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Beten lernen (4): Danken und Loben

Bild von Hilke Fromm auf PixabaySchon im Alten Testament wird den Gläubigen gesagt, wie man in Gottes Gegenwart kommen soll:

Geht ein zu seinen Toren mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; dankt ihm, preist seinen Namen! Psalm 100,4

Es kennzeichnet Menschen, die sich Gott nicht unterordnen wollen, dass sie ihm den Dank verweigern und es vorziehen, ihn irgendwelchen Götzen darzubringen oder auch sich selbst.

… denn trotz allem, was sie (durch die Schöpfung) über Gott wussten, erwiesen sie ihm nicht die Ehre, die ihm zukommt, und blieben ihm den Dank schuldig. Römer 1,21

Als Christen dagegen werden wir aufgefordert, von Dankbarkeit und Lobpreis überzufließen. Wenn wir beten: Unser Vater! Dein Name werde geheiligt!, dann sagen wir damit: Der Dank und das Lob für die Schöpfung, die Erlösung und die tägliche Güte Gottes sollen an die richtige Adresse gehen, nämlich an den Vater unseres Herrn Jesus Christus.

Danken und Bitten mischen sich hier: Wir danken Gott, für alles, was er ist und was er getan hat, und zugleich haben wir einen dringenden Wunsch: Dass die anderen Menschen das ebenfalls erkennen und verstehen und ihm danken! Dank-Expansion ist das Ziel!

Wie leicht verlieren wir das Danken aus den Augen, wenn wir mit unserer “Dringlichkeitsliste” zu Gott kommen. Es ist sehr interessant, die Gebete des Apostels Paulus zu studieren: Er dankt eigentlich immer zuerst sehr ausführlich, ehe er zu den Bitten kommt.

Wenn wir “mit Danken zu seinen Toren eingehen”, beflügelt das auch unser Bitten. Sich anbetend damit zu beschäftigen, wie mächtig, großzügig, heilig und liebevoll Gott ist, macht Mut, ihm zu vertrauen, dass er uns nichts Gutes vorenthalten wird.

Dabei sollten wir im Danken wie im Bitten nicht nur (aber auch)an die irdischen Dinge denken wie Wohlstand, Gesundheit, Familie, Sicherheit usw.  Mit den Betern der Bibel danken wir  für die Erlösung und das Erbteil im Himmel, für den Sieg über Sünde und Tod, für den Glauben und die Liebe, die Gottes verwandelnde Kraft in Menschen bewirkt, für die Liebe und Fürsorge unserer Glaubensgeschwister, für die Kraft und das Privileg, ihm zu dienen (um nur einiges zu nennen).

Wie so vieles im Leben ist Danken “Übungssache”. Vor dem Danken kommt Denken, und beim Nachdenken über das Wort und Tun Gottes kommen die Gefühle und die Worte. Es erfordert einen Herzensentschluss und Einsatz:

Durch Jesus nun wollen wir Gott ein immer währendes Dankopfer darbringen: Wir wollen ihn preisen und uns zu seinem Namen bekennen. Hebräer 13,15

Beten lernen von Paulus (Predigt-Nachlese)

Kolosser1Manchmal scheint Gott auf etwas Nachdruck zu legen. Vor Kurzem habe ich mich entschlossen, den Kolosserbrief auswendig zu lernen. Schon länger ist es mir ein Anliegen, wenn ich bete – ob für andere oder für mich selbst – wirklich zu verstehen, was denn Gott eigentlich auf dem Herzen hat für uns, und um was er gebeten werden möchte, und ich dachte, der Kolosserbrief könnte mir dabei eine große Hilfe sein. Und nun haben wir heute in der Gemeinde mit einer Predigtreihe über den Kolosserbrief begonnen (obwohl eigentlich etwas anderes angekündigt war) …

In den ersten Versen des Kolosserbriefs (1-14) sehen wir Paulus total begeistert von dem Werk Gottes unter den Kolossern, die er noch nie gesehen hat. Aber er hat davon gehört von Epaphras, durch dessen Dienst offensichtlich die Gemeinde dort entstanden ist. Was er gehört hat, kommt ihm irgendwie bekannt vor, denn das Wort Gottes hat bei ihnen denselben Effekt wie an anderen Orten: Es bewirkt Glauben und Liebe und wächst und bringt Frucht. Das heißt nicht, dass es bei den Kolossern nichts mehr zu korrigieren und zu lernen gegeben hätte, wie man im weiteren Verlauf des Briefes sieht. Aber dass sie die Gnade Gottes wirklich erfahren haben, ist offensichtlich.

Vor der Fürbitte kommt bei Paulus der “Für-Dank”. Er freut sich für sie und dankt Gott für die Hoffnung, die sie nun haben, für ihre Errettung, für ihre “Versetzung” aus der Finsternis in Gottes Reich der Liebe und des Lichtes. Abgesehen davon, dass das aus seinem vollsten Herzen kommt, macht er ihnen und uns damit vor, wie wir Gott danken können und sollen. (In meiner Arbeit mit geistig behinderten Menschen sagen wir, wir “modeln” Kommunikation – genau das tut er hier!)

Was Paulus dann bittet, ist genau das, was jeder von uns persönlich, aber auch eine ganze Gemeinde braucht, um geistlich gesund zu sein: Erkenntnis des Willens Gottes, Weisheit, geistliches Verständnis. Ziel und Effekt ist ein Leben, das Gott gefällt, das die Verhaltensweisen und Taten hervorbringt, die ihm Ehre machen. Er bittet, dass sie Gott immer besser kennen. Ihr innerer Mensch muss durch Gottes Kraft gestärkt werden, nicht damit sie ein von Problemen und Krisen freies Leben haben, sondern damit sie in den Problemen aus- und durchhalten  und ihre Freude nicht verlieren. Es ist so wichtig für sie, dass sie erkennen, was sie haben – Vergebung, Erlösung, ein himmlisches Erbe –, damit sie übersprudeln mit Dank und Anbetung, weil Gott es wert ist.

Zum Nachdenken: Sind unsere Gebete auf diese Prioritäten ausgerichtet? Oder sind sie nur problemorientiert oder aufs Diesseitige gerichtet: Arbeit, Gesundheit, finanzielle Probleme? Steht der Dank bei uns an erster Stelle, wenn wir für uns und andere beten?

Durch Jesus wollen wir Gott ein immer währendes Dankopfer bringen, denn das Lob aus unserem Mund ist unser Bekenntnis zu ihm. (Hebräer 13,15 NeÜ)