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Wofür beten–für Ehen und Familien?

Familie

Ehen und Familien sind extrem angefochten, und die uns umgebende Gott-ferne Kultur ist viel mehr in die Gemeinde eingedrungen, als uns oft bewusst ist. Unser Gebet ist dringend erforderlich!

Dafür

    • dass die göttliche Institution der Ehe – ein Mann und eine Frau – unter uns hochgehalten wird (Hebräer 13,4)
    • dass die Eheleute in Reinheit miteinander leben, ohne Ehebruch, ohne Pornografie (Hebräer 13,4)
    • dass sie den Schöpfungsauftrag “Seid fruchtbar und mehrt euch” von ganzem Herzen annehmen (1.Mose 1,21)
    • dass sie sich gegenseitig in ihren verschiedenen Rollen lieben und respektieren, dass die Frauen die Führungsrolle des Mannes respektieren (Epheser 5,24) und die Männer die Frauen als “Miterbinnen des Lebens” ehren (1.Petrus 3,7)
    • dass sie das Reich Gottes priorisieren und die Ewigkeit im Blick
      haben (Matthäus 6,33; 1.Korinther 7,29-31)
    • dass sie auf Gott vertrauen und zufrieden sind, wenn sie Nahrung und
      Bedeckung haben und nicht durch die Sorgen des Lebens aufgesogen werden (und sich darin einig sind) (1.Timotheus 6,8; Matthäus6,19)
    • dass die Männer ihre Frauen lieben und versorgen (Epheser 5,28.29)
    • dass die Eltern in der Kindererziehung ein Team sind, damit es den Kindern nicht unmöglich wird, Vater und Mutter zu ehren (Epheser 6,2)
    • dass die Väter die Verantwortung übernehmen, ihre Kinder im Wort Gottes zu unterweisen (Epheser 6,4)
    • dass sie ihre Führungsrolle nicht missbrauchen, um willkürlich und tyrannisch zu sein (Epheser 6,4; Kolosser 3,19.21)
    • dass die jungen Frauen Unterstützung und Unterweisung durch ältere Schwestern bekommen und annehmen können (Titus 2,4), wie sie ihre Männer und Kinder lieben können

Wofür beten – für die Gemeinde?

GebetOft fällt uns das Beten schwer, weil uns der “Stoff” schnell ausgeht. Um zu wissen, wofür wir beten können und sollen, müssen wir den Willen Gottes kennen. Denn nur, wenn wir nach Gottes Willen beten, haben wir die Verheißung, dass er unser Gebet erhört.

Ich will deshalb versuchen, für verschiedene Gebiete biblische Gebetsanliegen zu sammeln. Gerne dürft ihr das in den Kommentaren ergänzen,  möglichst mit Angabe der entsprechenden Bibelstellen.

Hier einige Gebetsanliegen für uns als Gemeinde:

  • dass der Herr uns aufbaut als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus  – nicht als “Besucher” oder “Konsumenten”, sondern als ein heiliges Priestertum (1.Petrus 2,5)
  • dass jeder seine Gaben zur Verfügung stellt zum allgemeinen Nutzen, so dass wir als Leib funktionieren können (1.Korinther 12)
  • dass alle sich denen unterordnen, die im Auftrag des Herrn mitwirken und sich abmühen (1.Korinther 16,16; 1.Petrus 5,5)
  • dass wir eine klare Stellung gegen Sünde einnehmen (1. Korinther 5,7)
  • dass wir festhalten am Evangelium und kämpfen für den einmal überlieferten Glauben (1.Thessalonicher 4,15; Judas 3) und Irrlehrern und selbsternannten Aposteln keinen Raum geben
  • dass wir alle Heiligen lieben (Epheser 5,1; Kolosser 1,4)
  • dass wir einander die Lasten tragen  und uns in Liebe ermahnen (Galater 6,1.2), uns vergeben und ertragen (Epheser 4,32), einander gerne dienen und helfen (Johannes 13,15)
  • dass wir die Einheit des Geistes bewahren (Epheser 2,3)
  • dass unsere Kommunikation miteinander von Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Gnade gekennzeichnet ist (Epheser 4,25.29 ff)
  • dass unsere Zusammenkünfte die Ordnung Gottes widerspiegeln (1.Korinther 14,33)
  • dass das Wort Gottes und der Lobpreis reichlich unter uns wohnen (Epheser 5,19.20; Kolosser 3,16.17)
  • dass wir leidensbereit werden und fähig, in Bedrängnissen durchzuhalten und zusammenzustehen (2.Thessalonicher 1,4)
  • dass wir eine gebefreudige Gemeinde sind für den Bedarf des Reiches Gottes und bedürftige Geschwister (2. Korinther 8; Philipper 4,10) und Gott uns alles gibt, was wir als Gemeinde an Finanzen brauchen (Philipper 4,19)
  • dass das Wort Gottes von uns aus weiter in unsere Umgebung geht (1.Thessalonicher 1,8) und wir seine Zeugen sind (Apostelgeschichte 1,8)
  • dass wir Jesus aus den Himmeln erwarten (1.Thessalonicher 1,10)
  • dass wir zusammen im Gebet kämpfen (Epheser 5,18)
  • dass wir uns bemühen, gute Werke zu tun, die den Menschen um uns herum nützlich sind (Titus 3, 8.14)

