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Sollten Christen vegan leben?


green-422995_1280Veganismus ist inzwischen nicht mehr nur etwas für eine abgehobene Randgruppe. „Vegan“ ist so sehr ein Verkaufsargument geworden, dass sowohl Fertiggerichte als auch Kosmetik- und Bekleidungsprodukte damit gelabelt werden. In Restaurants und Cafés werden regelmäßig vegane Gerichte angeboten – all das zeigt, dass der Veganismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Wie stehen wir als Christen dazu, oder besser gesagt, sagt die Bibel etwas dazu, und wenn ja, was?

Ehe wir die Frage beantworten können, brauchen wir eine korrekte Definition. Wer könnte uns die besser geben als die englische Vegan Society? Sie ist nämlich der Ursprung des Begriffs, der 1949 erstmals definiert und dann mehrmals neu gefasst wurde. Seit 1988 lautet die Definition so:

„A philosophy and way of living which seeks to exclude—as far as is possible and practicable—all forms of exploitation of, and cruelty to, animals for food, clothing or any other purpose; and by extension, promotes the development and use of animal-free alternatives for the benefit of animals, humans and the environment. In dietary terms it denotes the practice of dispensing with all products derived wholly or partly from animals.“

Quelle: https://www.vegansociety.com/go-vegan/definition-veganism

(Meine Übersetzung: „Eine Philosophie und Lebensweise, die danach strebt – soweit es möglich und praktisch umsetzbar ist – jegliche Art von Ausbeutung von oder Grausamkeit gegenüber Tieren für Nahrung, Bekleidung oder zu anderen Zwecken auszuschließen; als Folge davon unterstützt sie die Entwicklung und den Gebrauch tierfreier Alternativen zum Wohl der Tiere, der Menschen und der Umwelt. In Bezug auf Nahrungsmittel ist sie gekennzeichnet durch die Praxis des Verzichts auf alle Produkte, die ganz oder in Teilen von Tieren gewonnen werden.“)

Ein echter Veganer isst nicht nur kein Fleisch, sondern auch keine Milchprodukte und keinen Honig. Er trägt keine Lederkleidung und nimmt von zoologischen Gärten, Tierkämpfen, Jagd und natürlich Tierversuchen Abstand, weil auch da Tiere für den Menschen ausgebeutet werden. Das unterscheidet ihn vom Vegetarier.

Veganer sehen ihren Lebensstil als ethisch und gesundheitlich überlegen an. Zum gesundheitlichen Aspekt hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine kritische Stellungnahme herausgebracht. Aber was ist mit der Moral? Ist der vegane Lebensstil moralisch überlegen? Ist er christlich?

Die Philosophie des Veganismus beruht auf der Vorstellung, dass der Mensch ein „human animal“, ein menschliches Tier ist, das kein Recht hat, sich über die anderen Tiere zu erheben und sie auszubeuten. Sie geht damit wesentlich weiter als der „Tierschutz“, der z.B. artgerechte Tierhaltung und Vermeidung von Grausamkeit fordert.

Was sagt nun die Bibel über das Verhältnis von Mensch und Tier? Zunächst sind sie beide Geschöpfe Gottes. Dennoch sagt Gott gleich zu Anfang zu den Menschen:

Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen (1.Mose 1,28)!

Er weist also den Menschen eine Überlegenheit zu, verbunden mit einer Aufgabe und Verantwortung. Dann stellt er den Menschen alle Früchte und Kräuter als Nahrung zur Verfügung.

Dann kommt der Sündenfall. Der Mensch wird Gott ungehorsam – und Gott selbst führt das erste tierische Produkt ein: Er macht den Menschen, die erstmals Scham aufgrund ihrer Nacktheit empfinden, einen Schurz aus Fell. Dafür muss notwendigerweise ein Tier sterben.

