Archiv der Kategorie: Gericht

Wofür beten – in der Corona-Krise

archeHerr, wir wissen, dass kein Unglück geschieht, das du nicht genehmigt hast. Wir bekennen, dass wir es verdient haben. Unsere Welt hat dich und dein Wort verworfen. In unserem Stolz und unserer Auflehnung haben wir alle deine Ordnungen über den Haufen geworfen. Wir selbst wollen bestimmen über unser Leben und über unser Sterben. Wir selbst wollen bestimmen, was Geschlecht und was Ehe ist. Wir stimmen als Gesellschaft der Tötung von Tausendenden von Ungeborenen zu und denken immer noch, wir seien gute, fortschrittliche Menschen. Wir machen unsere Pläne ohne dich. Unsere Herzen sind voller Unzucht und Habsucht. Wir sind nie zufrieden mit dem, was du uns zuteilst.

Vor allem haben wir dich nicht geliebt und geehrt mit unserem ganzen Herzen, mit unserem ganzen Verstand, mit unserer ganzen Kraft. Wir ehren uns selbst, beten den Konsum und die Sicherheit an und das, was wir für unsere Freiheit halten. Jetzt wirfst du alle unsere Götzen über den Haufen und zeigst uns, dass wir Staub sind.

Du tust das nicht, weil du Spaß daran hast, uns leiden zu sehen. In deiner Gnade rüttelst du uns wach. In deiner Gnade willst du uns zur Buße führen. Herr, vergib! Wenn wir unsere Sünden bekennen, reinige uns durch das Blut deines Sohnes, den du als Retter der Welt gesandt hast. Hilf uns, von ganzem Herzen zu dir umzukehren.

Schenk unseren Verantwortlichen, dass sie dich suchen und deine Weisheit und deinen Rat finden in ihrer Ratlosigkeit.  In deinem berechtigten Zorn lass dein Erbarmen überhand nehmen und sei uns gnädig. Hilf uns, einzeln und gemeinsam, einen Neustart zu machen mit dir.

Hilf uns als deiner Gemeinde, dass wir die Menschen genug lieben, um ihnen die Wahrheit zu sagen. Hilf uns, uns nicht zu fürchten. Erfülle uns mit deinem Frieden. Verwandle uns durch die Nöte, durch die wir gehen, immer mehr in das Bild deines Sohnes, und richte uns aus auf deine Zukunft.

Adventskalender: 24 Bibelverse über den Mensch gewordenen Gott (14)

Er kam, weil wir ohne ihn verloren waren.

Titus 2,11

Abel und Jesus: Blut, das redet

ink-303244_1280Als Kain seinen Bruder Abel erschlagen hatte, findet Gott ihn und fragt ihn, wo sein Bruder ist. Kains Antwort: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?, ist zum sprichwörtlichen Inbegriff für alles Leugnen unserer Schuld und Verantwortung geworden.

Es ist nicht so, dass Gott die Antwort auf seine Frage nicht selbst wüsste. Er wollte Kain nur eine Chance zum Bekenntnis geben.  Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde! muss Kain hören. Man kann Gott nicht entkommen.

Kein Mord in dieser Welt verhallt ungehört. Gott “hört” die Stimme von zu Unrecht vergossenem Blut, und es schreit nach Rache, weil der Mensch im Bild Gottes geschaffen ist. Die Tötung eines Menschen ist ein Angriff auf seinen Schöpfer.

Viele Jahre nach Kains Brudermord geschieht ein anderer, noch dramatischerer Mord. Gottes eigener Sohn Jesus wird schuldlos zum Tod verurteilt und umgebracht. Auch sein Blut “redet”. Im Hebräerbrief lesen wir:

Ihr seid zu Jesus gekommen, dem Vermittler eines neuen Bundes, und zu dem Reinigungsblut, das viel besser redet als das Blut Abels (12,24).

