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Berufung

Berufung

Vor allem junge Menschen wollen ihre Berufung finden, etwas, das ihren Lebenssinn erfüllt. Für uns als Christen ist es dabei ohne Frage, wer uns beruft. Es kann nur Gott sein. Wir wünschen uns, dass er uns in eine Aufgabe stellt, bei der wir Erfüllung finden. Aber wenn wir zu verstehen suchen, welche das ist, sind wir oft ratlos. Wie erkennen wir sie? In der Bibel steht schließlich für alle das Gleiche. Gefühle? Eindrücke? Die Meinung anderer Leute? Sollen wir uns einfach nach unseren Begabungen richten?

Die Bibel spricht relativ selten von einer persönlichen, speziellen Berufung. Wenn Gott jemand da was sagen wollte, konnte er sich der Person zweifelsohne deutlich machen, selbst ohne dass derjenige drum gebeten hatte (und manchmal sogar gegen ihren Willen, s. Jona). Im Allgemeinen genügt völlig, was die heilige Schrift generell über unsere Berufung als Christen sagt. Das enthält jede Menge Gnade und so viel an Herausforderung, dass wir damit vorläufig beschäftigt sind. Und ich bin überzeugt: Wenn wir darin leben, ergibt sich alles andere von selbst.

  • Wir sind zur Freiheit berufen. “Ihr seid ja zur Freiheit berufen, liebe Geschwister! Nur benutzt die Freiheit nicht als Freibrief für eure eigenwillige Natur, sondern dient einander in Liebe.” (Galater 5,13) Gott hat es uns geschenkt, dass wir ihm ohne Gesetzesvorschriften aus Liebe gehorchen und dienen können. Weder Teufel noch Menschen noch Umstände können uns letztlich versklaven – in allem, was wir tun, sind wir von Gott abhängig und Gott direkt verantwortlich. “Denn wer als Sklave in die Gemeinschaft des Herrn gerufen wurde, ist vor dem Herrn ein freier Mensch. Und wer frei war, als Gott ihn rief, ist jetzt ein Sklave von Christus. Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt. Macht euch also nicht zu Sklaven von Menschen!” (1.Korinther 7,22ff)
  • Wir sind zum Frieden berufen. “Wir wünschen euch, dass der Frieden, der von Christus kommt, eure Herzen regiert, denn als Glieder des einen Leibes seid ihr zum Frieden berufen.” (Kolosser 3,15) Das ist eine gemeinschaftliche Berufung für die Gemeinde Gottes. Sie soll die Herrschaft des Friedefürsten unter sich ausleben. Es ist aber auch eine Berufung, in allen Lebensumständen den Frieden zu suchen, und z.B. wo nötig, einen ungläubigen Ehepartner ziehen zu lassen: “Der Bruder oder die Schwester ist in diesem Fall nicht wie ein Sklave an die Ehe gebunden. Gott hat uns doch zu einem Leben in Frieden berufen!”(1.Korinther 7,15)
  • Wir sind berufen zum ewigen Leben. “Kämpfe den guten Kampf, der zu einem Leben im Glauben gehört, und ergreife das ewige Leben, zu dem Gott dich berufen hat.” (1.Timotheus 6,12) Damit ist nicht nur der Himmel gemeint, sondern unser Leben jetzt und hier in “Ewigkeitsqualität”.
  • Wir sind berufen zum Licht. “Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.” (1.Petrus 2,9) Wer diese Berufung ins Licht hat, kann nicht mehr in der Finsternis leben. “… ihr seid Menschen des Lichts und Kinder des kommenden Tages. Nein, wir gehören nicht zu Finsternis und Nacht!Deshalb wollen wir auch nicht schlafen, wie die anderen, sondern wachen und nüchtern sein. Denn wer schläft, schläft in der Nacht, und wer sich betrinkt, tut es in der Nacht.Wir aber gehören zum Tag und wollen darum nüchtern sein, gerüstet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung. Denn Gott hat uns nicht dazu bestimmt, dass wir seinem Zorngericht verfallen, sondern dass wir durch unseren Herrn Jesus Christus das Heil in Besitz nehmen.” (1. Thessalonicher 5,4-9)
  • Wir sind zum Leiden und Gutes tun berufen. Das ist eigentlich das Kernthema des 1. Petrusbriefes. “Wenn ihr aber Gutes tut und dafür leiden müsst, dann ist das eine Gnade von Gott, denn genau dazu seid ihr berufen worden. Auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt.” (1.Petrus 2,21) Nehmen wir diese Berufung an?
  • Wir sind berufen, Segen zu erben, und zwar Segen für uns selbst und zum großzügigen Weitergeben. ”Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.” (1.Petrus 3,9) Wir werden gewarnt, nicht knauserig damit zu sein, weil wir uns sonst ins eigene Fleisch schneiden.
  • Wir sind zur Gemeinschaft mit Christus berufen. “Gott ist treu. Er hat euch berufen zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.” (1.Korinther 1,9) Das Wort, das hier für Gemeinschaft steht, bedeutet mehr als nur Zusammensein, Es geht um Partizipation und Partnerschaft. Was ihm gehört, gehört uns, er macht uns an allem, was er hat, zu Teilhabern!
  • Wir sind zur Heiligkeit berufen. “Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Lebenswandel.” 1.Petrus 1,15)
  • Wir sind zu ewiger Herrlichkeit berufen. Das ist das Endziel! “Der Gott, von dem alle Gnade kommt, hat euch berufen, mit Christus zusammen für immer in seiner Herrlichkeit zu leben.” (1.Petrus 5,10)  Paulus sagt: “Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.” (Philipper 3,10-11)

