeigt sich in der Schöpfung, er zeigt sich in seinem Wort, und er zeigt sich in seinem Sohn, Jesus Christus.

Durch die Schöpfung zeigt er uns seine Größe und Macht. Sie hat etwas zugleich tief Beglückendes und Einschüchterndes. Das Wort Gottes zeigt uns unter anderem die Maßstäbe Gottes, an denen seine Heiligkeit und unser totales Versagen deutlich wird. Sie zeigt uns auch einen Gott, der die Sünde bei uns nicht einfach übersieht. Und Christus zeigt uns das Herz Gottes, seine Liebe, die uns sucht und zurückführen will, und das Opfer, das unsere Sünde wegnehmen kann.

Wenn du beten  und dabei nicht nur ins Blaue hineinsprechen willst, musst du diesen Gott kennenlernen. Lies die Bibel! Darin findest du alles, was du dazu brauchst.

Im nächsten Post wird uns die Frage beschäftigen: Was gibt mir das Recht, vor Gott zu treten?

Lieblingsverse (3): Eine wunderbare Einladung

Der vater selbst

“Der Vater selbst hat euch lieb.” Diese Worte klingen so warm und herzlich, davor könnte ein Eisberg zerschmelzen. Es ist die liebevollste Einladung, die je ausgesprochen wurde, ein ganz großes Willkommensschild vom Schöpfer des Universums, vom König der Könige und Präsident der Präsidenten. Wir dürfen uns mit allem, was uns bewegt, was uns bedrückt, was wir uns wünschen, an ihn wenden. Weil er uns liebt, wird er uns zuhören. Weil er uns liebt, wird er uns geben, was wir brauchen.

Gilt das für jeden? Jein. Zumindest ist jeder ein potentieller Empfänger dieser Einladung. Hier ist der Zusammenhang, in dem Jesus diese Einladung ausgesprochen hat:

Wenn jene Zeit gekommen ist, werdet ihr ihn in meinem Namen bitten. Ich sage nicht, dass ich dann den Vater für euch bitten werde. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und daran glaubt, dass ich von Gott gekommen bin. (Johannesevangelium 16, 26.27)

Jesus ist der Übermittler dieser Einladung, und dass ich diese Einladung von ihm annehme, ist sozusagen die Voraussetzung dafür, dass ich kommen darf. An  anderen Stellen wird Jesus als die Tür oder auch als der Weg zum Vater bezeichnet. Auf dem Weg zum Vater kommt man nicht an Jesus vorbei, denn er allein ist der, der die Hindernisse zwischen uns und Gott wegschafft. Aber wenn man sich entscheidet, in seinem Namen zu kommen, d.h. durch seine Vermittlung und seine Verdienste (weil man eingesehen hat, dass man einen Zugang zu Gott auf eigene Rechnung nicht verdienen kann), dann kann man ohne anzuklopfen jederzeit beim Vater vorsprechen. Und er ist reich und großzügig und teilt gerne, Frieden, Freude, Wasser des Lebens, den heiligen Geist als Tröster, Helfer und Kraft, ein Zuhause bei ihm. Aber auch aller Probleme und Sorgen unseres Lebens will er sich annehmen, wenn wir ihm nur vertrauensvoll freie Hand lassen.

Diese Einladung anzunehmen war das größte Glück meines Lebens. Ich bin nie einsam und verlassen. Ich muss das Leben nicht alleine schultern. Ich hab einen Vater, und er hat mich lieb.

Lieblingsverse (1): Gottes Kreuz-werter Schatz

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Jedes einzelne Wort in der Bibel ist wertvoll. Und doch hat wahrscheinlich jeder Bibelleser Verse, die ihm besonders viel bedeuten, z.B. weil sie ihn in einer großen Not getröstet haben oder weil sie ihm in besonderer Weise das Herz und die Absichten Gottes zeigen. Diese Gewichtung ändert sich auch schon mal je nach aktueller Lebenssituation.

Ein Vers, der mein Herz jedes Mal höher schlagen lässt, steht in Apostelgeschichte 20,28:

So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat!

Paulus spricht da mit den Gemeindeleitern von Ephesus und ermahnt sie, für die Gemeinde gut zu sorgen. Insofern bin ich nicht wirklich der Ansprechpartner für diesen Vers, weil das nicht meine Aufgabe ist. Aber ich liebe die Aussage, die hier über Gottes Beziehung zu seiner Gemeinde gemacht wird: Er hat sie durch sein eigenes Blut erworben.

