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Hanna (2): Demut

file3821235526658 (2)Im Tempel schüttet Hanna ihr Herz vor Gott aus. Sie lässt alles herausfließen, Worte und Tränen, alles, was sich in ihr aufgestaut hat über die Jahre, die Traurigkeit, die Verletzung, die Bitterkeit, die Sehnsucht, die Fragen …Es ist eine Sache zwischen ihr und Gott, nichts wo einer zuhören sollte, viel zu privat und intim, viel zu schmerzhaft, viel zu flehentlich. Deshalb spricht sie nicht laut, sondern bewegt nur die Lippen. Ganz innerlich, das geht auch nicht, sonst fühlt sie sich am Ende doch wieder alleine mit ihren Gedanken und Gefühlen. Sie muss sie in Worte fassen, aussprechen, und sich nachher ganz sicher sein: Das habe ich zu Gott gesagt. Das hat er von mir gehört. Denn das, was sie schließlich verspricht, das soll sie auch binden:

Herr der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deine Magd nicht vergessen wirst und deiner Magd einen Sohn geben wirst, so will ich ihn dem Herrn geben, so lange er lebt, und kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen.

Während ihr Herz ganz absorbiert ist von ihrem Gespräch mit Gott, wird sie etwas schroff von hinten angesprochen. Der alte Priester Eli sitzt an der Tür und hat sie jetzt schon eine Weile beobachtet. Diese Frau muss besoffen sein! Heult, brabbelt in sich hinein, wird gar nicht fertig. Am hellen Tag! Das ist hier, bitteschön, der Tempel Gottes! Das kann er nicht länger mit ansehen. “Wie lange willst du dich hier so aufführen? Du bist offensichtlich betrunken!”

Was hätte Hanna ihm alles antworten können! Hast du sonst keine Probleme? Kehr mal vor deiner eigenen Tür! jeder weiß, was deine Söhne hier treiben, und dass du nicht eingreifst! Aber lieber attackierst du eine Frau, die einfach nur beten will! Selbstgerechter alter Heuchler!

Aber ihr kommt noch nicht einmal der Gedanke. Sie sagt einfach:

„Nein, mein Herr! Ich bin nicht betrunken, ich bin nur eine unglückliche Frau und habe Jahwe mein Herz ausgeschüttet. Denk nicht so schlecht von deiner Dienerin. Denn aus großem Kummer und lauter Verzweiflung habe ich so lange gebetet.”

Der große Gott hat sie angehört. Es gibt keinen Grund zum Streiten. Sie rechtfertigt sich ganz ruhig und sachlich. Eli ist der Priester Gottes, und sie respektiert seine Sorge für das Haus Gottes. Er hat sich nur geirrt, die Dinge sind anders, als er denkt. Man kann es spüren, dass alle Bitterkeit aus Hannas Herzen verschwunden ist. Wer von Gott gehört und angenommen ist, den kann kein Mensch mehr durch harte Worte aus der Bahn werfen.

Eine sanfte Antwort besänftigt den Zorn, heißt es in Sprüche 15,1. Eli sieht, dass er im Unrecht war. Der Weg ist frei, dass Hanna ausgerechnet durch ihn die Zusage Gottes empfangen kann:

„Geh in Frieden! Der Gott Israels wird deine Bitte erfüllen.“

Was für eine Freude! Gott hat auf sie, Hanna, die Gedemütigte, die Versagerin, gehört. Man kann den Frieden, der sich in ihrem Herzen ausbreitet auf ihrem Gesicht sehen. Sie muss sich nicht mehr mühen, quälen, rechtfertigen. Der Allmächtige höchstpersönlich hat ihre Sache in die Hand genommen.

Die Geschichte findest du in der Bibel in 1.Samuel 1

Stark bleiben, wenn andere uns blockieren

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Wenn einer sagt, dass die anderen schuld sind, ziehen wir ja schon innerlich eine Augenbraue hoch. Aber in Kalebs Fall stimmte das hundertprozentig! Es war eindeutig die Dummheit und der Unglaube der anderen, die ihm 40 Jahre zusätzliche Wüstenwanderung einbrachten. Wären die anderen nicht gewesen, säße er längst im Gelobten Land im Schatten seines eigenen Feigenbaums, schlürfte den Most seines eigenen Weinstocks, hätte sein Haus, seinen Acker, seine Weiden … statt dessen war er ständig am Auf- und Abbauen, Wege, Wasser und ein bisschen Gras suchen – und musste sich auch noch das Gemecker und Gejammer derer mit anhören, die diese Situation verursacht hatten!

