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Notizen zu 1.Mose 1: Der Schöpfer

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Gottes zeigt sich in der Schöpfung:

  • ein Gott mit Plan, der aus nichts etwas machen kann (V 2)
  • ein Gott des Lichts (3)
  • ein Gott mit Kraft, zu erschaffen (3 ff) und  durch seinen Segen zu erhalten (22/28) vgl. auch Kolosser 1,17 und Hebräer 1,3
  • ein gebender, schenkender, fürsorglicher und versorgender Gott (29/30)
  • ein Gott voller Phantasie, der Vielfalt und Unterschiede liebt (11/21/24/25)
  • Ein Gott der Hierarchie: Gott > Mensch > Tiere und die übrige Schöpfung (27/28)

Konsequenzen: Verehrung und Bewunderung dieses Gottes, Vertrauen in seine Kraft und Fürsorge, Unterordnung, Annahme des Schöpfungsauftrags : vermehren und die Schöpfung untertan machen (28)

Einführung ins Johannesevangelium (Predigt-Nachlese)

Predigttext: Johannes 1, 1-3

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Der Apostel Johannes gehörte zum engsten Kreis um Jesus. Möglicherweise war er auch mit ihm verwandt. Als Jesus am Kreuz hängt, betraut er ihn mit der Fürsorge für seine Mutter Maria, was die besondere Nähe zeigt, die er zu Jesus hatte. Er selbst nennt seinen Namen im ganzen Johannesevangelium nie, sondern bezeichnet sich immer als den Jünger, den Jesus liebte.

Etwa 90% des Inhaltes des Johannesevangeliums fehlt in den drei anderen sog. synoptischen Evangelien. Johannes schrieb als Letzter und ergänzte, was am Gesamtbild noch fehlte. Dabei lässt er uns teilhaben an seinen tiefen Einsichten in die göttliche Natur Jesu und fokussiert sich in seinen Berichten auf die letzten beiden Wochen vor der Kreuzigung. Seine Zielsetzung beschreibt er in Johannes 20,31 so:

… damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Er will uns Christus vorstellen, wie er wirklich ist: Gott im menschlichen Leib, Erretter, Erlöser, Messias. An ihn müssen wir glauben, so wie er offenbart ist, und uns keine eigene Version von ihm zusammenbasteln.

Die Worte “Im Anfang” lösten bei den Lesern des Johannes sofort eine Assoziation zu den wohlvertrauten Worten aus 1. Mose 1 aus: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Das ist genau das, was Johannes beabsichtigt. Er führt Jesus als das Wort Gottes ein, beteiligt an der Schöpfung. Und wenn er sagt:

Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist,

so sagt er, dass Jesus alles schuf und selbst unerschaffen ist. Ehe er Fleisch und Blut annahm und in die Welt kam, war er von Ewigkeit her bei Gott.

Was will Johannes nun damit sagen, dass Jesus das Wort ist? Er knüpft an an die Lehre der Rabbiner bezüglich des memra  = Wort ( in den seit der Zeit Esras gebräuchlichen aramäischen Bibelübersetzungen). Laut dieser Lehre war memra

Ohne das Wort, ohne sein Reden, würden wir nichts von Gott wissen, aber nun hat Gott zu uns geredet im Sohn (Hebräer 1,1). Dieser Sohn nahm nicht nur die äußere Erscheinung oder Illusion eines Menschen an, sondern wurde Mensch ganz und gar (Hebräer 2,14), während gleichzeitig die ganze Fülle der Gottheit in ihm wohnte (Kolosser 2,9). Jeder Angriff sowohl auf seine Göttlichkeit als auch auf seine Menschlichkeit ist Irrlehre. Es ist für unsere Errettung essentiell, dass wir das Selbstzeugnis Jesu glauben. Er warnt uns:

Glaubt an mich als den, der ich bin; wenn nicht, werdet ihr in euren Sünden sterben. (NGÜ)

Das Johannesevangelium will uns helfen, ihn zu erkennen und ihm zu vertrauen, damit wir nicht in unseren Sünden sterben, sondern in Jesus das Leben finden.