Vom Wählen und Eintauschen

abundance-1868573_1920Am Sonntag hatten wir in unsrer Gemeinde ein Frauentreffen zum Thema “Gebet”. Im Austausch wurde klar, wie schwer es uns allen fällt, nicht nur hier und da spontan, sondern anhaltend  und ausdauernd zu beten und dafür Zeit einzuräumen.

Als ich darüber nachdachte, fiel mir eine Geschichte ein, die ich vor vielen Jahren mal in der Zeitschrift “Readers Digest” gelesen habe und die mich nachhaltig beeindruckt hat. Ich erinnere mich an keine Details mehr, aber der Autor berichtete, wie sein jüdischer Vater seine Kinder erzogen hat, Prioritäten zu setzen, um ihre Ziele zu erreichen. Wenn ich mich recht entsinne, wollte der Junge gerne Musikstunden nehmen, aber die Familie war sehr arm, und Musikunterricht war teuer. Außerdem liebte er süße Brötchen. Sein Vater rechnete ihm also aus, wieviel süße Brötchen eine Musikstunde kostete – wie oft er also verzichten musste. Es waren noch andere Dinge, die gegengerechnet wurden. Der Junge musste also wählen und eine Entscheidung treffen, was ihm wichtiger war, was er erreichen wollte – und diese Entscheidung immer wieder erneuern. Er entschied sich für den Verzicht. Wenn meine Erinnerung nicht trügt, wurde er später ein bekannter Musiker.

Ich bewundere die Weisheit dieses Vaters. Wir wünschen uns oft mehr Disziplin und sind immer wieder wütend auf uns selbst, wenn wir unsere eigenen Standards nicht einhalten. Aber Disziplin ist kein Wert an sich – die Motivation, etwas unbedingt haben oder tun zu wollen, ist der ausschlaggebende Faktor. Und dann müssen wir ein bisschen rechnen. Was haben wir zur Verfügung? Was könnten wir eintauschen? Ein Tag hat 24 Stunden, und mehr kriegen wir auch nicht. Jeder von uns hat Dinge zu tun, die nicht zur Disposition stehen. Und dann gibt es noch kleinere oder größere Wahlfreiheiten. Süße Brötchen sind lecker und in sich nichts Schlechtes. Einmal Verzicht langt nicht; man braucht einen ganz schön langen Atem. Die Frage ist: Wie wichtig ist mir das, was ich haben möchte – in unserem Fall Zeit zum Gebet. Wie überzeugt bin ich von der Notwendigkeit? Wie sehr will ich das? Wenn ich mir meiner Wahl sicher bin, werde ich vielleicht immer noch traurig hinter den Brötchen herschauen – aber mich auf die Musikstunde freuen.

