Es ist vollbracht!

aaron-burden-9npCsdGQ4qU-unsplashAus Jesaja 53: Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld.

Aus dem Tagebuch von Petrus (3)

Eine Nacherzählung

Teil 1 und Teil 2

4. Eintrag

Heute ist Donnerstag. Wir haben Passah gefeiert, nur wir zwölf aus dem engsten Kreis und Jesus. Beim Essen fängt Jesus auf einmal an zu sagen: „Einer von euch wird mich ausliefern.“ Uns sank allen das Herz in die Hose. Einer von uns? Jeder von uns fragte: „Ich doch nicht? Wer könnte so etwas tun?“ Aber Jesus sagte nur: „Einer von euch Zwölfen, die hier mit mir essen. Zwar muss das alles mit mir passieren, was passieren wird, aber wehe demjenigen, der das tut. Besser wäre er nie geboren.“

Beim Essen sagte er dann: „Jetzt wird sich das erfüllen, was in der Heiligen Schrift vorhergesagt wurde: Der Hirte wird geschlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen. Heute Nacht werdet ihr alle nicht zu mir halten. Aber wenn ich wieder auferweckt worden bin, werde ich euch in Galiläa treffen.“ Und dann wandte er sich zu mir und sagte: „Der Teufel wird euch alle durchschütteln wie das Korn auf der Tenne. Aber ich habe schon für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört. Und wenn du wieder zu mir zurückkommst, dann sollst du deine Brüder stärken.“ Also wirklich! dachte ich. Was denkt er denn von mir? Bin ich ihm nicht ein treuer Freund gewesen? Hab ich nicht alles für ihn aufgegeben? Bin ich etwa ein Deserteur, der abhaut, wenn´s brenzlig wird? Ich würde ihn verteidigen bis aufs Blut! „Wenn keiner mehr zu dir hält“, sagte ich ihm, „auf mich kannst du dich verlassen. Ich bin bereit ins Gefängnis zu gehen oder zu sterben, aber dich verlassen – das kommt nicht infrage!“ Die anderen sagten auch Ähnliches, aber mich schaute Jesus ruhig an und sagte: „Ehe der Hahn zweimal gekräht hat, wirst du mich dreimal verleugnen.“

Rede du nur, dachte ich, ich werd´s dir beweisen.

Dann sagte Jesus, er wolle beten und nahm uns mit nach Gethsemane, das ist so ein Garten, wo wir öfters sind und manchmal sogar übernachten. Die anderen sollten sich hinsetzen, und Jakobus und Johannes und ich sollten mit ihm kommen. „Wartet hier auf mich, wenn ich bete. Passt auf!“, sagte er. Er war extrem ängstlich und beunruhigt und ging ein wenig weiter und warf sich auf die Erde, um zu beten. Und dann sind wir drei einfach eingeschlafen. All diese düsteren Reden, die Verwirrung, seine Angst – wir waren von all dem so fertig, wir konnten einfach nicht mehr. Nach so etwa einer Stunde hat er mich dann geweckt; das war mir ganz schön peinlich. „Schläfst du?“, fragte er. „Hast du es keine Stunde ausgehalten, mit mir zu wachen? Ihr solltet lieber wachen und beten, denn der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Und dann ging er wieder beten, und wir schliefen wieder ein, und so ging das dreimal. Schließlich sagte er: „Dann schlaft mal weiter! Kommt, wir müssen gehen. Es ist soweit – ich werde jetzt ausgeliefert.“

Und dann kam Judas mit den Schergen des Hohepriesters, alle bewaffnet bis an die Zähne, und Judas – also ER war es! – kam auf ihn zu und küsste ihn. In dem Moment haben wir verstanden, was die Stunde geschlagen hatte, und ich dachte: „Jetzt gilt´s!“ und nahm das Schwert, mit dem ich mich vorsichtshalber bewaffnet hatte, und schlug dem einen das Ohr ab. „Es reicht“, sagte Jesus da, und berührte sein Ohr und heilte es! Da wusste ich nicht mehr, was ich da noch sollte. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er gar nicht wollte, dass wir ihn verteidigen. Einfach nur zugucken, wie er verhaftet wird? Kein Widerstand? Uns einfach mitverhaften lassen wie die Lämmer, die man zum Schlachten führt? Wir nahmen alle die Beine in die Hand und suchten das Weite.