Was spricht das Blut Jesu? Es spricht nicht von Rache, sondern von Vergebung und Reinigung von Schuld. Er hat sich freiwillig hingegeben, damit unsere Schuld vor Gott weggenommen werden kann. Keine Schuld ist zu groß. Was wir tun müssen ist: Zu ihm kommen, unsere Schuld bekennen, im Glauben um ein neues Leben bitten.  Mord, Diebstahl, Ehebruch, Hurerei und Perversionen, Hass und Neid, Lüge und Betrug, Okkultismus und Esoterik und was es sonst so an Verstößen gegen Gottes Gesetz in unserem Leben gibt und gab – auch wenn du meinst, es sei längst Gras drüber gewachsen – Gott hat es gesehen, und du wirst dafür von ihm zur Rechenschaft gezogen werden. Der einzige Ausweg ist, das Blut Jesu für dich sprechen zu lassen, das uns vor Gott Vergebung erwirkt. Komm heute zu ihm, denn du weißt nicht, ob du morgen noch die Gelegenheit dazu hast.

Wenn wir behaupten, ohne Schuld zu sein, betrügen wir uns selbst und verschließen uns der Wahrheit. Wenn wir unsere Sünden eingestehen, zeigt Gott, wie treu und gerecht er ist: Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von jedem begangenen Unrecht. 1.Johannes 1,8.9

Notizen zu 1.Mose 4: Abels kurzes Leben

church-753812_1920Über die Geschichte von Kain und Abel, dem ersten Brudermord und den Gründen dafür, habe ich hier schon einmal nachgedacht: “Zwei Opfer und ein Mord”.

Heute morgen habe ich mich damit beschäftigt, wie es nach Abels Tod weiterging. Obwohl Kain von Gott mit Strafe belegt wurde, so gründete er doch eine Familie. Wir hören von einem Sohn, Enkeln, Urenkeln und weiteren Nachkommen. Die erste polygame Ehe wird da  erwähnt und die ersten Musiker und Schmiede. Kain hatte kein glückliches Leben, aber er hatte ein Leben, und es gab etwas zu berichten.

Von Abel hören wir nichts. Nach seinem Tod verläuft seine Spur im Sand. Keine Nachkommen, keine Errungenschaften, kein Fortschritt der Zivilisation im Guten oder im Schlechten. Ein Bruder wird geboren, den seine Mutter Set, Ersatz, nennt.

Irgendwie ist das krass. Kain hat es geschafft; er hat gründliche Arbeit geleistet; sein Bruder ist spurlos ausgelöscht. Man hört nichts mehr von ihm in der Geschichte der Menschheit. Doch, warte! Im Hebräerbrief wird er Tausende von Jahren später noch mal erwähnt:

Durch den Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain. Gott nahm Abels Opfer an, um zu zeigen, dass er in seinen Augen gerecht gesprochen war. (11,4)

Es gibt über Abel diese eine Sache zu sagen: Er hatte das richtige Opfer. Er wusste, dass er ein Sünder war, der Vergebung durch ein Schlachtopfer brauchte, und Gott hat ihn gerecht gesprochen. Er hat eine Zukunft in der Ewigkeit Gottes, obwohl und weil er in diesem Leben nichts geleistet hat. Aber all die Errungenschaften Kains und seiner Nachkommen fallen unter das Urteil der Vergänglichkeit und des Todes.

Es kommt im Leben nur auf eines an. Du musst wissen, dass du Vergebung brauchst und dich auf das Opfer Jesu verlassen. Alles andere ist vergebliches Rennen und Laufen..

Beten lernen (2): Zu wem?

prayer-1269776_1920 (2)Eine der wichtigsten Fragen beim Gebet ist, wer mein Gegenüber, wer dieser Gott ist. Ist er eine nebulöse Macht? Wenn er ein Gott ist, der hören und antworten kann, dann muss er eine Person sein, nicht ein Etwas, sondern ein Jemand, zu dem ich in Beziehung treten kann.