ist uns das genug Berufung? Ganz sicher, wenn wir sie ernst nehmen und im Alltag umsetzen wollen!

Der Durst nach Leben kann gestillt werden

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Es ist 12 Uhr mittags. Jetzt bleibt man am besten im Haus, im Schatten. Und doch kommt hier in Sychar eine einsame Frau zum Wasserholen an den Brunnen. Sie hat die ungünstige Zeit mit Bedacht gewählt, denn ihr ist nicht danach, die anderen Frauen des Ortes zu treffen. Sie sind nicht gut auf sie zu sprechen. Lieber geht sie allein zur Quelle, als diese abfälligen Blicke und das Getuschel auszuhalten.

Aber da sitzt schon jemand am Brunnen, ein Mann, der sehr müde wirkt. Wahrscheinlich ist er schon länger unterwegs und macht hier eine Pause. Es ist ganz offensichtlich ein jüdischer Rabbi – das sieht man an seiner Kleidung. Was macht der hier auf samaritischem Gebiet? Die Juden machen normalerweise lieber einen Riesenumweg, als sich durch den Kontakt zu Samaritern zu besudeln!

Der Mann spricht sie an. “Gib mir doch etwas zu trinken!” – Das ist so ungewöhnlich, dass sie herausplatzt: “Du bist ein Jude und bittest mich, eine samaritische Frau, dir etwas zu trinken zu geben?” Noch nie hat ein Jude – und gar ein Rabbi! – ein freundliches Wort zu ihr gesagt. „Wenn du wüsstest, welche Gabe Gott für dich bereit hält, und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken! –  dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben,“ sagt der Mann. Er ist ein Rätsel und er redet in Rätseln. Von was für einem Wasser spricht er? Mit was will er es schöpfen? Er hat doch nichts, sonst hätte er sie ja nicht um einen Schluck Wasser gebeten. Wer ist er? “Woher willst du denn das Quellwasser haben? Bist du etwa größer als unser Stammvater Jakob, der uns diesen Brunnen hinterließ? Kannst du uns besseres Wasser geben, als das, was er mit seinen Söhnen und seinen Herden trank?” Ja, jetzt hat sie es gewagt und die Frage gestellt: Wer bist du überhaupt? Er antwortet ihr: „Jeder, der von diesem Wasser hier trinkt, wird wieder durstig werden. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst bekommen. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm eine Quelle werden, aus der Wasser für das ewige Leben heraussprudelt.“