Abel, der jüngere Sohn des ersten Menschenpaares, wird ein Schafzüchter und bringt von seinen Schafen Gott ein Opfer dar, das Gott, im Gegensatz zu dem Opfer seines Bruders Kain, der von den Früchten des Feldes geopfert hatte, zustimmend annimmt. Kain kann das nicht akzeptieren und bringt seinen Bruder um. Die Spirale menschlicher Sünde und Gewalt dreht sich immer weiter bis zur Sintflut. Noah und seine Familie sowie viele Tiere werden auf Anordnung Gottes gerettet. Gott ordnet an, dass Noah von einigen Tierarten mehr als ein vermehrungsfähiges Pärchen in die Arche bringt, damit Noah nach Beendigung der Flut etwas zum Opfern hat. Und Gott gibt explizit eine neue Anordnung bezüglich der Ernährung:

Furcht und Schrecken vor euch sei auf allen Tieren der Erde und auf allen Vögeln des Himmels! Mit allem, was sich auf dem Erdboden regt, mit allen Fischen des Meeres sind sie in eure Hände gegeben. Alles, was sich regt, was da lebt, soll euch zur Speise sein; wie das grüne Kraut gebe ich es euch alles. Nur Fleisch mit seiner Seele, seinem Blut, sollt ihr nicht essen (1.Mose 9,2-4).

Das ist ziemlich eindeutig eine Aufforderung, Tiere als Nahrungsquelle zu nutzen, und etabliert noch einmal deutlicher ein Machtgefälle zwischen Mensch und Tier.

So hatte im Alten Testament das Nutztier zwei Funktionen: als Nahrung und als Opfer. Im Neuen Testament wurden Tiere als Opfer nach dem Tod Jesu überflüssig, da er das vollkommene, ewig gültige Opfer gebracht hat. Es ist aber völlig klar, dass Jesus selbst noch das Passalamm gegessen hat. Genauso klar ist, dass die Bibel Vernachlässigung und Grausamkeit gegenüber Tieren nicht befürwortet:

Der Gerechte kümmert sich um das Wohlergehen seines Viehes, aber das Herz der Gottlosen ist grausam (Sprüche 12,10).

So weit, so gut. Aber gibt es nicht doch in der Bibel Beispiele von Menschen, die aus ethischen Gründen auf Fleisch verzichtet haben? Daniel z.B.? Er und seine Freunde weigerten sich, im babylonischen Exil von der Tafelkost des Königs zu essen und baten darum, sich nur von Gemüse ernähren zu dürfen. Das lag aber nicht daran, dass sie Fleisch generell ablehnten, sondern dass diese Tafelkost des Königs kultisch unrein war – vielleicht war es den Götzen geopfert worden, vielleicht stammte es von Tieren, die für sie als Juden nach dem Gesetz Gottes nicht gegessen werden durften. Diese Geschichte hat also nichts mit einer generellen Verwerflichkeit fleischlicher Kost zu tun. Parallelen gibt es auch im Neuen Testament, wo die Frage aufkam, ob Christen Götzenopferfleisch essen durften (1.Korinther 10,23-33). Auch die frühchristliche Gemeinde in Rom schlug sich mit diesem Problem herum, weil einige damit ein Problem hatten, Fleisch zu essen, das sie als kultisch unrein empfanden, andere aber nicht. Paulus ermahnt alle zu Toleranz und Rücksicht auf das Gewissen der Brüder und sagt:

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist (Römer 14,17).

Wenn dein Bruder denkt, das Fleisch ist unrein, dann iss lieber nur Gemüse, auch wenn du selbst weißt, dass Gott nichts dagegen hat.

Also sollte ich jetzt aus Rücksicht auf und unter dem moralischen Druck der Veganer lieber kein Fleisch mehr essen, weil das ihr Gewissen belastet? Ich glaube nicht. Ich glaube vielmehr, dass wir jene Christen, die meinen, wir müssten vegan leben, über die unbiblischen Hintergründe aufklären müssen. Der Veganismus ist 1. ein direkter Angriff auf die biblische Schöpfungsordnung und beruht 2. auf einer Leugnung des Sündenfalls. Wir warten darauf, dass unter der Herrschaft Jesu in seinem Reich die durch den Sündenfall verdorbene Schöpfung wieder heil wird. Das ist durch keinen Weltverbesserungs-Shortcut zu erreichen.

