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Beten lernen: Wofür man nicht beten soll

money-1013992_1920Es ist wichtig zu wissen, für was man beten sollte, aber es ist auch wichtig zu wissen, für was man nicht beten sollte. Als Salomo Gott um Weisheit und Verstand bittet, um dem Volk Gottes gut zu dienen und die Aufgaben zu bewältigen, die Gott ihm gestellt hat, wird er ausdrücklich gelobt dafür, dass er für bestimmte Dinge nicht gebeten hat:

Weil dir das am Herzen lag und du nicht um Reichtum, Besitz und Ehre, um den Tod deiner Feinde oder langes Leben für dich gebeten hast, sondern um Weisheit und Wissen, damit du mein Volk regieren kannst, über das ich dich zum König eingesetzt habe, so gebe ich dir Weisheit und Wissen. Und dazu gebe ich dir Reichtum, Besitz und Ehre, wie sie noch kein König vor dir besessen hat und auch keiner nach dir haben wird. (1.Chronik 1,11.12)

Unsere Gebete sollen sich nicht um unseren Vorteil drehen, sondern um die Dinge, die zur Verherrlichung Gottes nötig sind. In diesen Bereich fällt auch die Bitte um das tägliche Brot, um alles, was wir brauchen, um zum Dienst Gottes  fit und fähig zu sein, Der weise Agur sagt:

Armut und Reichtum gib mir nicht, lass mich das Brot, das ich brauche, genießen, damit ich nicht, satt geworden, leugne und sage: Wer ist denn der HERR? – und damit ich nicht, arm geworden, stehle und mich vergreife an dem Namen meines Gottes! (Sprüche 10,8)

Reich werden zu wollen, ist eine Sache, die Gott sehr negativ sieht – was nicht heißt, dass er nicht nach seiner Weisheit und aus freien Stücken manchen Menschen Reichtum gibt, um auch materielle Güter für ihn zu verwalten. Wir  aber werden ermahnt, die Liebe zum Geld zu fliehen wie die Pest, und unsere Wünsche auf das auszurichten, was Gott bei uns sehen will:

Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge (= das Streben nach Reichtum); strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut! (1.Timotheus 6,11)

Deshalb sollten wir uns immer fragen: Warum bitte ich um dies oder das? Ist mein Ziel die Verherrlichung Gottes, oder geht es um die Befriedigung meiner Begierden, um mein  Ansehen, mein Wohlleben? Dann kann ich es nämlich gleich streichen, denn Gottes Wort hat dafür eine Negativ-Verheißung:

Und selbst wenn ihr betet, bekommt ihr nichts, weil ihr in böser Absicht bittet und nur eure Gier befriedigen wollt. (Jakobus 4,3)

Wie man immer genug hat

money-494160_1280 Ich habe in meinem Leben noch nie Mangel gelitten. Zwar habe ich auch nie in Saus und Braus gelebt, aber ich hatte immer zu essen, Kleidung, Wohnung und sogar viele nicht lebensnotwendige Dinge. Für mich ist es einfach, von Genügsamkeit zu reden.

Bei Paulus war das anders. Manchmal hatte er alles mehr als ausreichend, aber Hunger und Durst waren auch gute Bekannte für ihn. Wenn sich die Gelegenheit bot, ernährte er sich von seiner Hände Arbeit, aber das war  gar nicht immer möglich. Ständig unterwegs, oft auf der Flucht, bisweilen im Gefängnis … kein Wunder empfand er als gewaltigen Vorteil, keine Verantwortung für die Versorgung einer Familie zu haben!

Schon damals hatten viele Christen eine Konsumenten-Mentalität. Sie nahmen den Dienst von Paulus gerne an, aber machten sich keine Gedanken darüber, wie er wohl über die Runden kam. Nur die Gemeinde von Philippi zeigte mehr Realitätssinn und praktische Liebe. Wenn sie konnten, schickten sie ihm was, und im 4. Kapitel des Philipperbriefes schreibt er ihnen, wie sehr er sich darüber freut. Die Art, wie er das tut, ist ein Lehrstück in “Gottseligkeit mit Genügsamkeit”.

Ich habe nicht unbedingt etwas gebraucht, sagt er, denn ich habe gelernt, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe. Aber er freut sich und nimmt ihr Geschenk mit Dankbarkeit an. Was ihn am glücklichsten daran macht, ist nicht, dass er jetzt endlich mal wieder Geld hat, sondern dass er Gott im Leben der Philipper am Werk sieht. ER hat diese Anteilnahme in ihrem Herzen bewirkt! Er weiß, dass da jetzt so ein wunderbarer Kreislauf in Gang kommt: Die Philipper haben aus Liebe gegeben, er hat Freude dadurch bekommen und gibt sie in Lob und Dank an Gott zurück. Gott wird den Philippern das, was sie gegeben haben, irgendwie erstatten, indem er für ihre Bedürfnisse sorgt, und spätestens in der Ewigkeit wird er es ihnen lohnen. Und dann wird wieder Gott die Ehre bekommen!

Warum also ist Paulus, das was er hat, immer genug? Er ist ja kein Asket – er kann auch Überfluss dankbar annehmen. Er kriegt kein schlechtes Gewissen, wenn er mal ein anständiges Steak isst oder ein Stück Kuchen, sondern dankt Gott dafür. Der Schlüssel liegt in Vers 20: Unserem Gott und Vater aber sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit!  Ob er Gott durch Genießen ehrt oder durch Hunger – das sind für ihn nur verschiedene Variationen eines Themas. Genauso ist es mit Leben oder Sterben. Hauptsache ist, dass “Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod.”  Dann ist er zufrieden.

Mit so einer Einstellung hat man immer genug an allem, was Gott fügt. Ist das nicht schwer, fast unmöglich?  Paulus verrät uns das Geheimnis: “Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.”  Christus hatte genau diese Gesinnung, und wenn wir IHM in uns Raum machen, haben auch wir in Mangel oder Überfluss, in Leben oder Tod, immer genug!