Archiv der Kategorie: Seelsorge

Gott hat die Welt geliebt – aber liebt er auch mich persönlich?

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In einem Gespräch ist diese Frage neulich aufgetaucht. Wenn es heißt, dass Gott die Welt liebt, was bedeutet das? Liebt er sie sozusagen “Im Kollektiv”? Heißt das vielleicht einfach nur, er hätte sie gerne zurück, darum will er sie retten? Was bedeutet es, dass Christus die Gemeinde liebt und sich für sie gegeben hat? Meint er mich denn auch persönlich? Ist es so, wie es in einem alten Lied heißt:

Ewig soll er mir vor Augen stehen,
wie er als ein stilles Lamm
dort so blutig und so bleich zu sehen,
hängend an des Kreuzes Stamm,
wie er dürstend rang um meine Seele,
dass sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle,
und dann auch an mich gedacht,
als er rief: „Es ist vollbracht!“

Nun ist ein Lied kein biblischer Beleg. Aber es gibt einen! Der Apostel Paulus war sich ganz sicher:

Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat. Galater 2,20

Gott kennt uns persönlich, Christus ist für jeden von uns persönlich gestorben. Er kümmert sich um jeden persönlich, fühlt mit uns, hört uns, sammelt unsere Tränen, weiß über uns, was keiner sonst weiß, will uns ganz persönlich in seiner Familie haben. Er spricht durch sein Wort zu uns persönlich, er erzieht uns persönlich. Zu jedem von uns hat er eine so einzigartige Beziehung wie der unverwechselbare Fingerabdruck, den er uns zugeteilt hat. Er ruft uns bei unserem Namen. Damit ist nicht nur der Name gemeint, den uns unsere Eltern gaben. Den gibt es vermutlich mehr als einmal auf der Welt, und er sagt wenig darüber aus, wer wir sind. Aber Gott kennt unser innerstes Wesen und unsere Bestimmung, das, was er aus uns machen kann: Er macht aus einem Abram einen Abraham, aus einer Sarai eine Sarah, aus einem Jakob einen Israel, aus Simon einen Petrus und aus einem Saulus einen Paulus.

So, wie er jeden persönlich liebt, so ist ihm auch jeder persönlich verantwortlich, und so, wie er uns angenommen hat in unserer Verschiedenartigkeit, sollen auch wir uns gegenseitig annehmen. Und dann sind wir miteinander seine geliebte Familie, die ihn mit einem Herzen und einem Sinn preist!

Neue Kraft

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Die auf den HERRN harren, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler; sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.         Jesaja 40,31

Ist das nicht ein passender Vers zum Beginn des neuen Jahres? Es ist so wichtig, geistlich nicht müde zu werden! Wenn man nicht gegenhält, passiert es im Nullkommanichts, ehe man es richtig gemerkt hat.

Geistliche Müdigkeit ist gefährlich. Man ist versucht, die wichtigsten Dinge über Bord zu werfen, so wie Esau, der sein Erstgeburtsrecht leichtfertig aufgab für einen Teller Linsen. Die Zukunft fällt dem gegenwärtigen Bedürfnis zum Opfer. Man ist versucht aufzuhören, das Gute zu tun, und wenn dann die Ernte eingefahren wird, hat man keinen Ertrag vorzuweisen:

Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten. (Galater 6,9)

Was macht uns denn müde?

  • Warten macht müde. Wenn wir z.B. den Eindruck haben, Gott erhört unsere Gebete nicht, kann sich Frustration breitmachen (Lukas 18,1)
  • Quälende Fragen, auf die man keine Antwort findet (Psalm 77)
  • Sorgen (Matthäus 6,34)
  • Ständige Bedrängnis und Traurigkeit  (Psalm 6,7)
  • Schlechtes Kräftemanagement  und mangelndes Auftanken  (s. hier)
  • Angriffe und Verfolgung  (Psalm 143)
  • Hilfe an der falschen Stelle suchen und endloses Gelaber ohne echte Lösungen (Jesaja 47,13)
  • Widerspruch  von außen und Kampf gegen die Sünde (Hebräer 12,3-4)
  • Gottes Züchtigung, vor allem, wenn man sie falsch einordnet als Ablehnung statt als Zeichen der Zuneigung (Hebräer 12,5-11)
  • Geistliche Arbeit – Paulus schreibt davon, wie ihn die Sorge um alle Gemeinden belastet (2.Korinther 11,28)

Viele dieser Dinge gehören zum Leben, und man kann ihnen nicht ausweichen. Paulus schreibt aber auch darüber, was ihn aufrecht und am Laufen hält. Er kannte das “Geheimnis der Adlerflügel”. Er wusste: Die Kraft kann nicht aus uns kommen. Wir brauchen Gottes Kraft. Und Gott wird nicht müde!