Natürlich heißt das nicht, dass wir nicht darüber nachdenken sollten, wie viel und welcher Fleischkonsum sinnvoll ist, und wie wir vernünftig mit den Tieren umgehen können. Wir können die Tierzucht zur Zeit der Bibel sicher nicht mit unserer industriellen Tierzucht heute vergleichen. Aber die vegane Philosophie der Gleichberechtigung von Tier und Mensch lässt sich nicht in unseren Glauben integrieren.

Nehmt euch vor denen in Acht, die euch mit einer leeren, trügerischen Philosophie einfangen wollen, mit Anschauungen rein menschlichen Ursprungs, bei denen sich alles um die Prinzipien dreht, die in dieser Welt herrschen, und nicht um Christus (Kolosser 2,8).

Predigt-Nachlese: Noahs Glaube

 

Predigttext: Hebräer 11,7noahs-ark-313735_1280

Noah kennt irgendwie jeder. Fast in jedem Kinderzimmer findet man die Arche mit den Tierpärchen und Bilderbücher zum Thema ! Verfilmt wurde die Geschichte auch, allerdings nicht so, wie sie sich nach der Bibel zugetragen hat.

Die Bibel zeigt uns Noah als einen Menschen, von dessen Glauben wir lernen können:

Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung über das, was noch nicht zu sehen war, empfangen hatte, von Furcht bewegt, eine Arche zur Rettung seines Hauses. Durch ihn verurteilte er die Welt und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die nach dem Glauben ist.

Noah muss in den Augen seiner Zeitgenossen ein ziemlich schräger Typ gewesen sein. Er baute ein riesiges Schiff auf dem Trockenen! Es war völlig unvorstellbar, zu was das einmal gut sein sollte, denn nicht nur gab es da, wo er war, kein Meer, auf dem das Ding schwimmen hätte können – noch viel unvorstellbarer war eine Flut.

Unter seinen Mitmenschen war er aber auch sonst ein Fremdkörper. Sie ignorierten Gott völlig.

Jahwe aber sah, wie groß die Bosheit der Menschen auf der Erde war. Ihr ganzes Denken und Streben, alles, was aus ihrem Herzen kam, war immer nur böse. Da beklagte Jahwe es, den Menschen erschaffen zu haben, und es schmerzte ihn bis in sein Innerstes hinein. (1.Mose 6,5,6 NEÜ)

Noah dagegen lebte mit Gott. Er wird als gerecht und untadelig beschrieben, was nicht bedeutet, dass er perfekt und ohne Fehler war. Aber er war in der ihn umgebenden Kultur der Gottlosigkeit der Einzige, der sein Leben nach Gott ausrichtete und ihm nicht den Rücken kehrte. So sollen auch wir uns abheben und als Kinder Gottes

ein reines, vorbildliches Leben führen in einer dunklen Welt voller verdorbener und verirrter Menschen, unter denen euer Leben wie ein helles Licht leuchtet. (Philipper 2,15 NEÜ)

Wir können nicht an allem teilhaben, was diese Welt so tut – und dann steht man manchmal allein. Noah zeigt uns, dass es mit Gott an unserer Seite nicht einfach, aber möglich ist!

In seinem Glauben stützte sich Noah auf nichts anderes, als das was Gott gesagt hatte, auch wenn er es noch nicht sehen konnte. Es ging über seine Erfahrung weit hinaus und war mit seiner Logik nicht zu fassen, aber er vertraute darauf. Über einen Zeitraum von 120 Jahren investierte er sein Leben in den Bau dieses riesigen Schiffes angesichts von Unverständnis, Spott und Gleichgültigkeit seiner Zeitgenossen, die weiterlebten wie bisher – und sah kein einziges Wölkchen am Himmel, das ihn und seine Gerichtsbotschaft bestätigt hätte.