Predigt-Nachlese: Glaube – eine Art magische Kraft oder Vertrauen in Gottes Versprechen?

Predigttext: Hebräer 11, 1-4

Wenn die Bibel von Glauben spricht: Was meint sie damit? Was ist das, und was bewirkt das in denen, die glauben?

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung ist Glaube keine Macht, durch die man Wirklichkeiten erschaffen kann. Manche Verkündiger behaupten, man könnte Dinge “in Existenz glauben”: Heilung, Wohlstand, die Rettung von Menschen, die wir lieben. Wenn es dann nicht funktioniert, hat der Glaubende ruck-zuck den Schwarzen Peter: Er hat eben nicht genug geglaubt.

Von solchen Psycho-Spielchen weiß die Bibel nichts. Der biblische Glaube lebt in unvollkommenen Menschen, die Fehlschläge, Herausforderungen, Spott, Verfolgung und Tod erleben, und hält stand. Er ist nicht eine Macht, die man besitzt, sondern die Gabe Gottes, IHM und seinem Wort in jeder Lage das volle und unerschütterliche Vertrauen zu schenken. Ein Mensch, der Gott so vertraut, hat gar kein Interesse daran, eigene Vorstellungen und Wünsche durchzuboxen und die Realität entsprechend zu formen, denn er weiß, dass das, was Gott in sein Leben hinein ordnet, das Beste für ihn ist.

Biblischer Glaube ist eine ganz zweifelsfreie Hoffnung und Gewissheit über Dinge, die die natürlichen Augen nicht sehen können: Gott wird halten, was er verspricht. Der natürliche, weltliche Mensch kann das nicht verstehen. Seine oft gehörte Devise heißt: Ich glaube nur, was ich sehe! Der Glaubende dagegen erfährt: Ich sehe, was ich glaube! Glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben! sagt Jesus. Das gibt eine ganz andere Einstellung zu allem, was mir widerfährt. Warum kann Stephanus, als er unter dem Steinhagel sterbend den Himmel offen sieht, seinen Feinden vergeben? Weil er weiß, dass er etwas hat, für das es sich zu leben und zu sterben lohnt!

Hebräer 11 zeigt uns, dass das Prinzip des Glaubens nichts Neues ist und nicht erst im Neuen Testament auftaucht.Durch Glauben wissen wir, dass Gott die Welt durch sein Wort aus Nichts gemacht hat. Er ist der Einzige der dabei war, und nur ER kann uns darüber informieren. Und dann konnte der Mensch nach dem Sündenfall und dem Ausschluss aus der Gegenwart Gottes sich nur noch durch Glauben an dem Versprechen Gottes festhalten, dass er einen Erlöser schicken würde, der den Bruch wieder heilt. Die Ersten, in denen wir die Auswirkungen von Glauben und Unglauben erkennen können, sind Kain und Abel. Während Abel das Opfer bringt, das in seinen eigenen Augen recht ist (das ist übrigens das Wesen aller falschen Religion), bringt Abel das blutige Opfer, das Gott fordert, und das auf das Lamm Gottes hinweist, das die Sünde der Welt wegnimmt – Jesus. Obwohl er ja nur Puzzleteile und Bruchstücke der Wahrheit hat, erkennt er dadurch an, dass in keinem anderen das Heil ist und kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen! Er besitzt diesen Glauben an die Heilsinitiative Gottes, der unsere Sünde auf Jesus legt und uns im Austausch dafür seine Gerechtigkeit gibt! Genau das ist die Essenz und Basis des Glaubens, von dem in Hebräer 11 die Rede ist und der in den dort beschriebenen Glaubensvorbildern lebte und uns zur Nachahmung anregen soll.

Von “wüst und leer” nach “gut”

Ehe Gott Himmel und Erde schuf, wird der Zustand so beschrieben: Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

Nun gibt es Theorien, wie es zu dieser Trostlosigkeit kam, z.B. die Gap-Theorie. Aber sie ist eben das, eine Theorie. Die Bibel gibt uns hier nicht wirklich eine Erklärung.