Und ließen ihn allein.

Ich glaube, ich war noch nie in meinem Leben so verwirrt. Ich musste mich orientieren, wissen, wie das weitergeht. Das Herz blutete mir. Er ist nicht nur mein Messias, er ist ja auch mein Freund. Ich hänge an ihm. Ich habe Johannes gefragt; der hat irgendwie Vitamin B, und so durfte ich in den Hof des Hohenpriesters, denn ich wollte beobachten, was jetzt passiert. Ich fror wie verrückt. Es war kalt, aber ich fror auch von innen heraus, und ich wollte nicht allein sein, aber auch nicht auffallen, und so setzte ich mich zu den Dienern ans Feuer. Wir alle beobachteten gebannt, was sich da abspielte. Er stand da, und sie schleppten lauter Zeugen gegen ihn an, die sie wahrscheinlich gekauft hatten, aber sie hatten sie nicht gut vorbereitet, und so widersprachen sie sich gegenseitig. Jesus sagte gar nichts dazu. Schließlich fragte ihn der Hohepriester: „Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten?“ Und Jesus antwortete: „Der bin ich! und ihr werdet den Menschensohn an der rechten Seite des Allmächtigen sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“ Jetzt! dachte ich, jetzt muss doch der Himmel seine Engel schicken und ihn da rausholen! Aber nichts dergleichen geschah, sondern alle schrien: „Man muss ihn töten!“ und begannen ihn anzuspucken und mit den Fäusten ins Gesicht zu schlagen.

Ich war völlig zerstört. Wer war dieser Mann? Hatte ich mich getäuscht? Hatte ich ihn nicht leuchten gesehen auf jenem Berg? Hatte ich nicht Gottes Stimme gehört? Wo war Gott jetzt?

Da kam eine von den Frauen, die für den Hohepriester arbeiteten, und sah mich scharf an. „Du gehörst doch auch zu dem Nazarener Jesus!“ Ich konnte nur mit Mühe mein Zittern beherrschen. „Nein, sagte ich, „ich doch nicht. Ich habe keine Ahnung von was du redest.“ Ich ging vorsichtshalber in den Vorhof. Aber dort war ein anderes Mädchen – hatten die sich abgesprochen? – und sie sagte zu denen, die da herumstanden: „Der gehört auch zu diesem Jesus!“ „Nein, verdammt!“, erwiderte ich, „ich kenne den noch nicht einmal!“ dusan-smetana-Fxg394rc6JQ-unsplashDa fingen die anderen auch an: „Klar gehörst du dazu! Dein Akzent verrät dich!“ „Verflucht noch mal, nein! Ich schwör´s!“ Da krähte der Hahn zum zweiten Mal. Und Jesus drehte sich um und schaute mich an. Mit einem Blick voller Schmerz und voller Liebe, mit einem „Ich habe für dich gebetet“-Blick. Ich verließ den Hof und weinte und weinte und weinte. Ich hatte versagt. Ich hatte ihn verletzt. Ich war so ein selbstsicheres Großmaul gewesen, aber er kannte mich. Er hatte mir schon im Voraus vergeben. So viel Liebe!

Und jetzt würden sie ihn umbringen, und ich war allein, so allein wie noch nie. Der Hirte war geschlagen und die Schafe zerstreut, wie er gesagt hatte.

