Schlagwort-Archive: Licht

Berufung

Berufung

Vor allem junge Menschen wollen ihre Berufung finden, etwas, das ihren Lebenssinn erfüllt. Für uns als Christen ist es dabei ohne Frage, wer uns beruft. Es kann nur Gott sein. Wir wünschen uns, dass er uns in eine Aufgabe stellt, bei der wir Erfüllung finden. Aber wenn wir zu verstehen suchen, welche das ist, sind wir oft ratlos. Wie erkennen wir sie? In der Bibel steht schließlich für alle das Gleiche. Gefühle? Eindrücke? Die Meinung anderer Leute? Sollen wir uns einfach nach unseren Begabungen richten?

Die Bibel spricht relativ selten von einer persönlichen, speziellen Berufung. Wenn Gott jemand da was sagen wollte, konnte er sich der Person zweifelsohne deutlich machen, selbst ohne dass derjenige drum gebeten hatte (und manchmal sogar gegen ihren Willen, s. Jona). Im Allgemeinen genügt völlig, was die heilige Schrift generell über unsere Berufung als Christen sagt. Das enthält jede Menge Gnade und so viel an Herausforderung, dass wir damit vorläufig beschäftigt sind. Und ich bin überzeugt: Wenn wir darin leben, ergibt sich alles andere von selbst.

  • Wir sind zur Freiheit berufen. “Ihr seid ja zur Freiheit berufen, liebe Geschwister! Nur benutzt die Freiheit nicht als Freibrief für eure eigenwillige Natur, sondern dient einander in Liebe.” (Galater 5,13) Gott hat es uns geschenkt, dass wir ihm ohne Gesetzesvorschriften aus Liebe gehorchen und dienen können. Weder Teufel noch Menschen noch Umstände können uns letztlich versklaven – in allem, was wir tun, sind wir von Gott abhängig und Gott direkt verantwortlich. “Denn wer als Sklave in die Gemeinschaft des Herrn gerufen wurde, ist vor dem Herrn ein freier Mensch. Und wer frei war, als Gott ihn rief, ist jetzt ein Sklave von Christus. Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt. Macht euch also nicht zu Sklaven von Menschen!” (1.Korinther 7,22ff)
  • Wir sind zum Frieden berufen. “Wir wünschen euch, dass der Frieden, der von Christus kommt, eure Herzen regiert, denn als Glieder des einen Leibes seid ihr zum Frieden berufen.” (Kolosser 3,15) Das ist eine gemeinschaftliche Berufung für die Gemeinde Gottes. Sie soll die Herrschaft des Friedefürsten unter sich ausleben. Es ist aber auch eine Berufung, in allen Lebensumständen den Frieden zu suchen, und z.B. wo nötig, einen ungläubigen Ehepartner ziehen zu lassen: “Der Bruder oder die Schwester ist in diesem Fall nicht wie ein Sklave an die Ehe gebunden. Gott hat uns doch zu einem Leben in Frieden berufen!”(1.Korinther 7,15)
  • Wir sind berufen zum ewigen Leben. “Kämpfe den guten Kampf, der zu einem Leben im Glauben gehört, und ergreife das ewige Leben, zu dem Gott dich berufen hat.” (1.Timotheus 6,12) Damit ist nicht nur der Himmel gemeint, sondern unser Leben jetzt und hier in “Ewigkeitsqualität”.
  • Wir sind berufen zum Licht. “Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.” (1.Petrus 2,9) Wer diese Berufung ins Licht hat, kann nicht mehr in der Finsternis leben. “… ihr seid Menschen des Lichts und Kinder des kommenden Tages. Nein, wir gehören nicht zu Finsternis und Nacht!Deshalb wollen wir auch nicht schlafen, wie die anderen, sondern wachen und nüchtern sein. Denn wer schläft, schläft in der Nacht, und wer sich betrinkt, tut es in der Nacht.Wir aber gehören zum Tag und wollen darum nüchtern sein, gerüstet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung. Denn Gott hat uns nicht dazu bestimmt, dass wir seinem Zorngericht verfallen, sondern dass wir durch unseren Herrn Jesus Christus das Heil in Besitz nehmen.” (1. Thessalonicher 5,4-9)
  • Wir sind zum Leiden und Gutes tun berufen. Das ist eigentlich das Kernthema des 1. Petrusbriefes. “Wenn ihr aber Gutes tut und dafür leiden müsst, dann ist das eine Gnade von Gott, denn genau dazu seid ihr berufen worden. Auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt.” (1.Petrus 2,21) Nehmen wir diese Berufung an?
  • Wir sind berufen, Segen zu erben, und zwar Segen für uns selbst und zum großzügigen Weitergeben. ”Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.” (1.Petrus 3,9) Wir werden gewarnt, nicht knauserig damit zu sein, weil wir uns sonst ins eigene Fleisch schneiden.
  • Wir sind zur Gemeinschaft mit Christus berufen. “Gott ist treu. Er hat euch berufen zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.” (1.Korinther 1,9) Das Wort, das hier für Gemeinschaft steht, bedeutet mehr als nur Zusammensein, Es geht um Partizipation und Partnerschaft. Was ihm gehört, gehört uns, er macht uns an allem, was er hat, zu Teilhabern!
  • Wir sind zur Heiligkeit berufen. “Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Lebenswandel.” 1.Petrus 1,15)
  • Wir sind zu ewiger Herrlichkeit berufen. Das ist das Endziel! “Der Gott, von dem alle Gnade kommt, hat euch berufen, mit Christus zusammen für immer in seiner Herrlichkeit zu leben.” (1.Petrus 5,10)  Paulus sagt: “Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.” (Philipper 3,10-11)

ist uns das genug Berufung? Ganz sicher, wenn wir sie ernst nehmen und im Alltag umsetzen wollen!