Und dann, als alles beendet war, kam die Flut plötzlich und unerwartet und dauerte ein Jahr. Es gab keine Entkommen und kein Überleben außer für die, die vor dem Gericht in die Arche gegangen waren.

Gott wird diese Welt noch einmal richten. Auch diesmal lässt er es vorher verkündigen.

Der Tag des Herrn wird so unerwartet kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel unter schrecklichem Lärm vergehen, und alles wird sich in Flammen auflösen; und die Erde wird mit allem, was auf ihr ist, dem Gericht ausgeliefert werden. (2.Petrus 3,10 NEÜ)

Die Arche, die er anbietet, ist Jesus Christus. Wenn wir unser Vertrauen in ihn setzen, werden wir gerettet. Dieses Vertrauen wird sich dann auch ganz praktisch zeigen. Unser Leben wird sich ändern. Statt dem Glück in dieser Welt nachzujagen, werden wir in die Ewigkeit investieren, in Dinge, die wir noch nicht sehen. Wir werden danach streben, Gott durch sein Wort immer besser kennenzulernen und ihm zu gefallen.

Wenn aber alles um uns her sich auf diese Weise auflösen wird, wie viel mehr solltet ihr dann ein Leben führen, das heilig ist und Gott ehrt! Ihr solltet diesen Tag erwarten und ihn herbeisehnen – den Tag, an dem Gott den Himmel in Brand setzt und die Elemente in den Flammen zerschmelzen. Wir aber erwarten den neuen Himmel und die neue Erde, die er versprochen hat. Dort wird Gottes Gerechtigkeit herrschen. Bemüht euch deshalb darum, liebe Freunde, ein reines und tadelloses Leben im Frieden mit Gott zu führen, während ihr auf dies alles wartet. Und denkt daran: Gott wartet, damit die Menschen gerettet werden. (2.Petrus 3,11-15)

Warum ich nicht Charlie bin

Über Europa fegt ein Strom der Solidarität mit den Terroropfern von Paris hinweg und äußert sich in dem Slogan “Je suis Charlie”. Millionen demonstrieren unter diesem Motto für die Freiheit. Die Religionen verbünden sich gegen den Hass und marschieren zusammen, wie der Spiegel berichtet. Ist das nicht etwas Gutes, wo ich auch teilnehmen sollte?

Heute morgen hatte ich eine Stellungnahme von Mark Schibli im Posteingang, die ich mit seiner Genehmigung hier weitergeben möchte, weil ich mich damit gut identifizieren kann.

“Je ne suis pas Charlie…   Ich bin nicht Charlie, weil ich kein Recht einfordern will, mich über Religionen lustig zu machen. Denn selbst über den Teufel sollen wir kein lästerndes Urteil fällen (Judasbrief 1,9). Es geht um ewige Dinge: Lügen, die in die ewige Verdammnis führen, oder Wahrheit, die zum ewigen Leben führt. Darüber will ich nicht spotten und lachen.

Ich bin nicht Charlie, weil ich mich nicht solidarisch machen will mit einer falschen Hoffnung. Die falsche Hoffnung ist die des Glaubens an die Solidarität aller Menschen, die humanistische Hoffnung, dass Einheit ohne Wahrheit das Heil bringt. Es ist eine falsche, trügerische Hoffnung. Die Religionen sind Erfindungen der Menschen und sterben mit ihnen. Jesus Christus ist keine Religion der Menschen, sondern er ist der ewige Gott, der vom Himmel kam und zum ewigen Leben führt.

Ich bin nicht Charlie, weil 3,7 Millionen Trauernde nicht ausreichen, um die Opfer der Anschläge wieder lebendig zu machen. Auch 3,7 Milliarden würden nicht ausreichen. Seit es den Tod gibt, nützt alles Trauern nichts, um die Macht des Todes zu besiegen. Es ist Heuchelei, über den Tod zu trauern und gleichzeitig den Sieg über den Tod durch Jesus Christus abzulehnen und zu verschweigen.

