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Lesenswerte Artikel im Netz

lesenswert nov 20

Der Psalm 91 wurde in letzter Zeit sehr viel zitiert. Was bedeutet es, wenn Gott uns verspricht, dass uns kein Unglück begegnen wird? Heißt das, das Christen gegen Leid und Katastrophen und Pandemien immun sind? Wie passt das zusammen mit anderen Bibelversen, die von Leid, Bedrängnis und Verfolgung sprechen? Mit dieser Frage befasst sich dieser Artikel von John Piper.

Mehr Toleranz oder mehr Konsens? Was dient der Einheit? Dr.Markus Till hat seine Gedanken dazu bei der Leiterkonsultation des Netzwerks Bibel und Bekenntnis dargelegt. Ein wichtiger Artikel, der zeigt, dass die Bezeichnung “evangelikal”  nicht mehr ausreicht, um unsere Einheit in Christus zu begründen. Der Liberalismus hat längst mitten unter uns Fuß gefasst. Es ist Zeit, aufzuwachen und zur Grundlage christlicher Einheit zurückzukehren.

Livestream-Gottesdienste sind besser als nichts, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, aber wir sollten a) richtig – nicht wie Konsumenten – damit umgehen und uns b) das Unbehagen bewahren und uns nicht häuslich darin einrichten. Kai Soltau hat einen offenen Brief an seine Gemeinde verfasst. Auch wenn unsere Situation im Moment nicht so restriktiv ist wie in Österreich durchaus bedenkenswert. Und besonders liegt mir persönlich sein Schluss am Herzen: “Ich höre von so vielen Gemeinden, die sich wegen der Entscheidungen, die zur Zeit getroffen werden, gespalten haben. Brüder und Schwestern, dies ist keine Zeit in der Gemeinde zu kämpfen. Dies ist nicht die Zeit für Stolz. Dies ist die Zeit für das Gebet. Dies ist die Zeit für die Einheit.”

Lebst du ein revolutionäres Leben?  Rahel Fröse will uns ermutigen, unsere Identität nicht in Erfolg, Karriere und Materialismus zu finden, sondern in Jesus und der Zugehörigkeit zu ihm.

Was Gott schon immer vorhatte (Predigt-Nachlese)

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Denn das Volk, das in der Dunkelheit lebt, sieht ein helles Licht. Und über den Menschen in einem vom Tode überschatteten Land strahlt ein heller Schein. Jesaja 9,1

Predigttext: Epheser 3

Die Epheser, an die Paulus seinen Brief schrieb, waren keine Juden. Sie gehörten nicht zu dem Volk, das Gott sich im Alten Testament aus allen Völkern ausgewählt hatte, um ihm sein Gesetz und seine Verheißungen zu geben. Doch nun war Jesus gestorben und auferstanden, und nichtjüdische Menschen hatten die Botschaft von der Versöhnung mit Gott gehört und angenommen. Der Zaun, der feindselig zwischen  Juden und Heiden gestanden hatte, war niedergerissen. Die Heiden, die immer draußen gestanden hatten, waren plötzlich drin.

Vielen Juden gefiel das nicht. Sie konnten sich nicht vorstellen, wie Menschen zu Gottes Volk gehören konnten, ohne sich erst zum Judentum zu bekehren, ohne sich beschneiden zu lassen und die Last des Gesetzes auf sich zu nehmen. Das bedrohte ihre einzigartige Stellung, die sie bei Gott zu haben meinten. Das bedrohte auch ihre Vorstellung davon, dass man bei Gott nur dann akzeptiert  würde, wenn man sich bemühte, das Gesetz zu halten.Deswegen entwickelten sie diese extreme Feindseligkeit gegen Paulus. Deswegen saß er jetzt im Gefängnis.

Von dort schreibt er den Ephesern. Ich bin, sagt er, eigentlich der Gefangene Christi für euch. Lasst euch dadurch nicht entmutigen und anfechten! ich halte es für ein Vorrecht!

Es ist mir ein ungeheures Privileg, dass Gott mir, dem Allergeringsten unter den Heiligen, diese Sache offenbart hat. Es war ein Geheimnis, aber jetzt hat Gott gezeigt, was schon immer in seinem Herzen war: Er wollte die gläubigen Juden und die gläubigen Heiden zusammenfassen. Die Nichtjuden dürfen Miterben und Teilhaber an den Verheißungen sein. Er macht aus beiden einen Leib, seine Gemeinde. Das Mittel zu dieser Einheit ist das Evangelium, das allen Menschen, egal wer sie sind und von wo sie kommen, die Gnade Gottes anbietet, wenn sie zu Gott umkehren.