Er war einer der wenigen, die das Land je gesehen hatten. Zu Zwölft hatten sie es 40 Tage erkundet. Es gab dort all das, was ihnen in der Wüste fehlte: saftige Früchte, fette Wiesen für das Vieh und Blumen in Fülle, um Bienen zu halten und Honig zu ernten. Zwar würden die derzeitigen Bewohner ihnen das Land nicht freiwillig überlassen, aber Gott hatte ja versprochen, sie vor ihnen auszutreiben – also dürfte das kein Problem sein! Doch so dachten leider nur er und Josua – alle anderen waren durch die Bank der Meinung, dass das zwar ein tolles Land war, aber leider nicht für sie. Unbesiegbar, diese Kanaaniter! Gott, so schlossen sie, hatte sie ins offene Messer laufen lassen! Er hatte sie aus Ägypten gerettet, um sie jetzt hier an der Grenze hilflos stehen zu lassen! Am besten gingen sie zurück dahin, wo sie hergekommen waren!

Kaleb war fassungslos. Konnte hier keiner mehr logisch denken? Warum sollte Gott so etwas tun? Welche Beleidigung für ihren Erretter und sein großzügiges Geschenk einer perfekten Heimat! Aber als er das sagte, stand er einer geschlossenen Front gegenüber. Sie hätten ihn und Josua fast gesteinigt.

Und natürlich zog Israel  damit Gottes Zorn auf sich. Er verurteilte das Volk dazu, noch 40 Jahre durch diese elende Wüste zu wandern. Diese ganze Generation sollte, mit Ausnahme von Kaleb und Josua, dort sterben und das verheißene Land niemals sehen. Erst ihre Kinder würden es kennen lernen. Kaleb aber wurde versprochen, dass ihm und seinen Nachkommen der Teil des Landes einmal gehören würde, den er erkundet hatte.

40 Jahre noch! Bis dahin würde er ein alter Mann sein … 40 Jahre, die er hätte genießen können! Aber wir hören nicht, dass Kaleb murrt über sein Schicksal. Er hält die Verheißung einfach fest: Es wird länger dauern als geplant, aber er wird das Land sehen, das seinen Kindern die Heimat sein wird.

In 40 Jahren wird aus dem begeisterten Adrenalin-Glauben seiner Jugend ein wüstenerprobter Ausdauer-Glaube, einen, den seine Tochter Achsa und sein jüngerer Bruder Otniel beobachten und von dem sie lernen, um ihn später in ihrem eigenen Leben nachzuahmen. Als wir wieder von Kaleb hören, sagt er:

Das ist jetzt 45 Jahre her, und Jahwe hat mich tatsächlich am Leben erhalten, wie er es mir damals in der Wüste durch Mose versprochen hatte. Heute bin ich 85 Jahre alt und noch genauso stark wie damals als Kundschafter. Ich kann immer noch kämpfen und in den Krieg ziehen. Gib mir nun dieses Gebirge, von dem Jahwe geredet hat. Du hast damals selbst gehört, dass die Anakiter dort in großen stark befestigten Städten wohnten. Vielleicht steht Jahwe mir bei, dass ich sie vertreiben kann. Er hat es mir ja zugesagt.

Die Wüste und die Länge der Zeit haben seinen Glauben nicht kleingekriegt! Er bekommt, was ihm versprochen wurde. Gott ist immer noch seine Kraft und der, auf dessen Hilfe er vertraut. Statt in Frust und Bitterkeit über seine Brüder zu schmoren, hat er sich geduldig unter Gottes Führung gebeugt, und sein Glaube ist wie Gold aus dem Feuer aller Prüfungen herausgeflossen.

Ich finde Kaleb sehr beeindruckend. Ich wünsche mir seine Unbeirrbarkeit, sein Festhalten an Gott, sein Rechnen mit der Erfüllung aller Verheißungen, egal, wer wo querschießt, blockiert und schuld ist. Denn Gott kommt immer ans Ziel.