Was Gottes Wort in uns bewirkt (Predigt-Nachlese)

Paulus schreibt den Thessalonichern:

Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid. 1.Thessalonicher 2,13

Viele, die sich Christen nennen, sehen das heute anders. Für sie ist die Bibel Menschenwort (das bestenfalls Gottes Wort enthält). Aber wenn wir das Wort Gottes nicht als das annehmen, was es ist ist, kann es auch seine Wirkung nicht in uns entfalten. Es ist wirksam in denen, die gläubig sind.

Was tut es denn in uns? Das lassen wir am besten die Bibel selbst erklären.

Psalm 19,8 Es erfrischt uns und richtet uns auf. Oft, wenn wir verzagt sind, leuchtet uns plötzlich etwas aus dem Wort Gottes auf und wir erkennen: Gott, du hast mich nicht vergessen!
Psalm 19,9 Es bewirkt Freude: über die Liebe Gottes, über unsere Errettung
Psalm 19,12 Es belehrt uns und warnt uns;  ihm zu folgen, gibt uns Zugang zu den Verheißungen Gottes
Psalm 119, 11 Es bewahrt uns vor Sünde. Es zeigt uns, wer und wie Gott ist, was ihn freut, und was er verurteilt
Psalm 119,24 Es ist unser Ratgeber in Entscheidungen
Psalm 119,28 Es holt uns in unseren dunkelsten Stunden wieder ans Licht und gibt uns in Kummer, Entmutigung und Enttäuschung eine neue Perspektive
Psalm 119,97-100 Es macht uns weise auf göttliche Art, nicht nach Art der Weisheit dieser Welt. (Der Unterschied wird in Jakobus 3 erklärt.)
Psalm 119,105 Es ist Licht auf unserem Weg. Hast du Angst vor dem nächsten Schritt? Gottes Wort zeigt dir, wo du deinen Fuß auf sicheren Boden setzen kannst!
Psalm 119,154 Die Verheißungen Gottes beleben uns und vertreiben unsere Ängste
Johannes 8,31 Das Wort Gottes befreit uns von den Lügen des Teufels
Johannes 17,17 Es heiligt uns, sondert uns aus zum Dienst für Gott
Römer 10,17 Es bewirkt den rettenden Glauben
2.Timotheus 3,16.17 Es erzieht uns durch Korrektur und Ermutigung, belehrt uns, rüstet uns zu zum Dienst, hilft uns, richtig und falsch zu unterscheiden
Hebräer 4,12 Es hilft uns, uns selbst zu beurteilen, es schneidet die falschen Motive weg
1.Petrus 1,23 Es bewirkt die Wiedergeburt
1.Petrus 2,2 Es lässt uns wachsen zu geistlich reifen, “erwachsenen” Christen
Josua 1,8.9 Die Verankerung im Wort lässt uns Gottes Ziele  für unser Leben erreichen

Wenn wir das Wort Gottes nur für ein Buch menschlicher Weisheit halten, müssen wir alle diese Wirkungen entbehren! Aber auch wenn wir zwar daran glauben, aber uns nicht die Zeit nehmen, es zu lesen und zu hören, haben wir einen großen Verlust.  Wir wollen nicht darauf verzichten, sondern ihm Raum geben in unserem Leben!

Von “wüst und leer” nach “gut”

Ehe Gott Himmel und Erde schuf, wird der Zustand so beschrieben: Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

Nun gibt es Theorien, wie es zu dieser Trostlosigkeit kam, z.B. die Gap-Theorie. Aber sie ist eben das, eine Theorie. Die Bibel gibt uns hier nicht wirklich eine Erklärung.

Vielleicht ist auch dein Leben “wüst und leer” – meins war so ohne Jesus. Dann kannst du auch viele Gründe suchen: Elternhaus, Gesellschaftsstrukturen, Gene……du kannst Psychoanalyse machen und dein Leben bei Therapeuten verbringen, und nachher bist du so weit wie vorher. Gibt es eine Lösung? Ja, der Geist Gottes kann alles neu machen durch die Kraft seines Wortes.

Als erstes macht er Licht. Licht lässt uns sehen, was eigentlich los ist. Gottes Licht zeigt uns, dass unser Tun böse ist. Aber es zeigt uns auch das Herz Gottes: Er liebt uns. Er will uns begnadigen und alles neu machen.

Und dann fängt Gott an zu sortieren. In der Schöpfungsgeschichte scheidet er Himmel und Erde, festes Land und Meer. In unserer persönlichen Welt ordnet er auch alle Dinge neu, und wir müssen ihm das erlauben, wenn etwas Gutes herauskommen soll. Gott hat die Absicht, unser Leben “zu bevölkern”: Da sollen gute Sachen wachsen, die uns und andere “ernähren”, und auch Dinge, die einfach schön sind. Er will uns Aufgaben geben, die uns erfüllen. Zu all dem können wir nichts hinzutun. Er schafft es aus dem Nichts, aus dem Wüsten und Leeren, und am Schluss stehen wir mit ihm da und betrachten diese neue Schöpfung und stellen fest: Sehr gut! Wie sich in der Schöpfungsgeschichte ein Bild von Ordnung, Lebensfreude und Überfluss entfaltet, so will Jesus auch unsere Herzen geordnet, satt und erfüllt machen.

Ich habe diese lebensschaffende Kraft des Wortes Gottes erlebt und erlebe sie immer noch. Sie ist die einzige Hoffnung für uns, weil wir in uns selbst keine Kraft haben, uns neu zu erschaffen. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! Das alles aber kommt von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus …. (2.Korinther 5,17)