Ein ein-für-allemal- Wasser? Nie mehr Durst? Ewiges Leben? Das wäre nett. Dann bräuchte sie sich nicht mehr jeden Mittag allein hierher zu quälen. “Herr, gib mir dieses Wasser!” “Geh, ruf deinen Mann!” O nein! Warum muss er jetzt nach ihrem Mann fragen? “Ich habe keinen Mann,” antwortet sie. “Das stimmt,” sagt er. “Du hast keinen Mann. Fünfmal warst du verheiratet, und jetzt lebst du mit einem Mann zusammen, der nicht dein Mann ist.”

Er kennt ihre Schande! Er hat es die ganze Zeit gewusst, und doch mit ihr gesprochen! Er hat sie sogar um Wasser gebeten, sich nicht abgewandt oder vor ihr ausgespuckt! Er muss dieses Wissen von Gott haben. “Ich sehe, dass du ein Prophet bist!” Wenn er ein Prophet ist und weiß, wer sie ist und doch mit ihr spricht – heißt das am Ende, Leute wie sie können mit Gott noch etwas zu tun haben? Kann er ihr vielleicht die Frage beantworten, über die sie schon oft nachgedacht hat: Was ist die richtige Art der Gottesverehrung? Denn es gibt offensichtlich verschiedene Religionen. Die Samariter beten seit Generationen auf dem Berg Garizim an, und die Juden sagen: Nur in Jerusalem darf man Gott anbeten. Und eigentlich können ja nicht beide Recht haben. Was ist nun die Wahrheit?

Und Jesus – denn er ist es, der mit ihr redet – antwortet ihr: “Frau, glaube mir, es kommt eine Zeit, da werdet ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten.” Vater? Ist Gott sein Vater? Er fährt fort: “Ihr Samariter betet einen Gott an, den ihr nicht kennt. Wir beten an, was wir kennen. Die Rettung kommt von den Juden. Es kommt aber eine Zeit – und sie ist jetzt – wo die wahren Anbeter Gott in Geist und Wahrheit anbeten werden. Der Vater sucht solche Leute als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten.”

Dass die Rettung von den Juden kommen soll – das ist ihr bekannt. Ein Messias soll kommen, der Herzen verändern kann und die Beziehung zu Gott wieder herstellen. “Der bin ich,” sagt Jesus, “Ich, der hier mit dir redet.”

Der Messias ist da und redet mit ihr, die alle Menschen meiden?  Er hat ihr mitten ins Herz gesehen und  Lebenswasser angeboten für diesen unstillbaren Durst, der sie von einer löchrigen Zisterne zur anderen geführt hat. Am Ende war sie immer enttäuscht und leer und musste feststellen: Auch das ist nicht das, wonach ich mich gesehnt habe! Aber heute hat sie es gefunden! Ab jetzt wird sie zu diesen Anbetern gehören, die der Vater sucht.

Und das muss sie weitererzählen! Sie vergisst ihre Scham und Schande und Menschenfurcht und rennt in die Stadt: “Kommt mit und lernt einen Mann kennen, der mir alles ins Gesicht gesagt hat, was ich jemals getan habe! Könnte das vielleicht der Christus sein?” Und die Leute kommen, um Jesus zu sehen.

Jesus legt auch in meine und deine Wunde den Finger. Unsere dunklen Seiten müssen ans Licht, unsere Schuld muss vor ihm bekannt werden, damit er uns sein Lebenswasser geben kann, das er völlig frei an Unwürdige verschenkt. Sein Wasser stillt unseren Durst für immer. Er bringt uns in Gemeinschaft mit dem Vater. Einsamen und Verstoßenen und Verletzten und Missbrauchten gibt er eine Familie. Unsere Schande nimmt er weg, Sünder werden Anbeter in Geist und Wahrheit!