Aus dem Tagebuch von Petrus (2)

Eine Nacherzählung biblischer Ereignisse; der Beginn steht hier


3.Eintrag:

yousef-espanioly-Wd9JdX7a7ls-unsplashHeute Abend passierte dann wieder etwas sehr Beunruhigendes. Wir waren bei Simon eingeladen. Lazarus, den Jesus von den Toten auferweckt hat, war auch da, und Marta hatte mal wieder lecker gekocht und uns das Essen aufgetragen. Da kommt auf einmal eine Frau herein mit einer wertvollen Flasche Salböl in der Hand, entkorkt die Flasche und gießt das Zeug Jesus über den Kopf. Wir waren alle erstmal total perplex, was das sollte – dann fing Judas an, sich aufzuregen. Er meinte, das wäre doch jetzt die totale Verschwendung; sie hätte das Zeug lieber spenden sollen, da hätte man 300 Denare für bekommen und damit einen Haufen arme Menschen ernähren können. Judas weiß immer, was etwas wert ist; schließlich führt er unsere Kasse. 300 Denare – uns blieb der Mund offenstehen: Dafür muss ein Arbeiter fast ein Jahr schuften! Was die Frauen alles so mit sich herumtragen! Wir waren alle geneigt, uns Judas anzuschließen – das war ja nun ein völliger Blödsinn, das Jesus überzukippen! Aber Jesus nahm sie in Schutz: „Lasst sie in Ruhe! Wenn ihr den Armen helfen wollt, könnt ihr das immer tun. Aber mich habt ihr nicht mehr lange. Sie hat getan, was sie konnte, sie hat mich schon zum Begräbnis gesalbt.“ Begräbnis – bumm! Da war er wieder, der dunkle Schatten! Er kann einfach nicht aufhören damit. Ich glaube, Judas war gekränkt, dass er nicht Recht bekam. Er verließ kurz danach das Haus.

Fortsetzung folgt

Aus dem Tagebuch von Petrus (1)

Eine  Nacherzählung

1.Eintrag

Ich verehre Jesus. Ich bin ihm von Anfang an gefolgt und habe seitdem die unwahrscheinlichsten Dinge gesehen. Vor allem aber bewundere ich seinen Charakter, wie er gleichzeitig so gerade und knallhart jedem die Wahrheit sagt und auf der anderen Seite so liebevoll und barmherzig mit den gebrochenen Herzen ist. Und ich bin überzeugt, dass er der Messias ist, auf den wir schon so lange warten. Aber ganz ehrlich – in letzter Zeit verstehe ich ihn einfach nicht mehr.

Er redet jetzt dauernd davon, dass sie ihn töten werden. Ich merke natürlich auch, wie sich die Feindseligkeit um uns zusammenballt, wie die Pharisäer uns hassen. Ich kann mir schon vorstellen, dass sie ziemlich üble Pläne schmieden, denn sie haben einfach die Nase voll davon, wie er ihr Ansehen beim Volk demontiert. Aber dann ist da ja auch noch das Volk – die meisten lieben ihn sehr; schließlich hat er ihnen nur Gutes getan, und sie rennen ihm ständig hinterher. Wir sind froh, wenn wir mal zum Schlafen und Essen kommen. Sie wollen Hilfe, Heilungswunder und Brot, aber sie sind auch beeindruckt von seiner Persönlichkeit, der Liebe und Autorität, die er ausstrahlt. Wenn die Pharisäer ihn festnehmen würden – das gäbe einen Volksaufstand. Das können die sich gar nicht leisten. Und dass Gott seinen Messias einfach so umbringen lässt, ist ja wohl auch eine absurde Idee.

Als er das zum ersten Mal gesagt hat, habe ich versucht, mit ihm unter vier Augen darüber zu reden. „Auf keinen Fall,“ sagte ich ihm, „darf Gott das zulassen!“ und da antwortete er mir in einem ganz scharfen Tonfall: „Geh weg von mir, Satan! Du denkst menschlich und nicht göttlich!“ Ich war erschrocken und verwirrt – denn so redet er sonst nicht mit mir – und traute mich nichts mehr zu sagen.

