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Wie das Leben neu wird: Ein reines Gewissen, eine neue DNA und Zutritt zum Thron Gottes (Predigt-Nachlese)

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Heute hatten wir eine Predigt über Hebräer 10. Kein ganz einfacher Text; man muss ein bisschen Ahnung vom Alten Testament haben, um ihn richtig zu verstehen.

Im Wesentlichen geht es um die Fragen:

  • Wie werde ich meine Schuld los, damit mein Gewissen mich nicht mehr quält?
  • Wie kann man denn überhaupt anders – heilig und gerecht – leben?
  • Wie kann man in Beziehung zu Gott treten?

Im Alten Testament hatte Gott angeordnet, dass die Isareliten Tieropfer für ihre Sünden bringen mussten. Besonders am sog. Großen Versöhnungstag wurden sowohl für persönliche als auch für die kollektiven Sünden des Volkes unzählige Opfer gebracht, und das Jahr für Jahr. Trotzdem war es nie “gut”.  Das Gewissen war nie wirklich erleichtert, die nächste Sünde wartete um die Ecke, und wie konnte das Blut von Stieren und Böcken Sünde wirklich wegnehmen? Ein Ende der Opfer, der Ströme von Tierblut, war nicht abzusehen. Wann konnte man je vor der Strafe Gottes sicher sein?

Diese Opfer waren ein Schatten einer höheren Wirklichkeit. Sie sollten zeigen, dass uns tatsächlich nur ein Opfer vor dem berechtigten Zorn Gottes retten kann. Dieses Opfer konnte nur Gott selber bringen, nur einer, der selbst völlig rein, heilig und gerecht war und keinerlei Strafe verdient hatte. Dieser Eine war Jesus, der sich selbst dafür zur Verfügung stellte.

Dieses Opfer hat eine völlig andere Qualität als die Tieropfer. Es reinigt uns ein für alle Mal. Wir können unter Berufung auf dieses Opfer zu Gott kommen, unsere Sünden bekennen, und Gott wird nie mehr daran denken. Egal, welche Sünde? Ja, jede. Große Sünden, kleine Sünden, da ist kein Unterschied. Du kannst werden wie ein neugeborenes Kind. Und du musst selbst kein Opfer bringen, nur Gottes Opfer annehmen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das ist nicht gedacht für solche, die einen Freibrief wollen, um weiter zu sündigen, sondern für die, die ein neues Leben wollen und ihn darum bitten.

Und da Gott weiß, dass wir uns selbst dieses neue Leben nicht geben können (nur Münchhausen konnte sich an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen), macht er auch das für uns: Er gibt uns eine neue geistliche DNA. Er schreibt seine Gesetze auf unser Herz. Er lässt uns teilhaben an seiner göttlichen Wesensart. Er schenkt uns seinen Geist. Alles, was er von uns fordert, gibt er uns: Die Liebe zu ihm und die Liebe zum Nächsten. Und wie nach einer natürlichen Geburt entfaltet sich dieses neue Leben nach und nach in uns in Lern- und Wachstumsprozessen. Das nennt man Heiligung. Aber auch wenn wir beim Lernen noch stolpern und der Kampf mit der Sünde in diesem Leben nicht aufhört, so sind wir jetzt doch seine echten Kinder und haben ganz andere Voraussetzungen.

Denn wir haben jetzt “freien Eintritt” beim Vater im Himmel. Im Alten Testament war Gott da, aber unzugänglich. In das Allerheiligste des Tempels durfte nur einmal im Jahr der Hohepriester, nachdem er für seine eigenen Sünden geopfert und Reinigungszeremonien befolgt hatte. Vor dem Allerheiligsten hing ein dicker Vorhang, der jeden Normalsterblichen davon abhielt, aus Versehen vor den heiligen Gott zu treten, denn das wäre sein Tod gewesen. Als Jesus starb, zerriss Gott selbst diesen Vorhang. Wir dürfen zu ihm kommen. Wenn etwas sehr teuer war, muss man es richtig ausnutzen, nicht wahr? Dieser Zugang war sehr teuer, deshalb komm, und komm oft!

Möchtest du das? Ein reines Gewissen, ein neues Leben, eine Beziehung zu Gott? Du kannst nichts dazu tun, es ist ein Geschenk. In Gottes Palast wohnen nur Bettler, die er zu seinen Kindern gemacht und ins fertige Nest gesetzt hat. Das nennt man Gnade, und sie ist für jeden, der sich selbst nicht helfen kann und das einsieht. Du bist herzlich eingeladen!