Die Geschichte steht in der Bibel in Johannes 4.

Wer wird gerettet, und wer wird verdammt?

 

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Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. (Johannes 3,17)

Und doch werden nicht alle Menschen gerettet werden. Nicht alle werden profitieren von dem, was Jesus getan hat. Er hat dieses wunderbare Angebot – ewiges Leben, das schon im Hier und Jetzt beginnt – an den Glauben geknüpft.

Was ist dieser Glaube? Glaube ist nicht eine Annahme oder Vermutung (obwohl wir den Begriff landläufig auch so gebrauchen), sondern das tiefe Vertrauen in die Echtheit, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit einer Person und in das, was sie sagt. Das ist das Vertrauen, das Jesus von uns verlangt. Dieses Vertrauen hat notwendig Konsequenzen: Wenn ich mich auf ihn verlasse, werde ich auch mein Leben auf ihn bauen und ihm gehorchen.

Die Frage ist: Wenn Jesus so verlässlich ist, wenn er uns so viel anbietet – Zugang zu Gott, Rettung, Vergebung, Frieden, Leben, Liebe, Freude – warum wollen das trotzdem so viele nicht haben? Jesus diagnostiziert:

Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. (Johannes 3,19.20)

Wir sind lichtscheue Kreaturen. Wie die Kakerlaken sind wir auf der Flucht vor dem Licht, und unsere Dunkelheit ist uns lieber, weil sie das schmerzhafte Aufdecken unserer Leichen im Keller verhindert, all der Dinge, die wir vor Gott und oft auch vor Menschen seit unserer Kindheit zu verbergen geübt haben. Wer zu Jesus kommen will, der muss ins Licht kommen! Er wird dann von Gott

errettet aus der Herrschaft der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, (Kolosser 1,13)

Von Natur sind wir alle schon verdammt, “Kinder des Zorns”, wie die Bibel das nennt. Das Gericht ist uns sicher. Wir brauchen eine neue Geburt, eine geistliche Totenauferstehung. Das wird in der Taufe abgebildet. Die Taufe selbst rettet uns nicht – sie zeigt nur bildlich das, was an uns geschehen ist. Das Untertauchen symbolisiert unser Sterben mit Jesus – er hat unsere Sünde weggenommen – und das Auftauchen ist ein Bild der Auferstehung mit ihm. Ich bekomme ein neues Leben – sein Leben! Der Glaube ist die Art und Weise, wie ich das, was Jesus für mich getan hat, annehme.

Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3,36)

Das Urteil ist längst gefällt, die Strafe verhängt. Die einzige Rettung ist, dass ein Sündloser kam und meine Strafe trug, und dieses Opfer des Sohnes Gottes kommt mir zugute, wenn ich glaube und zum Licht komme.

So hat Gott die Welt geliebt (Predigt-Nachlese)

 

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten. (Johannes 3,16.17)

Was bedeutet es, dass Gott die Welt geliebt hat? Hatte er eine Schwäche für sie, so ähnlich wie wenn ich sage: Ich liebe Pizza? Oder so wie wenn ich sage: Ich liebe meine Familie?

Am besten lassen wir die Bibel und insonderheit den Apostel Johannes selbst erklären, was diese Liebe für uns bedeutet.

Wer liebt hier? Gott, der Allmächtige, der Schöpfer, der uns gemacht hat, und dem wir Anbetung und Gehorsam schulden. Er ist eine Person, die denkt und fühlt und einen Willen hat. Er ist nicht nur eine Kraft oder ein Einfluss. Er ist ein moralisches Wesen, das Taten und Motive beurteilt und den Maßstab für perfekte Gerechtigkeit setzt. Und da ist auch der Konflikt zwischen uns und Ihm: Wir werden diesem Maßstab nicht gerecht, und wir verweigern ihm Ehre und Dank wieder besseres Wissen. Deshalb sind wir unter seinem Zorn und Gericht.

