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Warum ich die Gemeinde liebe–Säule und Grundfeste der Wahrheit

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In dieser Welt ist die Gemeinde ein Stützpunkt des Reiches Gottes.

Die Welt, so sagt es die Bibel, ordnet sich einem anderen König unter, und lehnt Jesus ab. Sie folgt damit Satan, der gegen Gott rebelliert, und geht dem Untergang entgegen. Gott wartet noch, weil er möchte, dass noch viele zu ihm umkehren, aber der Tag wird kommen, wo er die Welt richtet.

Die Gemeinde Gottes hat Jesus als Herrn und Oberhaupt. Die Gemeinde ist der Platz in dieser Welt, wo er hochgehalten, verehrt und angebetet wird. Auch wenn das oft sehr schwach und alles andere als perfekt ist, freut es doch das Herz Gottes. In der Offenbarung lesen wir, dass unsere Gebete wie ein Räucherwerk zu Gott aufsteigen. Wir können uns kaum vorstellen, was es für Gott bedeutet, wie sehr es ihm gefällt, wenn auf dieser gottfeindlichen Erde Menschen das tun, was im Himmel allezeit geschieht, nämlich den Vater und den Sohn anbeten und sich ihm von Herzen und in Liebe und Dankbarkeit unterordnen.

Das ist die Gott zugewandte Seite. Und dann hat die Gemeinde noch eine den Menschen zugewandte Seite: Sie ist in dieser Welt das Bollwerk der Wahrheit. Sie verkündigt den Menschen die Einladung Gottes. Sie zeigt ihnen seine Wesensart, seine Liebe, seine Heiligkeit, seine Barmherzigkeit, seine Klarheit, sein Licht. Sie bringt sein Wort unter die Leute, damit noch mehr Menschen umkehren und dieser Gemeinde zugefügt werden.

Deswegen sagt Paulus, die Gemeinde sei das Haus Gottes und Säule und Grundfeste der Wahrheit. Wenn wir uns dann unsere Gemeinde vor Ort anschauen, sind wir manchmal verzagt, weil wir merken, dass wir Jesus nicht so repräsentieren, wie wir sollten, und oft versagen. Aber wir strecken uns danach aus, zu werden, was wir in Gottes Augen sind.

Deshalb liebe ich die Gemeinde. Ich freue mich, ein Teil dieses Bollwerks der Wahrheit zu sein. Ich bin dankbar für diese Möglichkeit, gemeinsam mit anderen diesen Stützpunkt des Reiches Gottes aufrecht zu erhalten und Gottes Wahrheit zu verkündigen und zu feiern.

Die Gemeinde ist ein Ableger des Himmels auf der Erde. Das ist eine Identität und ein Privileg, aber natürlich auch eine Verantwortung: auf der einen Seite die Zusammenkünfte der Gemeinde nicht zu vernachlässigen und uns in der Gemeinde nach den Standards des Himmels zu benehmen, und auf der anderen Seite für diese Welt zu beten und ihr mit Gottes Liebe zu dienen und die Wahrheit zu bringen.

Advent: Ich will dich sehen, Herr!

 

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Ich will dich sehen, Herr, und nicht mehr gebremst sein von den Schranken meines kleinen, zeitverhafteten Verstandes, der über Worten brüten und Lexika wälzen muss, um dein Reden zu fassen, und doch oft unschlüssig bleibt.

Ich will dich sehen, Herr, und alle Anfechtungen und Fragen, alle Ablenkungen und Umstrickungen, genetischen Dispositionen, psychischen Wirrnisse, Krankheiten, Schwachheit und Tod hinter mir lassen.

Ich will dich sehen, Herr,  und mit allen, die dich lieben, in ungehinderter Gemeinschaft bestaunen und genießen – wo Fehlinterpretationen und Meinungsverschiedenheiten, Missverständnisse und kulturelle Brillen schmelzen wie Eis an der Sonne der Herrlichkeit.

Ich will dich sehen, Herr, die bereiteten Wohnungen beziehen, das geschmückte warme Haus, wo die, die jetzt frieren in Verfolgung, im Gefängnis, auf der Flucht, in der Kälte einer gottfeindlichen Welt, ungeschützt, gequält und hinausgestoßen, Frieden und Heimat finden.

Ich will dich sehen, Herr, das Königtum und das Erbe, den Thron, die Pracht, die Schönheit, die endlich gebeugten Knie, das Reich, wo Gerechtigkeit wohnt, den ewigen Morgen!

