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Jesus ist gestorben – wozu?

UnbenanntHeute morgen habe ich mir mal meine Bibel vorgeknöpft und mir notiert, wofür Jesus eigentlich gestorben ist. Um es salopp zu sagen: Was ist denn nun dabei herausgesprungen – für uns und für Gott?

Hier sind meine Ergebnisse – und ich habe sicher nur die Oberfläche angekratzt.

Das Kreuz Jesu ist die ultimative Selbst-Offenbarung der Liebe Gottes zu uns.

Gottes Liebe zu uns ist darin sichtbar geworden, dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um uns in ihm das Leben zu geben. Die Liebe hat ihren Grund nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat.  1. Johannes 4,9.10

Diese Liebe  ist völlig unbegreiflich, denn wir waren seine Feinde.

Aber nicht nur seine Liebe hat Gott durch den Tod Jesu sichtbar gemacht, sondern auch seine Gerechtigkeit. Er konnte unsere Schuld nicht einfach übersehen und Fünf gerade sein lassen. Deswegen brauchte er einen Heiligen und Reinen, der selbst ohne Sünde war, und der sich an unserer Stelle richten ließ.

Ihn (Jesus) hat Gott zu einer Stätte für Sühne gemacht. Durch sein vergossenes Blut ist die Sühne vollzogen worden, und durch den Glauben kommt sie allen zugute. So hat Gott auch den Beweis erbracht, dass er gerecht gehandelt hatte, obwohl er die bis dahin begangenen Sünden der Menschen ungestraft ließ. Und heute beweist er seine Gerechtigkeit dadurch, dass er den für gerecht erklärt, der aus dem Glauben an Jesus lebt. Römer 3,25-26

Gott hat sich durch das Blut seines Sohnes eine Gemeinde “gekauft”, ein neues Volk aus allen Völkern.

Und mit deinem vergossenen Blut hast du Menschen erkauft, Menschen aus allen Stämmen und Völkern, aus jeder Sprache und Kultur. Du hast sie freigekauft für unseren Gott und sie zu Mitherrschern und Priestern für ihn gemacht. Sie regieren in Zukunft die Welt. Offenbarung 5,9.10

Gott hat sie (die Gemeinde) ja durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben. Apostelgeschichte 20,28

Was haben wir nun davon? (Bitte die Links anklicken, um zu den Bibelstellen zu gelangen!)

Und Jesus selbst?

Nach seiner Seelenqual sieht er das Licht  und wird für sein Leiden belohnt.  Jesaja 53,11

Er erniedrigte sich selbst und gehorchte Gott bis zum Tod – zum Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn über alles erhöht  und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen steht: Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt; von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.Und jede Zunge wird bekennen: „Jesus Christus ist der Herr!“ So wird Gott, der Vater, geehrt. Philipper 2,8-11

Wer aber sein Opfer ablehnt, dem kann nicht mehr geholfen werden. Dem bleibt

nur noch das furchtbare Warten auf das Gericht und das wütende Feuer, das die verzehren wird, die sich gegen Gott gestellt haben. Hebräer 10,27

So sind wir nun Botschafter für Christus, und es ist Gott, der durch uns mahnt. Wir bitten im Auftrag von Christus: Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet! 2.Korinther 5,20.21

Predigt-Nachlese: Brauchen die Heiden das Gesetz?

Predigttext: Apostelgeschichte 15,1-22

Die Verfolgung von außen hatte die Gemeinde geistlich nicht geschwächt. Aber nun entstand eine interne Krise, die eine echte Bedrohung darstellte. In der Gemeinde in Antiochia tauchten Leute aus Judäa auf. Sie hatten einen weiten Weg auf sich genommen, weil sie den Eindruck hatten, dass sie etwas zurechtrücken müssten. Es konnte doch nicht sein, dass die Gläubigen aus den nicht-jüdischen Heidenvölkern “einfach so” gerettet wurden, ohne sich beschneiden zu lassen und das Gesetz Moses zu halten? Hier war – ihrer Meinung nach – ein ernstes Wort erforderlich!

