Archiv der Kategorie: Lieblingsverse

Lieblingsverse (3): Eine wunderbare Einladung

Der vater selbst

“Der Vater selbst hat euch lieb.” Diese Worte klingen so warm und herzlich, davor könnte ein Eisberg zerschmelzen. Es ist die liebevollste Einladung, die je ausgesprochen wurde, ein ganz großes Willkommensschild vom Schöpfer des Universums, vom König der Könige und Präsident der Präsidenten. Wir dürfen uns mit allem, was uns bewegt, was uns bedrückt, was wir uns wünschen, an ihn wenden. Weil er uns liebt, wird er uns zuhören. Weil er uns liebt, wird er uns geben, was wir brauchen.

Gilt das für jeden? Jein. Zumindest ist jeder ein potentieller Empfänger dieser Einladung. Hier ist der Zusammenhang, in dem Jesus diese Einladung ausgesprochen hat:

Wenn jene Zeit gekommen ist, werdet ihr ihn in meinem Namen bitten. Ich sage nicht, dass ich dann den Vater für euch bitten werde. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und daran glaubt, dass ich von Gott gekommen bin. (Johannesevangelium 16, 26.27)

Jesus ist der Übermittler dieser Einladung, und dass ich diese Einladung von ihm annehme, ist sozusagen die Voraussetzung dafür, dass ich kommen darf. An  anderen Stellen wird Jesus als die Tür oder auch als der Weg zum Vater bezeichnet. Auf dem Weg zum Vater kommt man nicht an Jesus vorbei, denn er allein ist der, der die Hindernisse zwischen uns und Gott wegschafft. Aber wenn man sich entscheidet, in seinem Namen zu kommen, d.h. durch seine Vermittlung und seine Verdienste (weil man eingesehen hat, dass man einen Zugang zu Gott auf eigene Rechnung nicht verdienen kann), dann kann man ohne anzuklopfen jederzeit beim Vater vorsprechen. Und er ist reich und großzügig und teilt gerne, Frieden, Freude, Wasser des Lebens, den heiligen Geist als Tröster, Helfer und Kraft, ein Zuhause bei ihm. Aber auch aller Probleme und Sorgen unseres Lebens will er sich annehmen, wenn wir ihm nur vertrauensvoll freie Hand lassen.

Diese Einladung anzunehmen war das größte Glück meines Lebens. Ich bin nie einsam und verlassen. Ich muss das Leben nicht alleine schultern. Ich hab einen Vater, und er hat mich lieb.

Lieblingsverse (1): Gottes Kreuz-werter Schatz

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Jedes einzelne Wort in der Bibel ist wertvoll. Und doch hat wahrscheinlich jeder Bibelleser Verse, die ihm besonders viel bedeuten, z.B. weil sie ihn in einer großen Not getröstet haben oder weil sie ihm in besonderer Weise das Herz und die Absichten Gottes zeigen. Diese Gewichtung ändert sich auch schon mal je nach aktueller Lebenssituation.

Ein Vers, der mein Herz jedes Mal höher schlagen lässt, steht in Apostelgeschichte 20,28:

So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat!

Paulus spricht da mit den Gemeindeleitern von Ephesus und ermahnt sie, für die Gemeinde gut zu sorgen. Insofern bin ich nicht wirklich der Ansprechpartner für diesen Vers, weil das nicht meine Aufgabe ist. Aber ich liebe die Aussage, die hier über Gottes Beziehung zu seiner Gemeinde gemacht wird: Er hat sie durch sein eigenes Blut erworben.

Das zeigt, welch ein großer Schatz die Gemeinde (die weltweite Gemeinde genauso wie die Ortsgemeinde und jeder einzelne, der zu Jesus gehört) in seinen Augen ist. Sie war ihm das Kreuz wert. Er hat sie vor aller Zeit geliebt, ihre Erlösung geplant und sie dann, als die Zeit reif war, durch sein eigenes Blut erworben. Sie gehört ihm, und sie ist ihm das Kostbarste im Himmel und auf Erden. Die Ältesten dürfen sie hüten und pflegen, aber der Eigentümer ist Gott, und bis er sie zu sich holt, hat er sozusagen ein Etikett draufgeklebt: Handle with care!

Was mein Herr so wertschätzt, will ich auch wertschätzen. Was ihm so einen hohen Preis gekostet hat, will ich nicht leichtfertig beschädigen. Respekt für Gott und Respekt für das Kreuz ist vom Respekt für die Gemeinde untrennbar. An meinem Platz und in meiner kleinen Aufgaben-Ecke will ich alles dafür tun und vor allem dafür beten, dass es der Gemeinde gut geht, dass sie für ihren Herrn lebt und ihm gefällt, dass er Freude an ihr haben kann. Das wird auch was kosten. Wir alle sind es ihm schuldig, heißt es in 1. Johannes 3,16,  für die Brüder das Leben hinzugeben.

Der Vers ist eine große Hilfe, wenn das “Menscheln” in der Gemeinde uns frustriert und Dinge nicht so laufen, wie es unseren Vorstellungen entspricht. Er führt uns immer wieder zurück zur göttlichen Perspektive: Die Gemeinde hat das Kreuz gekostet, sie gehört IHM, nicht uns. Welch eine Ehre, dazugehören zu dürfen!