Und der Geist und die Braut sagen: Komm!  … Ja, ich komme bald. – Amen; komm, Herr Jesus!  (aus Offenbarung 22)

Ist Jesus am Kreuz gescheitert? (Predigt-Nachlese)

zersplittert frageDas ist eine wichtige – ja eigentlich die wichtigste Frage. War das Kreuz, wie selbst einige Theologen meinen, das Scheitern der Mission Jesu? Machte es seine Pläne durch die Bosheit der Menschen zunichte? War er ein hilfloses Opfer?

Oder gehörte das Kreuz von Anfang an zum Plan Gottes?

Im Predigttext in Lukas 18, 31-34 kündigt Jesus den Jüngern schon zum dritten Mal an, was ihm passieren wird: Auslieferung an die Römer, Misshandlung, Hinrichtung – und Auferstehung. Wenn dann gesagt wird, dass seine Jünger das nicht begriffen, so heißt das nicht, dass sie nicht intelligent genug waren, um ihn zu verstehen, sondern dass das Konzept eines leidenden Messias keinen Sinn für sie ergab.

Die Feindseligkeit gegen Jesus ballte sich immer mehr zusammen wie eine schwarze Gewitterwolke. Die Jünger bekamen Angst. Nach Jerusalem zu gehen, schien äußerst gefährlich, aber Jesus ließ sich nicht beirren. Um ihnen das zu erklären, nimmt er sie zur Seite und spricht mit ihnen allein. Sie sollten vorbereitet sein. Er wusste auch: Was jetzt keinen Sinn für sie ergab, würden sie irgendwann als Gottes Plan erkennen, und dann würden sie diejenigen sein, die es der Welt bezeugen würden, dass dieser Plan schon bestanden hat, ehe die Welt geschaffen wurde.

Jesus kannte diesen Plan vor seiner Menschwerdung, und er hat sich ihm freiwillig zur Verfügung gestellt. Er beinhaltete, dass ER das Lamm Gottes ein sollte, das die Sünde der Welt trägt. Das ganze Alte Testament war eine Ankündigung seiner Leiden und der anschließenden Herrlichkeit des Messias (Christus), oft in verblüffender Detailtreue. Viele Prophezeiungen sprachen davon genauso wie das ganze Opfersystem des israelischen Gottesdienstes. Es hielt ständig das Bewusstsein wach, dass ein stellvertretendes Sündopfer erforderlich ist, um Versöhnung zwischen Gott und Menschen zu schaffen. Da das Blut von Schafen und Stieren unmöglich Sünden wegnehmen kann, stellt Jesus sich vor als das wahre Passalamm, das durch ein einziges Opfer die Gerechtigkeit Gottes für immer zufriedenstellen und uns vom Gericht erlösen kann. Er ist das letzte und ewig gültige Opfer. Sein Leben wurde ihm nicht genommen, sondern er hat es freiwillig niedergelegt, wie er ganz eindeutig selbst gesagt hat. Und er lässt es, um es wiederzunehmen, im Vorgriff auf die Freude, die hinter dem Kreuz liegt.

Es war der Grund des Kommens Jesu in die Welt, dass er sein Leben geben wollte als Lösegeld für viele. Insofern ist das Kreuz kein Scheitern, sondern das Zentrum der Geschichte, das einzige Mittel der Erlösung und unsere Rettung.

Ich möchte diese Predigt-Nachlese in der Zeit bis Ostern ausbauen, indem ich immer wieder mal eine Prophezeiung aus dem Alten Testament und ihre Erfüllung im Leben und Sterben Jesu poste. Mal sehen, was da zusammenkommt!

Beten lernen: Nehemia als Vorbild

Manchmal hat Gott so bestimmte Themen, mit denen er uns ständig konfrontiert. Mir springt zur Zeit das Thema Gebet entgegen, wo immer ich lese. In meiner Stillen Zeit bin ich jetzt in Nehemia, und in den ersten beiden Kapiteln kann man unwahrscheinlich viel von Nehemia lernen, was Gebet anbetrifft.

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1. Die Grundbedingung ist das Interesse an den Dingen des Reiches Gottes. In Nehemia 1,2 bekommt Nehemia Besuch, und er fragt sie nach Jerusalem und den Entkommenen, die da noch leben. Er will Information: Wie geht es der Stadt Gottes? Wie geht es dem Volk Gottes? Er will die Wahrheit hören, selbst wenn sie ihm das Herz schwer macht. Sind das die Fragen, die uns umtreiben? Sind wir bereit, uns mit den harten Realitäten zu befassen, oder wollen wir lieber nichts davon hören? Ist die Gemeinde des Herrn/ das Reich Gottes  das, was unser Herz und unsere Gedanken beschäftigt?