Nun macht es für mein Gebet einen sehr großen Unterschied aus, wie dieser Gott ist, dem ich mich da nähere. Möchte er das überhaupt? Interessiert er sich für mich? Macht er Aussagen, auf die ich mich verlassen kann, oder ist er launisch und trifft willkürliche Entscheidungen je nach Tagesform? Muss ich ihn besänftigen, oder ist er mir von vornherein gut?

Gott hat sich uns geoffenbart. Er zeigt sich in der Schöpfung, er zeigt sich in seinem Wort, und er zeigt sich in seinem Sohn, Jesus Christus.

Durch die Schöpfung zeigt er uns seine Größe und Macht. Sie hat etwas zugleich tief Beglückendes und Einschüchterndes. Das Wort Gottes zeigt uns unter anderem die Maßstäbe Gottes, an denen seine Heiligkeit und unser totales Versagen deutlich wird. Sie zeigt uns auch einen Gott, der die Sünde bei uns nicht einfach übersieht. Und Christus zeigt uns das Herz Gottes, seine Liebe, die uns sucht und zurückführen will, und das Opfer, das unsere Sünde wegnehmen kann.

Wenn du beten  und dabei nicht nur ins Blaue hineinsprechen willst, musst du diesen Gott kennenlernen. Lies die Bibel! Darin findest du alles, was du dazu brauchst.

Im nächsten Post wird uns die Frage beschäftigen: Was gibt mir das Recht, vor Gott zu treten?

AHA-Momente: Die Made in meinem Küchenschrank und der Zorn Gottes

Zorn

Der Zorn Gottes ist für uns schwer verdaulich. Es hat auch keinen Zweck, ihn umzubenennen oder schönzureden. Die Bibel beschreibt ihn oft in Bildern einer leidenschaftlichen Zerstörungswut gegen seine Gegner, und zwar sowohl im Alten als auch im Neuen Testament! Andrerseits spricht sie von einem Gott, der seine Feinde so sehr liebt, dass er seinen eigenen Sohn als Schuldopfer für sie sendet, weil er sich mit ihnen versöhnen und sie in seine Familie aufnehmen will. Wie geht das zusammen?

Neulich hatte ich ein kleines Erlebnis. Jede Hausfrau kennt das vermutlich. Ich öffne die Tür von meinem Küchenschrank und erblicke oben einen kleinen Fleck. Was ist das? Schmutz? Bewegt sich das Ding? ich steige auf einen Stuhl, um besser zu sehen. Tatsächlich, eine kleine Made! Etwa eine Motten-Made? – Innerhalb von Sekunden läuft vor meinem inneren Auge ein Film ab. Ich sehe Tüten mit meinem geliebten Tee, von Mottengespinsten durchzogen, Mehl, in dem es krabbelt, ungenießbare, ekelhafte, verdorbene Nüsse… und ich sehe mich Lebensmittel um Lebensmittel, völlig unbrauchbar geworden, in die Tonne hauen. ich habe meine Erfahrungen mit diesen Viechern gemacht, nicht nur einmal! Und es war jedes Mal ein riesiger finanzieller Verlust und eine Mordsarbeit, die Schränke wieder davon frei zu bekommen.

Ich schnappe mir ein Stück Küchenrolle, stürze mich auf die Made und zerquetsche sie, so fest ich kann, zwischen dem Küchenpapier und mache ihr so ein Ende. Ab in den Müll damit! Aus der Perspektive der Made bin ich natürlich grausam, aber ich habe kein Mitleid mit ihr, denn sie wird sich rücksichtslos ausbreiten und mir alles nehmen, was ich habe. Dann schaue ich meinen Schrank durch, ob ich irgendwo mehr Maden oder gar ausgewachsene Motten oder die typischen Gespinste sehe. Alles, was ich an Befall finde, werde ich sofort vernichten! In diesem Moment verstehe ich plötzlich, warum Gott so zornig auf die Sünde ist. Die Sünde ist (wie diese Made für mich) eine Bedrohung für alles, was er liebt. Er kennt den Schaden, den sie anrichtet. Deshalb hat er einen vernichtungswilligen Zorn auf sie und auf alles, was von ihr befallen ist! Weil er die Menschen liebt!