Hast du es nicht erkannt, oder hast du es nicht gehört? Ein ewiger Gott ist der HERR, der Schöpfer der Enden der Erde. Er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist seine Einsicht. Er gibt dem Müden Kraft und dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke. (Jesaja 40, 28,29)

Wir dürfen sozusagen die Reserven Gottes anzapfen.

Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. (2.Korinther 4,16)

Und wie funktioniert das praktisch?

In diesem Sinne:

Ein gesegnetes, kraftvolles Neues Jahr!

Wenn das Eisen stumpf geworden ist …

In letzter Zeit sehe ich um mich herum viel Erschöpfung, Burnout, Depression … und die  Fragen beschäftigen mich: Woran liegt das? Wie kann man helfen? Und wie kann man auf sich selbst achten, dass es einem nicht auch passiert? Kann man vorbeugen?

Da stoße ich heute morgen bei meiner Lektüre im Buch Prediger auf etwas, das sich wie eine Binsenweisheit anhört:

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Wenn das Eisen stumpf geworden ist und niemand die Schneide schleift, so muss man seine Kräfte mehr anstrengen. Aber ein Vorteil ist es, die Weisheit richtig anzuwenden. Prediger 10,10

 

Das ist ein interessantes Bild. Da macht jemand, was er immer schon gemacht hat, aber es wird anstrengender und  anstrengender, und er weiß gar nicht warum. Klar, mühsam ist Holzhacken immer, und deswegen merkt man den Unterschied am Anfang kaum. Aber irgendwann geht es einfach nicht mehr. Erschöpfung,  Wut auf die Axt und das Holz, Wut auf sich selbst, weil man es einfach nicht mehr schafft, Resignation, Depression … Was ist schief gelaufen?

Wir alle neigen dazu, Probleme zu übersehen und auszublenden. Wir versuchen, sie durch mehr Anstrengung zu kompensieren. Als Christen können wir dieses unweise Verhalten oft gut geistlich verbrämen als Treue und Ausharren.

Wenn du immer “Holz gehackt” hast (um im Bild zu bleiben), dann kommt noch dazu, dass deine Umgebung erwartet, dass du weiter Holz hackst, Du empfindest die Erwartung: Mach halt eine kurze Pause, und dann aber weiter! Oder auf “fromm”: “Schau auf Jesus! Gib nicht auf! Gott gibt den Müden Kraft!” Und weil das alles richtig und biblisch klingt, nimmst du nach einer kurzen Pause deine Axt wieder auf und hast vielleicht wieder Kraft für fünf Schläge, und dann brichst du völlig zusammen.

Weisheit, heißt es hier, muss man richtig anwenden. Es nützt nichts, ein Arsenal von Ermutigungssprüchen abzufeuern, wenn die Axt stumpf ist. Man muss das Problem richtig identifizieren und beseitigen, und man muss sich die Zeit nehmen, die man dafür braucht. Es ist gut investierte Zeit. Es ist normal, wenn die Axt irgendwann stumpf wird, wenn man viel arbeitet. Ein Fehler ist nur, wenn man, anstatt die stumpfe Axt zu schleifen, einfach weiterschuftet.

Wir brauchen also vor der Erschöpfung und erst recht, wenn sie da ist, regelmäßig Zeit und Ruhe, um unsere Axt zu inspizieren und wieder in Schuss zu bringen. Wir dürfen uns nicht weitertreiben lassen von eigenem oder fremdem Aktionismus und von Erwartungen. Wir müssen aufhören, Schwierigkeiten zu übergehen und halb schwindelig im Hamsterrad weiter zu rennen und eigene und fremde Erwartungen zu erfüllen, sondern die Probleme vor Gott bringen und seine Lösungen dafür suchen. Vielleicht brauchen wir Hilfe von jemand, der sich aufs Axtschleifen versteht und der mal einen Blick werfen sollte auf die tiefen Scharten in unserem Blatt und woher sie rühren.