Hier steht die Geschichte in der Bibel: 4.Mose 13 und 14, Josua 14 und 15

Liebe Grüße

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Ich habe in diesen Tagen den Brief von Paulus an die Römer fertig gelesen – ein Brief voll schwergewichtiger Theologie. Da geht es um die Rechtfertigung aus Glauben und das Eins-Sein mit Christus. Wir brauchen jeden Krümel dieser Wahrheiten, um einen  gesunden Glauben zu haben.

Dann kommt das letzte Kapitel, und was finden wir da? Liebe Grüße an alle möglichen Leute in der römischen Gemeinde! Das ist Alltagstheologie, und die gehört lebenswichtig dazu!

Diese Grüße zeigen uns, wie all das, was vorher geschrieben wurde, sich in der Praxis auswirkt. Da ist die Rede von Schwestern und Brüdern, von Geliebten, Auserwählten und Heiligen. Das ist keine Theorie – diese Leute haben Namen! Von diesen Männern und Frauen wird gesagt, dass sie bewährt sind, dass sie dienen, mitarbeiten, eine Stütze sind, ihr Leben für andere einsetzen, ja sogar ihren Hals hinhalten. Es sind Menschen, die in Christus sind.

Das kommt dabei heraus, wenn wir uns auf Jesus als Retter verlassen und diese Glaubensgerechtigkeit anziehen! Der ganze Abschnitt atmet Liebe, Zusammenstehen, Gemeinschaft – übrigens genau die Dinge, um die Jesus in seinem hohepriesterlichen Gebet für uns gebetet hat. Mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich das lese!

Denn das Schönste ist: Solche Menschen kenne ich auch! Menschen, die ich in Jesus liebe und die mich lieben, die auf seiner Seite stehen, die sich aufopfern im Dienst, die einander beistehen. Das Evangelium hat immer noch dieselbe Auswirkung wie bei den Römern: Die Liebe Gottes wird in die Herzen derer ausgegossen, die wissen, dass sie es selbst nicht schaffen, aber auf Jesus vertrauen und von ihm lernen.

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Predigt-Nachlese: Apollos – treu, verfügbar, lernwillig

Predigttext: Apostelgeschichte 18,18-28

Paulus war mit seinen treuen Freunden Priscilla und Aquila nach Ephesus gekommen. Er selbst konnte dort nicht lange bleiben, weil er nach Jerusalem musste. Er ließ Priscilla und Aquila und auch die interessierten Juden, die er in der Synagoge gelehrt hatte, dort zurück und versprach wiederzukommen, “wenn Gott will”. Wir sehen hier ein schönes Beispiel dafür, wie Paulus seine Pläne machte. Schon lange hatte er Ephesus auf dem Herzen, und war es ihm ein Anliegen, dort das Evangelium zu verkünden. Er nahm aber die Umstände in seinem Leben aus Gottes Hand, und so konnte er im Vertrauen auf Gott sowohl planen als auch loslassen: Befiehl dem Herrn deinen Weg, und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen. Gott bringt alle seine Ziele zur Ausführung!

Auf dem Rückweg von Jerusalem nach Ephesus nimmt er sich Zeit, noch mal all die Jünger  in Galatien und Phrygien zu besuchen und zu stärken. Es war ihm immer ein Anliegen, die Gemeinden zu ermutigen und zu befestigen, die durch seinen Dienst entstanden waren. Und Gott hatte auch schon einen Plan für Ephesus. Paulus war nicht der einzige, der Ihm dort dienen konnte. Apollos, ein Jude aus Alexandrien, tauchte dort auf. Er wusste von Jesus als dem Messias, war redebegabt und wohlbewandert in der Heiligen Schrift; allerdings kannte er nur die Taufe des Johannes, d.h. ihm fehlten noch viele aktuelle Informationen über den Heilsweg. Was er aber wusste, das gab er bereitwillig weiter.

Darin ist er ein Vorbild für uns. Wir müssen nicht warten, bis wir alle Erkenntnis haben und jede Frage beantworten können. Bei der Frau, mit der Jesus am Jakobsbrunnen sprach, genügte auch ihr einfaches Zeugnis: “Da ist einer, der mir alles auf den Kopf zugesagt hat, was ich getan habe. Kommt mit und seht ihn euch an! Vielleicht ist er der Messias“, um Menschen zu Jesus zu bringen. Hat Jesus dich errettet? Kennst du drei Bibelverse? Dann hast du vielen deiner Freunde und Bekannten schon was voraus. Du musst nicht erst Theologie studieren, ehe du das weitergibst.  Es ist natürlich gut, mehr zu wissen, aber sei treu mit dem, was du hast.