Ich hatte es gut gemeint, aber es war offensichtlich ein Faux pas. Anscheinend hat er mir aber nichts nachgetragen, denn nicht lange danach hat er mich und Jakobus und Johannes auf einen Berg mitgenommen, wo wir etwas erlebt haben, was ich nie, nie vergessen werden. Er wurde vor unseren Augen verändert, leuchtete plötzlich ganz übernatürlich, und dann waren da auf einmal Moses und Elia, und die Drei hatten so eine Art Besprechung. Man sollte denken, wir hätten da mit permanent offenem Mund gestanden und nur gestaunt, aber die Sache zog sich hin, und wir schliefen tatsächlich ein, denn wir waren todmüde. Wir wurden erst wieder wach, als Elia und Mose sich verabschieden wollten, und ich, verschlafen, dusselig und vorlaut wie immer, rief: „Lass uns doch hier drei Hütten bauen für dich und Elia und Moses!“ Da umschloss uns alle eine leuchtende Wolke, und aus der Wolke ertönte eine Stimme: „Dieser ist mein geliebter Sohn, mein Auserwählter. An ihm habe ich Freude! Hört auf ihn!“ Dann war nur noch Jesus da. Und nun sag mir: Wenn Gott vor meinen Augen und Ohren sowas tut und sowas sagt – da soll ich glauben, dass die Pharisäer Jesus umbringen könnten? Das macht doch keinen Sinn.

Aber er sagt es immer wieder. Ich kann damit nichts anfangen. Die anderen auch nicht. Aber es macht uns depressiv. Er redet immer auch von Auferstehung, aber das sagt uns auch nichts. Und wir trauen uns irgendwie nicht nachzubohren – vielleicht wollen wir es auch gar nicht wissen. Wir haben alle Karten auf diesen Jesus gesetzt, wir haben unser ganzes Leben aufgegeben,und er hat uns zwar gewarnt, dass es schwierig werden wird, dass wir für ihn leiden müssen, und das ist auch okay, wir sind schließlich keine Weicheier, aber er hat uns ja auch was versprochen in seinem Reich, und wie, bitte, passt das alles zusammen, wenn wir nicht am Ende siegen?

Dieser Tage wurde er ganz ausführlich: “Sie werden mich verspotten, anspucken, auspeitschen und töten.” Wir sind jetzt auf dem Weg nach Jerusalem für die Festtage, und so langsam werden wir nervös; er macht uns wirklich Angst.

2.Eintrag

Heute stellt es sich heraus, dass der ganze Pessimismus grundlos war. Das palm-4934832_1920Volk ist absolut begeistert von ihm. Er ist auf einem Esel in Jerusalem eingeritten, und die Menschen haben ihm zugejubelt wie einem König. Männer, Frauen, Kinder – jeder war unterwegs, jeder pries ihn als den Messias. Voller Begeisterung warfen die Leute Kleider vor ihm auf den Weg, rissen Zweige von den Bäumen ab und feierten ihn. Viele dankten ihm für all die Wunder, die er für sie getan hat. Die werden ihn nicht so einfach fallen lassen. Das Volk steht hinter uns. Klar, die Pharisäer standen dabei mit finsteren verbissenen Mienen und versuchten, die Menge davon abzuhalten, forderten sogar Jesus auf, er solle den Leuten Einhalt gebieten. Aber das ging gar nicht, und Jesus wollte es auch nicht.

Danach tat er gleich noch etwas, was die Pharisäer noch mehr verärgert hat. Er ging in den Tempel und warf die ganzen Händler raus. „Ihr habt Gottes Haus zu einer Räuberhöhle gemacht!“, sagte er. Ich denke, die kleinen Leute fanden das alle gut, denn diese Händler nutzen ihr Verkaufsmonopol für die Opfertiere schamlos aus, vor allem für die Tauben, die die armen Leute kaufen müssen, die sich kein Lamm leisten können. Und natürlich stecken, wie immer, wenn’s ums Geld geht, die Pharisäer im Geschäft mit drin, und das hat ihnen jetzt gar nicht gefallen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie innerlich kochen und darüber brüten, wie sie ihn aus der Welt schaffen können. Gleichzeitig versuchen sie, öffentlich mit ihm zu diskutieren und ihm Fallen zu stellen, damit sie dem Volk beweisen können, dass er kein Mann Gottes und schon gar nicht der Messias sein kann, aber er antwortet ihnen immer so klug und lässt sie mit ihren Spitzfindigkeiten auflaufen, dass ihre Absichten ins Gegenteil verkehrt werden und sie nicht wirklich einen Anklagegrund finden.