Es sind zwei ganz verschiedene Dinge, in Schwierigkeiten in der Kraft Gottes auszuharren oder mit einer stumpfen Axt zu arbeiten zu versuchen. Wenn du in einem Zustand bist, wo du nur noch das Gefühl hast, funktionieren zu müssen, hast du eine stumpfe Axt, und einfach weiter zu hacken ist sinnlos. Mach eine Schleif-Pause, und mach sie früh genug!

Zwei Typen von Christen

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Kennst du auch diese Leute, denen noch nicht mal Gott helfen zu können scheint? ich weiß jetzt auch warum, und was die einzige Kur ist!  Ich lese gerade den Jakobusbrief, und Jakobus, muss man sagen, ist nicht gerade zimperlich in Diagnose und Therapie! Aber gerade das weist ihn als guten Seelsorger aus. Er beschreibt eigentlich zwei Typen:

Da ist einmal der Weise. Das ist nicht ein Mensch, der alles schon hat und weiß, sondern er hat seine Füße auf den richtigen Weg gesetzt. Er braucht Ermunterung und Ermahnung in schweren Zeiten, aber weil er ein grundsätzliches Vertrauen zu Gott hat, schlägt diese Ermunterung auch an. Er ist immer offen für mehr Weisheit, so wie es in Sprüche 9,8.9 heißt:

Weise den Weisen zurecht, und er wird dich lieben! Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; belehre den Gerechten, so wird er noch mehr lernen!

So bittet er Gott um Weisheit, nimmt Gottes Wort ohne Widerstand auf, lässt den Spiegel der Wahrheit sein Werk tun und greift im praktischen Alltag auf, was ihm gesagt wird. Die Weisen sind barmherzig oder wollen es zumindest lernen, weil sie wissen, wie sehr sie selbst auf Barmherzigkeit angewiesen sind. Sie verstehen, dass sie kein Recht haben zu richten. Sie wollen die Heuchelei ablegen und ehrlich miteinander werden, sie suchen Frieden und verzichten auf ihren Eigennutz. Sie wollen über ihr Leben nicht mehr selbst verfügen, sondern Gott Gott sein lassen.

Dann ist da der Wankelmütige. Das Wort im Urtext bedeutet: doppelherzig, mit zwei Seelen. Er  kann sich nicht entscheiden. Er will ein Christ sein, aber er will nicht die Kontrolle an Gott abgeben. Warum? Er ist ein Zweifler. Er traut Gott nicht so ganz. Gott könnte ihm ja am Ende was wegnehmen. Er kann nicht glauben, dass Gott gut ist, deswegen kann er auch harte Wegstrecken nicht von Gott annehmen. Wenn Gott ihm seine Wünsche nicht erfüllt, dann ist irgendetwas ungerecht.

Jakobus ist ziemlich unverblümt:

Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde, ist er doch ein wankelmütiger Mann, unbeständig in allen seinen Wegen. (1,7)

Später sagt er es noch mal:

Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden. (4,2.3)

Auf gut Deutsch: Freund, du kannst es auch bleiben lassen! Gott lässt sich nicht vor deinen Karren spannen!

Der Wankelmütige ist unglücklich, eifersüchtig, ohne Erfolg. Seine Gesinnung trägt die ichsüchtige Prägung der Hölle, obwohl er von Gott auch nicht ganz lassen will. Er identifiziert sich selbst als Christ, aber er will auch ein Freund der Welt sein. Seine innere Gespaltenheit führt zu Krieg in ihm und um ihn. Er will und will und bekommt nicht, macht Pläne um Pläne und rennt mit dem Kopf ständig gegen die Wand.

Jakobus kennt kein falsches Mitleid, obwohl das schon ein Zustand zum Erbarmen ist. Sondern er stellt eine knallharte Diagnose: geistlicher Ehebrecher, Feind Gottes. Hör auf, dir was vorzumachen!

Aber er sagt auch: So muss das nicht bleiben! Gib dem Selbstbetrug den Abschied! Gott hat Gnade für die, die sich demütigen. Wankelmütige können weise werden, wenn sie erkennen, was sie getan haben und es bereuen und Gott die Herrschaft geben:

Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen. Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! Fühlt euer Elend und trauert und weint; euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit! Demütigt euch vor dem Herrn! Und er wird euch erhöhen.

