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Was Gottes Wort in uns bewirkt (Predigt-Nachlese)

Paulus schreibt den Thessalonichern:

Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid. 1.Thessalonicher 2,13

Viele, die sich Christen nennen, sehen das heute anders. Für sie ist die Bibel Menschenwort (das bestenfalls Gottes Wort enthält). Aber wenn wir das Wort Gottes nicht als das annehmen, was es ist ist, kann es auch seine Wirkung nicht in uns entfalten. Es ist wirksam in denen, die gläubig sind.

Was tut es denn in uns? Das lassen wir am besten die Bibel selbst erklären.

Psalm 19,8 Es erfrischt uns und richtet uns auf. Oft, wenn wir verzagt sind, leuchtet uns plötzlich etwas aus dem Wort Gottes auf und wir erkennen: Gott, du hast mich nicht vergessen!
Psalm 19,9 Es bewirkt Freude: über die Liebe Gottes, über unsere Errettung
Psalm 19,12 Es belehrt uns und warnt uns;  ihm zu folgen, gibt uns Zugang zu den Verheißungen Gottes
Psalm 119, 11 Es bewahrt uns vor Sünde. Es zeigt uns, wer und wie Gott ist, was ihn freut, und was er verurteilt
Psalm 119,24 Es ist unser Ratgeber in Entscheidungen
Psalm 119,28 Es holt uns in unseren dunkelsten Stunden wieder ans Licht und gibt uns in Kummer, Entmutigung und Enttäuschung eine neue Perspektive
Psalm 119,97-100 Es macht uns weise auf göttliche Art, nicht nach Art der Weisheit dieser Welt. (Der Unterschied wird in Jakobus 3 erklärt.)
Psalm 119,105 Es ist Licht auf unserem Weg. Hast du Angst vor dem nächsten Schritt? Gottes Wort zeigt dir, wo du deinen Fuß auf sicheren Boden setzen kannst!
Psalm 119,154 Die Verheißungen Gottes beleben uns und vertreiben unsere Ängste
Johannes 8,31 Das Wort Gottes befreit uns von den Lügen des Teufels
Johannes 17,17 Es heiligt uns, sondert uns aus zum Dienst für Gott
Römer 10,17 Es bewirkt den rettenden Glauben
2.Timotheus 3,16.17 Es erzieht uns durch Korrektur und Ermutigung, belehrt uns, rüstet uns zu zum Dienst, hilft uns, richtig und falsch zu unterscheiden
Hebräer 4,12 Es hilft uns, uns selbst zu beurteilen, es schneidet die falschen Motive weg
1.Petrus 1,23 Es bewirkt die Wiedergeburt
1.Petrus 2,2 Es lässt uns wachsen zu geistlich reifen, “erwachsenen” Christen
Josua 1,8.9 Die Verankerung im Wort lässt uns Gottes Ziele  für unser Leben erreichen

Wenn wir das Wort Gottes nur für ein Buch menschlicher Weisheit halten, müssen wir alle diese Wirkungen entbehren! Aber auch wenn wir zwar daran glauben, aber uns nicht die Zeit nehmen, es zu lesen und zu hören, haben wir einen großen Verlust.  Wir wollen nicht darauf verzichten, sondern ihm Raum geben in unserem Leben!

Drei Life Essentials in der Beziehung zu Gott

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Im Hebräerbrief wird von drei Dingen gesprochen, die für unsere Beziehung zu Gott essentiell sind. Wenn wir meinen, wir können darauf verzichten und trotzdem Gott nahe sein, so leben wir in Selbsttäuschung.

1. Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung! (Hebräer 9,22)

Das Blut, das Jesus Christus für uns vergossen hat, ist die Basis. Ohne dieses Blut kann die Trennung von Gott nicht aufgehoben werden. Dieses Blut wäscht uns von unseren Sünden und gibt uns Gott gegenüber ein reines Gewissen. Es ist das Sühnegeld für unsere Erlösung, der Kaufpreis, der uns aus der Sklaverei der Sünde freikauft.

2. Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. (Hebräer 11,6)

Das Vertrauen zu Gott und zu seinem Wort ist die Art und Weise, wie wir diese Vergebung in Anspruch nehmen. Wir haben erkannt, dass er es gut mit uns meint, dass er uns mehr liebt als irgend jemand sonst, und was er sich diese Liebe hat kosten lassen. Das bewirkt, dass wir uns ihm ganz anvertrauen.

3. Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen. (Hebräer 12,14)

Heiligung ist der Beweis für dieses Vertrauen, Sie ist der Beweis, dass wir diese Reinigung auch tatsächlich wollen, dass wir wirklich in der Beziehung zu diesem Gott leben möchten, der sagt: “Seid heilig, denn ich bin heilig!” Heiligung ist keine fromme Leistung, mit der wir es uns verdienen, in den Himmel zu kommen, sondern Gottes Tun an uns, in das wir bewusst und dankbar einwilligen, Ganz unverdient hat er uns in seine Familie aufgenommen. Wir sind wie Straßenkinder, die vom König adoptiert wurden. Wir fühlen uns so begnadigt und sind so glücklich über unsere neue Identität, dass wir nur zu gerne die Tischsitten in seinem Haushalt lernen und uns ihm anpassen wollen.