Es wäre ehrlicher zu weinen und zu klagen: Ich bin Kouachi! Ich bin Coulibaly! (Namen der Terroristen, die die Anschläge verübt haben). Denn unser sündiges Herz ist prinzipiell genau so verdorben und böse wie das Herz dieser Terroristen. Nichts kann uns vor dem sicheren Tod retten, denn „der Lohn der Sünde ist der Tod“ … „die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus unserem Herrn.“ (Römer 6,23)

Deshalb: Komm zu IHM! „Kommt her zu mir ihr Mühseligen und Beladenen, ich will euch Ruhe geben!“ (Matthäus 11,28). Geh nicht zu den Vereinigten Religionen gegen den Hass! Sie können dich nicht retten, sie können dir kein neues Herz und kein ewiges Leben geben. Der Terrorist bleibt in dir und mit ihm der sichere Tod.”

Gottes Förderplan

Dass einige von uns Erdenwürmern beschließen, dass heute Nacht das Jahr 2014 endet und ein neues beginnt, ist für den Herrn aller Herren, für den ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind, sicher nicht maßgeblich. Wir aber sind für unsere Orientierung in der Zeit auf diese Ab- und Einschnitte angewiesen, und nehmen sie zum Anlass, zurück und nach vorne zu schauen, und das kann durchaus was Gutes sein. Ich bin nicht so der Typ, der zum Jahreswechsel gute Vorsätze fasst – da kenne ich mich und meine beständige Unbeständigkeit zu gut … Trotzdem ist mir natürlich bewusst, dass es Änderungsbedarf bei mir gibt.

Auch wenn ich keinen Vorsatz habe, Gott hat mit Sicherheit einen, auch wenn er ihn nicht an unserem Silvester-Datum festmacht. Zu meiner beruflichen Arbeit gehört das Erstellen von Förderplänen für die geistig behinderten Menschen, die ich betreue. In regelmäßigen Abständen erheben wir den Ist-Zustand: Wo steht unser Klient? Gab es positive Entwicklungen? Hat sich eine neue Problemlage gezeigt? Ist er vielleicht sogar zurückgegangen? Und dann legen wir Förderziele fest: Wo wollen wir hin? Wie können wir ihn anleiten, um sich in ganz kleinen Schritten diesem Ziel anzunähern? Was braucht er dazu von uns? Wer kann daran mitwirken?

Gott hat auch so einen Förderplan für mich. Er weiß, wo er mit mir hinwill. Ich bin oft zu beschränkt, um seine Ziele zu erkennen. Mein Horizont ist viel zu eng, meine Vorstellungen zu vordergründig. Nicht nur das, ich kann auch meine Mängel und Macken gar nicht einschätzen, weil ich irgendwie wahrnehmungsgestört bin, wenn es um mich selbst geht. Aber das ist auch nicht so schlimm, weil er den Überblick hat. Er schickt mir Menschen (manchmal auch Bücher), die an meinem Glauben ergänzen können, was noch fehlt, was ich noch brauche an Belehrung oder Aufdeckung meiner blinden Flecken. Er schickt mir Bewährungsproben und Schwierigkeiten, damit ich anwenden kann, was ich gelernt habe. Wenn ich nicht klarkomme, analysiert er meine Schwachpunkte und bearbeitet die. Kurzum: Er hat die Sache in die Hand genommen, und ich vertraue ihm völlig, dass er mich zu einem guten Ende führen wird, wie sein Wort es verspricht: Der Gott, von dem alle Gnade kommt, hat euch berufen, mit Christus zusammen für immer in seiner Herrlichkeit zu leben. Er wird euch aufbauen, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen, auch, wenn ihr jetzt eine Weile leiden musstet. (1.Petrus 5,10) Der, der euch beruft, ist treu. Er wird euch auch ans Ziel bringen. (1.Thessalonicher 5,24)

Querbeet am 4.7.2014

Heute möchte ich mal wieder einige lesenswerte Beiträge von anderen Blogs weiterempfehlen.