Beten lernen (3): Was gibt mir das Recht?

cmdr-shane-610506-unsplashVor Jahren hatte ich eine liebe Freundin, bei der wir uns unter der Woche zum Beten und Bibellesen getroffen haben. Sie war für mich der Inbegriff unkomplizierter Gastfreundschaft. Wenn sie mal in Urlaub war, gab sie einfach einem von uns den Schlüssel. Wir durften an ihre Schränke gehen und uns Tassen holen und was wir sonst so brauchten. Es passierte mir oft, wenn ich vor ihrer Tür stand, dass ich gedankenverloren meinen eigenen Hausschlüssel zückte, bis mir einfiel: Ach nein, das ist doch nicht deine Wohnung! Als ich ihr das mal erzählte lachte sie und meinte: Das ist ein gutes Zeichen; es heißt, dass du dich hier zu Hause fühlst.

Was ist der Schlüssel, dass ich mich bei Gott so zu Hause fühlen kann, dass ich da ganz unkompliziert ein und aus gehen kann?

Als Gott den Menschen geschaffen hat, hatte er im Garten Eden vertrauten Umgang mit ihm. Es war völlig klar, dass er der Schöpfer war und der Mensch das Geschöpf, aber da war keine Barriere zwischen ihnen. Die Gemeinschaft war ungetrübt und wunderschön.

Das änderte sich schlagartig, als der Mensch Gott das Vertrauen entzog und lieber dem Satan glaubte. In diesem Moment zogen Scham, Furcht, Schuldgefühle und Fremdheit in die Beziehung ein. Mensch und Gott konnten nicht mehr zusammen leben. Diese Beziehungsstörung hat sich “vererbt”. Zwischen Mensch und Gott ist sozusagen eine Mauer, und wir alle wurden hinter dieser Mauer im Land der zwar stolzen, aber im tiefsten furchtsamen und heimatlosen Rebellen geboren. Was uns übrigblieb, war bestenfalls eine Sehnsucht nach Sinn und selbstgebastelte Konzepte von Gott, aber wir kannten ihn nicht persönlich.

Gott wollte es nicht dabei bewenden lassen. Er hatte von Anfang an einen Rettungsplan, und den hat er ausgeführt, indem er uns durch seinen Sohn und sein Opfer am Kreuz eine Brücke zu sich zurück gebaut hat. Alle, die sich Jesus übergeben und diesen Vertrauensentzug zurücknehmen, die mit ihrem ganzen Sein sagen: Ich glaube dir, darum will ich auf dich hören!, die erhalten den Schlüssel zurück ins Paradies der Gemeinschaft mit Gott.

Darum sagt Jesus:

 Der Vater selbst hat euch lieb!

 Wenn ihr betet, sagt: Unser Vater! 

 Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.

Jesus gibt denen, die ihm vertrauen, die Zugangsberechtigung zu Gott als Vater (der, bei dem ich zu Hause bin). Deswegen sagt er, wir sollen in seinem Namen beten. Sein Name – das ist das ganze Gewicht seiner Person und seines Opfers. Er ist unser Schlüssel in die wiedergewonnene, liebevolle Gemeinschaft mit Gott. Er gibt uns durch sein Verdienst das unverdiente Recht, zu Gott zu kommen und alles, was uns bewegt, mit ihm zu teilen. Dann können wir beten.

Beten lernen (2): Zu wem?

prayer-1269776_1920 (2)Eine der wichtigsten Fragen beim Gebet ist, wer mein Gegenüber, wer dieser Gott ist. Ist er eine nebulöse Macht? Wenn er ein Gott ist, der hören und antworten kann, dann muss er eine Person sein, nicht ein Etwas, sondern ein Jemand, zu dem ich in Beziehung treten kann.

Nun macht es für mein Gebet einen sehr großen Unterschied aus, wie dieser Gott ist, dem ich mich da nähere. Möchte er das überhaupt? Interessiert er sich für mich? Macht er Aussagen, auf die ich mich verlassen kann, oder ist er launisch und trifft willkürliche Entscheidungen je nach Tagesform? Muss ich ihn besänftigen, oder ist er mir von vornherein gut?

Gott hat sich uns geoffenbart. Er zeigt sich in der Schöpfung, er zeigt sich in seinem Wort, und er zeigt sich in seinem Sohn, Jesus Christus.

