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Beten lernen (2): Zu wem?

prayer-1269776_1920 (2)Eine der wichtigsten Fragen beim Gebet ist, wer mein Gegenüber, wer dieser Gott ist. Ist er eine nebulöse Macht? Wenn er ein Gott ist, der hören und antworten kann, dann muss er eine Person sein, nicht ein Etwas, sondern ein Jemand, zu dem ich in Beziehung treten kann.

Nun macht es für mein Gebet einen sehr großen Unterschied aus, wie dieser Gott ist, dem ich mich da nähere. Möchte er das überhaupt? Interessiert er sich für mich? Macht er Aussagen, auf die ich mich verlassen kann, oder ist er launisch und trifft willkürliche Entscheidungen je nach Tagesform? Muss ich ihn besänftigen, oder ist er mir von vornherein gut?

Gott hat sich uns geoffenbart. Er zeigt sich in der Schöpfung, er zeigt sich in seinem Wort, und er zeigt sich in seinem Sohn, Jesus Christus.

Durch die Schöpfung zeigt er uns seine Größe und Macht. Sie hat etwas zugleich tief Beglückendes und Einschüchterndes. Das Wort Gottes zeigt uns unter anderem die Maßstäbe Gottes, an denen seine Heiligkeit und unser totales Versagen deutlich wird. Sie zeigt uns auch einen Gott, der die Sünde bei uns nicht einfach übersieht. Und Christus zeigt uns das Herz Gottes, seine Liebe, die uns sucht und zurückführen will, und das Opfer, das unsere Sünde wegnehmen kann.

Wenn du beten  und dabei nicht nur ins Blaue hineinsprechen willst, musst du diesen Gott kennenlernen. Lies die Bibel! Darin findest du alles, was du dazu brauchst.

Im nächsten Post wird uns die Frage beschäftigen: Was gibt mir das Recht, vor Gott zu treten?

Beten lernen (1): Warum überhaupt beten?

god-2025655Warum überhaupt soll der Mensch beten? Was ist das eigentlich, Gebet?

Gebet bedeutet, dass ich mich bewusst an Gott wende.  Als Grundvoraussetzung dafür nennt die Bibel:

Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen. Hebräer 11,6

Ich sage also etwas aus, wenn ich bete.

1. Ich erkenne an, dass es einen Gott über mir gibt, und dass er Dinge tun kann, über die ich keine Macht habe.

2. Ich bin von ihm abhängig, und ich brauche ihn.

3. Ich vertraue auf ihn, dass er mich hört.

Es geht also nicht um das Abspulen eines Rituals. Es geht auch nicht um gute Wünsche oder darum, anderen Menschen magisch Kraft zu schicken, die Daumen zu drücken oder ähnliches. Es geht auch nicht darum, Gott zufrieden zu stellen oder Pluspunkte bei ihm zu sammeln, indem ich eine religiöse Leistung erbringe. Ich brauche IHN, darum bete ich.

Wie heisst Gott?

Vor Jahren traf ich einmal auf eine Zeugin Jehovas, die mir mit viel Begeisterung zu erklären versuchte, dass Gott bei seinem Namen genannt werden wolle, und dass dieser Name Jehova sei. Tatsächlich schaffte sie es, mich einigermaßen zu verwirren. Ich ging heim und überlegte, ob es tatsächlich sein könnte, dass Gott Jehova genannt werden wollte, so wie andere Leute auf Kurt oder Heinz bestehen (wenn sie so heißen). Sie wollen doch auch mit ihrem Namen angesprochen werden, meinte die Frau.
Aber ist der Name Gottes wirklich so ein Name wie unserer? Dass selbst unser eigener Name nicht wirklich taugt, um uns zu beschreiben, sehen wir daran, dass Gott uns einen neuen Namen geben will. Der jetzige Name ist ziemlich willkürlich, unsere Eltern haben ihn gewählt wegen seines Klangs, oder weil er modern war, oder vielleicht auch weil er etwas Bestimmtes bedeutet, oder sie einen netten Menschen kannten, der so hieß . Uns konnten sie ja bei unserer Geburt noch nicht wirklich kennen! Unser wahres Wesen konnten sie mit unserem Namen nicht beschreiben.
Nun, ich wollte es wissen, ob die Frau recht hatte. Und da Jesus mal gesagt hat, dass er uns den Namen Gottes offenbart hat, beschloss ich nachzusehen, wie Jesus Gott denn angesprochen hat. Ich nahm mir das Johannes- Evangelium vor, und überall, wo Jesus Gott direkt angesprochen hat, malte ich einen kleinen blauen Punkt an den Rand. Da kam einiges an Punkten zusammen! In der Linie neben jedem Punkt konnte man ein und dasselbe Wort finden: Vater!
Ist aber Vater eigentlich kein Name, sondern eine Verwandschaftsbezeichnung? Dann müsste man daraus schließen, dass Jesus seinen Vater nicht mit seinem Namen angeredet hat!
Ich denke, der Name Gottes ist die tiefste Bezeichnung seiner Wesensart. Dieses Wesen hat Jesus mit diesem  Wort: Vater!  beschrieben.

Spurgeon hat einmal gesagt: „Es liegt ein ganzer Himmel auf dem Grund des Wortes Vater!“ Und so nahe der Vergleich mit irdischen Vätern liegt, so ist das doch nur die halbe Wahrheit. Gott ist der Prototyp des Vaters, und irdische Väter sind mehr oder weniger gelungene Abbildungen und manchmal auch nur Zerrbilder. Wer wissen will, was ein Vater ist, muss das an Gott studieren.

Wir dürfen ihn Vater nennen, mit all den warmen Vertrauensgefühlen, die dieses Wort beinhaltet, und die nur Gott gegenüber uneingeschränkt berechtigt sind.

Vater, das ist sein Name!