Predigt-Nachlese: Ewiges Leben–jetzt!

Predigttext: Kolosser 1,9-14

Frucht, Traube

Einer der bekanntesten Verse der Bibel ist Johannes 3,16:

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit  jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

Oft, wenn er zitiert wird, liegt der Fokus darauf, dass der Glaube an Jesus uns vor dem Verlorengehen rettet. Das ist aber noch nicht alles! Denen, die ihr Vertrauen in ihn setzen, verspricht Jesus ewiges Leben! Und dieses ewige Leben bezieht sich nicht nur auf die Zukunft im Himmel, sondern wird uns jetzt schon geschenkt. Zum Evangelium gehört nicht nur, dass Jesus am Kreuz für uns gestorben ist, sondern auch, dass er auferstanden ist und uns an seinem Leben teilhaben lässt.

Nun ist das ewige Leben nicht ein Ding, das uns Jesus aushändigt, sondern ER SELBST ist das Leben. Wir haben es in ihm.

Im Gefängnis in Rom hat Paulus über die Christen in Kolossä gehört: über ihren Glauben, ihre Liebe, ihre Hoffnung. Er schickt ihnen jetzt durch Tychikus und Onesimus einen Brief, in dem er ihnen zeigt, was sie alles durch Jesus haben, und wie sich das in ihrem Leben praktisch auswirken soll.

Vers 9 fängt an mit “deshalb”. Er schlussfolgert etwas aus dem Vorhergehenden: Sie haben sich bekehrt, und deshalb geht es jetzt weiter, sie haben etwas empfangen, und das will ausgelebt werden. Sie haben die Erlösung, sie sind errettet aus der Macht der Finsternis, sie gehören jetzt in das Reich des Sohnes Gottes und sind zu Erben dieses ewigen Lebens gemacht worden. Alles das hat Gott getan – sie konnten nichts dazu beitragen, denn sie waren völlig kraftlos und verloren. Und auch das neue Leben können sie nicht aus sich selbst herausschöpfen. Paulus betet für sie, dass sie mit der Erkenntnis des Willens Gottes erfüllt werden – daraus folgt dann alles andere. Erfüllt werden ist auch wieder das Tun Gottes, sie können sich nicht selbst erfüllen. Das heißt aber keineswegs, dass sie inaktiv sein sollen oder keine Verantwortung haben, sondern sie sind verantwortlich, die Hilfe bei Gott zu erbitten und sich erfüllen zu lassen. Und wenn Gott Erkenntnis schenkt, dann kommt damit die Befähigung zu einem gottgefälligen Lebenswandel, dann werden sie gestärkt, wachsen, bringen Frucht und sind mit Dank erfüllt. All diese Aspekte führt er im weiteren Verlauf des Briefes dann im Detail aus.

In Kapitel 2,3 wird die Essenz der Erkenntnis, die hier gemeint ist, so beschrieben:

Denn er (Christus) ist das Geheimnis Gottes, und in ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.

Alles was wir brauchen, ist in Christus. So wie wir in ihm gerettet und gerecht gemacht wurden, so sollen wir jetzt auch  in ihm  gottgemäß leben. Wenn wir das vergessen, dann fangen wir an, billigen Ersatz zu suchen, der nicht funktioniert: Gesetzlichkeit, besondere Erfahrungen, weltliche Philosophie.

Zusammenfassung:

  • Bleib nicht stehen bei deiner Bekehrung, lebe aus, was Jesus dir gegeben hat!
  • Die Heiligung ist dir genauso geschenkt wie die Erlösung.
  • Gebet ist die Weise, wie wir die Kraftquellen Gottes anzapfen.

Auf und vorwärts zu einem erfüllten, fruchtbaren, gottgefälligen Wachstum – ewiges Leben, jetzt!

Das Kreuz mit dem Stolz und das Kreuz

Stolz ist eine sehr gefährliche Sache. Wir wissen, dass Gott Stolz und Hochmut hasst. Er ekelt ihn an. Niemand weiß besser als er, wie absolut unberechtigt Stolz außerdem ist, weil wir sowieso nichts haben und können, was er uns  nicht zuvor gegeben hat.

Der Stolz kommt in vielen Verkleidungen. Er kann sogar einen Kopfstand machen – dann sieht er fast wie Demut aus. Aber wie er sich auch dreht und wendet, er dreht sich immer um die selbe Person: um mich – meine Ehre, meine Stellung, meine Frömmigkeit meine Heiligkeit, mein Können, mein Wissen.