Das zeigt, welch ein großer Schatz die Gemeinde (die weltweite Gemeinde genauso wie die Ortsgemeinde und jeder einzelne, der zu Jesus gehört) in seinen Augen ist. Sie war ihm das Kreuz wert. Er hat sie vor aller Zeit geliebt, ihre Erlösung geplant und sie dann, als die Zeit reif war, durch sein eigenes Blut erworben. Sie gehört ihm, und sie ist ihm das Kostbarste im Himmel und auf Erden. Die Ältesten dürfen sie hüten und pflegen, aber der Eigentümer ist Gott, und bis er sie zu sich holt, hat er sozusagen ein Etikett draufgeklebt: Handle with care!

Was mein Herr so wertschätzt, will ich auch wertschätzen. Was ihm so einen hohen Preis gekostet hat, will ich nicht leichtfertig beschädigen. Respekt für Gott und Respekt für das Kreuz ist vom Respekt für die Gemeinde untrennbar. An meinem Platz und in meiner kleinen Aufgaben-Ecke will ich alles dafür tun und vor allem dafür beten, dass es der Gemeinde gut geht, dass sie für ihren Herrn lebt und ihm gefällt, dass er Freude an ihr haben kann. Das wird auch was kosten. Wir alle sind es ihm schuldig, heißt es in 1. Johannes 3,16,  für die Brüder das Leben hinzugeben.

Der Vers ist eine große Hilfe, wenn das “Menscheln” in der Gemeinde uns frustriert und Dinge nicht so laufen, wie es unseren Vorstellungen entspricht. Er führt uns immer wieder zurück zur göttlichen Perspektive: Die Gemeinde hat das Kreuz gekostet, sie gehört IHM, nicht uns. Welch eine Ehre, dazugehören zu dürfen!

AHA-Momente: Durch den Heiligen Geist geleitet

 

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Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Römer 8,14

Vielleicht ist mein AHA-Moment, den ich hier beschreibe, dir schon immer klar gewesen. Vielleicht geht es dir aber auch so wie mir …

Die Leitung durch den Geist Gottes war für mich, vor allem in meinen ersten Glaubensjahren, ein heißes Thema. Es gab immer diese Geschichten, dass Christen erzählten, dass sie plötzlich “gedrängt” wurden, dies oder jenes zu tun (z.B. jemand zu besuchen oder Geld zu schicken), und dann erwies es sich, dass sie der Heilige Geist dazu geleitet hatte, weil jemand wirklich in großer Not war. Andere hörten gar die Stimme Gottes, oder ein Bibelvers, den sie zufällig aufschlugen, gab ihnen die Antwort, ob sie nun in die Mission gehen sollten oder umziehen oder heiraten. Bei mir klappte das nie. Ich versuchte die Stimme Gottes zu hören, aber ich hörte nur den Widerhall meiner eigenen Ideen, was ich an den Ergebnissen meiner Versuche deutlich merken konnte. Fehlte mir was?

Wenn Gott “mit mir sprach”, dann war das nie eine konkrete Anweisung, eher ein Kommentar aus seinem Wort (oder in den Linien seines Wortes), meistens eine Korrektur meines eigenen Denkens. Und ich fragte mich oft: Was ist diese Leitung durch den Geist, an der man ein Kind Gottes erkennt?

Nun hat unser Pastor uns angeregt, Römer 8 auswendig zu lernen – was ich auch getan habe. Und auf einmal wurde mir der Kontext und Gedankenfluss deutlich, in dem dieser Vers steht! Wie einige andere Verse in diesem Kapitel wird er gerne aus dem Zusammenhang gerissen. Es geht nämlich darum, dass wir nicht mehr “nach dem Fleisch” leben müssen, wenn wir Kinder Gottes geworden sind. Der Heilige Geist leitet uns, nicht nach unserem alten Wesen zu leben, das mit Jesus am Kreuz verurteilt wurde, sondern gemäß dem neuen Leben, das er uns geschenkt hat. Und tatsächlich hat er das vom ersten Moment meines Glaubenslebens getan! Er hat mein Leben “durchgeputzt”, mir meine dunklen Ecken gezeigt,  Hunger nach seinem Wort gegeben, meine Denkweise verändert – und das tut er noch in einem fortlaufenden Prozess mit unendlicher Geduld. Er leitet mich, denn er weiß, wo er hinwill mit mir. Er hat ein Ziel, zu dem er mich hinführt:

Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht. 2.Korinther 3,18

Das also ist die mysteriöse Geistesleitung! Ich will nun nicht behaupten, dass sie nicht mysteriös ist, denn wie Gott diese Erneuerung in uns wirkt, ist tatsächlich etwas Übernatürliches und Wunderbares! Wenn wir Kinder Gottes sind, ist sie uns sozusagen “angeboren” – wir müssen keine Hörübungen dafür machen oder irgendwelche geistlichen Kunststückchen erlernen – wir haben sie schon.