Paulus und Barnabas sahen das ganz anders. Barnabas war ja ursprünglich von Jerusalem aus nach Antiochia entsandt worden, um den dortigen Aufbruch zu prüfen und die junge Gemeinde zu befestigen. Er hatte sich davon überzeugt, dass hier die Gnade Gottes am Werk war, und sich gefreut. Als Verstärkung hatte er  Paulus geholt, und unter der geistlichen Pflege  dieser beiden Brüder war die Gemeinde so stark geworden, dass sie Paulus und Barnabas aussenden konnten, um an anderen Orten das Evangelium zu verkündigen. Als nun diese Judaisten kamen und die Botschaft brachten: “Euch fehlt noch etwas!”, gingen Paulus und Barnabas auf die Barrikaden. Schließlich hatten sie überall verkündigt: “Durch diesen Jesus wird euch Vergebung der Sünden angeboten. Das Gesetz des Mose konnte euch nicht von ihnen freisprechen.Durch Jesus aber ist das möglich. Jeder, der an ihn glaubt, wird von aller Schuld freigesprochen.” (Apg. 13,38.39) Das war mit der Botschaft der Gesetzeslehrer unvereinbar!

Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen, denn es ging um Alles oder Nichts. Das war keine Meinung, die man tolerieren und dem Harmoniebedürfnis unterordnen konnte. Hier waren Wölfe, und es galt, die Herde zu verteidigen! Da Wahrheit aber keine Privatmeinung ist, und die Frage von grundlegender Bedeutung für alle Jünger überall war, beschloss die Gemeinde, Paulus und Barnabas nach Jerusalem zu schicken und zusammen mit den Aposteln und Ältesten dort zu einer verbindlichen Aussage zu kommen. Wie gut würde uns das auch heute tun, wenn die Leiter sich zusammen setzen und das Wort Gottes über strittigen Fragen erforschen würden, statt jeden Unfug zu tolerieren und ihm eine Plattform zu überlassen!

In Jerusalem zeigte sich dann auch, woher der Wind wehte. Er kam aus der Richtung von Pharisäern, die zwar Jesus als Messias angenommen hatten, aber nicht – wie der Ex-Pharisäer Paulus – ans Ende aller eigenen Bemühungen gekommen waren, durch das Halten des Gesetzes mit Gott ins Reine zu kommen. Sie waren bereit, die Heiden anzunehmen, aber nur, wenn sie sich beschneiden ließen und das Gesetz hielten.

Nun ergriff Petrus das Wort. Es war schon etwa 10 Jahre her, dass Gott ihm gezeigt hatte, dass Er die Heiden vollständig akzeptierte, wenn sie ihr Vertrauen auf Jesus setzten. Und nicht nur das: Hatten sie nicht selbst die Erfahrung gemacht, dass das Gesetz eine unerträgliche Last war, weil man damit einfach nicht zum Ziel kam? Niemand konnte es ja halten! Warum sollte man etwas, was sich als untauglich erwiesen hatte, Annahme bei Gott herzustellen, wieder einführen? Das war widersinnig! Auch sie, die Juden, wurden ja nur durch die Gnade gerettet und nicht durch Beschneidung und Regelerfüllung! Der Glaube an Jesus war völlig ausreichend, um zu retten und das Herz zu reinigen und den Heiligen Geist zu empfangen. Die Gnade ist der eine Weg für alle, Juden und Heiden, und einen zweiten Weg gibt es nicht! Jesus ist zu 100% unsere Gerechtigkeit! Mehr geht nicht!

Das gilt auch für uns. Unser Stolz hat immer die Tendenz, dem Evangelium der Gnade etwas hinzuzufügen. Wir können unserer völligen Unfähigkeit, Gott zufrieden zu stellen, so schwer ins Gesicht sehen. Lieber wollen wir uns an Regeln abarbeiten. Dabei hat er selbst schon längst einen Weg gefunden, wie er mit uns zufrieden ist: durch Jesus. Wir müssen es nur annehmen. Dann wirkt der Heilige Geist in uns, dass wir aus Dankbarkeit  und Liebe zur Ehre des Gottes leben wollen, der uns schon gerettet hat.