Aber Gott liebt, und Gott liebt die Welt. Das heißt: Jeden! Die ganze Menschheit. Er empfindet für uns verlorene und verdammte Menschen Erbarmen und will uns retten. Deswegen gab er seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden. Was das bedeutet, entzieht sich unserem Verständnis. Wir können es nur erahnen. Gott legt unsere Sünde auf Jesus und lässt ihn unser Urteil tragen. Damit macht er uns die Tür auf, um zurück zu kommen.

Durch diese Tür gehen wir durch den Glauben. Glauben im Sinn der Bibel bedeutet nicht nur, dass ich etwas für wahr halte, sondern dass ich mich mit meinem ganzen Sein drauf einlasse, weil ich dem völliges Vertrauen schenke, was Gott gesagt und getan hat. Es beinhaltet auch, dass ich mein altes Leben nicht mehr weiterführen will. Nun, wie ist das möglich? Es geht nicht darum, dass wir einen Vorsatz fassen, uns zu bessern und “religiös” zu werden. Das schaffen wir sowieso nicht.

Gott gibt uns ewiges Leben. Das ist mehr als Weiterleben nach dem Tod. Das ist eine ganz neue Qualität des Lebens durch den heiligen Geist in uns. Es ist etwas, was Gott in uns tut. Er erneuert uns. Er füllt uns mit Liebe. Er schreibt sein Gesetz in unsere Herzen, so dass es etwas wird, was wir selbst wollen. Er gibt uns die Kraft dazu.

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Dieses Angebot gilt auch für dich. Gott hat alles getan, und wir müssen nur – aus tiefstem Herzen – Ja sagen und es annehmen.

Predigt-Nachlese: Ewiges Leben–jetzt!

Predigttext: Kolosser 1,9-14

Frucht, Traube

Einer der bekanntesten Verse der Bibel ist Johannes 3,16:

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit  jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

Oft, wenn er zitiert wird, liegt der Fokus darauf, dass der Glaube an Jesus uns vor dem Verlorengehen rettet. Das ist aber noch nicht alles! Denen, die ihr Vertrauen in ihn setzen, verspricht Jesus ewiges Leben! Und dieses ewige Leben bezieht sich nicht nur auf die Zukunft im Himmel, sondern wird uns jetzt schon geschenkt. Zum Evangelium gehört nicht nur, dass Jesus am Kreuz für uns gestorben ist, sondern auch, dass er auferstanden ist und uns an seinem Leben teilhaben lässt.

Nun ist das ewige Leben nicht ein Ding, das uns Jesus aushändigt, sondern ER SELBST ist das Leben. Wir haben es in ihm.

Im Gefängnis in Rom hat Paulus über die Christen in Kolossä gehört: über ihren Glauben, ihre Liebe, ihre Hoffnung. Er schickt ihnen jetzt durch Tychikus und Onesimus einen Brief, in dem er ihnen zeigt, was sie alles durch Jesus haben, und wie sich das in ihrem Leben praktisch auswirken soll.

Vers 9 fängt an mit “deshalb”. Er schlussfolgert etwas aus dem Vorhergehenden: Sie haben sich bekehrt, und deshalb geht es jetzt weiter, sie haben etwas empfangen, und das will ausgelebt werden. Sie haben die Erlösung, sie sind errettet aus der Macht der Finsternis, sie gehören jetzt in das Reich des Sohnes Gottes und sind zu Erben dieses ewigen Lebens gemacht worden. Alles das hat Gott getan – sie konnten nichts dazu beitragen, denn sie waren völlig kraftlos und verloren. Und auch das neue Leben können sie nicht aus sich selbst herausschöpfen. Paulus betet für sie, dass sie mit der Erkenntnis des Willens Gottes erfüllt werden – daraus folgt dann alles andere. Erfüllt werden ist auch wieder das Tun Gottes, sie können sich nicht selbst erfüllen. Das heißt aber keineswegs, dass sie inaktiv sein sollen oder keine Verantwortung haben, sondern sie sind verantwortlich, die Hilfe bei Gott zu erbitten und sich erfüllen zu lassen. Und wenn Gott Erkenntnis schenkt, dann kommt damit die Befähigung zu einem gottgefälligen Lebenswandel, dann werden sie gestärkt, wachsen, bringen Frucht und sind mit Dank erfüllt. All diese Aspekte führt er im weiteren Verlauf des Briefes dann im Detail aus.