Zachäus und ich

bible-2695615_1280Dass er immer einen Kopf kleiner war, als die anderen, mag ihm in seiner Jugend manche Hänselei eingetragen haben. Aber er hatte es ihnen allen gezeigt. Die Römer hatten ihn mit der Macht eines Ober-Zolleinnehmers ausgestattet, und er hatte sich damit ein privates kleines Imperium aufgebaut. Die “Sonder- und Strafgebühren”, die in seine eigene Tasche flossen, hatten ihn reich gemacht. Wie alle anderen Zolleinnehmer war er im Volk unbeliebt, weil er mit der verhassten Besatzungsmacht nicht nur kooperierte, sondern seine Position schamlos ausnutzte.

Er hatte von Jesus gehört. Ein interessanter Mann. Manche hielten ihn für den Messias. Er heilte und sprach vom Reich Gottes. Wie man hörte, mied er die Zöllner und Sünder nicht und predigte gegen die Heuchelei und Selbstgerechtigkeit der Pharisäer. Man sagte aber auch, dass er vor den Gefahren des Reichtums warnte und selbst nichts besaß und keinerlei finanzielle Interessen verfolgte. Und er sollte heute nach Jericho kommen.

Ich möchte ihn gerne mal mit eigenen Augen sehen, dachte Zachäus, selbst hören, was er sagt, und ob das alles so ist, wie man erzählt. Als er sich allerdings der Volksmenge näherte, erkannte er sein Problem. Nach vorne durch würde er nicht kommen, und hinten konnte er nichts sehen, weil er so klein war. Es gab nur eine Lösung: Er musste auf einen Baum steigen. Ein bisschen peinlich vielleicht, aber egal! Vielleicht bekam er diese Chance nie wieder.

Und da sah er ihn, umgeben und eingezwängt von Menschentrauben, die ihn hören, sehen und anfassen und ihre Anliegen vortragen wollten. Und just unter seinem Baum blieb er stehen, blickte hoch und sagte: Zachäus, komm schnell da runter! Ich muss heute bei dir übernachten! Ich stelle mir vor, dass das Herz des Zachäus für einen Moment stillzustehen schien und dann wie wild zu klopfen begann. Er kennt mich? Er will mich besuchen? Er weiß meinen Namen? Wenn er meinen Namen weiß, weiß er auch, wer ich bin und was ich getan habe.

Der Name Zachäus bedeutet tatsächlich der Gerechte, Reine, Unschuldige. Vielleicht hatten sich seine Eltern das für ihn gewünscht. Und nun, als Jesus seinen Namen aussprach und sich bei ihm einlud, lag da so viel Hoffnung drin, dass er genau das werden könnte, dass es Vergebung und eine Chance zur Umkehr für ihn gab. Eine große Freude erfüllte ihn. Von Jesus angenommen zu sein, hieß, bei Gott angekommen zu sein.

Er rutschte im Eiltempo von diesem Baum herunter. Ja, schrie sein Herz und sagte sein Mund, komm zu mir! Alles, was ich bin und habe, soll dir gehören, denn du heilst mich von Schuld und Scham und dem Ausgestoßensein vom Volk Gottes!

Die Umstehenden aber regten sich auf, nicht über Zachäus, sondern über Jesus. Sonderbare Freundschaften pflegte dieser angebliche Sohn Gottes! Sollte der Messias sich nicht weghalten von den Sündern und vor allem von solchen, die mit Rom paktierten? In den Kategorien ihrer “Sündenschubladen” war Zachäus “unterste Schublade”.

Zachäus aber platzte fast vor Freude. Ihm war vergeben. Und deswegen verspürte er plötzlich ein tiefes Bedürfnis, Dinge in Ordnung zu bringen und seinem neuen Herrn Ehre zu machen. Prioritäten hatten sich in einem Augenblick total verschoben. Geld war nicht mehr wichtig, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit und Gott zu gefallen war wichtig. Und es war überhaupt nicht mehr schwer, sich vom Geld zu trennen, denn es war Überflüssig geworden. Er musste sich nicht mehr durch seinen Reichtum und seine Macht definieren.

Herr, sagte er zu Jesus,  ich gebe die Hälfte meiner Güter den Armen, und was ich durch falsche Anklage genommen habe, werde ich vierfach erstatten!  Jesus hatte kein Wort davon gesagt, aber Zachäus Herz war verändert. Er war frei geworden.

Jesus bestätigte ihm das noch mal: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren. Auch Zachäus ist ein Sohn Abrahams. Der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Das war der Identitätswechsel: Der Verlorene war ein Geretteter geworden, der Ausgestoßene wiederhergestellt als Sohn des “Vaters des Glaubens”.