Apollos war treu und hielt sich Gott zur Verfügung. Deshalb konnte Gott ihn auch an genau den richtigen Platz stellen. Ephesus brauchte Apollos – und Apollos brauchte Aquila und Priscilla.

Wenn wir bedenken, wie jung die Gemeinde war – wie muss es die beiden gewundert haben, als da plötzlich aus dem Nichts einer auftauchte, von dem sie noch nie gehört hatten, und der Jesus verkündigte? Wie erfreut sie waren? Dass sie ihn unbedingt kennen lernen mussten?! Sie merkten auch bald, dass ihm noch etwas fehlte, und dass Gott sie zusammengebracht hatte, damit sie dieses Fehlende ergänzen und ihn noch besser zum Dienst ausrüsten konnten. Und Apollos, der Eloquente und Wortgewandte, hatte ein demütiges und belehrbares Herz. Er ging nicht davon aus, dass er schon alles wusste und ihm keiner mehr was beibringen konnte.

Nach dieser kleinen Aquila- und Priscilla-Bibelschule drängte ihn sein Herz weiter nach Achaja, um dort das Evangelium zu verkünden. Er war inzwischen so integriert in die Gemeinde in Ephesus, dass die Brüder ihm ein Empfehlungsschreiben an die Christen in Achaja mitgaben. Sie standen voll hinter ihm. In Achaja war er dann denen, die durch die Gnade gläubig geworden waren, eine große Hilfe.

Was wir von Apollos lernen können:

  • treu zu teilen, was uns anvertraut ist
  • Gott zur Verfügung zu stehen mit Hingabe und Begeisterung
  • lernwillig zu bleiben, um besser besser dienen zu können

Apollos ist offensichtlich später auch nach Korinth gekommen. Paulus sagte von ihm: Ich habe gepflanzt, Apollos hat gegossen; aber Gott hat es wachsen lassen. Er gehörte zu den bewährten Mitarbeitern, welche die, die Gott geheiligt hat, zum Dienst ausrüsten, damit die Gemeinde wächst, reif, gegründet, stabil und verführungsresistent wird, die Einheit bewahrt und als Leib Christi die Liebe und Wahrheit ihres Hauptes abbildet.

Predigt-Nachlese: Lebensverändernde Begegnungen mit der Herrlichkeit Gottes

Predigttext: Lukas 2,8-40

Als Gott in Jesus in diese Welt kommt, kommt er nicht zu den Reichen und Großen. Er wird arm um unsertwillen. Er wird in einem Stall bei den Tieren geboren, und seine ersten Besucher sind die Untersten der damaligen Gesellschaft. Hirten wurden als nicht vertrauenswürdig eingeschätzt, und doch beruft Gott sie zu den ersten Zeugen seines Sohnes.

Als sie nachts auf ihre Herden aufpassen, erscheint ihnen ein Engel. Sie reagieren mit Furcht. Das war offensichtlich kein “Engelein”, sondern ein Wesen, dass die Herrlichkeit Gottes ausstrahlte. Engel sind die “Heerscharen Gottes”, bereit, jede Verletzung seiner Ehre zu rächen. Die Herrlichkeit Gottes bewirkt die erschreckende Selbsterkenntnis: Wehe mir, ich bin ein sündiger Mensch!

Aber die Engel verkünden den Hirten nicht Gericht, sondern Gnade und Freude. Habt keine Angst! Es gibt einen Ausweg aus Sünde und Verdammnis! Euer Retter ist geboren!

Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einzigen Sohn dafür, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht ins Verderben geht, sondern ewiges Leben hat. Gott hat seinen Sohn ja nicht in die Welt geschickt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten. (Johannes 3,16.17)

Der Einbruch der Herrlichkeit Gottes in das Leben dieser Hirten bewirkte zuerst die angemessene Furcht, dann Hoffnung und Glauben. Sie machen sich auf und finden den Messias. Alles ist so, wie die Engel es gesagt haben. Freude überwältigt sie und macht sie zu Zeugen, und ihr Zeugnis ist so glaubwürdig, dass es angenommen wird. Nie mehr werden sie dieselben sein, auch wenn sich ihr äußeres Leben nicht geändert hat. Innerlich sind sie reich geworden.