Ehe das Elend ein Ende haben kann, muss man es zugeben. Die Diagnose muss stimmen. Nicht Gott ist das Problem, nicht die Umwelt, die mir nie gibt, was mir zusteht, sondern das zwiespältige Herz ist die Ursache des Unglücks.  Es muss von diesem Zwiespalt gereinigt werden, Es muss aufhören, mit dem Teufel zu kooperieren! In meiner Jugendzeit gab es so einen Spruch: Sei ganz Sein, oder lass es ganz sein! Ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn. Wie Jakobus sollten wir aufhören, Zwischenlösungen zu suchen und diese verzweifelten und unruhigen Seelen falsch zu trösten, sondern die Wahrheit in Liebe sagen – und dabei selbst ständig darauf bedacht sein, unser Herz zu reinigen von aller Heuchelei und Halbheit.

Wenn wir um Weisheit bitten–um was bitten wir da eigentlich?

 

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Wenn jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie soll ihm gegeben werden. Jakobus 1,5

Dieser Vers ist deshalb so bekannt, weil wir alle ständig in Situationen kommen, wo wir nicht weiter wissen, und dann bitten wir um “Weisheit” und hoffen, das wir die Dinge so handlen, dass etwas Gutes und Richtiges dabei rauskommt.So wie bei Salomo: Er bittet um Weisheit und zack! fällt ihm bei einem kniffligen Rechtsstreit die passende Lösung ein. Irgendwie hab ich das auch immer so verstanden, und man kann das vielleicht gelegentlich auch so anwenden.

ich unterhalte mich immer so mit dem Herrn, wenn ich die Bibel lese. Nun fiel mir das erste Mal auf, dass dieser Vers ja in einem Zusammenhang steht, und dieser Zusammenhang sind Prüfungen und Versuchung und Bewährung! Und ich sage zu Ihm: Wieso kommst du da ausgerechnet auf Weisheit? In meinen Versuchungen habe ich eher andere Mangelerscheinungen. Selbstdisziplin z.B. ist ein ganz großes Thema bei mir, die Art, wie ich mit meiner Zeit umgehe usw. Da weist mich der Herr darauf hin, dass es im Alten Testament ein ganzes Buch über Weisheit gibt, die Sprüche nämlich. Und sie handeln hauptsächlich von der praktischen Tag-für-Tag-Lebensführung, von Arbeit und Faulheit, vom Vermeiden von bösem Geschwätz und Streit, vom Umgang mit Zeit und Geld, von Warnungen vor Ehebruch usw. usw. Da kapiere ich, dass meine Vorstellung von dem, um was wir bitten sollen, etwas verdreht war. Weisheit ist vor allem eine gehorsame Haltung gegenüber Gottes Wort, die meine ganze Lebensführung weise und gottesfürchtig macht.

Und jetzt kommt etwas sehr Cooles: Wenn ich da Mangel habe und Gott bitte, macht er mir keine Vorwürfe. Er sagt nicht: Wie, um so was musst du bitten? Das hätte ich aber von dir erwartet, dass du nicht nur weißt, sondern auch tust, was richtig ist! Reiß dich einfach mal zusammen! Sondern er gibt. Er gibt denen, die nicht zweifeln, dass er sie weise machen kann, dass er unser Leben wirklich ändern kann. Arm und leer dürfen wir kommen, aber voll Vertrauen.

Was kriegen wir nun als Antwort auf unser Gebet? Erziehung durch Prüfungen, Bewährung unseres Glaubens und Ausharren. Das ist Gottes Art, unserem Mangel abzuhelfen:

Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet,da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt.

Also, mein Mangel an Disziplin gehört auch zum Bereich Weisheit, um die ich einfach bitten darf, und wo Gott mir gibt ohne Vorwurf … manchmal “Instant”, aber oft im Langzeitprojekt seiner väterlichen Erziehung. Das ist eine befreiende Perspektive. Bitte ihn – er wird dir geben, was dir fehlt!