Die Geschichte erinnert mich an mich selbst. Nie werde ich den Augenblick vergessen, als es in mich einsank, dass mir vergeben ist. Ich hatte Gott noch nicht einmal drum gebeten. Wie auch, ich dachte ja, er sei mein Feind! Aber er kam mir entgegen und sagte: Ich nehme dich auf. Überwältigt von seiner Liebe war ich bereit, mein Leben auf den Kopf zu stellen, alles rauszuschmeißen, was ihm missfiel und zu tun, was er sagen würde. Das alles änderte sich in einem einzigen Augenblick, als ich ihm glaubte. Es war nicht so, dass ich mich erst verbesserte und allmählich ein Christ wurde (das hatte ich lange versucht und längst aufgegeben). Es war noch nicht mal so, dass ich erst ein Sündenbekenntnis ablegte oder um Vergebung bat. Das kam später. In diesem einen kleinen Moment, als ich seine Liebe dankbar im Glauben annahm, war ich geheilt und gerettet. Wie Zachäus.

Die Geschichte steht in der Bibel in Lukas 19.

AHA-Momente: Die Made in meinem Küchenschrank und der Zorn Gottes

Zorn

Der Zorn Gottes ist für uns schwer verdaulich. Es hat auch keinen Zweck, ihn umzubenennen oder schönzureden. Die Bibel beschreibt ihn oft in Bildern einer leidenschaftlichen Zerstörungswut gegen seine Gegner, und zwar sowohl im Alten als auch im Neuen Testament! Andrerseits spricht sie von einem Gott, der seine Feinde so sehr liebt, dass er seinen eigenen Sohn als Schuldopfer für sie sendet, weil er sich mit ihnen versöhnen und sie in seine Familie aufnehmen will. Wie geht das zusammen?

Neulich hatte ich ein kleines Erlebnis. Jede Hausfrau kennt das vermutlich. Ich öffne die Tür von meinem Küchenschrank und erblicke oben einen kleinen Fleck. Was ist das? Schmutz? Bewegt sich das Ding? ich steige auf einen Stuhl, um besser zu sehen. Tatsächlich, eine kleine Made! Etwa eine Motten-Made? – Innerhalb von Sekunden läuft vor meinem inneren Auge ein Film ab. Ich sehe Tüten mit meinem geliebten Tee, von Mottengespinsten durchzogen, Mehl, in dem es krabbelt, ungenießbare, ekelhafte, verdorbene Nüsse… und ich sehe mich Lebensmittel um Lebensmittel, völlig unbrauchbar geworden, in die Tonne hauen. Ich habe meine Erfahrungen mit diesen Viechern gemacht, nicht nur einmal! Und es war jedes Mal ein riesiger finanzieller Verlust und eine Mordsarbeit, die Schränke wieder davon frei zu bekommen.

Ich schnappe mir ein Stück Küchenrolle, stürze mich auf die Made und zerquetsche sie, so fest ich kann, zwischen dem Küchenpapier und mache ihr so ein Ende. Ab in den Müll damit! Aus der Perspektive der Made bin ich natürlich grausam, aber ich habe kein Mitleid mit ihr, denn sie wird sich rücksichtslos ausbreiten und mir alles nehmen, was ich habe. Dann schaue ich meinen Schrank durch, ob ich irgendwo mehr Maden oder gar ausgewachsene Motten oder die typischen Gespinste sehe. Alles, was ich an Befall finde, werde ich sofort vernichten! In diesem Moment verstehe ich plötzlich, warum Gott so zornig auf die Sünde ist. Die Sünde ist (wie diese Made für mich) eine Bedrohung für alles, was er liebt. Er kennt den Schaden, den sie anrichtet. Deshalb hat er einen vernichtungswilligen Zorn auf sie und auf alles, was von ihr befallen ist! Weil er die Menschen liebt!

Gott will ausdrücklich nicht den Tod des Sünders.

So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben? (Hesekiel 33,11)

Er bietet uns Gnade und ein neues Leben an:

Wer an den Sohn (Jesus) glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3,36)

Aber wer die Gnade ablehnt und an seiner Sünde festhalten will, dem kann Gott nicht helfen, der bleibt unter seinem Zorn und geht dem Gericht entgegen.

Ist Gott hart und Jesus soft?

opposites-489521_1920Irgendwie kommt es mir immer wieder unter in Gesprächen und auf Blogs: Viele sehen einen Gegensatz zwischen dem rachedurstigen, Gericht übenden Gott des Alten Testamentes und dem gnädigen, vergebenden Jesus. Irgendwie scheint dem modernen Menschen Jesus recht sympathisch, der AT-Gott aber passt, so meint man, nicht so ganz ins Bild.

Nun, das eine wie das andere beruht auf Unkenntnis, die daher rührt, dass man die Bibel nicht ganz liest, noch nicht einmal das Neue Testament. Zudem blendet diese Wahrnehmung das Selbstzeugnis Jesu total aus, denn er hat gesagt: Ich und der Vater sind eins.