Am 8. Tag wurde der neugeborene Messias beschnitten und bekam den Namen, der seine Identität und sein Lebensprogramm ausdrückt: Jesus bedeutet Jehova ist Rettung.

Nach der gesetzlich vorgeschrieben Reinigungszeit für seine Mutter wurde er im Tempel dargestellt, und das Opfer, das dabei gebracht wird, beweist, dass Josef und Maria wirklich arm waren, denn sie bringen Tauben als Opfer. Hier im Tempel treffen sie auf zwei andere “kleine Leute”, den alten Simeon und die alte Anna. Die beiden gehörten zu denen, die auf den Trost Israels warteten, und sie hatten das schon viele Jahrzehnte getan. Simeon erkennt in diesem Baby den Messias, das Heil und die Rettung Gottes, aber erkennt auch, dass Jesus die Menschheit spalten wird in die, die die Gnade Gottes annehmen und die, die das Licht Gottes hassen werden, weil es ihre Sünden aufdeckt.

Jesus ist der Trost, mit dem Gott uns tröstet. Simeon und auch Anna erleben die Erfüllung ihres tiefsten Herzenswunsches. Dafür haben sie gelebt, das war ihr Lebenssinn und –ziel. Auch für uns ist Jesus und seine Erlösung alles, was wir wirklich brauchen. Dann bleibt kein Raum mehr für Bitterkeit und Unzufriedenheit über alles, was wir nicht haben, sondern eine tiefe Dankbarkeit erfüllt unser Leben, und wie Anna möchten wir es allen erzählen, die auf Erlösung warten.

Denn der Gott, der einst aus der Finsternis Licht leuchten ließ, hat das Licht auch in unseren Herzen aufstrahlen und uns die Herrlichkeit Gottes im Angesicht von Jesus Christus erkennen lassen. 2.Korinther 4,7

Tabita – wahre Schönheit

Tabita war eine Frau, deren Leben sich lohnte – so sehr, dass Gott ihr eine zweite Auflage davon gab. Sie wird sehr kurz beschrieben: In Joppe lebte eine Jüngerin mit Namen Tabita. Das heißt so viel wie „Gazelle“. Sie tat viel Gutes und half den Armen, wo sie nur konnte.

Die Bedeutung ihres Namens war wichtig genug, um übersetzt zu werden. Die Gazelle ist eindorcas-gazelle-7437_640 Tier, das für Schönheit und Anmut steht. Wie immer sie aussah – wir wissen es nicht –, in Gottes Augen war sie schön, und auch in den Augen derer, denen ihre Liebe zugute kam.

Sie zerbrach sich den Kopf nicht über Gleichberechtigung in der Gemeinde, und warum manche Aufgaben den Männern vorbehalten blieben. Sie hatte genug zu tun, womit sie Gott verherrlichen konnte! Die Liebe Jesu entfaltete sich in ihr gemäß ihrem Wesen als Frau, und das machte sie schön. Sie war eine lebendige Umsetzung dessen, was Paulus an Timotheus schrieb: Und genauso will ich, dass die Frauen mit ihrer Kleidung keinen Anstoß erregen und sich bescheiden und zurückhaltend schmücken. Sie sollen nicht durch aufwendige Frisuren, Gold, Perlen oder teure Kleider auffallen, sondern durch gute Werke. Das ist der Schmuck von Frauen, die Ehrfurcht vor Gott haben. Sie fragte nicht: Warum kann ich das und das nicht tun? sondern: Was kann ich tun? Wo ist die Not, auf die die Liebe Gottes durch mich antworten will? Ihr Herz hatte diesen wunderbaren Schmuck eines sanften und stillen Geistes.

Sie musste sich keine Gedanken um ihr Selbstwertgefühl machen. Nachdem sie durch die Verkündigung des Wortes Gottes erkannt hatte, dass sie eine Sünderin war, die Gott so sehr geliebt hatte, dass er seinen Sohn als Opfer für sie gab, war ihr Wert für alle Zeiten dadurch definiert. Sie tat auch die guten Werke nicht, um damit “Wertpunkte” bei Gott und Menschen zu sammeln, sondern weil sie die Liebe weitergeben wollte, die ihr eigenes Leben erfüllte.