Wie diese Gnade ein Herz verändert, hat Paulus an sich erfahren. Früher hatte er die Christen und die Heiden gehasst. Jetzt steht er mit ihnen auf dem selben Boden als begnadigter Sünder und liebt sie so sehr, dass er gerne um ihretwillen im Gefängnis ist! Auch wenn seine Sehnsucht lebenslang dahin ging, dass sein eigenes Volk seinen Messias erkennen würde, so wusste er sich doch ganz besonders beauftragt, die Heiden in Gottes Reich zu führen. Er war mit Freuden ihr Diener. Er leidet für sie, und er betet für sie.

Er betet, wie er betet, weil er Gott kennengelernt hat: Seinen Charakter, sein Herz, seine Treue, seine Pläne. Sein Wunsch ist, dass Christus durch den Glauben in ihren Herzen wohnt, dass sie in seiner Liebe wurzeln und unerschütterlich fest stehen, dass sie ihn immer besser kennenlernen. Am Ende seiner Bitten kann er nur in Lobpreis ausbrechen. Welch ein Gott! Er gibt uns mehr, als wir brauchen, als wir bitten und uns vorstellen können! Eine gute Weise auch für uns, unsere Gebete abzuschließen:

Ihm gehört alle Ehre in der Gemeinde und durch Christus Jesus für alle Zeit und Ewigkeit! Amen.

Dickköpfen kann geholfen werden!

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Ich vermute, als der Brief von Paulus an die Philipper vorgelesen wurde, schossen zwei Frauen plötzlich aufrecht in die Höhe, und zwar in den zwei entgegengesetzten Ecken des Raumes! Sie hatten ihre Namen gehört!

Ich ermahne Evodia, und ich ermahne Syntyche, einmütig zu sein im Herrn. Ja, ich bitte auch dich, treuer Gefährte, nimm dich ihrer an! Sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen anderen Mitarbeitern. Ihre Namen stehen im Buch des Lebens. (Philipper 4,2.3 EÜ)

Man muss sich das mal vorstellen! Öffentlich! Manchmal müssen die Probleme auf den Tisch, und Paulus war da nie zimperlich. Wahrscheinlich wussten es sowieso schon alle, dass die zwei Zoff hatten. Paulus will sie auch nicht demütigen, er spricht im Gegenteil im gleichen Atemzug seine tiefste Wertschätzung aus. Diese Frauen sind nicht irgendwer. Sie lieben Jesus. Sie sind treue und bewährte Mitarbeiterinnen. Sie sind ganz ohne Zweifel Gottes geliebte Kinder, und das alles macht es wichtig, sich mit ihrem Streit zu befassen. Denn wer mitarbeitet, hat Einfluss auf andere. Wer für das Evangelium kämpft, zeigt durch sein Leben, was das Evangelium ist. Wer zu Gottes Familie gehört, wirft durch sein Verhalten ein gutes oder schlechtes Licht auf den Vater.

Nun stell ich mir so vor, ich wäre eine der beiden. Das ist ja eine tolle Ermahnung: Seid einmütig! Ja, das wäre ich ja gerne, Dieser Zwist macht mir auch keinen Spaß! Seit Wochen kann ich nachts nicht schlafen! Aber wenn ich recht habe, kann ich doch nicht einfach meine Meinung wechseln! Es gibt doch noch so was wie richtig und falsch! Ich nehme nicht an, dass die beiden Schwestern einfach nur zickig waren, und es um persönliche Befindlichkeit ging. Diese Sorte Frauen waren sie nicht. Sie sahen etwas vollkommen verschieden, und das war nicht überein zu bringen. Paulus wusste übrigens, wie das ist. Er und Barnabas hatten auch mal einen fürchterlichen Streit gehabt wegen eines Mitarbeiters. Der hatte sich nicht bewährt, und Paulus wollte ihn nicht mehr mitnehmen. Barnabas mit seinem weichen Herzen hatte in seinen Augen einfach keine Prinzipien! Im Werk Gottes kann nicht jeder ohne Charakter einfach mitmachen! Das ging so weit, dass sie sich trennten. Später musste Paulus allerdings seine Meinung über diesen Mitarbeiter revidieren und lud ihn wieder in sein Team ein.

