Predigt-Nachlese: Wie bekommt man den Heiligen Geist?

Predigttext: Apostelgeschichte 19,1-10

In der Apostelgeschichte befinden wir uns in einer Übergangsphase. Die jüdischen Menschen, die zum Glauben an Jesus kamen, mussten völlig umdenken. Ihr Leben war eingebettet in Traditionen und Regeln – jetzt lernten sie die Gnade kennen. Paulus selbst geht auf einem radikalen Weg voran – weg von der vermeintlichen Gerechtigkeit durch Befolgung des Gesetzes und hin zur Glaubensgerechtigkeit durch das Vertrauen auf das, was Jesus für ihn getan hatte.

Menschen befanden sich dabei in verschiedenen Stadien, wie z.B. Apollos, dem Prisca und Aquila den Weg Gottes noch genauer zeigen mussten. In unserem heutigen Text begegnen wir in Ephesus zwölf gottesfürchtigen Männern, die als “Jünger” bezeichnet werden. Dieser Ausdruck bedeutet hier einfach “Lernende” und nicht, dass sie schon Jesus-Jünger  waren. Sie hatten sich von Johannes zur Buße taufen lassen. Das bedeutet, sie hatten schon einen gewaltigen Schritt getan – sie hatten erkannt, dass sie im Herzen keine wahren Söhne Abrahams waren, sondern vergebungsbedürftige Sünder. Sie hatten öffentlich zugegeben, dass sie Reinigung brauchten. Sie hofften auf die Verheißung des neuen Herzens, das Gott in Hesekiel 36 verheißen hatte:

Dann werde ich reines Wasser auf euch sprengen und euch so von allem Dreck und allen Götzen reinigen. Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist: Das versteinerte Herz nehme ich aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges dafür. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und euch nach meinen Rechtsbestimmungen richtet.

Und nun kommt Paulus  und stellt ihnen die “diagnostische” Frage: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Denn er merkt sofort: Denen fehlt noch was! Verblüfft antworten sie ihm: Den Heiligen Geist? Wir haben noch nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist schon gekommen ist!

Was tut Paulus nun? Hält er ihnen einen Vortrag über den Heiligen Geist? Nein! Er spricht von Jesus! Denn er weiß: Wo Menschen Jesus erkennen und annehmen, da empfangen sie den Heiligen Geist! Und so erklärt er ihnen alles über den, von dem Johannes gesagt hatte: Nach mir kommt einer, der weit über mir steht, denn er war schon vor mir da. ihre Herzen waren ja vorbereitet wie ein frisch gepflügtes Ackerland für die Saat, und so nahmen sie die Botschaft an und ließen sich taufen. Als Paulus ihnen die Hände auflegte, redeten sie in Sprachen und weissagten. Dies ist übrigens der letzte Bericht in der Bibel über diese Art und Weise der Bestätigung des Empfangs des Heiligen Geistes. Sie diente dazu, das Wort Gottes und die apostolische Autorität von Paulus zu legitimieren.

Der Heilige Geist ist das Siegel der neuen Geburt und der Zugehörigkeit zu Christus. Wenn jemand diesen Geist von Christus nicht hat, gehört er auch nicht zu ihm. (Römer 8,9)

Paulus war nirgends so lange an einem Ort wie in Ephesus. Er lehrte zuerst in der Synagoge, und als dort der Widerstand zu stark wurde, in einem anderen Gebäude, der Schule des Tyrannus. Er eröffnete dort keine Prophetenschule und gab keine Wunder-Kurse, sondern predigte schlicht und einfach das ganze Wort Gottes. Sein Ziel war, dass die Gläubigen befestigt und mündig und selbst zum Dienst befähigt wurden, so dass der Leib Christi durch Wahrheit und Liebe wachsen konnte. Das ist immer noch die Aufgabe  von Hirten und Lehrern, und das Wort Gottes ist immer noch das einzige Mittel dazu.

Suchst du vielleicht auch Gott wie diese zwölf Männer in Ephesus?  Hast du gemerkt, dass es deine einzige Hoffnung ist, dass Gott selbst dir ein neues Herz gibt? Jesus hat die Sünde getragen – deshalb kann dir vergeben werden! Setz dein Vertrauen auf ihn!  Dann gibt Gott dir den Heiligen Geist als Kraft zu einem neuen Leben!

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