Von Wundern und Glauben

Ein ganzes Dorf im von den Juden verpönten Samaria hatte sich überzeugen lassen: “Dieser Jesus ist  wahrhaftig der Retter der Welt.” Und dabei hatte Jesus dort kein einziges Wunder getan, außer einer Frau ihr verpfuschtes Leben auf den Kopf zuzusagen und ihr das Wasser des Lebens zu geben. Ihre Erfahrung mit dem Messias war wie ein Stein gewesen, der ins Wasser fällt und Kreise zieht.

Dann reiste Jesus weiter nach Galiläa. Dort hatte er schon mal eine negative Erfahrung gemacht. In Nazareth, seiner eigenen Heimatstadt, hatten sie ihn steinigen wollen, weil ihnen nicht gepasst hatte, was er gesagt hatte. Jetzt aber schienen sie begeistert, dass er kam, denn viele hatten ihn am Passafest in Jerusalem erlebt und zeigten sich doch ziemlich beeindruckt von seinen Wundern und Fähigkeiten. Vielleicht konnten sie auch Nutznießer davon werden? Vielleicht konnten sie hier bei sich zuhause auch so etwas erleben? Das Übernatürliche hat immer eine gewaltige Faszination, aber Jesus will uns nicht faszinieren, sondern er will unser völliges Vertrauen in sein Wort, das zu Gehorsam und Lebensveränderung führt.  Religiöse Erlebnisse, ja, aber Buße und Umkehr und ein Bekenntnis zum Sohn Gottes? So weit wollten die Galiläer nicht gehen.

life-saving-swimming-tube-737370_1280In Kana gab es einen Mann mit einem großen, herzzerreißenden Problem. Er war ein “Königlicher”, ein Regierungsbeamter, und vermutlich auch irgendwie mit dem königlichen Haus blutsverwandt. Aber für seine gegenwärtige Not nützte ihm das alles nichts. Sein Sohn war todkrank, und niemand konnte ihm helfen. Da hörte er, dass Jesus gekommen sei – und wusste: Das ist die Rettung! Und so suchte er ihn auf und bat ihn zu kommen.

Die Antwort Jesu durchsuchte die Motive seines Herzens:

Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehr, so werdet ihr nicht glauben.

War das so bei ihm? Brauchte er ein Zeichen, um Jesus zu glauben, oder kam er, weil er wusste, dass durch Jesus die Barmherzigkeit und Hilfe Gottes vom Himmel gekommen war? Nein, ihn trieb nicht Sensationslust! Er wusste, dass Jesus helfen konnte, und dass er seine einzige Hoffnung war. Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!  Wie konnte er beweisen, dass er ohne zu sehen und zu fühlen an ihn glaubte?

Da gab Jesus selbst ihm eine Möglichkeit dazu: Geh heim, sagte er. Dein Sohn lebt!

Er wusste: Wenn Jesus das sagte, dann war sein Sohn gerettet. Er musste ihn nicht am Arm zu sich nach Hause schleppen. Er hatte die Vollmacht, auch unspektakulär und von ferne zu heilen. Mit dieser Gewissheit machte er sich auf den Heimweg.

Unterwegs kamen ihm seine Knechte entgegen mit der guten Nachricht: Dein Sohn lebt! Es geht ihm wieder gut.  – Wann ist das passiert? fragte er. Gestern Mittag  um eins sank das Fieber, erzählten sie. Da erfüllte ihn eine große Freude. Sein Vertrauen war nicht enttäuscht worden! Das war genau die Zeit, als Jesus ihm sein Versprechen gegeben, und er sich darauf verlassen hatte!

Aus seinem Glauben wurde ein festerer, tieferer, bestätigter Glaube. Sein ganzer Haushalt wurde davon angesteckt. Er hatte bei Jesus Rettung gesucht, er hatte ein Wort der Zusage bekommen, und nun hatten er und viele andere erlebt, dass sein Wort zuverlässig ist. Jesus war der Messias!

Die Geschichte steht in Johannes 4.

Berufung

Berufung

Vor allem junge Menschen wollen ihre Berufung finden, etwas, das ihren Lebenssinn erfüllt. Für uns als Christen ist es dabei ohne Frage, wer uns beruft. Es kann nur Gott sein. Wir wünschen uns, dass er uns in eine Aufgabe stellt, bei der wir Erfüllung finden. Aber wenn wir zu verstehen suchen, welche das ist, sind wir oft ratlos. Wie erkennen wir sie? In der Bibel steht schließlich für alle das Gleiche. Gefühle? Eindrücke? Die Meinung anderer Leute? Sollen wir uns einfach nach unseren Begabungen richten?