Ja, was macht man, wenn man Dinge einfach verschieden sieht? Die gute Botschaft ist: Hilfe ist möglich! Bei einer Meinungsverschiedenheit muss man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und getrennte Wege gehen! Und wenn man selbst vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, braucht man Hilfe von außen – durch jemand, der in den Konflikt nicht verwickelt ist (und sich auch nicht verwickeln lässt), der alle beide lieb und Mut hat, die Wurzeln der Probleme aufzudecken und anzugehen. Kein Job für Feiglinge und Besserwisser und auch nicht für Diplomaten, die nur Waffenstillstand wollen, sondern für Beter, die wissen, dass diese Aufgabe sie völlig überfordert, aber dass Gott kann!

Vielleicht lässt sich, wenn man miteinander das Wort Gottes studiert, eine echte Lösung finden. Vielleicht kann auch jemand helfen zu erkennen, dass man einen anderen Standpunkt einfach mal stehen lassen und es in Gottes Hände geben kann, damit Er – falls es wirklich wichtig ist – es dem Bruder/ der Schwester (oder mir!!) zu Seiner Zeit klar macht. Vor allem braucht man Hilfe für den richtigen Blick auf den “Kontrahenten”, um den anderen immer noch als wertvollen Mitarbeiter und Gottes Kind zu sehen und zu lieben. Die Einheit ist in Jesus. Man braucht unter Umständen Beistand, um sein Herz zu erforschen und seine eigentlichen Motive zu sehen: Warum will ich das unbedingt durchdrücken? Bin ich vielleicht doch einfach streitsüchtig? Kann es sein, dass ich aus einer Mücke einen Elefanten mache? Geht es hier um mich oder um Gott? (Da kann man sich gewaltig was einreden und sich über sich selbst täuschen!) Kann ich mich auch mal unterordnen? Hab ich Geduld? Höre ich dem anderen richtig zu? Hab ich mich genug bemüht, die Dinge aus seiner Perspektive zu betrachten? Bedenke ich seine Einwände, oder fege ich sie einfach vom Tisch? Wie hoch schätze ich die Einheit der Gemeinde, dass ich ihr unseren Streit nicht antun will, der sie vielleicht zerreißen kann? Oder genieße ich am Ende heimlich den Gedanken, dass Leute sich auf meine Seite schlagen könnten?

Ich habe leider viel Streit in Gemeinden gesehen, seit ich mit Jesus auf dem Weg bin, sogar eine Gemeinde, die sich “totgespalten” hat, und zwar nicht wegen Irrlehre – das wäre ja ein guter Grund –, sondern wegen Rechthaberei in Nebendingen. Man kann sich wegen so vielem gegenseitig zerfleischen: Musikstil, Kindererziehung, Gemeindestruktur, Kleiderordnung, Geld, Diensten … Zurück bleiben  gebrochene Herzen bei denen, die mit dem eigentlichen Streit gar nichts zu tun hatten. Schwache bleiben ganz auf der Strecke. Gottes Name und der Ruf der Gemeinde wird beschmutzt. Ist es das wert? Wer möchte ernsthaft für so etwas verantwortlich sein? Dann doch lieber einmal öffentlich rotwerden, Hilfe annehmen – und die Einheit in Jesus neu umfassen!

Predigt-Nachlese: Liebe macht aus Katastrophen Gelegenheiten

Predigttext: Apostelgeschichte 21,47 – 22,16

chains-19176_1280 Paulus war mit einigen nichtjüdischen Brüdern nach Jerusalem gekommen. Sie brachten den Jerusalemer Christen Geld, das die Glaubensgeschwister in Griechenland und Mazedonien für sie gesammelt hatten. Er freute sich an diesem Ausdruck der Einheit zwischen den Christus-Gläubigen aus den Juden und aus den Heidenvölkern. Durch dieses miteinander Teilen sagten sie: Wir gehören zusammen als der eine Leib Christi. Dieses Zusammenwachsen lag Paulus sehr am Herzen!