Wenn wir Jesus nachfolgen wollen, kriegen wir deshalb manchmal Angst vor uns selbst, weil wir merken, wie viel von diesem Mist in uns steckt. Immer wenn uns etwas gelingt, steigt es uns zu Kopf. Wenn uns jemand lobt, können wir uns gar nicht mehr freuen, weil wir gleich merken, wie uns das aufbläst. Was kann man da machen?

In unserer Not entwickeln wir interessante Strategien. Auf anerkennende Worte antworten wir stereotyp: “Gott allein die Ehre!” Oder wir hören auf, manche Dinge zu tun. Vielleicht sollte ich nicht mehr singen, wenn ich eine gute Stimme habe? Ich könnte ja stolz werden. Vielleicht sollte ich niemand mehr einen Rat geben? Er könnte ja helfen, und die Person könnte auf die Idee kommen, was von mir zu halten. Vielleicht sollte ich mein Bibelwissen lieber für mich behalten? Steht nicht geschrieben, dass Wissen aufbläht?

Am besten warten, bis es besser mit uns wird! Wir werden in den Dienst einsteigen, wenn unsere Heiligung Fortschritte gemacht hat. Irgendwann müssen wir doch wohl unseren Stolz unter die Füße kriegen?! – Du merkst schon, ich rede aus Erfahrung. Und nun sag ich dir was: Es wird nie besser. In unserem sündigen “Fleisch” bleibt alles, wie es ist.

Na, Ruth, du machst mir ja Hoffnung! Was soll ich denn tun? Es muss doch eine Lösung geben?

Ja! Die gibt es auch, sonst wäre das Evangelium keine gute Botschaft. Mein Stolz ist am Kreuz Jesu verurteilt, gerichtet und abgetan, und alles was ich tun muss, ist dieser TATSACHE im Glauben zuzustimmen. Dann kann der Stolz sich regen, wie er will, ich ignoriere ihn eiskalt und lass ihn nicht über mich regieren. Ich sage zu ihm: Du bist gerichtet, und das zu Recht! Mein Herr heißt Jesus, und ihm diene ich durch die Kraft des Heiligen Geistes mit allem, was ich bin und habe. Und dann verschwindet diese merkwürdige Angst-Lähmung, die davon kommt, dass man auf seine eigene Sündhaftigkeit starrt wie das Kaninchen auf die Schlange.

Werde ich nun nie mehr sündigen? Ich werde. Und der Heilige Geist wird mich darauf aufmerksam machen, und ich werde meine Sünde bekennen und wieder aufstehen und weitermachen im Dienst Gottes.

Querbeet am 22.2.2014

Es gibt wieder einmal ein paar gute Artikel auf anderen Blogs, die ich gerne weiterempfehlen möchte. Zwei davon sind von Danny Fröse. Sie kreisen um die Themen Leid und Souveränität Gottes und ihren inhaltlichen Zusammenhang. Im ersten präsentiert er 5 Gründe, warum Gott uns durch Leiderfahrungen gehen lässt, und setzt sie gegen die Aussage, die man immer wieder hört: “Gott will, dass es dir gut geht.” Der 2. beschäftigt sich mit der Frage nach der Auswirkung des Glaubens an die Souveränität Gottes auf unser Leben: Welchen Halt ich in der Souveränität Gottes finde.

Viktor Janke hat sich in mehreren Artikeln mit Psalm 1 beschäftigt und Lieder und Gedanken dazu gesammelt. Er sagt: „Psalm 1 ist unter Christen ziemlich bekannt: ´Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen…` Auch das Bild vom fruchtbaren Baum, der an den Wasserbächen steht, müssten die meisten kennen. Doch allzugern wird die Trennung, die sich durch den ganzen Psalm durchzieht, übersehen.“

Vom Umgang mit der eigenen Demenz – diese Beobachtung eines gesetzlichen Betreuers kommt nicht unbedingt aus einer christlichen Perspektive, aber wirft doch Licht auf eine Frage, die mich schon oft beschäftigt hat: Hat unser Charakter noch Einfluss auf uns, wenn unser Gehirn nicht mehr normal funktioniert? Kann man sich als Christ auf solche Situationen vorbereiten, damit man  seinem Herrn dann keine Schande macht? Man findet hier keine Antwort, aber vielleicht einen Gedankenanstoß.

Ein anderes Thema, über das ich auch schon oft nachgedacht habe, spricht Tim Challies an (englisch): Flawed heroes and virtous villains. Wir beobachten es an uns selbst und an anderen, dass wir uns nicht so in schwarz/weiß einteilen können, wie wir das gerne hätten, dass wir oft gleichzeitig nützen und schaden, den Herrn verstehen und missverstehen, Heilige und Sünder sind. Realistisch, aber nicht leicht zu verdauen….

Warum ich ein Gebäude bin: Hier hat jemand sich ein paar praktische Gedanken gemacht darüber, was es für Konsequenzen hat, der Tempel Gottes zu sein.