Jesus ist eins mit dem Vater im Zorn gegen die Sünde. Das Buch der Offenbarung (das übrigens der Apostel Johannes geschaut und verfasst hat, den man oft den “Apostel der Liebe” nennt) zeigt Jesus als Richter über eine gottlose Welt. In großer Furcht flehen die Menschen die Berge und die Felsen an:

Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes. Denn der große Tag ihres Zorns ist gekommen, und wer wird ihn überleben? Offenbarung 6,16.17

Der Vater ist eins mit Jesus im Willen, gnädig zu sein und zu retten. Schon immer, auch im Alten Testament, hat es Gott widerstrebt, den Sünder zu strafen. Er wünscht sich nichts mehr als seine Umkehr, damit er ihn begnadigen kann. Daher wurde innerhalb der dreieinigen Gottheit schon vor Grundlegung der Welt der Beschluss gefasst, dass der Sohn Mensch werden und für unsere Sünden sterben würde. Das Kreuz ist nichts, was Gott seinem Sohn “angetan” hat, sondern er hat es völlig freiwillig auf sich genommen. Und Gott hat den Sohn “gegeben” für eine feindselige Welt. So wie bei Abraham und Isaak, als sie zum Berg Morija gingen, kann man es von Gott und Jesus sagen: So gingen beide miteinander. Der Sohn hat sich geopfert. Der Vater hat den Sohn geopfert.

Einer meiner Lieblingsverse steht in Apostelgeschichte 20,28. Da ist die Rede davon, dass Gott sich die Gemeinde erkauft hat durch das Blut seines eigenen (Sohnes). In den englischen Übersetzungen steht durchgängig: durch sein eigenes Blut. Beide Übersetzungen sind möglich, denn das Wort Sohn ist nur ergänzt und steht nicht im Urtext. Auf jeden Fall ist klar: Da ist nicht ein unbeteiligter Gott, der fremdes Blut vergießt. Es hat Sohn und Vater alles gekostet. So groß ist ihr Zorn auf die Sünde. So groß ist ihre Liebe zu uns.

Es ist wahr: Ohne das Opfer Jesu hätte Gott unsere Sünde niemals vergeben können. Durch dieses Opfer können wir vor dem Zorn Gottes und des Lammes gerettet werden. Aber es gibt zwischen Gott und seinem Sohn keine Meinungsverschiedenheiten – weder in der Gnade noch im Gericht. Wir können nun Gott so nehmen, wie er sich offenbart hat – oder ihn ablehnen. Was wir nicht können, ist Jesus annehmen und den richtenden Gott ablehnen. Diese Option ist nicht existent.

Zeit der Gnade

Momentan lese ich durch den Propheten Jesaja, und heute kam ich zum Kapitel 61. Dort steht in den ersten Versen:

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe, einen Tag der Vergeltung unseres Gottes, damit ich alle Trauernden tröste …

Viele Jahre später liest Jesus diese Verse in der Synagoge in seiner Heimatstadt Nazareth vor und bezieht sie auf sich selbst. Aber da gibt es ein interessantes Detail. Er stoppt nach dem “Gnadenjahr”. Den “Tag der Vergeltung” erwähnt er nicht. Dann macht er das Buch zu und gibt es dem Synagogendiener und sagt: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Wollte er nun damit sagen, dass Gott kein Gericht üben wird? Ganz bestimmt nicht! Jesus selbst hat oft vom Gericht gesprochen, und er hat ausdrücklich betont, dass alles im Alten Testament volle Gültigkeit hat. Was er sagen will: In IHM ist dieses Gnadenjahr angebrochen. Gott will nicht richten, er will retten, und er hat uns einen Retter gesandt. Das Herz Gottes ist auf Vergebung und Versöhnung gerichtet – wenn wir es denn annehmen wollen.image

Unser Gott liebt seine Feinde. Das ist mir vor Kurzem auch im Matthäusevangelium ganz neu bewusst geworden. Da sagt Jesus:

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Gott tut das “Unnormale”, das Besondere, und er möchte, dass wir als seine Kinder es ihm nachmachen. Das Normale ist, dass man seine Freunde liebt und seine Feinde hasst, aber Gott möchte aus Feinden Freunde machen. Er geht auf sie zu und erzeigt ihnen unverdiente Freundlichkeit. Er sendet ihnen Jesus, um für ihre Sünden zu sterben, um ihnen einen Weg zu bahnen in seine Gegenwart. Er hebt das Gericht nicht auf, aber er räumt ihnen ein Gnadenjahr ein, um umzukehren.

Er hat das auch für mich getan, und wie froh bin ich dafür! Und auch für dich gilt dieses Angebot!  Schlag es nicht aus!

Verachtest du etwa den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass Gottes Güte dich zur Umkehr treibt? (Römer 2,4)