Das hinderte ihn aber nicht daran, ein paar jüdischen Brüdern bei der Erfüllung ihrer Gelübde beizustehen, wie Jakobus ihn gebeten hatte. Dabei wurde er nun von Juden aus Asien im Tempel gesehen. Der zentrale Tempelbezirk war für Heiden gesperrt; sie durften sich nur im sogenannten “Vorhof der Heiden” aufhalten. Nun meinte jemand, der Paulus zuvor mit Trophimus, einem Nichtjuden aus Ephesus, in der Stadt gesehen hatte, Paulus habe Heiden in den Tempel gebracht  – ein Frevel! Im wegen des Passafestes überfüllten Jerusalem kam es dann ganz schnell zur Zusammenrottung eines aufgebrachten Mobs. Dieser Mensch, von dem sowieso das Gerücht ging, er predige gegen das Volk, das Gesetz und den Tempel, hatte sich erdreistet, das Heiligtum zu verunreinigen? Blasphemie! Er war des Todes! Sie schnappten ihn, schlugen ihn und wollten ihn umbringen.

Was wohl in Paulus vorging? Hier war Stephanus unter sehr ähnlichen Beschuldigungen aus der Stadt geschleift und gesteinigt worden. Damals war er, Paulus, auf der Seite der Mörder gewesen … jetzt war er auf der Seite Jesu.

Die Römer überwachten das Geschehen rund um den Tempel von der Burg Antonia aus. Daher konnte auch jetzt der Chiliarch mit seinen Soldaten schnell eingreifen. Er ließ Paulus dem wütenden Mob entreißen, gefangen nehmen und fesseln – so wie Agabus es voraus gesagt hatte! Unter dem Geschrei der mordgierigen Menge wurde Paulus zum Lager gebracht. Aber ehe Paulus dort in Sicherheit gesetzt werden konnte, hatte er eine Bitte. Erlaube mir doch, zu dem Volk zu reden!

Paulus sieht – mitten in der Katastrophe seiner Gefangennahme – in dieser feindseligen Menge  Menschen, die so sind, wie er früher war. Nur die Gnade, die Begegnung mit dem Auferstandenen, hatte aus ihm einen anderen gemacht. Aber diese Leute hier waren seine “Brüder nach dem Fleisch”, von denen er im Römerbrief (9,2.3) schreibt:

Mein Herz ist von tiefer Traurigkeit erfüllt, und es quält mich unablässig, wenn ich an die Angehörigen meines Volkes denke, an meine Brüder und Schwestern, mit denen ich durch die gemeinsame Abstammung verbunden bin. Für sie hätte ich es auf mich genommen, verflucht und für immer von Christus getrennt zu sein.

Er sieht hier keine Feinde, sondern Menschen, die das Evangelium brauchen – und eine wunderbare Gelegenheit zur Verkündigung!

Tatsächlich bekommt er die Erlaubnis dazu, und das Volk wird sogar ruhig. Obwohl er normalerweise Griechisch sprach, spricht er sie auf  Hebräisch an. Liebe Brüder und Väter! …Ich bin ein Jude wie ihr. Und er erzählt ihnen seine Geschichte, wer er war, und wie er wurde, der er ist. Ein Schüler des berühmten Rabbis Gamaliel, ein strenger Pharisäer und Christenverfolger – bis Jesus ihm begegnete. Die Herrlichkeit Jesu ließ ihn erblinden, so dass er seine geistliche Blindheit erkannte. Von da an war alles anders. Er bekannte in der Taufe, dass ihm, dem “Super-Pharisäer”, dem vermeintlich Gerechten, die Gerechtigkeit Gottes und die Beschneidung des Herzens gefehlt hatte, und dass er sie in Jesus gefunden hatte.

Er sagt ihnen die ganze Wahrheit, weil er sie liebt, obwohl sie ihn nicht hören wollen. Sie wollen nicht auf einer Stufe stehen mit den Heiden als rettungsbedürftige Sünder.

Was können wir von Paulus lernen?

  • Er lehnt sich gegen Schwierigkeiten nicht auf, sondern nimmt sie an als Plan Gottes.
  • Er sieht in Katastrophen Gelegenheiten für das Evangelium und Herausforderungen für sein Vertrauen.
  • Die Liebe lässt ihn Brücken suchen zu seinen Feinden.
  • Wenn er über sich selbst spricht, dann zur Verherrlichung seines Herrn Jesus Christus!