In Kapitel 2,3 wird die Essenz der Erkenntnis, die hier gemeint ist, so beschrieben:

Denn er (Christus) ist das Geheimnis Gottes, und in ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.

Alles was wir brauchen, ist in Christus. So wie wir in ihm gerettet und gerecht gemacht wurden, so sollen wir jetzt auch  in ihm  gottgemäß leben. Wenn wir das vergessen, dann fangen wir an, billigen Ersatz zu suchen, der nicht funktioniert: Gesetzlichkeit, besondere Erfahrungen, weltliche Philosophie.

Zusammenfassung:

  • Bleib nicht stehen bei deiner Bekehrung, lebe aus, was Jesus dir gegeben hat!
  • Die Heiligung ist dir genauso geschenkt wie die Erlösung.
  • Gebet ist die Weise, wie wir die Kraftquellen Gottes anzapfen.

Auf und vorwärts zu einem erfüllten, fruchtbaren, gottgefälligen Wachstum – ewiges Leben, jetzt!

Friedhofsspaziergang

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Weil das Wetter so schön war, wollte ich unbedingt mal raus. Da ich auch beten wollte, suchte ich ein ruhiges Plätzchen. Wohin also? Auf der Straße ist es laut, und der Park ist bei schönem Wetter voller Menschen. Da fiel mir ein, dass mein Bruder und ich als Teenies immer auf den Friedhof gegangen sind, um mal in Ruhe nachzudenken. Der Friedhof, das ist es! Das ist gar nicht so weit von mir. Bis auf Gießkannen-Geplätscher ist es da still, es ist grün, und es gibt Bänke zum Sitzen.

Unser Stadtteil-Friedhof ist relativ klein. Ehe ich mich irgendwo hinsetzte, wanderte ich ein bisschen durch die Reihen und betrachtete die Gräber und ließ die Atmosphäre auf mich wirken. Mir fiel auf, dass auf vielen Grabsteinen Aufkleber waren: Nutzungsfrist abgelaufen. So lange hatten die Toten noch gar nicht da gelegen, 30 Jahre etwa. Ein paar Jahre nur, dass so ein Gedenkstein da steht, dachte ich. Wenn einen vorher noch nicht alle vergessen haben, wird dann der letzte Erinnerungsort plattgewalzt. An manchen Stellen sprosste frisch eingesätes hellgrünes Gras. Da hatte man wohl vor Kurzem ein Grab beseitigt.

Wie wichtig nehmen wir uns doch! Wenn uns im Hier und Heute mal jemand applaudiert, fühlen wir uns im Zentrum des Universums. Wir werden vielleicht nach unserem Ableben ein Weilchen vermisst, und dann treten andere Dinge und Menschen in den Vordergrund. Irgendwann kann niemand mehr was mit unserem Namen verbinden.

Die Tage des Menschen sind wie Gras; er blüht wie eine Blume auf dem Feld; wenn ein Wind darüber geht, so ist sie nicht mehr da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr,

sagt die Bibel in Psalm 103,15. Das ist wahr! Manche lassen eine größere und manche eine kleinere Lücke, aber so oder so schließt sie sich irgendwann im Bewusstsein der Hinterbliebenen und Nachkommen.

Ist das nun traurig? ja, wenn das alles ist … Es gab allerdings auch einen Grabstein auf einem Familiengrab, auf dem stand: Hier warten auf die Auferstehung …dann die Namen. Ob diese Leute an Jesus glaubten, der gesagt hat:

Ich bin die Auferstehung und das Leben! Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben(Johannes 11,25)?

