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Buchführung nach Gottes Weise

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Der Philipperbrief gibt uns einen interessanten Einblick in die Art und Weise, wie Gott Buch führt. Die Gemeinde in Philippi hatte Paulus Geld geschickt, das er auch dringend brauchte. Was mir auffällt: Paulus sagt nirgends “Danke!” – sondern er hat eine ganz andere Perspektive auf diese Gabe, die wir uns, denke ich, auch zu eigen machen sollten.

Er sagt, er hat sich “Im Herrn” gefreut. Nicht für sich (wahrscheinlich auch), sondern für die Philipper! Da war eine Blüte aufgegangen bei den Philippern. Gott hatte die Anteilnahme an den Bedürfnissen des Apostels in ihre Herzen gesät und Knospe und Blüte entwickelt. Es war ein längerer Wunsch bei ihnen vorausgegangen, das zu tun, und nun hatten sie endlich die Mittel. Paulus sah nie einen Anlass, “die Knospen zu massieren” und etwas zu fordern, sondern er konnte auf Gott warten, weil er bereit war, mit jedem Lebensumstand zurechtzukommen. Er sagt hier, dass er es gelernt hat, was wohl bedeutet, dass es nicht immer einfach war. Gott musste ihm definitiv die Kraft dazu geben.

Übrigens: Dadurch, dass Paulus nicht den Philippern dankt, entgeht er einer häufigen Falle: Er wird von seinen Gebern nicht abhängig.  Ihre Gabe verleiht ihnen weder Macht noch Weisungsbefugnis in seinem Dienst. Der Herr steht immer zwischen ihnen und ihm – als der, der alles gibt, und der, der die Konten führt.

Von seiner Seite aus gibt es also keinen Anspruch und keine Forderung und von ihrer Seite auch nicht. Trotzdem wird hier von einer Buchführung des gegenseitigen Gebens und Nehmens gesprochen: Wer Geistliches empfängt, für den ist es recht und billig, Materielles zurückzugeben, sofern er es hat. Wer bedient wird, soll auch seinerseits dienen, nicht aus Zwang, sondern aus innerem Bedürfnis. Es soll eine Frucht sein, keine Gesetzeserfüllung. Und jetzt macht Paulus eine interessante Rechnung auf: Obwohl eigentlich nichts passiert ist, als dass die “Konten” nun ausgeglichen sind, bucht Gott diese Frucht – die er ja selbst gewirkt hat – auf die Haben-Seite der Philipper! Wenn das mal nicht Gnade ist! Und er verspricht, ihnen alles zu geben, was sie bedürfen.

Am Ende dieser Kalkulation sind alle von Gott beschenkt und im Plus, und der Überfluss an Dank geht an ihm.

Gelesen habe ich das in Philipper 4,10-20

Predigt-Nachlese: Ist dein Glaube tot oder lebendig?

Predigttext: Jakobus 2

centimeter-15656_1280Auf das Wort Gottes zu hören und zu sagen, dass man daran glaubt, ohne auch danach zu handeln, ist Selbstbetrug. Es genügt auch nicht, zu wissen, was wahr ist. Jakobus sagt es ganz brutal: Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt. Gut! Aber die Dämonen glauben das auch – und zittern vor Angst. Echter “lebendiger” Glaube hat Konsequenzen.

Der Jakobusbrief ist voller praktischer Prüfsteine für unseren Glauben. Im 2. Kapitel geht es  um “Ansehen der Person”. Wie bemessen wir den Wert eines Menschen? Nach seinem Aussehen und seinem Geldbeutel, nach den Vorteilen, die wir aus ihm ziehen können? Jakobus stellt unser Wertsystem auf den Kopf und fragt: Sind es nicht gerade die Reichen, die euch tyrannisieren? Ziehen nicht sie euch vor die Gerichte? Sind nicht sie es, die den guten Namen dessen, dem ihr gehört, in Verruf bringen? Wenn wir an einen Gott glauben, der die Armen und Verachteten auserwählt hat, die Wahrheit zu erkennen und reich im Glauben zu sein – warum handeln wir dann nicht dementsprechend? Warum stecken wir Menschen nach äußeren Kriterien in Schubladen? Bevorzugung und Parteilichkeit, das macht Jakobus ganz klar, ist Sünde! Wenn wir selbst doch auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen sind, sollten wir sie dann nicht auch für andere haben?

Um zu zeigen, was echter Glaube ist, nimmt Jakobus Abraham als Beispiel. Wurde unser Stammvater Abraham nicht wegen seines Handelns als gerecht betrachtet – eben weil er Isaak, seinen Sohn, auf den Opferaltar legte? Das Vertrauen Abrahams zu Gott zeigte sich in einem “Werk”. Genauso war es bei Rahab. Sie versteckte die Spione aus Glauben, und dieses “Werk” führte zu ihrer Rettung. Ist das nun ein Widerspruch zu dem, was Paulus den Ephesern schreibt:

Denn durch die Gnade seid ihr gerettet worden aufgrund des Glaubens. Dazu habt ihr selbst nichts getan, es ist Gottes Geschenk und nicht euer eigenes Werk. Denn niemand soll sich etwas auf seine guten Taten einbilden können (Epheser 2,8.9)?

Müssen wir doch etwas tun, um gerettet zu werden?

Auch für Jakobus ist es der Glaube, der rettet, und nicht die Werke. Aber der echte Glaube erweist sich durch das, was man tut. Er bringt Frucht. Wer in Jesus ist, ist wie eine Rebe am Weinstock. Niemand kann irgendein Gott wohlgefälliges “Werk” produzieren ohne Jesus, und zu Jesus kommen wir durch den Glauben. Wenn aber unser Glauben keine Frucht zeigt, dann haben wir Jesus nie gekannt. Wie der Körper ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne die Werke tot, aber die Lebensverbindung zu Jesus bewirkt, dass wir einander lieben, nicht nur mit “Blabla”, sondern auch mit Taten.