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Geduld ohne Seufzen

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So wartet nun geduldig, ihr Brüder, bis zur Wiederkunft des Herrn! Siehe, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und geduldet sich ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfangen hat. So wartet auch ihr geduldig; stärkt eure Herzen, denn die Wiederkunft des Herrn ist nahe! Seufzt nicht gegeneinander, Brüder, damit ihr nicht verurteilt werdet; siehe, der Richter steht vor der Tür! Meine Brüder, nehmt auch die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben, zum Vorbild des Leidens und der Geduld. Siehe, wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren! Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört, und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr [für ihn] bereitet hat; denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen. Jakobus 5, 7-11

 Seufzt nicht gegeneinander .., Das ist ein Vers, der mich heute morgen beschäftigt hat. Ich komme unter Gericht, wenn ich mal seufze über einen Bruder? O weh! – Oder was ist hier gemeint?

Im Zusammenhang geht es um Geduld. In der Widrigkeit und den Prüfungen des gegenwärtigen Lebens sollen wir Geduld haben. Wir warten auf den Herrn, und er wird auch kommen, aber dazwischen sind alle diese Dinge nötig, die wir erfahren – so wie bei Hiob. Das Wichtigste ist, nicht an Gottes Charakter zu zweifeln: Er ist voller Mitgefühl und Erbarmen und wird deshalb auch alles zu einem guten Ende führen.

Aber nun, mittendrin, werden wir aufgefordert, nicht gegen unsere Brüder zu seufzen. In den englischen Übersetzungen fand ich das Wort grudge, das für grollen steht. Es geht also nicht nur ums Seufzen an sich, sondern um ein Seufzen gegen jemand – ich wünsche ihm für das, was mich zum Seufzen bringt, nichts Gutes, zumindest, dass Gott ihm mal den Marsch bläst.

Was sagt das über mich? Dass ich keinen Schimmer habe, welche Geduld Gott mit mir hat! Fehler haben nur die anderen.

Ich finde es interessant, dass er uns zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten empfiehlt. Die Propheten mussten dem Volk Gottes, ihren Brüdern, ständig das Gericht Gottes ankündigen. Jakobus selbst sagt den Brüdern im vorigen Kapitel weniger nette Dinge. Nicht seufzen heißt also nicht: Drüberwischen und die Harmonie erhalten und so tun, als sei alles okay, auch wenn Sünde im Spiel ist. Sondern es heißt: Wünschen, dass sie es annehmen und zurechtkommen. Die Propheten liebten ihr Volk trotz ihrer harten Botschaft leidenschaftlich. Sie sahen sich immer als Teil davon. Auch die persönlichen Angriffe, die sie durchmachten, brachten sie nicht dazu, es weniger zu lieben. Sie ließen sich von ihren erlittenen Verletzungen nicht bestimmen. Es geht ihnen wie uns: Das ist unser Volk. Es gibt keine andere Option. Die Brüder sind die Familie unseres Gottes, auch wenn sie sich mal nicht so benehmen, wie wir uns das wünschen. Deswegen müssen wir unser Herz ständig vom Groll reinigen – nicht aus Harmoniebedürfnis, sondern aus Liebe, und weil Gott mit uns allen Geduld hat,

Wir ermahnen euch, Brüder: Weist die zurecht, die ein unordentliches Leben führen, ermutigt die Ängstlichen, nehmt euch der Schwachen an, seid geduldig mit allen! Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun. 1.Thessalonicher 5,14.15

Da gibt´s noch viel zu lernen.

Querbeet am 11.6.2013

Auf einige wertvolle und interessante Artikel in der Blogosphäre möchte ich heute gerne hinweisen.

“Du redest über das, was dir wichtig ist.Du redest über das, was dich beschäftigt.Du redest über das, was du liebst.” Was deine Worte über dich sagen – mit diesem Thema hat sich Danny Fröse auseinandergesetzt.