Und wie wurde sie geliebt von diesen Menschen! Sie waren so untröstlich, als sie starb, dass Gott sie noch mal ins Leben zurückschickte, damit sie die Schönheit Jesu durch ihre Taten weiter verkündigen konnte. Sie wusste: Ihr seid ein ausgewähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, das Gott selbst gehört. Er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr verkündigt, wie unübertrefflich er ist. (1.Petrus2,9)

Die Geschichte steht in Apostelgeschichte 9, 36- 41.

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Wie Beten uns verändert

Ich möchte heute mal keine Zusammenfassung der Predigt geben, sondern die Gedanken niederschreiben, die mir während und nach der Predigt so durch den Kopf gingen zum Thema Beten und Gebetserhörung. Der Predigttext war u.a. Lukas 1.

ich stelle mir so die junge frischvermählte Elisabeth vor, voller Optimismus und Erwartung eines normalen Ablaufs ihres Lebens. Sie war verheiratet – jetzt würde bald eine fröhliche Kinderschar die Bude füllen! Aber es dauerte und dauerte. Was war mit ihr los? Irgendwann begann sie die Fragen der Verwandten und Freunde zu hassen: “Und bei euch? Noch nichts unterwegs?” Nein, noch nichts … Nun, ich (Ruth) habe zwar Kinder, aber ich habe auch Defizite in meinem Leben. Es gibt Fragen, vor denen ich zurückscheue, weil sie in diesen Defiziten bohren. Ich habe mir den Verlauf meines Lebens auch gradlinig und normal vorgestellt, und es ist anders gekommen. Manche Gesprächsthemen möchte ich am liebsten umschiffen.

Irgendwann merkt Elisabeth, dass es nicht läuft, wie es laufen sollte. Sie fängt an zu beten. Sie fühlt sich isoliert. Alle Freundinnen reden nur noch von Windeln und Babyjäckchen und Stillproblemen … sie passt nicht dazu. Sie hat nichts dazu zu sagen. Zuhause ist es still, und raus mag sie eigentlich auch nicht mehr. Sie betet, sie betet mit Zacharias … aber der Himmel ist auch still, Jahr um Jahr um Jahr. Viele lange, leise Jahre. Jahre, in denen sie immer wieder vor Gott kniet und fragt: Warum? Warum verwehrst du mir diesen Segen? Habe ich gesündigt? Und ja, natürlich hat sie gesündigt, da fällt ihr viel ein. Sie hat keinen Anspruch auf Fruchtbarkeit. Zusammen mit Zacharias durchforscht sie die Schrift. Was sagt Gott zu ihrem Zustand? Gibt es eine Antwort auf das Warum? Sie schöpft Hoffnung, wenn sie an Sarah denkt oder Hanna oder Rebecca, Frauen, denen Gott nach Jahren der Unfruchtbarkeit gnädig war … Sie lernt Gott besser kennen durch diese ganze Auseinandersetzung mit dem Thema, aber auch ihr eigenes Herz und ihre Gnadenbedürftigkeit. Und ein ganz anderes und umfassenderes Gebet drängt sich immer mehr in den Vordergrund: Sende uns den Retter, den Trost Israels, den Messias! Wir brauchen IHN und nur IHN!

Ob sie jemals aufhörten, um ein Kind zu beten, wissen wir nicht. Man kann es fast annehmen. Irgendwann war sie durch mit den Wechseljahren. Manchmal muss man sich mit dem Nein abfinden. Aber das “größere” Gebet Dein Reich komme! – das würden sie niemals aufgeben, bis sie stürben oder die Erfüllung der Verheißungen sähen.

Und Gott fasst es alles zusammen. Er sendet den Messias, und er gibt Elisabeth ein Kind. All die Jahre war das sein Plan, aber das konnte sie nicht wissen. Wie gut, dass sie die Entscheidung getroffen hatte, nicht bitter zu werden über ihrem “Schicksal” und mit Gott zu hadern, sondern sich noch viel enger an ihn zu binden. Weil sie nach seinem Reich trachtete, wurde ihr alles andere hinzugefügt, ein unverdienbarer Gnadenbonus sozusagen.

Gott hört. Wenn der Himmel wie Blei scheint, können wir aufgeben oder uns durch die Not durch ihn verändern lassen. Warten ist schwer, aber nützlich für uns und macht uns mehr als irgendetwas anderes zu Menschen, deren Hände für die Gnade Gottes weit offen sind.