Oder gehörten sie zu jenen, die meinen, wenn sie gut und anständig waren und niemand ermordet haben (außer vielleicht in Gedanken dem einen oder anderen Nervtöter den Hals rumgedreht), wird Gott schon nicht so sein und ihnen ewiges Leben geben? Sie werden im Gericht Gottes merken, dass alles darauf ankommt ob sie dem Sohn Gottes vertraut haben, dass er sie von ihrer Schuld befreit. Denn wer das einzige Opfer verwirft, das Sünden wegnehmen kann, dem

bleibt nur noch das furchtbare Warten auf das Gericht und das wütende Feuer, das die verzehren wird, die sich gegen Gott gestellt haben (Hebräer10,26).

Ein guter Platz zum Nachdenken, so ein Friedhof. Ich glaube, da gehe ich jetzt öfter hin, um für die Lebenden zu beten. Für die Toten ist es zu spät.

Jesus ist gestorben – wozu?

UnbenanntHeute morgen habe ich mir mal meine Bibel vorgeknöpft und mir notiert, wofür Jesus eigentlich gestorben ist. Um es salopp zu sagen: Was ist denn nun dabei herausgesprungen – für uns und für Gott?

Hier sind meine Ergebnisse – und ich habe sicher nur die Oberfläche angekratzt.

Das Kreuz Jesu ist die ultimative Selbst-Offenbarung der Liebe Gottes zu uns.

Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben. Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat.  1. Johannes 4,9.10

Diese Liebe  ist völlig unbegreiflich, denn wir waren seine Feinde.

Aber nicht nur seine Liebe hat Gott durch den Tod Jesu sichtbar gemacht, sondern auch seine Gerechtigkeit. Er konnte unsere Schuld nicht einfach übersehen und Fünf gerade sein lassen. Deswegen brauchte er einen Heiligen und Reinen, der selbst ohne Sünde war, und der sich an unserer Stelle richten ließ.

Ihn (Jesus) hat Gott zu einer Stätte für Sühne gemacht. Durch sein vergossenes Blut ist die Sühne vollzogen worden, und durch den Glauben kommt sie allen zugute. So hat Gott auch den Beweis erbracht, dass er gerecht gehandelt hatte, obwohl er die bis dahin begangenen Sünden der Menschen ungestraft ließ. Und heute beweist er seine Gerechtigkeit dadurch, dass er den für gerecht erklärt, der aus dem Glauben an Jesus lebt. Römer 3,25-26

Gott hat sich durch das Blut seines Sohnes eine Gemeinde “gekauft”, ein neues Volk aus allen Völkern.

Und mit deinem vergossenen Blut hast du Menschen erkauft, Menschen aus allen Stämmen und Völkern, aus jeder Sprache und Kultur. Du hast sie freigekauft für unseren Gott und sie zu Mitherrschern und Priestern für ihn gemacht. Sie regieren in Zukunft die Welt. Offenbarung 5,9.10

Gott hat sie (die Gemeinde) ja durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben. Apostelgeschichte 20,28

Was haben wir nun davon? (Bitte die Links anklicken, um zu den Bibelstellen zu gelangen!)

Und Jesus selbst?

Nach seiner Seelenqual sieht er das Licht  und wird für sein Leiden belohnt.  Jesaja 53,11

Er erniedrigte sich selbst und gehorchte Gott bis zum Tod – zum Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn über alles erhöht  und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen steht: Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt; von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.Und jede Zunge wird bekennen: „Jesus Christus ist der Herr!“ So wird Gott, der Vater, geehrt. Philipper 2,8-11

Wer aber sein Opfer ablehnt, dem kann nicht mehr geholfen werden. Dem bleibt

nur noch das furchtbare Warten auf das Gericht und das wütende Feuer, das die verzehren wird, die sich gegen Gott gestellt haben. Hebräer 10,27

So sind wir nun Botschafter für Christus, und es ist Gott, der durch uns mahnt. Wir bitten im Auftrag von Christus: Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet! 2.Korinther 5,20.21