Die Bibel spricht relativ selten von einer persönlichen, speziellen Berufung. Wenn Gott jemand da was sagen wollte, konnte er sich der Person zweifelsohne deutlich machen, selbst ohne dass derjenige drum gebeten hatte (und manchmal sogar gegen ihren Willen, s. Jona). Im Allgemeinen genügt völlig, was die heilige Schrift generell über unsere Berufung als Christen sagt. Das enthält jede Menge Gnade und so viel an Herausforderung, dass wir damit vorläufig beschäftigt sind. Und ich bin überzeugt: Wenn wir darin leben, ergibt sich alles andere von selbst.

  • Wir sind zur Freiheit berufen. “Ihr seid ja zur Freiheit berufen, liebe Geschwister! Nur benutzt die Freiheit nicht als Freibrief für eure eigenwillige Natur, sondern dient einander in Liebe.” (Galater 5,13) Gott hat es uns geschenkt, dass wir ihm ohne Gesetzesvorschriften aus Liebe gehorchen und dienen können. Weder Teufel noch Menschen noch Umstände können uns letztlich versklaven – in allem, was wir tun, sind wir von Gott abhängig und Gott direkt verantwortlich. “Denn wer als Sklave in die Gemeinschaft des Herrn gerufen wurde, ist vor dem Herrn ein freier Mensch. Und wer frei war, als Gott ihn rief, ist jetzt ein Sklave von Christus. Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt. Macht euch also nicht zu Sklaven von Menschen!” (1.Korinther 7,22ff)
  • Wir sind zum Frieden berufen. “Wir wünschen euch, dass der Frieden, der von Christus kommt, eure Herzen regiert, denn als Glieder des einen Leibes seid ihr zum Frieden berufen.” (Kolosser 3,15) Das ist eine gemeinschaftliche Berufung für die Gemeinde Gottes. Sie soll die Herrschaft des Friedefürsten unter sich ausleben. Es ist aber auch eine Berufung, in allen Lebensumständen den Frieden zu suchen, und z.B. wo nötig, einen ungläubigen Ehepartner ziehen zu lassen: “Der Bruder oder die Schwester ist in diesem Fall nicht wie ein Sklave an die Ehe gebunden. Gott hat uns doch zu einem Leben in Frieden berufen!”(1.Korinther 7,15)
  • Wir sind berufen zum ewigen Leben. “Kämpfe den guten Kampf, der zu einem Leben im Glauben gehört, und ergreife das ewige Leben, zu dem Gott dich berufen hat.” (1.Timotheus 6,12) Damit ist nicht nur der Himmel gemeint, sondern unser Leben jetzt und hier in “Ewigkeitsqualität”.
  • Wir sind berufen zum Licht. “Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.” (1.Petrus 2,9) Wer diese Berufung ins Licht hat, kann nicht mehr in der Finsternis leben. “… ihr seid Menschen des Lichts und Kinder des kommenden Tages. Nein, wir gehören nicht zu Finsternis und Nacht!Deshalb wollen wir auch nicht schlafen, wie die anderen, sondern wachen und nüchtern sein. Denn wer schläft, schläft in der Nacht, und wer sich betrinkt, tut es in der Nacht.Wir aber gehören zum Tag und wollen darum nüchtern sein, gerüstet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung. Denn Gott hat uns nicht dazu bestimmt, dass wir seinem Zorngericht verfallen, sondern dass wir durch unseren Herrn Jesus Christus das Heil in Besitz nehmen.” (1. Thessalonicher 5,4-9)
  • Wir sind zum Leiden und Gutes tun berufen. Das ist eigentlich das Kernthema des 1. Petrusbriefes. “Wenn ihr aber Gutes tut und dafür leiden müsst, dann ist das eine Gnade von Gott, denn genau dazu seid ihr berufen worden. Auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt.” (1.Petrus 2,21) Nehmen wir diese Berufung an?
  • Wir sind berufen, Segen zu erben, und zwar Segen für uns selbst und zum großzügigen Weitergeben. ”Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.” (1.Petrus 3,9) Wir werden gewarnt, nicht knauserig damit zu sein, weil wir uns sonst ins eigene Fleisch schneiden.
  • Wir sind zur Gemeinschaft mit Christus berufen. “Gott ist treu. Er hat euch berufen zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.” (1.Korinther 1,9) Das Wort, das hier für Gemeinschaft steht, bedeutet mehr als nur Zusammensein, Es geht um Partizipation und Partnerschaft. Was ihm gehört, gehört uns, er macht uns an allem, was er hat, zu Teilhabern!
  • Wir sind zur Heiligkeit berufen. “Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Lebenswandel.” 1.Petrus 1,15)
  • Wir sind zu ewiger Herrlichkeit berufen. Das ist das Endziel! “Der Gott, von dem alle Gnade kommt, hat euch berufen, mit Christus zusammen für immer in seiner Herrlichkeit zu leben.” (1.Petrus 5,10)  Paulus sagt: “Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.” (Philipper 3,10-11)