2. Nehemia ist ein Vorbild in seiner Reaktion gottgemäßer Traurigkeit. Er weint, und er lässt sich nicht ablenken. Er guckt keinen Film oder geht shoppen, damit er schnell wieder gut drauf ist und vergisst, was er gehört hat, sondern er bringt es mit Beten und Fasten vor Gott. Er identifiziert sich mit seinem Volk und tut Buße für ihre kollektive Sünde. Aber er bleibt nicht bei dem Elend stehen, sondern gestützt auf Gottes Charakter und Gottes Verheißungen entwickelt er im Gebet eine neue Perspektive.

3. Er ist ein Vorbild in betender Abhängigkeit. Er möchte aktiv werden, aber er kann trotzdem nicht einfach lospreschen – Gott muss die Wege ebnen. Obwohl er sich fürchtet, wirft er sich ganz auf Gott, steht während seines Gesprächs mit dem König mit Gott in Verbindung und gewinnt daraus den Mut, dem König seine Anliegen vorzutragen.

4. Er ist ein Vorbild in Besonnenheit. Weil er so von Gott abhängig und in konstanter Verbindung nach oben ist, muss er seine Gedanken und Pläne nicht gleich herausposaunen. Er kann in Ruhe die Lage prüfen, ohne mit Menschen darüber zu reden. Das ist ein Fehler, den ich so oft mache, dass ich zu schnell rede und handle, ehe die Dinge völlig klar sind. Schon ist man dann trotz vorausgegangenem Gebet aus der Abhängigkeit  von Gott herausgefallen.

Beten lernen: Wofür man nicht beten soll

money-1013992_1920Es ist wichtig zu wissen, für was man beten sollte, aber es ist auch wichtig zu wissen, für was man nicht beten sollte. Als Salomo Gott um Weisheit und Verstand bittet, um dem Volk Gottes gut zu dienen und die Aufgaben zu bewältigen, die Gott ihm gestellt hat, wird er ausdrücklich gelobt dafür, dass er für bestimmte Dinge nicht gebeten hat:

Weil dir das am Herzen lag und du nicht um Reichtum, Besitz und Ehre, um den Tod deiner Feinde oder langes Leben für dich gebeten hast, sondern um Weisheit und Wissen, damit du mein Volk regieren kannst, über das ich dich zum König eingesetzt habe, so gebe ich dir Weisheit und Wissen. Und dazu gebe ich dir Reichtum, Besitz und Ehre, wie sie noch kein König vor dir besessen hat und auch keiner nach dir haben wird. (1.Chronik 1,11.12)

Unsere Gebete sollen sich nicht um unseren Vorteil drehen, sondern um die Dinge, die zur Verherrlichung Gottes nötig sind. In diesen Bereich fällt auch die Bitte um das tägliche Brot, um alles, was wir brauchen, um zum Dienst Gottes  fit und fähig zu sein, Der weise Agur sagt:

Armut und Reichtum gib mir nicht, lass mich das Brot, das ich brauche, genießen, damit ich nicht, satt geworden, leugne und sage: Wer ist denn der HERR? – und damit ich nicht, arm geworden, stehle und mich vergreife an dem Namen meines Gottes! (Sprüche 10,8)

Reich werden zu wollen, ist eine Sache, die Gott sehr negativ sieht – was nicht heißt, dass er nicht nach seiner Weisheit und aus freien Stücken manchen Menschen Reichtum gibt, um auch materielle Güter für ihn zu verwalten. Wir  aber werden ermahnt, die Liebe zum Geld zu fliehen wie die Pest, und unsere Wünsche auf das auszurichten, was Gott bei uns sehen will:

Du aber, Mensch Gottes, fliehe diese Dinge (= das Streben nach Reichtum); strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut! (1.Timotheus 6,11)

Deshalb sollten wir uns immer fragen: Warum bitte ich um dies oder das? Ist mein Ziel die Verherrlichung Gottes, oder geht es um die Befriedigung meiner Begierden, um mein  Ansehen, mein Wohlleben? Dann kann ich es nämlich gleich streichen, denn Gottes Wort hat dafür eine Negativ-Verheißung:

Und selbst wenn ihr betet, bekommt ihr nichts, weil ihr in böser Absicht bittet und nur eure Gier befriedigen wollt. (Jakobus 4,3)