Gott will ausdrücklich nicht den Tod des Sünders.

So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben? (Hesekiel 33,11)

Er bietet uns Gnade und ein neues Leben an:

Wer an den Sohn (Jesus) glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3,36)

Aber wer die Gnade ablehnt und an seiner Sünde festhalten will, dem kann Gott nicht helfen, der bleibt er unter seinem Zorn und geht dem Gericht entgegen.

Ist Gott hart und Jesus soft?

opposites-489521_1920Irgendwie kommt es mir immer wieder unter in Gesprächen und auf Blogs: Viele sehen einen Gegensatz zwischen dem rachedurstigen, Gericht übenden Gott des Alten Testamentes und dem gnädigen, vergebenden Jesus. Irgendwie scheint dem modernen Menschen Jesus recht sympathisch, der AT-Gott aber passt, so meint man, nicht so ganz ins Bild.

Nun, das eine wie das andere beruht auf Unkenntnis, die daher rührt, dass man die Bibel nicht ganz liest, noch nicht einmal das Neue Testament. Zudem blendet diese Wahrnehmung das Selbstzeugnis Jesu total aus, denn er hat gesagt: Ich und der Vater sind eins.

Jesus ist eins mit dem Vater im Zorn gegen die Sünde. Das Buch der Offenbarung (das übrigens der Apostel Johannes geschaut und verfasst hat, den man oft den “Apostel der Liebe” nennt) zeigt Jesus als Richter über eine gottlose Welt. In großer Furcht flehen die Menschen die Berge und die Felsen an:

Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes. Denn der große Tag ihres Zorns ist gekommen, und wer wird ihn überleben? Offenbarung 6,16.17

Der Vater ist eins mit Jesus im Willen, gnädig zu sein und zu retten. Schon immer, auch im Alten Testament, hat es Gott widerstrebt, den Sünder zu strafen. Er wünscht sich nichts mehr als seine Umkehr, damit er ihn begnadigen kann. Daher wurde innerhalb der dreieinigen Gottheit schon vor Grundlegung der Welt der Beschluss gefasst, dass der Sohn Mensch werden und für unsere Sünden sterben würde. Das Kreuz ist nichts, was Gott seinem Sohn “angetan” hat, sondern er hat es völlig freiwillig auf sich genommen. Und Gott hat den Sohn “gegeben” für eine feindselige Welt. So wie bei Abraham und Isaak, als sie zum Berg Morija gingen, kann man es von Gott und Jesus sagen: So gingen beide miteinander. Der Sohn hat sich geopfert. Der Vater hat den Sohn geopfert.

Einer meiner Lieblingsverse steht in Apostelgeschichte 20,28. Da ist die Rede davon, dass Gott sich die Gemeinde erkauft hat durch das Blut seines eigenen (Sohnes). In den englischen Übersetzungen steht durchgängig: durch sein eigenes Blut. Beide Übersetzungen sind möglich, denn das Wort Sohn ist nur ergänzt und steht nicht im Urtext. Auf jeden Fall ist klar: Da ist nicht ein unbeteiligter Gott, der fremdes Blut vergießt. Es hat Sohn und Vater alles gekostet. So groß ist ihr Zorn auf die Sünde. So groß ist ihre Liebe zu uns.

Es ist wahr: Ohne das Opfer Jesu hätte Gott unsere Sünde niemals vergeben können. Durch dieses Opfer können wir vor dem Zorn Gottes und des Lammes gerettet werden. Aber es gibt zwischen Gott und seinem Sohn keine Meinungsverschiedenheiten – weder in der Gnade noch im Gericht. Wir können nun Gott so nehmen, wie er sich offenbart hat – oder ihn ablehnen. Was wir nicht können, ist Jesus annehmen und den richtenden Gott ablehnen. Diese Option ist nicht existent.