Predigt-Nachlese: Wenn Jesus betet

Wir wissen, dass Jesus viel gebetet hat, aber vom Inhalt seiner Gebete ist uns relativ wenig überliefert. Es gibt aber ein Gebet, das uns in aller Ausführlichkeit überliefert ist, und das steht in Johannes 17. Es quillt aus dem Herzen Jesu, als er ganz kurz vor dem Verrat durch Judas um seine Jünger besorgt ist, dass sie die nun kommende unvermeidliche schwere Zeit innerlich heil überstehen. Bis zum Schluss liebt er sie und will sie trösten und ihnen dienen. Bewusst führt er sein Gespräch mit dem Vater vor ihren Ohren, denn er möchte , dass sie sich seiner Fürsorge ganz sicher sind.

Und auch wir dürfen Mäuschen spielen, wie sich das anhört, wenn Jesus für uns betet und daran ablauschen, was im Herzen Gottes für uns ist, mit welch zärtlicher Liebe er sich um uns kümmert, und was seine guten Absichten für unser Leben sind. Ausdrücklich gelten diese Bitten nicht nur den Jüngern damals, sondern allen, die durch ihr Wort an Jesus glauben würden – also auch uns.

Das Gebet betrifft Menschen, die Gott, der Vater, Jesus anvertraut hat. Er hat ihnen die Worte Gottes gegeben, und sie haben geglaubt und erkannt, dass er der von Gott gesandte Erlöser ist. Sie bewahren sein Wort; sie wollen ihm gehorchen; sie verstehen die Einzigartigkeit Jesu als Sohn Gottes und seine völlige Einheit mit dem Vater; sie schenken ihm Vertrauen.

Um was also betet Jesus? Dass alles in unserem Leben glatt läuft, wir gesund bleiben, Reichtümer anhäufen, uns in dieser Welt wohlfühlen?

Sie sind in der Welt – sagt er dem Vater – in einer feindseligen Welt, die sie hasst (o, wie viele Christen auf dieser Erde spüren das tagtäglich auf grausamste Weise!), die sie als Fremdkörper empfindet, weil sie zu mir gehören! Nimm sie nicht raus aus der Welt, aber bewahre sie, dass ihr Glaube nicht untergeht in den Anfechtungen und der Böse sie besiegt! Pass auf auf diese Trophäen meiner Gnade, in denen ich verherrlicht bin, an denen man sehen kann, dass sie einen Gott haben, der die Zerbrochenen aufrichtet! Denn dazu sende ich sie jetzt in die Welt, damit sie anderen ihren Retter verkündigen!

Und wie könnte das besser geschehen, als wenn die Freude Jesu aus uns sprudelt? Und darum bittet er den Vater für uns um diese Freude.

Und wie könnte das besser geschehen, als wenn sie die Reinheit Gottes widerspiegeln? Darum bittet er den Vater, uns in seiner Wahrheit zu heiligen. Zum Wesen Jesu gehört, dass er völlig von der Sünde getrennt ist – Gott und Sünde sind inkompatibel. Und auch wenn wir manchmal an uns und unseren dunklen Seiten verzweifeln, so ist es doch wahr, dass der Heilige Geist durch das Wort Gottes und auch durch die oft schmerzhaften Umstände in unserem Leben an uns arbeitet, damit die uns zuerkannte Heiligung auch praktisch sichtbar wird. Er will uns damit zu einem Hoffnungszeichen für die Welt machen.

Und wie könnte das besser geschehen als durch Einheit? Es geht nicht um organisatorische Einheit, sondern um die Einheit in der Hingabe an den einen Herrn in der Unterordnung unter sein Wort. Wo Christen sich lieben und einander dienen, zeigt sich das Wesen und die Art Gottes. Der Vater liebt den Sohn, und er wünscht sich, dass unsere Herzen mit dieser Liebe erfüllt sind. Ja, Jesus bittet den Vater für uns um diese hohe Ehre: Dass die Welt erkennen soll, dass Gott uns geliebt hat, wie er den Sohn geliebt hat!

Und schließlich bittet er: Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast. Er will uns nahe bei sich haben; er will uns teilhaben lassen an seiner Herrlichkeit. Das ist das Ziel Gottes, das “Beste”, zu dem uns alle Umstände, ob gut oder böse, mitwirken müssen. Das hat Jesus uns durch sein Kreuz erkauft.

Nachdem wir nun Einblick haben in die Anliegen Gottes für unser Leben, um was beten wir – füreinander und für uns selbst? Stimmt es damit überein, oder ist es auf unser kurzfristiges irdisches Wohlergehen  und Haben-Wollen beschränkt?