Vielleicht ist auch dein Leben “wüst und leer” – meins war so ohne Jesus. Dann kannst du auch viele Gründe suchen: Elternhaus, Gesellschaftsstrukturen, Gene……du kannst Psychoanalyse machen und dein Leben bei Therapeuten verbringen, und nachher bist du so weit wie vorher. Gibt es eine Lösung? Ja, der Geist Gottes kann alles neu machen durch die Kraft seines Wortes.

Als erstes macht er Licht. Licht lässt uns sehen, was eigentlich los ist. Gottes Licht zeigt uns, dass unser Tun böse ist. Aber es zeigt uns auch das Herz Gottes: Er liebt uns. Er will uns begnadigen und alles neu machen.

Und dann fängt Gott an zu sortieren. In der Schöpfungsgeschichte scheidet er Himmel und Erde, festes Land und Meer. In unserer persönlichen Welt ordnet er auch alle Dinge neu, und wir müssen ihm das erlauben, wenn etwas Gutes herauskommen soll. Gott hat die Absicht, unser Leben “zu bevölkern”: Da sollen gute Sachen wachsen, die uns und andere “ernähren”, und auch Dinge, die einfach schön sind. Er will uns Aufgaben geben, die uns erfüllen. Zu all dem können wir nichts hinzutun. Er schafft es aus dem Nichts, aus dem Wüsten und Leeren, und am Schluss stehen wir mit ihm da und betrachten diese neue Schöpfung und stellen fest: Sehr gut! Wie sich in der Schöpfungsgeschichte ein Bild von Ordnung, Lebensfreude und Überfluss entfaltet, so will Jesus auch unsere Herzen geordnet, satt und erfüllt machen.

Ich habe diese lebensschaffende Kraft des Wortes Gottes erlebt und erlebe sie immer noch. Sie ist die einzige Hoffnung für uns, weil wir in uns selbst keine Kraft haben, uns neu zu erschaffen. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! Das alles aber kommt von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus …. (2.Korinther 5,17)

Querbeet am 18.8.12

Interessante Gedanken über das Essen als erste Gabe Gottes hat Josh Bishop bei ChristianityToday von sich gegeben. In der Schöpfungsgeschichte wird mit vielen Verben das Handeln Gottes beschrieben. Das Essen ist das Erste, was er gibt. Nahrungsmittel sind der natürliche Weg, mit dem Gott die Menschheit erhält und sollten uns immer wieder seine Gnade vor Augen führen und zu tiefer Dankbarkeit bewegen. Und vielleicht führt dieses Bewusstsein dazu, dass wir bei dem, was wir essen, überlegen, ob es den Absichten, die Gott mit dieser Gabe hat, auch entspricht. Da muss jeder seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen.

Vor der Gefahr, ein Pharisäer zu werden, warnt dieser Artikel auf bibelpraxis.de. Wenn ich die Auflistung der Kennzeichen eines Pharisäers sehe, erkenne ich, dass ich mich keinesfalls von der einen oder anderen Tendenz freisprechen kann. Möge Gott uns helfen, dass wir nicht in eine Haltung abrutschen, von der Jesus sehr deutlich gemacht hat, dass er sie hasst.

Warum die Frage, ob es eine Hölle gibt, eigentlich die Frage nach dem Charakter Gottes ist – darauf weist Tim Challies hin. Wenn Gott heilig ist, was passiert, wenn seine Heiligkeit mit unsrer Sünde zusammenstößt? Es gibt zwei Weisen, wie ein heiliger Gott auf unsere Unheiligkeit reagiert: gerechter Zorn oder geduldige Barmherzigkeit. “In fact, the only God who is worthy of our worship is the God who holds out not only the hope of heaven but also the horror of hell.”  (“Tatsächlich, der einzige Gott, der unsrer Anbetung würdig ist, ist der Gott, der uns nicht nur die Hoffnung des Himmels vorstellt, sondern auch die Schrecken der Hölle.”)