ist uns das genug Berufung? Ganz sicher, wenn wir sie ernst nehmen und im Alltag umsetzen wollen!

Den Wettkampf durchhalten und nicht müde werden (Predigt-Nachlese)

 

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Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und in euren Seelen ermattet! Hebräer 12,1-3

Die Menschen, an die dieser Brief geschrieben worden ist, sind entmutigt. Irgendwie haben sie nicht damit gerechnet, dass ihnen der Glaube an Jesus so viele Schwierigkeiten und Verfolgungen einbringen würde. Sollte es ihnen nicht gut gehen, wenn sie das Richtige taten? War Gott vielleicht unzufrieden mit ihnen? Sollten sie vielleicht lieber zurückkehren zur judaistischen Religion, aus der sie sich herausbekehrt hatten? Sie brauchen Ermutigung und die richtige Blickrichtung, den Blick auf Jesus.

Im 11. Kapitel werden sie an ganz viele Menschen erinnert, die vor ihnen den Glaubenslauf gelaufen sind. Was sie dabei antrieb, war nicht der Wunsch nach irdischem Wohlergehen. Mose entschloss sich

lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben, indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung. Hebräer 11,25

Andere aber wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen, um eine bessere Auferstehung zu erlangen. Andere aber wurden durch Verhöhnung18 und Geißelung versucht, dazu durch Fesseln und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, zersägt19, starben den Tod durch das Schwert, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, Mangel leidend, bedrängt, geplagt. Hebräer 11, 35-37

Wie stehen wir dazu? Ist uns Gott das alles wert? Geht es vielleicht auch billiger? Um welche Belohnung geht es? Was ist der Kampfpreis? – An uns selbstzufriedene, oft viel zu “gechillte” Christen im Westen ist das eine große Herausforderung, während viele unserer Glaubensgeschwister in aller Welt einen hohen Preis für ihren Glauben zahlen.

Wie kommt man überhaupt auf die Rennbahn? Wenn man als Kind getauft wird? Wenn man in einer christlichen Familie aufwächst? Wenn man regelmäßig zum Gottesdienst geht? All das bringt uns nicht an den Start, sondern die neue Geburt.

Und dann gilt: Nicht schnell starten, langsam werden, aufgeben – sondern mit Ausdauer laufen bis zum Ziel. Damit wir das schaffen, werden uns hier überlebenswichtige Tipps gegeben. Man kann diesen Lauf nicht relaxt laufen. Man braucht Zielorientiertheit, Disziplin, Konzentration und die Bereitschaft, schmerzhaftes Training zu investieren. Man muss bereit sein, auch an und für sich gute Dinge abzulegen, wenn sie zu Gewichten werden, die uns bremsen. Niemand bindet sich für den Wettlauf einen Klotz ans Bein! Was uns belastet und ablenkt, muss weg! Die Sünde, vor allem die des Zweifelns und Unglaubens, ist dabei das größte Hindernis. Und wir brauchen Entschlossenheit zum Sieg gegen den Teufel und unser eigenes sündiges Fleisch. Wir laufen nicht, um ein bisschen rumzulaufen und am Ende in den Himmel zu schlendern, sondern um zu gewinnen. Der einzige Unterschied zu einem irdischen Wettlauf ist, dass wir nicht miteinander konkurrieren.