Fortsetzung folgt

Corona-Zeiten

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Ich liege wach. Die letzten Reste meines Tag-Nacht-Rhythmus sind wohl der Tasse Kaffee zum Opfer gefallen, die ich mir gestern Nachmittag wider alle Vernunft genehmigt habe. Ich grüble nicht, aber der Gedankenstrom plätschert so bilderweise vor sich hin und rekapituliert die letzten Tage.

Zuerst musste man sich mal in dieser neuen Wirklichkeit zurechtfinden. Wie ganz Deutschland hing ich an den Lippen der Nachrichtensprecher, um herauszufinden, was sich jeweils gerade vom noch-Dürfen zum nicht-mehr-Dürfen verwandelte. Was geht noch, was geht nicht mehr? Jetzt gibt es zumindest vorläufig Klarheit, und die Politiker sind erstmal mit dem Aufspannen von Rettungsschirmen für alle und jeden beschäftigt.

Es ist still geworden bei mir, wo sich sonst an manchen Tagen die Leute die Klinke in die Hand geben. Ich habe eigentlich mit dem Alleinsein keine Probleme, aber ich habe plötzlich eine Mini-Sinnkrise. Wozu soll ich mich ordentlich anziehen, wozu die Wohnung aufräumen, wenn keiner kommt, wozu kochen, wenn keiner mitisst? Und mir fehlt meine Gemeinde. Es gibt Gottesdienst im Livestream, und es ist zwar schön zu wissen, dass die anderen zuhause auch vorm PC sind und mitsingen und zuhören – aber dasselbe ist es nicht. Trotzdem: Ein Segen, dass es die Technik gibt: Mit meinen Freundinnen treffe ich mich per Videokonferenz zum Bibellesen, Deutsch-Unterricht geht auch per Whatsapp-Videotelefonie, und Facebook hat gerade Hochkonjunktur. Heute schließlich habe ich aus meinem großen Wohnzimmertisch die Platte rausgemacht und ihn zusammengeschoben in einer Art grimmigen Akzeptanz, dass wir da mittel- oder vielleicht auch langfristig nicht mehr dran sitzen werden.

Das alles rollt durch meinen Kopf, und dann denke ich noch mal über das alte Paul-Gerhard-Lied nach, das ich so liebe: “Warum sollt´ich mich denn grämen? Hab ich doch Christus noch – wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben?” Und eine große Freude kommt in mir auf,

Dann fällt mir ein, dass eine Freundin neulich Richard Wurmbrand erwähnt hat, und ich denke: Wenn du eh nicht schlafen kannst, kannst du den mal googeln, und stoße direkt auf Videos von ihm, in denen er erzählt, wie er im kommunistischen Rumänien um seines Glaubens willen viele Jahre völlig allein und isoliert in einer Zelle unter der Erde eingekerkert war. Er spricht davon, dass wir jeden Tag vor der Wahl stehen, unser Leben von den negativen Umständen bestimmen zu lassen oder uns in Gott zu freuen und ihn zu loben. Genau das habe ich jetzt gebraucht. Gott weiß schon, warum er uns manchmal nicht schlafen lässt. Wer was über Resilienz lernen will, sollte sich das Video mal anschauen https://youtu.be/yWUXQgLiabk.

So, jetzt habe ich das alles aufgeschrieben, und draußen fangen schon die Vögel an, ihr Morgenlied zu zwitschern. Sie sind so un-beunruhigt, und so darf ich auch sein. Und nun versuche ich mal, noch eine Kappe voll Schlaf zu kriegen.