Über die oft zwiespältigen und uns selbst unklaren Motive unsrer Herzen macht sich Tim Challies Gedanken: The purposes of the heart (Englisch). Auch wenn wir uns selbst oft nicht durchschauen: Gott ist kein bisschen verwirrt. Tim gibt uns ein bisschen Einblick, wie er persönlich mit Gott über diese Probleme spricht.

Kann man an Jesus glauben, aber nicht die ganze Bibel als Gottes Wort ansehen? “Wenn wir glauben, dass er ist, was er von sich sagt, dann müssen wir auch die ganze Bibel als Gottes Wort annehmen.” Warum und wieso – das wird hier näher begründet.

Larry Norman hat einen guten Artikel über Geduld und Warten in der Bibel zusammengestellt. “Liest man das Neue Testament, so wird die Gemeinde als die Wartenden beschrieben.” Interessanter und beachtenswerter Gedanke!

Konsequenzen treuen Dienstes – an was denkst du da? Hieran vielleicht nicht!

Eine geduldige Frau

Hanna war alt. Das Leben hatte ihr nicht all zu viel geboten. Ihre Ehe hatte gerade mal 7 Jahre gedauert – dann war sie eine junge Witwe mit all den entsprechenden Schwierigkeiten. Wir wissen nicht, ob sie Kinder hatte; jedenfalls hat sie nie mehr geheiratet. Vielleicht fand sich kein Partner, weil sie nicht vom Stamm Juda war, sondern von Asser abstammte? Sie fand sich nicht bejammernswert, sondern sah in ihrem Alleinsein die Chance, Gott auf besondere Weise zu dienen. Sie brachte ihr Leben betend und lobend im Tempel zu, und wenn jemand Rat aus der Weisheit Gottes suchte, so konnte Hanna helfen. Ihre Nähe zu Gott machte sie zu einer Prophetin.

Tief in ihrem Herzen blühten die alten Verheißungen über den Messias und die Erlösung. Sie war jetzt 84 Jahre alt, und sicher mehr als 60 davon hatte sie damit zugebracht, Gott anzuflehen, diese Versprechungen zu erfüllen. Durch die Menschen, die in ihre Seelsorge kamen, kam sie mit der ganzen inneren und äußeren Not ihres Volkes in Berührung, auch wenn sie selbst den Tempel gar nicht mehr verließ. Und so trug sie Gott Tag und Nacht geduldig die Bitte vor: “Sende uns deinen Erlöser! Sieh unser Elend an, und lass uns dein Heil erfahren!” Sie fastete sogar, um ihrem Bitten Nachdruck zu verleihen. Und als Jahr für Jahr vorüber ging, fragte sie sich immer öfter: Werde ich es noch erleben, dass Gott meine Gebete erhört?

Sie war nicht die Einzige, und das machte ihr Mut. Von Zeit zu Zeit kam der alte Simeon in den Tempel; von ihm wusste sie, dass auch er sich nach dem Messias sehnte, und dass Gott ihm persönlich versprochen hatte, dass er nicht sterben würde, bis er den König gesehen hätte. Und immer wenn sie ihn an seinem Stock hereinhumpeln sah, dachte sie: Er macht es nicht mehr lang, also kann es nicht mehr lange dauern!

Und dann kam der Tag! Sie hörte Simeon plötzlich laut Gott preisen, und als sie ihn fand und das Baby auf seinem Arm sah, da wusste sie: DAS ist ER! Und eine explodierende Freude erfüllte sie, die ihr 84jähriges Herz fast sprengte!

Und da sie raus musste, die Freude, fing die alte Hanna an zu predigen! Jeder der dastand, musste es hören. Die Verheißung ist erfüllt! Das geduldige Hoffen hat sich gelohnt! Und waren die Menschen hier nicht alle Wartende? Brauchten sie nicht alle Erlösung?

Simeon und sie, sie würden den Messias nicht mehr als erwachsenen Mann erleben. Sie würden ihm nicht mehr dienen können. Aber heute – heute wollte sie ihn noch rühmen und bezeugen, so lange ihre Kraft reichte – und dann wäre ihr der Tod willkommen, denn müde war sie schon, und der Sinn ihres Lebens hatte sich jetzt erfüllt.