Dabei ist Jesus uns vorausgelaufen. Er ist der Anfänger, der Pionier des Glaubens. Er motiviert uns nicht, indem er uns von hinten antreibt, sondern indem er uns zeigt, wie es geht und was das Ziel ist. Er lebte, mitten im Leiden, ein Leben vollkommenen Vertrauens auf den Vater. Er lernte durch das, was er litt, den Gehorsam. Er schaffte durch seine Hinrichtung am Kreuz und seine Auferstehung überhaupt die Grundlage, dass wir laufen und gewinnen können. Und er lief, um etwas zu empfangen: Die vor ihm liegende Freude. Sein Ziel war die Verherrlichung des Vaters. ist das auch unser Ziel? Jesus zu ehren durch Gehorsam, seine Charakterzüge widerzuspiegeln? Dann werden wir am Ende hören:

Geh ein zur Freude deines Herrn! Matthäus 25,21

Es geht nicht darum, “in den Himmel zu kommen”, sondern diese Freude zu haben, Gott zu verherrlichen mit unserem Leben.

Aber dafür müssen wir dranbleiben, nicht müde werden, Proben bestehen, in Anfeindungen festbleiben, die erste Liebe nicht verlassen, zum Sieg entschlossen sein, und zu sagen:

Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Galater 2,20

Was Gottes Wort in uns bewirkt (Predigt-Nachlese)

Paulus schreibt den Thessalonichern:

Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid. 1.Thessalonicher 2,13

Viele, die sich Christen nennen, sehen das heute anders. Für sie ist die Bibel Menschenwort (das bestenfalls Gottes Wort enthält). Aber wenn wir das Wort Gottes nicht als das annehmen, was es ist ist, kann es auch seine Wirkung nicht in uns entfalten. Es ist wirksam in denen, die gläubig sind.

Was tut es denn in uns? Das lassen wir am besten die Bibel selbst erklären.

Psalm 19,8 Es erfrischt uns und richtet uns auf. Oft, wenn wir verzagt sind, leuchtet uns plötzlich etwas aus dem Wort Gottes auf und wir erkennen: Gott, du hast mich nicht vergessen!
Psalm 19,9 Es bewirkt Freude: über die Liebe Gottes, über unsere Errettung
Psalm 19,12 Es belehrt uns und warnt uns;  ihm zu folgen, gibt uns Zugang zu den Verheißungen Gottes
Psalm 119, 11 Es bewahrt uns vor Sünde. Es zeigt uns, wer und wie Gott ist, was ihn freut, und was er verurteilt
Psalm 119,24 Es ist unser Ratgeber in Entscheidungen
Psalm 119,28 Es holt uns in unseren dunkelsten Stunden wieder ans Licht und gibt uns in Kummer, Entmutigung und Enttäuschung eine neue Perspektive
Psalm 119,97-100 Es macht uns weise auf göttliche Art, nicht nach Art der Weisheit dieser Welt. (Der Unterschied wird in Jakobus 3 erklärt.)
Psalm 119,105 Es ist Licht auf unserem Weg. Hast du Angst vor dem nächsten Schritt? Gottes Wort zeigt dir, wo du deinen Fuß auf sicheren Boden setzen kannst!
Psalm 119,154 Die Verheißungen Gottes beleben uns und vertreiben unsere Ängste
Johannes 8,31 Das Wort Gottes befreit uns von den Lügen des Teufels
Johannes 17,17 Es heiligt uns, sondert uns aus zum Dienst für Gott
Römer 10,17 Es bewirkt den rettenden Glauben
2.Timotheus 3,16.17 Es erzieht uns durch Korrektur und Ermutigung, belehrt uns, rüstet uns zu zum Dienst, hilft uns, richtig und falsch zu unterscheiden
Hebräer 4,12 Es hilft uns, uns selbst zu beurteilen, es schneidet die falschen Motive weg
1.Petrus 1,23 Es bewirkt die Wiedergeburt
1.Petrus 2,2 Es lässt uns wachsen zu geistlich reifen, “erwachsenen” Christen
Josua 1,8.9 Die Verankerung im Wort lässt uns Gottes Ziele  für unser Leben erreichen

Wenn wir das Wort Gottes nur für ein Buch menschlicher Weisheit halten, müssen wir alle diese Wirkungen entbehren! Aber auch wenn wir zwar daran glauben, aber uns nicht die Zeit nehmen, es zu lesen und zu hören, haben wir einen großen Verlust.  Wir wollen nicht darauf verzichten, sondern ihm Raum geben in unserem Leben!