Josh Bishop hat einen neuen Bruder bekommen. Das Problem dabei: Dieser Bruder war bisher seine Schwester. Wie kann man als Christ auf diese Herausforderung reagieren? When the transgender issue comes home – leider nur in Englisch. Ein wichtiger Artikel für jeden, der seine Augen nicht vor der gesellschaftlichen Realität verschließen will!

Ich finde es immer wieder interessant, wie Menschen zu Jesus kommen – jede Geschichte ist anders, und doch haben alle etwas gemeinsam: Umkehr vom Weg der Sünde und Vertrauen auf die Gnade Gottes. Johannes erzählt auf seinem Blog, wie er Jesus den Chefposten in seinem Leben übergeben hat.

Hast du schon gewusst, dass nicht nur der Satan ein Satan ist? Ein interessanter bibelkundlicher Artikel in Englisch gibt Auskunft darüber, wo der Begriff überall vorkommt.

Mit spitzer Feder schreibt theologista über die Zehn Gebote der Postmoderne (Englisch). Mir scheint, sie hat es ziemlich getroffen.

Diese Zusammenstellung der Gebete des Apostels Paulus bringt zu jedem Gebet Fragen als Gedankenanstoß. Zu meiner großen Verblüffung sind in der Serie jetzt schon 27 Gebete aufgelistet! Ich hab´s noch  nicht getan, aber ich habe fest vor, sie gelegentlich (vielleicht im Urlaub) zu studieren, denn ich wüsste kaum, von wem man in puncto Gebet mehr lernen könnte als von Paulus!

Der falsche Kampf

Es macht mich manchmal traurig, wenn Christen sich in den “Kampf gegen Fleisch und Blut” hineinziehen lassen. Es ist gut und richtig, die Sünde zu hassen. Gott hasst die Sünde, weil er die Menschen liebt, und weil Sünde uns ihm entfremdet. Manchmal habe ich aber das Gefühl, wir kämpfen nicht für, sondern gegen Menschen.

Das passiert, wenn wir nach Macht streben, weil wir denken, wir könnten so Gottes Ziele in dieser Welt durchsetzen. Wir wollen Stimmen sammeln; wir wollen auch eine Lobby. Aber so ist das Reich Gottes noch nie gebaut worden. Und dann greifen wir zu den Waffen dieser Welt: Wir greifen Politiker in entwürdigender Weise als Person an, wir reden von “Homos”, wir diffamieren und erniedrigen mit unseren Worten (und übernehmen, ganz nebenbei, das Feindbild, das die andere Seite uns zugedacht hat). So gewinnen wir vielleicht einen Machtkampf, aber niemandes Herz. Wir schließen lediglich Türen zu. Und nicht selten verbünden wir uns mit den Falschen, nur weil die auf den ersten Blick das selbe Ziel verfolgen. Als ich einmal dem “Anti-Abtreibungs-Video” auf einem großen christlichen Blog folgte, merkte ich, dass es von einer Nazi-Seite stammte. Den Erstellern ging es hauptsächlich darum, dass mehr deutsche Kinder das Licht der Welt erblicken!

Wir predigen nicht Moral, sondern Erlösung. Ich möchte hier noch mal jedem, der des Englischen mächtig ist, das Buch von Rosaria Butterfield empfehlen. Sie beschreibt sehr gut, wie abstoßend die selbstgerechten politischen “christlichen” Rechten auf sie gewirkt haben und wie anziehend Gnade, Liebe und die kompromisslose Wahrheit des Wortes Gottes in einer fairen und respektvollen Auseinandersetzung!

Wir kämpfen mit den Mächten der Finsternis, und das geht nicht durch Stimmenmehrheit, Lautstärke und Lobbyismus, sondern durch Gottes Wort und Geist und durchs Gebet. Das tun wir alle, auch ich, viel zu wenig. Aber das ist der Kampf, den ich kämpfen möchte, und seine Triebkraft ist die Liebe Gottes zu den Menschen.