Durch die Schöpfung zeigt er uns seine Größe und Macht. Sie hat etwas zugleich tief Beglückendes und Einschüchterndes. Das Wort Gottes zeigt uns unter anderem die Maßstäbe Gottes, an denen seine Heiligkeit und unser totales Versagen deutlich wird. Sie zeigt uns auch einen Gott, der die Sünde bei uns nicht einfach übersieht. Und Christus zeigt uns das Herz Gottes, seine Liebe, die uns sucht und zurückführen will, und das Opfer, das unsere Sünde wegnehmen kann.

Wenn du beten  und dabei nicht nur ins Blaue hineinsprechen willst, musst du diesen Gott kennenlernen. Lies die Bibel! Darin findest du alles, was du dazu brauchst.

Im nächsten Post wird uns die Frage beschäftigen: Was gibt mir das Recht, vor Gott zu treten?

Beten lernen (1): Warum überhaupt beten?

god-2025655Warum überhaupt soll der Mensch beten? Was ist das eigentlich, Gebet?

Gebet bedeutet, dass ich mich bewusst an Gott wende.  Als Grundvoraussetzung dafür nennt die Bibel:

Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen. Hebräer 11,6

Ich sage also etwas aus, wenn ich bete.

1. Ich erkenne an, dass es einen Gott über mir gibt, und dass er Dinge tun kann, über die ich keine Macht habe.

2. Ich bin von ihm abhängig, und ich brauche ihn.

3. Ich vertraue auf ihn, dass er mich hört.

Es geht also nicht um das Abspulen eines Rituals. Es geht auch nicht um gute Wünsche oder darum, anderen Menschen magisch Kraft zu schicken, die Daumen zu drücken oder ähnliches. Es geht auch nicht darum, Gott zufrieden zu stellen oder Pluspunkte bei ihm zu sammeln, indem ich eine religiöse Leistung erbringe. Ich brauche IHN, darum bete ich.

Lieblingsverse (3): Eine wunderbare Einladung

Der vater selbst

“Der Vater selbst hat euch lieb.” Diese Worte klingen so warm und herzlich, davor könnte ein Eisberg zerschmelzen. Es ist die liebevollste Einladung, die je ausgesprochen wurde, ein ganz großes Willkommensschild vom Schöpfer des Universums, vom König der Könige und Präsident der Präsidenten. Wir dürfen uns mit allem, was uns bewegt, was uns bedrückt, was wir uns wünschen, an ihn wenden. Weil er uns liebt, wird er uns zuhören. Weil er uns liebt, wird er uns geben, was wir brauchen.

Gilt das für jeden? Jein. Zumindest ist jeder ein potentieller Empfänger dieser Einladung. Hier ist der Zusammenhang, in dem Jesus diese Einladung ausgesprochen hat:

Wenn jene Zeit gekommen ist, werdet ihr ihn in meinem Namen bitten. Ich sage nicht, dass ich dann den Vater für euch bitten werde. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und daran glaubt, dass ich von Gott gekommen bin. (Johannesevangelium 16, 26.27)

Jesus ist der Übermittler dieser Einladung, und dass ich diese Einladung von ihm annehme, ist sozusagen die Voraussetzung dafür, dass ich kommen darf. An  anderen Stellen wird Jesus als die Tür oder auch als der Weg zum Vater bezeichnet. Auf dem Weg zum Vater kommt man nicht an Jesus vorbei, denn er allein ist der, der die Hindernisse zwischen uns und Gott wegschafft. Aber wenn man sich entscheidet, in seinem Namen zu kommen, d.h. durch seine Vermittlung und seine Verdienste (weil man eingesehen hat, dass man einen Zugang zu Gott auf eigene Rechnung nicht verdienen kann), dann kann man ohne anzuklopfen jederzeit beim Vater vorsprechen. Und er ist reich und großzügig und teilt gerne, Frieden, Freude, Wasser des Lebens, den heiligen Geist als Tröster, Helfer und Kraft, ein Zuhause bei ihm. Aber auch aller Probleme und Sorgen unseres Lebens will er sich annehmen, wenn wir ihm nur vertrauensvoll freie Hand lassen.

Diese Einladung anzunehmen war das größte Glück meines Lebens. Ich bin nie einsam und verlassen. Ich muss das Leben nicht alleine schultern. Ich hab einen Vater, und er hat mich lieb.