Der Durst nach Leben kann gestillt werden

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Es ist 12 Uhr mittags. Jetzt bleibt man am besten im Haus, im Schatten. Und doch kommt hier in Sychar eine einsame Frau zum Wasserholen an den Brunnen. Sie hat die ungünstige Zeit mit Bedacht gewählt, denn ihr ist nicht danach, die anderen Frauen des Ortes zu treffen. Sie sind nicht gut auf sie zu sprechen. Lieber geht sie allein zur Quelle, als diese abfälligen Blicke und das Getuschel auszuhalten.

Aber da sitzt schon jemand am Brunnen, ein Mann, der sehr müde wirkt. Wahrscheinlich ist er schon länger unterwegs und macht hier eine Pause. Es ist ganz offensichtlich ein jüdischer Rabbi – das sieht man an seiner Kleidung. Was macht der hier auf samaritischem Gebiet? Die Juden machen normalerweise lieber einen Riesenumweg, als sich durch den Kontakt zu Samaritern zu besudeln!

Der Mann spricht sie an. “Gib mir doch etwas zu trinken!” – Das ist so ungewöhnlich, dass sie herausplatzt: “Du bist ein Jude und bittest mich, eine samaritische Frau, dir etwas zu trinken zu geben?” Noch nie hat ein Jude – und gar ein Rabbi! – ein freundliches Wort zu ihr gesagt. „Wenn du wüsstest, welche Gabe Gott für dich bereit hält, und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken! –  dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben,“ sagt der Mann. Er ist ein Rätsel und er redet in Rätseln. Von was für einem Wasser spricht er? Mit was will er es schöpfen? Er hat doch nichts, sonst hätte er sie ja nicht um einen Schluck Wasser gebeten. Wer ist er? “Woher willst du denn das Quellwasser haben? Bist du etwa größer als unser Stammvater Jakob, der uns diesen Brunnen hinterließ? Kannst du uns besseres Wasser geben, als das, was er mit seinen Söhnen und seinen Herden trank?” Ja, jetzt hat sie es gewagt und die Frage gestellt: Wer bist du überhaupt? Er antwortet ihr: „Jeder, der von diesem Wasser hier trinkt, wird wieder durstig werden. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst bekommen. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm eine Quelle werden, aus der Wasser für das ewige Leben heraussprudelt.“

Ein ein-für-allemal- Wasser? Nie mehr Durst? Ewiges Leben? Das wäre nett. Dann bräuchte sie sich nicht mehr jeden Mittag allein hierher zu quälen. “Herr, gib mir dieses Wasser!” “Geh, ruf deinen Mann!” O nein! Warum muss er jetzt nach ihrem Mann fragen? “Ich habe keinen Mann,” antwortet sie. “Das stimmt,” sagt er. “Du hast keinen Mann. Fünfmal warst du verheiratet, und jetzt lebst du mit einem Mann zusammen, der nicht dein Mann ist.”

Er kennt ihre Schande! Er hat es die ganze Zeit gewusst, und doch mit ihr gesprochen! Er hat sie sogar um Wasser gebeten, sich nicht abgewandt oder vor ihr ausgespuckt! Er muss dieses Wissen von Gott haben. “Ich sehe, dass du ein Prophet bist!” Wenn er ein Prophet ist und weiß, wer sie ist und doch mit ihr spricht – heißt das am Ende, Leute wie sie können mit Gott noch etwas zu tun haben? Kann er ihr vielleicht die Frage beantworten, über die sie schon oft nachgedacht hat: Was ist die richtige Art der Gottesverehrung? Denn es gibt offensichtlich verschiedene Religionen. Die Samariter beten seit Generationen auf dem Berg Garizim an, und die Juden sagen: Nur in Jerusalem darf man Gott anbeten. Und eigentlich können ja nicht beide Recht haben. Was ist nun die Wahrheit?

Und Jesus – denn er ist es, der mit ihr redet – antwortet ihr: “Frau, glaube mir, es kommt eine Zeit, da werdet ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten.” Vater? Ist Gott sein Vater? Er fährt fort: “Ihr Samariter betet einen Gott an, den ihr nicht kennt. Wir beten an, was wir kennen. Die Rettung kommt von den Juden. Es kommt aber eine Zeit – und sie ist jetzt – wo die wahren Anbeter Gott in Geist und Wahrheit anbeten werden. Der Vater sucht solche Leute als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten.”