“Zuallererst fordere ich die Gemeinde zum Gebet für alle Menschen auf: zum Bitten und Flehen, zu Fürbitten und Danksagungen, besonders für die Regierenden, und alle, die Macht haben. Wir beten für sie, damit wir in Ruhe und Frieden ein Leben führen können, das Gott in jeder Hinsicht ehrt und das auch von Menschen geachtet werden kann. Das ist gut, und es gefällt Gott, unserem Retter. Er will ja, dass alle Menschen gerettet werden und die Wahrheit erkennen. “ 1.Timotheus 2,1-4

Predigt-Nachlese: Gut beraten?

Predigttext: Psalm 1

Der Druck unserer Kultur, uns ihrem Wertsystem und ihrer Denkweise anzupassen, wird immer militanter. Wir alle, aber besonders die Jugend, sehen uns einer ständigen Gehirnwäsche ausgesetzt. Auch bei denen, die in einem christlichen Umfeld aufwachsen, lässt sich beobachten: Die einen bleiben auf dem Weg Gottes, die anderen geben nach, stolpern von Kompromiss zu Kompromiss und gehen schließlich ganz in dieser Welt auf.

Warum dieser Unterschied? Psalm 1 gibt uns Auskunft.

In Vers 1 heißt es: Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen. Der Umkehrschluss sieht so aus: Wenn ein Mensch schlechtem Rat folgt, den Rat der Bibel verwirft und meint, es besser zu wissen, steht er mit dem nächsten Schritt auf dem Weg der Sünder. Irgendwann ist er dann fest etabliert im Kreis der Spötter, völlig abgekommen vom Weg zum Leben.

Der gesegnete Mensch dagegen ist ein Mensch der Bibel, nicht nur sonntagsmorgens, sondern Tag und Nacht. Jesus lebt in seinem Herzen, und durch sein Wort hat er ständig Gemeinschaft mit ihm. Er flieht den Rat der Gottlosen wie Josef, selbst wenn er einen hohen Preis dafür bezahlen muss. Er hält sich fern von einem destruktiven, widergöttlichen Lebensstil. Er schottet sich nicht von den Menschen ab, aber er will sich nicht hineinziehen lassen in die Sünde. Er passt auf, was er anschaut und anklickt, was ihn beeinflusst, was er mitmacht, auf was er hört. Er sucht die Gemeinschaft der Kinder Gottes, wo man einander mit Gottes Wort ermahnt und ermutigt.

Unser Psalm vergleicht ihn mit einem Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht zu seiner Zeit bringt, und dessen Blätter nicht verwelken. Ein Baum kann sich nicht selber pflanzen. Im Leben dieses Menschen hat ein Werk Gottes stattgefunden. Er hat sich mit seiner Schuld an seinen Erlöser gewendet, und der hat ihn ans Lebenswasser gepflanzt und versorgt ihn damit. Schwierigkeiten bringen ihn nicht ab von seinem Gott, er findet immer Grund, Gott zu danken! Aus seinem Leben kommt die Frucht des Geistes, Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung (Galater 5,22) hervor, und er ist ein Segen für andere.

Wer zu Christus gekommen ist in der Hoffnung auf ein besseres Leben in dieser Welt und nicht, weil er Vergebung seiner Sünden gesucht hat, der wird sich als Spreu erweisen, die fortweht, wenn die Schwierigkeiten des Lebens über ihn hinwegfegen. Wer seine Ohren dauerhaft gegen die Wahrheit Gottes verschließt, wird im letzten Gericht ohne Verteidigung sein. Er kann nicht mit dem Volk Gottes zusammen in der Herrlichkeit leben. Aber der Herr kennt den Weg der Gerechten, er hat ihn im Blick – auch mitten im Leiden ist er geborgen. Dieser Mensch gehört zu ihm für alle Ewigkeit.