Das Gebet macht die geistliche Waffenrüstung komplett (Predigt-Nachlese)

Predigttext: Epheser 6,18 ff

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Wenn Gott uns durch den Glauben das neue Leben geschenkt hat, sind wir “in Christus”. Wir sind mit allen geistlichen Segnungen gesegnet. Und trotzdem stehen wir ununterbrochen im Kampf, denn dem Widersacher Gottes passt das nicht. Wir müssen uns aber nicht fürchten, denn Gott hat uns seine Waffenrüstung zur Verfügung gestellt, und wenn wir sie anlegen, ist der Sieg uns sicher.

Das Wort Gottes ist unser Schwert, wirksam für Angriff und Defensive. Um es effektiv zu führen, brauchen wir das Gebet. Das Wort der heiligen Schrift und das Gebet gehören unauflöslich zusammen. Betend wenden wir das Wort auf unsere Herzen an, betend stützen wir uns darauf, wenn wir von Entmutigung attackiert werden, betend greifen wir mit allen Verheißungen den Feind an im Kampf um unsere Familien, unsere Gemeinden und die Menschen dieser Welt. Betend wehren wir uns mit dem Wort, wenn der Feind uns zum Ungehorsam verleiten, unsere Nützlichkeit zerstören und unsere Freude rauben will.

Und wie machen wir das? “Mit allem Gebet und Flehen im Geist”, d.h. unser Leben muss durchsättigt sein von der Kommunikation mit dem Herrn in allen Variationen und Facetten. Wir empfangen seine Güte und danken, wir erleben unsere Hilflosigkeit und flehen, wir sehen unsere Brüder leiden und stehen in der Fürbitte für sie ein, wir sehen die Gefährdung unseres Glaubens und wachen, wir haben gesündigt und tun Buße vor ihm, wir lieben die Gläubigen und ringen im Gebet, dass sie im Willen Gottes stehen. Alles machen wir immer mit dem Herrn, weil wir uns unserer Abhängigkeit bewusst sind. Mit ihm reden wir über unser Leben, vor ihn tragen wir unsere Fragen, von ihm erwarten wir alle Hilfe. Und das tun wir privat und öffentlich, spontan und geplant, jubelnd und weinend, stehend, sitzend und kniend, die Hände erhebend oder auf unserem Gesicht liegend.

Beten ist nichts, was der Mensch von Natur kann, deshalb muss es im Geist sein. Der Geist und das Wort wirken zusammen und verändern unsere Denkweise und bringen sie in Einklang mit der Denkweise Gottes. Aber mehr noch: Da, wo es gar keine adäquaten Worte gibt und wo uns die Kraft und der Horizont fehlt, hilft der Geist unserer Schwachheit auf und tritt mit unaussprechlichen Seufzern vor Gott für uns ein. Wir sind in unserem Beten nicht auf uns angewiesen, sondern auf ihn. Er tut für uns, was unsere Kapazität übersteigt.

Wir tun es in aller Ausdauer, ohne Unterlass, ohne aufzugeben, weil er uns versprochen hat, dass er uns erhört.  Wir tun es für uns und alle Heiligen und ganz besonders für die, die ihm an vorderster Front dienen, und für die, die um seinetwillen leiden. Paulus selbst bittet um Gebet. Er hat so viel für den Herrn durchlitten, er hat das Evangelium unter bitterster Verfolgung unentwegt von Stadt zu Stadt und Land zu Land gebracht, und jetzt sagt er: Geschwister, bittet für mich! Ich brauche Mut! Keiner kann es je aus sich selber, keiner wächst je über die Abhängigkeit von der Gnade Gottes hinaus. Um unseren Lauf zu vollenden und unseren Dienst zu verrichten, brauchen wir unser eigenes und das Gebet unserer Glaubensgeschwister – bis zum Schluss.

10 Taktiken des Feindes im Buch Nehemia

Nehemia ist ein Buch, in dem es um geistliche Kriegsführung geht. Der Bau (oder Wiederaufbau) der Stadt Gottes geht nicht ohne ständige Angriffe vonstatten. Da hat sich bis heute nicht viel geändert. Wir kämpfen gegen den selben Feind in vielen verschiedenen Verkleidungen. Oft ist es schon die halbe Miete, wenn man seine Taktik durchschaut! Dann kann man den Schild des Glaubens den Pfeilen des Bösen entgegenhalten. Das hat Nehemia auch getan, und das machte ihn so unbeirrbar und standhaft, dass er nicht aufgab,

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