Dass die Rettung von den Juden kommen soll – das ist ihr bekannt. Ein Messias soll kommen, der Herzen verändern kann und die Beziehung zu Gott wieder herstellen. “Der bin ich,” sagt Jesus, “Ich, der hier mit dir redet.”

Der Messias ist da und redet mit ihr, die alle Menschen meiden?  Er hat ihr mitten ins Herz gesehen und  Lebenswasser angeboten für diesen unstillbaren Durst, der sie von einer löchrigen Zisterne zur anderen geführt hat. Am Ende war sie immer enttäuscht und leer und musste feststellen: Auch das ist nicht das, wonach ich mich gesehnt habe! Aber heute hat sie es gefunden! Ab jetzt wird sie zu diesen Anbetern gehören, die der Vater sucht.

Und das muss sie weitererzählen! Sie vergisst ihre Scham und Schande und Menschenfurcht und rennt in die Stadt: “Kommt mit und lernt einen Mann kennen, der mir alles ins Gesicht gesagt hat, was ich jemals getan habe! Könnte das vielleicht der Christus sein?” Und die Leute kommen, um Jesus zu sehen.

Jesus legt auch in meine und deine Wunde den Finger. Unsere dunklen Seiten müssen ans Licht, unsere Schuld muss vor ihm bekannt werden, damit er uns sein Lebenswasser geben kann, das er völlig frei an Unwürdige verschenkt. Sein Wasser stillt unseren Durst für immer. Er bringt uns in Gemeinschaft mit dem Vater. Einsamen und Verstoßenen und Verletzten und Missbrauchten gibt er eine Familie. Unsere Schande nimmt er weg, Sünder werden Anbeter in Geist und Wahrheit!

Die Geschichte steht in der Bibel in Johannes 4.

Wer wird gerettet, und wer wird verdammt?

 

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Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. (Johannes 3,17)

Und doch werden nicht alle Menschen gerettet werden. Nicht alle werden profitieren von dem, was Jesus getan hat. Er hat dieses wunderbare Angebot – ewiges Leben, das schon im Hier und Jetzt beginnt – an den Glauben geknüpft.

Was ist dieser Glaube? Glaube ist nicht eine Annahme oder Vermutung (obwohl wir den Begriff landläufig auch so gebrauchen), sondern das tiefe Vertrauen in die Echtheit, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit einer Person und in das, was sie sagt. Das ist das Vertrauen, das Jesus von uns verlangt. Dieses Vertrauen hat notwendig Konsequenzen: Wenn ich mich auf ihn verlasse, werde ich auch mein Leben auf ihn bauen und ihm gehorchen.

Die Frage ist: Wenn Jesus so verlässlich ist, wenn er uns so viel anbietet – Zugang zu Gott, Rettung, Vergebung, Frieden, Leben, Liebe, Freude – warum wollen das trotzdem so viele nicht haben? Jesus diagnostiziert:

Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. (Johannes 3,19.20)

Wir sind lichtscheue Kreaturen. Wie die Kakerlaken sind wir auf der Flucht vor dem Licht, und unsere Dunkelheit ist uns lieber, weil sie das schmerzhafte Aufdecken unserer Leichen im Keller verhindert, all der Dinge, die wir vor Gott und oft auch vor Menschen seit unserer Kindheit zu verbergen geübt haben. Wer zu Jesus kommen will, der muss ins Licht kommen! Er wird dann von Gott

errettet aus der Herrschaft der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, (Kolosser 1,13)

Von Natur sind wir alle schon verdammt, “Kinder des Zorns”, wie die Bibel das nennt. Das Gericht ist uns sicher. Wir brauchen eine neue Geburt, eine geistliche Totenauferstehung. Das wird in der Taufe abgebildet. Die Taufe selbst rettet uns nicht – sie zeigt nur bildlich das, was an uns geschehen ist. Das Untertauchen symbolisiert unser Sterben mit Jesus – er hat unsere Sünde weggenommen – und das Auftauchen ist ein Bild der Auferstehung mit ihm. Ich bekomme ein neues Leben – sein Leben! Der Glaube ist die Art und Weise, wie ich das, was Jesus für mich getan hat, annehme.

Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Johannes 3,36)

Das Urteil ist längst gefällt, die Strafe verhängt. Die einzige Rettung ist, dass ein Sündloser kam und meine Strafe trug, und dieses Opfer des Sohnes Gottes kommt mir zugute, wenn ich glaube und zum Licht komme.

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