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Tabita – wahre Schönheit

Tabita war eine Frau, deren Leben sich lohnte – so sehr, dass Gott ihr eine zweite Auflage davon gab. Sie wird sehr kurz beschrieben: In Joppe lebte eine Jüngerin mit Namen Tabita. Das heißt so viel wie „Gazelle“. Sie tat viel Gutes und half den Armen, wo sie nur konnte.

Die Bedeutung ihres Namens war wichtig genug, um übersetzt zu werden. Die Gazelle ist eindorcas-gazelle-7437_640 Tier, das für Schönheit und Anmut steht. Wie immer sie aussah – wir wissen es nicht –, in Gottes Augen war sie schön, und auch in den Augen derer, denen ihre Liebe zugute kam.

Sie zerbrach sich den Kopf nicht über Gleichberechtigung in der Gemeinde, und warum manche Aufgaben den Männern vorbehalten blieben. Sie hatte genug zu tun, womit sie Gott verherrlichen konnte! Die Liebe Jesu entfaltete sich in ihr gemäß ihrem Wesen als Frau, und das machte sie schön. Sie war eine lebendige Umsetzung dessen, was Paulus an Timotheus schrieb: Und genauso will ich, dass die Frauen mit ihrer Kleidung keinen Anstoß erregen und sich bescheiden und zurückhaltend schmücken. Sie sollen nicht durch aufwendige Frisuren, Gold, Perlen oder teure Kleider auffallen, sondern durch gute Werke. Das ist der Schmuck von Frauen, die Ehrfurcht vor Gott haben. Sie fragte nicht: Warum kann ich das und das nicht tun? sondern: Was kann ich tun? Wo ist die Not, auf die die Liebe Gottes durch mich antworten will? Ihr Herz hatte diesen wunderbaren Schmuck eines sanften und stillen Geistes.

Sie musste sich keine Gedanken um ihr Selbstwertgefühl machen. Nachdem sie durch die Verkündigung des Wortes Gottes erkannt hatte, dass sie eine Sünderin war, die Gott so sehr geliebt hatte, dass er seinen Sohn als Opfer für sie gab, war ihr Wert für alle Zeiten dadurch definiert. Sie tat auch die guten Werke nicht, um damit “Wertpunkte” bei Gott und Menschen zu sammeln, sondern weil sie die Liebe weitergeben wollte, die ihr eigenes Leben erfüllte.

Und wie wurde sie geliebt von diesen Menschen! Sie waren so untröstlich, als sie starb, dass Gott sie noch mal ins Leben zurückschickte, damit sie die Schönheit Jesu durch ihre Taten weiter verkündigen konnte. Sie wusste: Ihr seid ein ausgewähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, das Gott selbst gehört. Er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr verkündigt, wie unübertrefflich er ist. (1.Petrus2,9)

Die Geschichte steht in Apostelgeschichte 9, 36- 41.

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Predigt-Nachlese: Zum Dienen befreit

Predigttext: Apostelgeschichte 9,36-43

Tabita war eine Frau aus Joppe, und sie wird hier eine Jüngerin genannt. Irgendwo hatte sie das Evangelium gehört und angenommen, und dieses “Wort vom Kreuz” erwies sich in ihrem Leben als Gottes Kraft. Sie wurde völlig verwandelt. Sie hatte Frieden mit Gott gefunden, weil ihre Sünden vergeben waren. Die Liebe Gottes wurde in ihr Herz ausgegossen, und nun gab sie diese Liebe weiter – nicht etwa um sich mit guten Taten ihr Heil zu verdienen, sondern aus Dankbarkeit und Liebe für ihren Erlöser. Diese Liebe ließ sie die Nöte der Witwen um sich herum wahrnehmen. Sie waren in der damaligen Gesellschaft das schwächste und verletzlichste Glied. Sie begann, für sie das zu tun, was sie gut konnte: Sie nähte ihnen Kleidung.

Jeder hat eine Gabe – die Frage ist: Stellen wir sie Gott zur Verfügung? Ob wir nun beten, ermutigen oder putzen – tun wir es für ihn? Dabei ist keine Arbeit zu gering – auch praktische Dienste können geistlich getan werden. Der Herr sucht bei uns die Verfügbarkeit  für die Nöte unserer Geschwister, die Bereitschaft, von Herzen zu dienen, ohne uns damit profilieren oder auf ein Podest stellen zu wollen. So war Tabita, sie wollte einfach “des Herrn Magd” sein.

Und dann wurde diese Frau krank und starb. Man bahrte sie auf, und der Schmerz derer, die sie geliebt hatten und die meinten, sie doch noch zu brauchen, ergoss sich in lautem Weinen und Klagen. Wer sollte sie ersetzen?  In dieser Not wussten sich die Jünger vor Ort nicht anders zu helfen, als nach Petrus zu schicken. “Komm! Aber schnell, bitte!”

Bei Petrus finden wir nun dieselbe Einstellung wie bei Tabita. Wenn der Herr ihn rief, den Geschwistern in Joppe beizustehen, so musste man ihn nicht zweimal bitten. Er machte sich sofort auf den Weg, etwa eine Tagereise weit. Er fand dort die weinenden Frauen vor, die ihm erzählten, was Tabita ihnen bedeutet hatte. Das Trauern im Mittleren Osten ist lautstark und durchdringend, deswegen schickt Petrus sie alle hinaus. Petrus braucht Ruhe für die Zwiesprache mit Gott, um zu wissen, was er tun soll. Dieser Mann Gottes, durch den so viele Wunder geschehen sind, hat es nicht “in der Tasche”. Er ist kein Wunderheiler geworden, sondern vollkommen von Gott abhängig. Aus sich selbst kann er nichts tun. “Er kniete nieder und betete. Schließlich wandte er sich zu dem Leichnam und sagte: „Tabita, steh auf!“ Da öffnete sie die Augen. Und als sie Petrus erblickte, setzte sie sich auf. Er fasste sie an der Hand und half ihr auf die Füße. Dann rief er die Witwen und die anderen Heiligen herein und gab ihnen Tabita lebend zurück.” Weil er für Gott verfügbar ist, beteiligt ihn Gott an seinem Werk.

Dieses Ereignis dient – wie alle Wunder in den Evangelien und der Apostelgeschichte – zur Bestätigung des verkündigten Wortes Gottes. Viele in Joppe glauben an die gute Botschaft und bekehren sich.

Der letzte Vers berichtet, dass Petrus für eine ganze Weile bei einem Gerber namens Simon blieb. Das ist insofern bemerkenswert, als fromme Juden den Umgang mit dieser Berufsgruppe mieden. Sie waren als unrein verpönt und wohnten gewöhnlich außerhalb. Wir sehen hier bei Petrus eine Tendenz, die im nächsten Kapitel dem Höhepunkt zustrebt: Er hatte sich schon mit Samaritern befasst, jetzt wohnt er bei einem unreinen Gerber, und schließlich wird Gott ihm erklären, dass auch Heiden seine Brüder werden können.

Die Essenz unseres Abschnitts ist in Titus 2 so zusammengefasst:

Sei du selbst ihnen ein Vorbild im Tun des Guten……Denn die Gnade Gottes ist jetzt sichtbar geworden, um allen Menschen die Rettung zu bringen. Sie erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden zu verleugnen und besonnen, gerecht und mit Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben, als Menschen, die auf die beglückende Erfüllung ihrer Hoffnung warten und auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Jesus Christus. Er hat sich für uns ausgeliefert, damit er uns von aller Gesetzlosigkeit loskaufen und sich ein reines Volk schaffen könne, das darauf brennt, Gutes zu tun.